Die Frage ist, ob das unser Naturell ist oder anerzogen.
Ich habe viele Kinder erlebt, die geschenkte Süßigkeiten in Haufen aufgeteilt haben, um später Geschwistern oder Freunden etwas abzugeben.
Zu Weihnachten quillt mein Briefkasten über, weil allerhand Organisationen meinen, ich hätte von meinem hat erarbeiteten Geld etwas abzugeben.
Millionen Menschen engagieren sich ehrenamtlich für alles mögliche.
In einer kapitalistischen Welt widerspricht das jeder reinen Lehre.
Sicher eine Mischung aus beiden.
In der Geschichte der Menscheit zieht sich das jedoch schon als roter Faden durch, trotz vieler löblicher Gegenbeispiele.
Unabhängig von klassischen Kapitalismus, den wir in der heutigen Form noch nicht so lange haben.
Ich denke das wir von der Phase des umfassenden Altruismus noch einige Entwicklungsstufen entfernt sind.
Was allzu optimistische Alternative Wirtschaftsmodelle noch schwer umsetzbar erscheinen lässt.
Ich weiß ja nicht, mit was für Menschen du dich umgibst, das klingt ziemlich traurig. Meine Erfahrung ist es jedenfalls nicht, dass das menschliche Naturell sehr von Egoismus geprägt wäre.
Ich arbeite ja im sozialen Bereich, muss also intrinsisch schon ein optimistisches Menschenbild haben.
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Allerdings habe ich mit 54 Jahren schon verschiedene Aspekte menschlichen Lebens kennenlernen dürfen, darunter auch als Zeitsoldat erleben müssen, was Menschen bereit sind anderen anzutun.
Daher würde ich das eher als pragmatische Sichtweise bezeichnen.
Edit: Ich denke ja auch das ein Großteil der Menschen friedlich und fair miteinander umgehen will.
Aber leider reicht ja ein Ausreißer, sei es als Staatschef oder Raser auf der Autobahn, um viele ins Verderben zu reißen.
Vielleicht sind das Problem wir Europäer oder besonders wir Deutsche.
Kein Land hat vermutlich in seiner Geschichte sich selbst oder anderen so oft den Kopf eingeschlagen wie wir. Das geht von den Kreuzzügen über diverse Fürsten bis zum 30-jährigen Krieg und zwei Weltkriegen.
Aber selbst wir haben uns davon verabschiedet und sind nun im Friedensreifeprozess.
Reifeprozess…die positive Entwicklung ist erkennbar, aber es ist ein Prozess mit unbekannter Dauer.
Bissl Hoffnung gehört dazu
Zu diesem wissenschaftlichen Ergebniss gehört aber auch die Ausbeutung von Mensch und Natur. Nicht umsonst brauchen wir zahllose Gesetze, die uns und die Umwelt vor diesem Wirtschaftssystem schützen müssen. Und diese Gesetze wurden nicht durch Gewinnstreben motiviert, sondern durch den Wunsch nach einem friedlichen und menschenwürdigen Miteinander.
Dazu hatte ich eigentlich bereits gesagt:
Oder ist das anerzogen? Und wir schubsen und beißen uns als Kinder, wenn wir stärker sind und uns jemand das Spielzeug wegnimmt … ? Ist wahrscheinlich eine Mischung wie Mike sagt.
(Ich bin etwas gefrustet, weil meine kleine zierliche Tochter, die noch nicht sprechen kann, laut den Erziehern als “Schwächste” ausgemacht wurde und von zwei Jungs regelmäßig geärgert wird. Daraufhin kamen mir genau diese Gedanken.)
Stimmt, das hatte ich vergessen. Tut mir Leid.
Ich war nur etwas irritiert, dass das Gewinnstreben hier als alternativlos dargestellt wird, gerade zu einer Zeit, in der unter dem Schlagwort Bürokratieabbau und den massiven Angriffen auf unseren Sozialstaat diese ausgleichenden Komponenten gegenüber dem alleinigen Gewinnstreben geschwächt werden.
Zudem würde ich sagen, dass diese Gegenmaßnahmen lediglich Symptombekämpfung sind und die Ursache für die Probleme, neben den vermeintlichen Vorteilen, eben der alleinige Fokus auf die Gewinnmaximierung ist. Sollten wir dann nicht bei der Ursache ansetzen und nach alternativen suchen?
Der Podcast Future Histories beschäftigt sich genau mit diesen Fragen. Von kleineren Reformen bis zu alternativen Wirtschaftssystemen werden unterschiedlichste Ideen behandelt.
