Weitere Mehrbelastung für unverheiratete, gutverdienende Singles fair?

Heißt aber nicht, statt in Kinder in Migranten zu investieren? :wink:

Warum nicht beides? :smiley:

4 „Gefällt mir“

Das wäre ideal.

:+1:

2 „Gefällt mir“

Die Aussage verstehe ich nicht. Meinst du, dass es generell in Ordnung ist, dass Kinderlos mehr besteuert werden als Menschen mit Kindern? Ich glaube das bestreitet der OP auch gar nicht, er beschwert sich, dass es noch mehr Abgaben werden sollen.

Oder meinst du, dass es immer in Ordnung ist noch mehr Steuern von Kinderlosen abzuverlangen? Weil das würde ich für eine Absurde Aussage halten. Nach der Logik könnte man Kinderlose zu 100% besteuern. Um das sinnvoll diskutieren zu können, müssen wir uns darauf einigen, dass es eine Grenze gibt. Wo diese liegt, da kann man sich streiten.

Genauso Absurd halte ich die Aussage, dass man mit 4700 kein Vermögen aufbauen kann.

Warum können wir über solche Themen nicht diskutieren, ohne direkt in Superlative zu verfallen?

Man kann den Kinderlosen nicht unendlich viel Geld abverlangen, gleichzeitig ist man mit 4700 definitiv nicht arm.

4 „Gefällt mir“

Natürlich. Eine Grenze muss es geben.
Aber ich sehe Kinderlose (bin selbst kinderlos) und Raucher (ich nicht) da lobbymäßig in einer Liga.
Einen Unterschied gibt es natürlich. Kinderlos (und eventuell partnerlos) ist man durchaus auch mal unfreiwillig und kann das auch nicht ändern. Rauchen tun auch viele unfreiwillig, könnten es aber ändern.
Insofern frage ich mich gerade tatsächlich, ob es fair ist, Kinderlose immer mehr an den Pranger zu stellen und muss zugeben, dass @Tinifee da einen Punkt hat und der Ärger von @Monts nicht so unberechtigt ist, wie er mir im ersten Moment erschien.
Fakt ist, dass wir Kinderlosen in öffentlichen Diskussionen wenig Argumente haben gegen zusätzliche Belastungen. Denn Art6(1) ist da recht deutlich:

Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

Und da der Staat die Kosten des Kinder Großziehens weitgehend den Eltern aufhalst (während die Pflege im Alter vor allem Aufgabe der Pflegeversicherung ist - ja, das wird auch immer mehr aufgeweicht) ist es klar, dass der Staat Eltern finanziell entlasten muss. Und da sind Kinderlose auf den ersten Blick ein NoBrainer.

3 „Gefällt mir“

Ich habe auch nie gesagt, dass man gar kein Vermögen aufbauen kann.

Mein Punkt ist: mit 100k in Steuerklasse 1 hat man kein klassisches “obere Mittelschicht” Leben mehr mit 2 Zimmern in der Innenstadt von Berlin oder München, 1-2 mittelpreisigen Urlauben, Mobilität die Effizienz vor Preis setzen kann und privater Altersvorsorge plus Sparen fürs Eigentum.

4700€ Netto

Nach Miete 2700-3000€

Nach Wohnnebenkosten 2300-2600€

Nach täglichem Bedarf (Lebensmittel, Mobilität, Versicherungen Hobbies, Haushaltskram, Kleidung, ggf Haustier, Entertainment, mal ausgehen etc.) 1200-1500€

Nach Rücklage für Urlaub, größere Anschaffungen etc. 800-1100€

500€ ins Portfolio für die Altersvorsorge und 300-600€ sparen für Eigentum.

Da kannste dann 25 Jahre sparen, um dir die Anzahlung und Kaufnebenkosten für eine Bude, deren Kredit dir finanziell nicht das Genick bricht, zusammenzubekommen.

Natürlich kann man stattdessen auch keinen Urlaub machen, nicht ausgehen, in einer WG wohnen etc. etc

Da kommt dann aber schon die Frage auf, wie sehr es sich noch lohnt, wenn man mehr als 95% der Menschen verdient, 60 Stunden kloppt und sich dann zwischen Malle und Rente entscheiden muss.

2 „Gefällt mir“

Das trifft nicht so ganz meine Frage.

Es geht mir ja um ein “Mehr” auf die schon bestehende Mehrbelastung.

Wenn man deine Intention gedanklich auf die Spitze treiben würde, sollen kinderlose dann in Heimen am Stadtrand leben und bis auf ALG 2 Niveau runterbesteuert werden?

Berlin zb hat die höchsten Nebenkosten der Welt.

Singles tragen die alleine, Paare zusammen.

