vielleicht ist das ein interessantes Thema für euren Podcast oder das Forum. Wir sind ein kleiner gemeinnütziger Verein und haben in diesem Jahr eine sehr unangenehme Erfahrung mit den Änderungen bei Microsofts Non-Profit-Angeboten gemacht.
Wir hatten über viele Jahre Microsoft-365-Nonprofit-Lizenzen im Einsatz. jahrelang wurden von Microsoft massiv damit geworben und es werden eine vielzahl an gemeinnützigen Vereinen in Deutschland aktuell die gleichen Erfahrungen machen wie wir.
Bei Microsoft lagen praktisch sämtliche Vereinsdaten – insbesondere unsere SharePoint-Dokumente, die gemeinsame Dateiablage und wichtige Unterlagen aus mehreren Jahren Vereinsarbeit.
Nachdem sich die Lizenzsituation im Non-Profit-Bereich geändert hatte und wir nicht rechtzeitig auf kostenpflichtige Lizenzen umgestellt hatten, wurde unser Mandant deaktiviert. Als wir später wieder kostenpflichtige Lizenzen gebucht und Zugriff auf das Admin-Center erhalten konnten, mussten wir feststellen, dass unsere SharePoint-Daten offenbar bereits gelöscht worden waren.
Für einen ehrenamtlich geführten Verein ist so ein Datenverlust dramatisch. Man geht davon aus, dass Cloud-Anbieter Daten langfristig vorhalten oder zumindest deutlicher und länger auf drohende Löschungen hinweisen. Uns war nicht bewusst, dass nach dem Ablauf der Karenzfristen tatsächlich sämtliche Daten unwiederbringlich verschwinden können.
Vielleicht gibt es erfahrungen dazu auf eurer Seite?
Der Einsatz einer M$-Cloud kann ja auch grundsätzlich fraglich sein. Ich weiß nicht, ob z. B. ein DSGVO-konformer Einsatz inzwischen möglich ist, aber das Problem gab es zumindest:
Ärgerlich ist das auf jeden Fall was MS hier abzieht.
Unabhängig davon, welchen Anbieter man nutzt, sollte man dennoch nicht auf ein Lokales Backup verzichten.
Ich nutze selbst seit einer gefühlten Ewigkeit die Cloud von MS, dennoch läuft einmal wöchentlich davon ein Backup auf mein NAS.
Persönlich Erfahrung, 9 von 10 Nutzern haben keinerlei Backup ihrer Daten, obwohl das auf für Laien wirklich einfach mit kostenlosen Tools machbar wäre, auch wenn gerade mal die Preise für HDD sehr hoch sind.
Der Verlust von Hardware ist ersetzbar, verlorene Daten wiegen da viel schwerer.
Es ist halt wieder Wasser auf die Mühlen derer, die am liebsten nichts digitalisieren möchten.
Klar, wir haben Fehler gemacht.
Damit ich es richtig verstehe: Du meinst, am sichersten ist es einfach alle paar Wochen auf eine externe Festplatte zB die Daten alle nochmal zu sichern. Korrekt?
Gibt es dafür geeignete Software?
Wenn wir normale die Dateien kopieren, dauert das immer ewig bis es durchläuft bzw. es kommen Fehlermeldungen.
Ich kann sehr gut verstehen, wie doof sich das für euch anfühlt. Aber:
Selbstverständlich braucht man immer ein lokales Backup. Jeder ITler wird euch in aller Offenheit sagen: No backup, no mercy - kein Backup, kein Mitleid.
Glücklicherweise ist das auch bei Clouds relativ einfach: Man braucht (mindestens) einen idealerweise stationären Computer, der ständig am Netz hängt und den man so einstellt, dass die komplette Cloud darauf lokal synchronisiert wird. Das geht meines Wissens mit jeder Cloud, auch mit M$. Dann nimmt man eine beliebige Backup-Software und schreibt den Datenbestand dieses Rechners noch auf eine externe Festplatte. Schon hat man auch ohne größeres IT-Know How (mindestens) zwei Kopien aller Daten, auf die M$ keinen Zugriff hat.