Besonders empfehlen kann ich folgende Folge mit Aaron Benanav:
Und hier der Diskutierte Essay: Aaron Benanav, Beyond Capitalism—1, NLR 153, May–June 2025
Wenn ich mich richtig erinnere, besteht die Idee darin, unser Geldsystem so zu gestalten, dass Gewinne aus Unternehmen auch nur dem jeweiligen Unternehmen selbst dienen sollen und nicht zur persönlichen Bereicherung verwendet werden können.
Ergänzung: Ich habe seinen Essay mal mittels LLM zusammenfassen lassen. Hier der von mir erwähnte Teil:
Die Frage lautet also nicht „Markt oder Plan“, sondern wie Märkte so gestaltet werden können, dass sie nicht wieder Profitmaximierung erzwingen.
Dafür schlägt er ein digitales Doppelwährungssystem vor. Credits dienen individueller Konsumption. Points dienen Organisationen, Firmen und Verbänden für Produktion, Investition und interorganisationale Transaktionen. Beide sind nicht ineinander konvertierbar. Individuen können mit Credits keine Produktionsmittel kaufen; Firmen können Points nicht in persönliche Einkommen oder akkumuliertes Kapital verwandeln. So bleiben Austausch und Koordination möglich, ohne dass aus Markttransaktionen Kapitalakkumulation entsteht.
LLM Zusammenfassung von Aaron Benanav, Beyond Capitalism—1, NLR 153, May–June 2025
Zusammenfassung
Kernthese
Benanav argumentiert, dass die Linke eine glaubwürdige Vorstellung einer Wirtschaft jenseits des Kapitalismus braucht, die weder auf kapitalistische Profitmaximierung noch auf klassische zentrale Planwirtschaft hinausläuft. Sein Leitbegriff ist eine „multi-kriterielle Wirtschaft“: Eine Wirtschaftsordnung, die nicht ein einziges Ziel optimiert — Profit, Wachstum, Effizienz, Output oder Arbeitszeit —, sondern mehrere gesellschaftliche Werte gleichzeitig politisch aushandelt: ökologische Tragfähigkeit, gute Arbeit, Versorgungssicherheit, Care, Freiheit, soziale Teilhabe, kulturelle Entfaltung und technische Innovation.
Teil 1: Warum weder Marktsozialismus noch Zentralplanung reichen
Benanav beginnt mit einer Diagnose des heutigen Kapitalismus: Wachstum schwächt sich ab, Deindustrialisierung und Dienstleistungsdominanz drücken auf Produktivität, Investitionen wandern in Finanzanlagen, oligopolistische Konzerne kontrollieren Wertschöpfungsketten, während ökologische Krisen, Care-Krisen und soziale Unsicherheit zunehmen. Kapitalismus habe historisch enorme Produktivitäts- und Wohlstandsgewinne hervorgebracht, doch seine eigene Erfolgslogik — Profit durch Effizienzsteigerung — sei zunehmend unfähig, die heutigen sozialen und ökologischen Probleme zu lösen.
Der entscheidende Punkt ist: Das Problem ist nicht nur, dass Kapitalismus ungerecht ist. Es ist auch, dass er gesellschaftliches Leben auf ein einziges Kriterium reduziert: Profitabilität, vermittelt über Geldrendite. Reformen wie ESG, Sozialstaat oder Regulierung können Schäden mindern, bleiben aber der Profitlogik untergeordnet. Benanavs Alternative ist daher nicht einfach „mehr Staat“ oder „mehr Planung“, sondern eine Wirtschaft, in der unterschiedliche Ziele selbst zu zentralen Steuerungsgrößen werden.
Historisch rekonstruiert er eine sozialistische Tradition, die ursprünglich pluraler war: von Thomas More, Winstanley, Rousseau, Babeuf, Owen, Fourier, Saint-Simon und Cabet bis zu Marx. Frühsozialistische und kommunistische Entwürfe zielten nicht bloß auf mehr Produktion, sondern auf Sicherheit, freie Zeit, Gemeineigentum, ökologische Wiederherstellung, menschliche Entfaltung und das Ende von Ausbeutung. Später verengte sich diese Tradition jedoch oft auf die Annahme, dass sozialisierte Produktion vor allem mehr Output und Effizienz liefern müsse.