Ist das wirklich der Pool, aus dem man noch vor Erbe und Vermögen schöpfen sollte, wenn mehr Geld in die Kasse muss?

2 „Gefällt mir“

Nicht dein Ernst, wie kann man denn bitte Kinderlose mit Rauchern vergleichen?

Der Unterschied zwischen Rauchen und Kinderlos sein, neben der Absurdität, die dieser Vergleich hat, ist, dass wir Rauchen gesellschaftlich verbieten könnten, kinderlos sein nicht. Das heißt beim Rauchen gibt es keine Grenze nach oben für eine Steuer, da eine sehr hohe Steuer einem Verbot gleichkommt. Beim kinderlos sein gibt es hingegen eine Grenze.

Das ist doch vollkommen absurde Argumentation. Aktuell werden kinderlose was Steuern und Abgaben betrifft schon schlechter dargestellt als Menschen mit Kindern. Das heißt sie haben ein ganz einfaches Argument gegen Mehrbelastung und zwar, dass die aktuelle Belastung schon genug ist (ob sie das wirklich ist, steht auf einem anderen Blatt)

Denk doch einfach mal deine Argumentation hier zu Ende. Nehmen wir mal an wir würden jetzt eine Reform beschließen, die die Einkommensteuer für Kinderlose auf 70% erhöht, dann könntest du nach deiner Logik ankommen und sagen, das ist nicht genug, wir brauchen 80%, denn Fakt ist, dass wir Kinderlosen in öffentlichen Diskussionen wenig Argumente haben gegen zusätzliche Belastungen. Denn Art6(1) ist da recht deutlich. Und wenn wir dann bei 80% sind könntest du sagen, wir brauchen 90% Steuern, denn Fakt ist, dass wir Kinderlosen in öffentlichen Diskussionen wenig Argumente haben gegen zusätzliche Belastungen. Denn Art6(1) ist da recht deutlich. Und so weiter.

Solche Argumentationen die komplett jeglichen Kontext ignorieren funktionieren einfach nicht. Deine Argumentation würde nur funktionieren, wenn aktuell Kinderlose und Menschen mit Kindern gleichgestellt wären.

Man kann ja gerne argumentieren, dass Kinderlose mehr belastet werden sollten, aber dann bitte nicht mit solchen „Totschlagargumenten“, sondern an Hand der realen Situation.

2 „Gefällt mir“

Das kann man aus meinen Ausführungen rausinterpretieten? Spannend. :wink:

Was ich sagen wollte ist, das man als Kinderloser Arbeitnehmer ja schon mehr in diverse gesellschaftliche Töpfe einzahlt, weil man ja quasi durcharbeitet. Mal ganz nüchtern betrachtet.
Während bei Eltern mindestens einer zeitweilig ausfällt und Eltern dann Leistungen aus diesen Töpfen erhalten (in die du ja als Kinderloser einzahlst).

Und ein Kind zu bekommen ist ja im Regelfall eine freie Entscheidung (sag ich als zweifacher Vater und Opa).

Daher nur mein Einwurf, das wir uns als Gesellschaft einig sein sollten, welche Bedeutung messe ich Kindern bei?

Betrachten wir sie als Geschenk und Mehrwert, als notwendiges „Etwas“ oder als Luxusproblem?

Gesetzlich messen wir Ihnen noch einen besonderen Schutz zu. Faktisch diskutieren wir ja grad, ob dieser besondere Schutz noch gerecht ist.

Was mich schon nachdenklich macht …

3 „Gefällt mir“

Nein, denn die Unterschiede wurden ja nicht an einem Tag eingeführt, sondern Stück für Stück.
Erst gab es einen Zuschlag in der Pflegeversicherung für Kinderlose, später hat man zusätzlich einen Rabatt pro Kind eingeführt z.B.
Grund war jedesmal der Gleiche: Lücken in der Pflegeversicherung, die Kinderlose stärker stützen sollten, weil die Kinder der Eltern ja später in die Pflegeversicherung einzahlen werden.
Und so lange es Lücken in der Pflege- und Rentenversicherung gibt, lässt sich mit diesem Argument alles einführen.

1 „Gefällt mir“

Ich will es so freundlich wie möglich formulieren, aber das ist doch ragebait, oder?

Ich bin ebenfalls in StKl1. Mit weniger als der Hälfte von dem was du machst und mit einem Kind. Ich bin Meinung, dass wir auf der gleichen Seite stehen, aber, Bro, deine Situation können wir verbessern, wenn Milch und Honig fließen und Putin und Trump im Knast sind.

Noch einmal: dein Problem sind nicht Steuern, sondern die Mieten. Mit deinen Steuern wird das Land am laufen gehalten, mit deiner Miete macht sich jemand schönere Urlaube als du.

