Weil Konservatismus mehr ist, als einfach nur die Vergangenheit bewahren zu wollen.
In unserem System des liberalen Kapitalismus waren und sind die konservativen Parteien immer auch eng mit Kapitalinteressen verknüpft. Kritischere Stimmen würden hier noch übermäßigen Lobbyismus und Korruption anfügen, die sich bei der Union auch immer wieder angefunden haben.
Aber selbst wenn man diesen Aspekt ausblendet: Konservative Wirtschaftspolitik wird in der Regel mit Fokus auf Wahrung und Wachstum des existierenden Kapitals ausgerichtet, das am besten in der privaten Hand derer bleiben soll, die es schaffen, genug anzuhäufen.
Deshalb hat die Union zum Beispiel auch ohne schlechtes Gewissen die aufkommende Solarindustrie abgewürgt und stattdessen die existierende fossile Industrie gestärkt. Fossile Industrie wirft mehr Gewinne für Großkonzerne ab, als die dezentraleren Erneueren, welche die Menschen tendenziell eher unabhängiger von diesen Unternehmen machen. „Unabhängigkeit“ ist aber ein viel diffuserer Vorteil, als Aktienkurse von Energiekonzernen.
Das gilt mMn zumindest seit den 80ern, sprich seit der Dominanz des Neoliberalismus. Vorher waren Union und FDP auch nah an den Großunternehmen, aber es gab sowohl in der Union als auch in der FDP noch deutlich stärkere sozialkonservative bzw sozialliberale Flügel.