Wer noch mehr Sicherheit möchte, zB für den Fall, dass auch noch das Büro abbrennt, kann ein Backup des Rechners zusätzlich bei einem Cloud-Dienstleister speichern. Wir haben gute Erfahrungen mit BackBlaze gemacht - ist aber ein US-Dienstleister, daher Passwort nicht vergessen. Es gibt sicher auch vergleichbare Dienstleister in Europa.
Oder du mietest einen großen Cloud-Speicher bei einem europäischen Anbieter und synchronisiert den Rechner automatisch auf diese Cloud. Wenn es ein Mac ist, kann ich Carbon Copy Cloner oder Arq empfehlen. Gibt sicher auch vergleichbare Lösungen für Windows.
Für Windows-Nutzer:
Als sichere, DSGVO-konforme Cloud mit automatischem Backup (aber auch der Möglichkeit für ein automatisches lokales Backup) kann ich Luckycloud empfehlen. Gerade für kleinere Vereine etc. ist interessant, dass man wirklich nur zahlt was man auch braucht. Speicherplatz und Nutzerzahl lassen sich je nach Bedarf einstellen - 1 Account mit 3 GB geht schon bei 1 € pro Monat los. Außerdem gibt es umfangreiche Anleitungen.
Vielleicht als Alternative für Vereine und andere, die gar kein Geld übrig haben: Es für bis zu 5 GB auch kostenlose Clouds wie Nextcloud (mit unterschiedlichen Anbietern). Allerdings kann hier die Einrichtung eines automatischen Backups für Laien mitunter kompliziert sein. Und Gratis kann natürlich auch irgendwann einfach weg sein…
Korrekt, das ist auch gerade bei MS ziemlich einfach, da ja die Cloud-Daten auch Lokal verfügbar sind.
Ich synchronisiere die mittels FreeFileSync auf mein NAS per Netzwerkverbindung
Ich fahre aber zweigleisig, da ich wegen (Drohnen-)Fotografie viele Daten habe, gehen die auch als Backup auf mein NAS, zusätzlich mit den Daten aus der Cloud.
Persönliche wichtig Daten synchronisiere ich zusätzlich noch auf eine normale Festplatte, die ist offline, wenn ich nicht gerade eine Backup mache.
Der Vorteil beim NAS das es im Netzwerk hängt, ist zugleich ein potentieller Nachteil sollte ich doch mal gehackt werden. Deswegen das zusätzlich lokale Backup aber nur von wichtigen Dokumenten.
Ich sehe mein Setup für den privaten Anwendungsfall als ausreichen, aber eskalieren lassen kann man das grundsätzlich immer.
Ob das zusätzlich ein weiteres Cloud-Backup ist wie @vieuxrenard geschrieben hat, oder z.B. ein kleiner feuerfester Safe für das lokale Backup.
Man sollte halt auch eine Risiko/Kostenabwägung machen, aber grundsätzlich ist jedes Backup besser wie kein Backup
Jepp. Wir waren zu naiv zu glauben, MS macht schon Backups…
Wir strecken gerade unsere Fühler aus: geteltes leid ist halbes Leid. Zu viele Vereine haben auf das superdupa Angebot von MS vertraut. Einige merken es erst jetzt gerade, das da gewaltig was schief läuft.
Es ist halt so: 99% wird ehrenamtlich nebenbei gemacht. Da merkt man nicht sofort, das Emails nicht eingehen wegen abgelaufener Lizenzen (die kostenfrei sind. Die monatliche rechnung von MS mit 0 EUR ist immer schön eingetrudelt) und denkt dann auch nicht sofort daran, das auch die Dateien die in der Cloud liegen davon betroffen sind. Wir sind halt echt einfach blaäuigig was das angeht. Und so lange es lief, war es auch wirlich ein tolles Angebot von MS.