Du sparst mehr, als die meisten Menschen, inkl mir nach ihrer Miete für Lebensmittel und den ganzen rest überhaupt zur Verfügung haben. WAS WILLST DU DENN NOCH MEHR?

Nochmal: dein Problem ist der Wohnmarkt, nicht die Steuern.

Absurde Anspruchshaltung. Geh raus und touch some grass.

Es gibt Singles mit Kindern. In StKl1. Mit der 2k netto im Monat. Willst du jetzt, dass die mehr Steuern zahlen, damit dein Plan von Leben als Single im Eigenheim in der Innenstadt einer Metropole aufgeht und du nicht wie der Pöbel nach Malle fliegen musst? Was genau soll dieser thread sein, außer Mimimi. Bro, du hast KEINE Probleme.

20 „Gefällt mir“

Super, Rentenproblem gelöst. Rentenerhöhung auf kosten der Kinderlosen.

Ihr habt einen riesen Kinderwunsch, habt schon tausende Euros in künstliche Befruchtung gesteckt, aber es klappt einfach nicht, ihr seid Schuld, zahlt mehr Abgaben.

Du willst Kinder, findest aber nicht den richtigen Partner: Streng dich mal mehr an!

Du willst Kinder, dein Partner, die Liebe deines Lebens aber nicht: Verlass ihn!

Auch bei der Rente müssen wir gucken, ob das System tragbar ist und wie belastet die Kinderlosen sind. Manchmal sind Rentenkürzungen einfach notwendig.

Und ich halte es auch für falsch einfach Anzunehmen, alle Kinderlosen seien das freiwillig und daher das Problem.

3 „Gefällt mir“

Genau das.
Der Staat kann nicht einerseits mehr Kohle von mir fordern, weil kinderlos, auf der anderen Seite aber sagen: Kinder sind Lifestyle, zahl’ die Kinderwunschbehandlung mal schön selber.

Fast alle europäische Länder übernehmen 3-6 Versuche voll, Trauschein irrelevant.

Wenn unser Embryonenschutzgesetz reformiert und reproduktionsmedizinische Behandlungen unabhängig vom Familienstand vollständig von der Versicherung übernommen werden, dann akzeptiere ich auch höhere Belastungen für Kinderlose.

Diese Rosinenpickerei, bei der Kinder bei der Berechnung von Abgaben das höchste Gut sind, wenn Du welche kriegen willst aber medizinische Hilfe brauchst, dann stehen sie auf einer Stufe mit einem Facelift - sorry, nee. Ist nicht. Ich brauche jeden Cent für die IvF-Versuche, danke.

2 „Gefällt mir“

Dieser Thread ist an vielen Stelle ziemlich weit vom Thema abgekommen - spannend finde ich das die Diskussion sich über weite Strecken nur noch um kinderlose vs Eltern dreht

Dagegen fallen die Paare die verheiratet sind ohne Kinder in der Diskussion runter - das mag zum einen daran liegen, dass auch sie im Vergleich zu Paaren mit Kindern belastet werden
Trotzdem fände ich es interessant ob/wer die finanziellen Privelegien der Ehe als solcher in diesem Kontext verteidigt - weil da stehen dann plötzlich unverheiratete Eltern und alle Singles auf der selben Seite der Debatte…

Die andere Frage nach Vermögensaufbau hat kaum was mit der Belastung von nicht-Eltern zu tun… da geht es eher darum wie Vermögensaufbau möglich ist… dazu würde ich folgenden Thread empfehlen in dem das hoch- und runter diskutiert wurde:

1 „Gefällt mir“

Ich habe, denke ich, deutlich gemacht, dass ich das ebenfalls als Problem sehe.
Aber man sollte, losgelöst von der persönlichen Meinung, sich vergegenwärtigen, wie diese Diskussionen in der Öffentlichkeit geführt werden.
Der Vorschlag, das Ehegattensplitting abzuschaffen, hat sofort die Menschen auf die Barrikaden gebracht, bei eingeführten Zusatzbelastungen für Kinderlose blieb es völlig ruhig.
Das muss man sich vergegenwärtigen. Es ist völlig egal, wie ich persönlich dazu stehe. Ich kann diese Zusatzbelastungen doof finden. Ehrlich gesagt habe ich mich auch geärgert als zusätzlich zu den 0,25% jetzt der von mir mitfinanzierte Rabatt dazu kam. Aber wie soll ich diese Kritik artikulieren ohne mich in Erklärungsnot zu bringen? Denn die Kosten eines Kindes sind ja real und nachprüfbar. Da hilft auch nicht zu argumentieren, dass ich im Supermarkt die teuren kleinen Packungen kaufe und pro Person viel mehr Quadratmeter brauche, da auch ein Single eine Küche und ein Bad braucht. Und ich selbstverständlich auch mal mit dem Auto wohin fahre und da dann zwangsläufig allein drin sitze.