Aber alleine die von Dir vorgestellte Backup-idee. Ein Laptop der Nonstop mit dem Internet verbunden ist. Wir sind DAUs. Viele von uns sind DAUs.
Wir fangen jetzt an, sämtliche Unterlagen wieder zu erstellen. Mitgliederlisten zu schreiben, die angefangene Buchhaltung wieder neu aufzusetzen die schön in Excellisten angelegt war.
Alls das macht 0 Spaß. Wir sind gemeinnützig weil wir uns bspw. fü die Kinder- und Jugendarbeit einsetzen. Das ist das was wir machen wollen und jetzt dürfen wir uns um IT Kram kümmern. So schade
Das möchte ich sehen, wie ein ITler ständig ein komplettes lokales Backup aller Unternehmensdaten macht. Da sprechen wir im Unternehmensumfeld schnell von hunderten Terabyte oder einigen Petabyte.
In der Regel lösen ITler das oft mit locally redundant oder geo-redundant Backups beim gleichen Anbieter, da entsprechende Lösungen direkt in deren Services eingebaut sind und im Hintergrund mitlaufen. So auch hier, denn Sharepoint und Co haben eine integrierte Backup Funktion.
Nur super-kritische oder DSGVO-relevante Daten kommen dann noch auf On-Prem-Systeme.
Ganz ehrlich, wenn MSFT, Google, AWS usw. europäischen Unternehmen ohne ausreichende Vorwarnung den Hahn zudreht, stehen wir alle (das heißt mittelgroße bis große Cloud-native) Unternehmen auf dem Schlauch.
No Backup, no mercy scheint mir hier jedenfalls unpassend.
Ein Tipp, der vielleicht helfen kann, zumindest einzelne Dateien wiederherzustellen: Wenn es Rechner gibt, auf denen aus dem Explorer auf Cloud-Dateien zugegriffen wurde, könnt ihr die Rechner vor dem Einschalten vom Internet trennen, hochfahren und schauen, ob Dateien noch lokal zwischengespeichert sind. Lokal zwischengespeicherte Dateien sind an einem grünen Häkchen zu erkennen.
Ich danke dir für deinen Beitrag. Wir sind hier alle dermaßen fertig mit den Nerven, natürlich haben wir Fehler gemacht, das ist klar. Aber wir dachten bei Microsoft wird schon alles sicher sein.
Ich habe das heute zum Anlass genommen und versucht meinen privaten Google Drive mit einer Software auf dem Computer auf eine externe Festplatte zu synchronisieren. Das sind knapp 1 TB Daten. Er zeigt mir an, dass es ungefähr sieben Tage dauern wird und es brach dann nach einigen Stunden mit Fehlermeldungen ab.
So einfach wie sich das manche in der Theorie vorstellen, scheint es für einen normalen Anwender tatsächlich nicht zu sein.
Ich persönlich Zweifel gerade alles an. Das schmerzt am meisten. Das Vertrauen ist weg. Am liebsten würde ich und viele andere die das ehrenamtlich neben Vollzeitjob und Familie machen alles hinschmeißen. Wir sind hier aktuell die absoluten Buhmänner und erhalten von Microsoft 0 Unterstützung.
„No Backup, no mercy.“ → lernen wir gerade.
Akut bedeutet das bei uns: wir mussten heute bspw das Finanzamt anrufen und um Aufschub zum einreichen von Ubterlagen bitten. Die Sachbearbeiterin hörte das MS-Vereins-Drama nicht zum ersten Mal. Es scheint mehr zu betreffen als selbst wir dachten.
Vielleicht kann Ulf & Co. als Journalisten bei der MS Pressestelle mal nachhören, warum die Unterstützung für Vereine plötzlich eingestellt wird. Wäre mal interessant zu wissen, was dahinter steckt.