Also Frage: mit welchem Argument sollte man Kinderlose nicht stärker in die Verantwortung nehmen? Tatsächlich aus dem Grund, weil sie möglicherweise vergeblich beträchtliche Summen für Reproduktionsmedizin ausgegeben haben?

1 „Gefällt mir“

dann ist doch beispielsweise dieses Forum und andere politische Debatten ein guter Ort um dafür zu werben, dass das anders ist

also ich sehe gerade keinen Widerspruch in deiner Position und dem von mir geschriebenen… die Abschaffung vom Ehegattensplitting ist politisch krass aufgeladen, aber das linke Lager hat es auch nicht hinbekommen ein Wort zu prägen, was klar macht dass es stattdessen einen Vorteil für alle mit Kindern geben soll oder so

1 „Gefällt mir“

Da stimme ich sofort zu. Die politisch Linke bekommt es einfach nicht hin, ihre Themen gut und verständlich zu setzen. Stattdessen werden die Kräfte dann in Pseudo-Diskussionen gebunden, die von kapitalstarken Personen, die für sie schädliche Änderungen natürlich vermeiden wollen, gezielt vorangetrieben werden.
Hier auch meine Kritik an den Medien, die nur all zu gerne deren Argumente übernehmen und abdrucken. Wie man auch jetzt beim Thema Vergesellschaftung sehen kann.

1 „Gefällt mir“

Ich halte es auch für falsch anzunehmen, höhere Beiträge oder Steuern für Kinderlose seien eine Bestrafung für Kinderlosigkeit. Sie sind ein finanzieller - und keinesfalls vollständiger - Ausgleich für die finanziellen Mehrbelastungen, die durch Kinder entstehen. Wenn die Kinder selbstständig sind, entfallen bei der Steuer die Vergünstigungen sofort und bei der Pflegeversicherung sobald die Kinder 25 Jahre alt sind - bis auf ein Kind. Auch wer vier Kinder groß gezogen hat, gilt dann als Elternteil mit einem Kind. Die finanziellen Entlastungen entfallen also auf den Zeitraum, auf den auch die finanziellen Mehrbelastungen durch Kinder entfallen.

Wer entsprechend der Beitragsbemessungsgrenze verdient - oder darüber - muss etwa 35 Euro pro Monat für die Pflegeversicherung mehr bezahlen und kann das noch steuerlich geltend machen. Das wird kaum den Unterschied ausmachen, ob sich jemand eine Immobilie leisten kann oder nicht.

7 „Gefällt mir“

(Vom Verfasser gelöscht)

1 „Gefällt mir“

Die Diskussion dreht sich ja aber darum, ob kinderlose mehr belastet werden sollten, als bisher.
Wie Du richtig herausstellst: Das werden sie bereits, sowohl bei der Pflegeversicherung, als auch bei der Einkommenssteuer.

Und selbst, wenn Kinderlose genau die gleichen Abgaben zahlen würden, wie Familien, so bekommen sie tendenziell sehr viel weniger raus. Familien nutzen den Sozialstaat, den wir alle finanzieren, deutlich mehr.

Wir sind also bereits solidarisch. Sehr viel solidarischer übrigens, als die Mehrheitsgesellschaft es gegenüber unfreiwillig Kinderlosen sind (kleiner Wink an die Vergleiche mit Incels und Rauchern).

Und ich verweise nochmals auf die mangelnde finanzielle Unterstützung bei der Erfüllung des Kinderwunsches, den auch die Familienfreunde in diesem Forum bisher geflissentlich ignorieren.

Zuguterletzt ist es mir zuwider, gesundheitliche körperliche Fähigkeiten zur Grundlage einer finanziellen Bewertung eines Menschen werden zu lassen. Das würdet ihr bei Menschen mit einer anderen körperlichen Einschränkungen niemals so akzeptieren, aber bei kinderlosen wird halt doch tendenziell angenommen, dass wir irgendwie vermutlich doch selbst Schuld sind.

Dass Steuereinnahmen mehr in die Finanzierung von Infrastruktur, die Kindern zugute kommt, investiert wird - gerne. Finanziert aus einer fairen Besteuerung von Erbschaften und Vermögen - gerne.

Aber nochmal: Solange Solidarität nicht in beide Richtungen geht, finde ich es regelrecht unverschämt, allein den Kinderlosen noch mehr in die Tasche greifen zu wollen.

4 „Gefällt mir“