Ja, vielen Dank, das ist ein sehr guter Hinweis, der mir gestern Abend auch gekommen ist. Daher heute Morgen direkt versucht das WLAN vom Laptop zu trennen, auf dem einige Daten noch waren. Allerdings war es bei uns dann doch zu spät. Es kam sofort ein Pop-up, dass wir uns anmelden müssen, und sofort waren auch alle auf dem Laptop gespeicherten Daten, die im OneDrive hingen, weg. Auch die mit grünen Haken.
Aber genau das wird gemacht. Für Gewöhnlich steht ein Vielfaches des genutzten Speichers nochmal für Backups zur Verfügung. Ein richtiger ITler zieht die Backups aber auch nicht von Hand, sondern automatisiert das. Außerdem achtet er darauf keine Backups von Dingen zu ziehen, die er schon im Backup hat - um Platz zu sparen (abgesehen von redundanten Backups).
Selbst auf meinem privaten Rechner läuft ein Programm, das stündlich ein Backup auf eine externe Platte zieht, ohne dass das Backuplaufwerk dabei überläuft - und ich habe mit IT-Administration nun überhaupt nichts am Hut.
Wir verwenden auch M365.
Über Jahre haben Vereine kostenlose Lizenzen bekommen. Wir betreiben als Verein einen Kindergarten, haben also 15 Mitarbeiter (alle nicht besonders IT affin)
Alle Versuche eine OpenSource Lösung einzusetzen scheiterten daran, dass die Software nicht akzeptiert wurde und für Schulungen durch die Ehrenamtlichen keine Zeit war.
Wir zahlen jetzt 300 Euro Lizenzkosten im Jahr. Das ist immer noch zu verschmerzen, aber mit Blick auf Souveränität nicht optimal.
Es gibt leider keine gute Alternative, die wirklich alles (Office, Sharepoint, Benutzerverwaltung) so schön integriert anbietet und günstig ist. Vor allem zu Outlook gibt es aus meiner Sicht keine brauchbaren Alternativen.
Speichern am besten auf einem NAS. Das kann eine USB-Festplatte sein, die an der FritzBox hängt (über die FritzBox-Oberfläche lässt sich die als NAS einrichten), idealerweise aber ein NAS von der Stange z.B. von Synology oder QNAP.
Aber auch eine USB-Festplatte, die zum sichern an den Rechner angesteckt wird, ist möglich. Davon rate ich aber ab. Je mehr Aufwand das sichern braucht, desto eher lässt man es schleifen.
Ja, das ist klar. Eine Sicherung übers Netz ist schwierig. Und die Anbieter wehren sich gegen übermäßiges Nutzen ihrer Leitungen. Entweder es wird immer langsamer oder bricht ab. Am besten ordnerweise herunterkopieren. Es gibt aber auch Tools, die das übernehmen. Habe nur gerade keines parat.
Das wird Dir wenig helfen, da es die Software nicht für Windows gibt: TimeMachine.
Das Backup geht auf eine externe Festplatte, die neben dem Computer liegt. Das hat mir schon einige Male geholfen, z.B. wenn ich erst ein paar Wochen später gemerkt habe, dass ich eine bestimmte Datei doch nicht hätte löschen sollen. Oder beim Aufsetzen eines neuen Rechners.
Außerdem lagere ich eine zweite Festplatte außerhalb meiner Wohnung, auf die ich sporadisch Backups mache - für den Fall der Fälle (Wohnungsbrand oder ähnliche Katastrophen).
Einige Daten liegen auch in der Cloud. Da achte ich aber darauf, dass ich immer lokale Kopien habe, die ins reguläre Backup eingebunden sind.
Das ist schlichtweg falsch. Er sprach von lokalen Backups. Natürlich braucht man Backups, aber für einen Konzern mit cloud first Regelung ist es absolut nicht normal, petabytesweise lokale Backups anzulegen. Die Backups liegen dann i.d.R. auch in der Cloud, eventuell andere Geo-Region.
Dann kannst du @jannissa hier ruhig glauben. Sein Beitrag war korrekt.