Die sowjetische Planwirtschaft ist für Benanav deshalb ambivalent. Einerseits war sie politisch repressiv und ökonomisch langfristig starr. Andererseits zeigte sie, dass koordinierte Investition enorme industrielle Dynamik erzeugen kann, wenn sie nicht unmittelbar an Profit gebunden ist. Die UdSSR konnte in kurzer Zeit Industrialisierung, Infrastruktur und technologische Großprojekte vorantreiben. Doch sobald die extensive Wachstumsphase erschöpft war, traten Informationsprobleme, Qualitätsmängel, Engpässe, Hortung und fehlende Anpassungsfähigkeit hervor.
Benanav kritisiert auch klassische Planungsmodelle wie Arbeitszeitrechnung und Input-Output-Planung. Sie können nützlich sein, vor allem bei ökologischen Grenzen und materieller Koordination. Aber sie behandeln Wirtschaft weiterhin oft als technisches Optimierungsproblem: Man definiert ein Ziel, berechnet Inputs und Outputs und versucht, den effizientesten Weg zu finden. Dadurch bleiben andere Werte — gute Arbeit, Nachhaltigkeit, Qualität, Autonomie — bloße Nebenbedingungen statt eigenständiger Ziele.
Auch Marktsozialismus, etwa in der Tradition von Lange, Lerner oder später John Roemer, löst das Problem für Benanav nicht. Solche Modelle ersetzen private Kapitalisten durch öffentliche oder kollektive Eigentumsformen, lassen aber Investitionen weiterhin nach Rendite- oder Effizienzkriterien laufen. Damit verschwindet zwar die Kapitalistenklasse, aber die Grundlogik, dass Investition den höchsten finanziellen Ertrag sucht, bleibt bestehen.
Der zentrale Mangel der sozialistischen Tradition liegt für Benanav in einer fehlenden demokratischen Theorie der Investition. Investitionen schaffen Zukunft: Sie entscheiden, welche Technologien, Städte, Arbeitsformen, Infrastrukturen und Lebensweisen möglich werden. Deshalb dürfen sie nicht dem Profit, aber auch nicht einer technokratischen Planungszentrale überlassen werden. Investition muss selbst zu einer demokratischen Institution werden.
LLM Zusammenfassung von Aaron Benanav, Beyond Capitalism—2, NLR 154, July–August 2025
Zusammenfassung Teil 2
Teil 2: Institutionen einer multi-kriteriellen Wirtschaft
Im zweiten Teil skizziert Benanav institutionell, wie eine solche Wirtschaft funktionieren könnte. Er betont, dass dies kein fertiger Bauplan sei, sondern ein abstraktes Designframework. Ausgangspunkt ist: Echte demokratische Wahl setzt materielle Sicherheit voraus. Menschen brauchen Zugang zu Einkommen, Gesundheit, Bildung, Zeit und Stimme, sonst bleibt Deliberation leer. Universelle Grundversorgung und ein Grundeinkommen sind daher nicht Zusatzleistungen, sondern Voraussetzungen wirtschaftlicher Demokratie.
Sein Modell bricht mit zwei kapitalistischen Grundpfeilern: Kapitalakkumulation und Lohnabhängigkeit. Unternehmen sind nicht profitorientiert; Einkommen hängt nicht vom Arbeitgeber ab; Investitionen werden nicht aus Gewinnen finanziert. Dennoch schafft Benanav Märkte nicht vollständig ab. Er will Märkte dort erhalten, wo sie Flexibilität ermöglichen: bei Zwischenprodukten, Lieferbeziehungen, Experimenten und dezentraler Anpassung. Die Frage lautet also nicht „Markt oder Plan“, sondern wie Märkte so gestaltet werden können, dass sie nicht wieder Profitmaximierung erzwingen.
Dafür schlägt er ein digitales Doppelwährungssystem vor. Credits dienen individueller Konsumption. Points dienen Organisationen, Firmen und Verbänden für Produktion, Investition und interorganisationale Transaktionen. Beide sind nicht ineinander konvertierbar. Individuen können mit Credits keine Produktionsmittel kaufen; Firmen können Points nicht in persönliche Einkommen oder akkumuliertes Kapital verwandeln. So bleiben Austausch und Koordination möglich, ohne dass aus Markttransaktionen Kapitalakkumulation entsteht.
Die Zuteilung von Points wird politisch gesteuert. Eine demokratische Öffentlichkeit — Benanav nennt sie Demos — entscheidet, wie Ressourcen grob auf öffentliche Versorgung, individuelle Konsumproduktion, freie Assoziationen, Verwaltung und Zukunftsinvestitionen verteilt werden. Die konkreten Quoten sind nicht entscheidend; entscheidend ist, dass sie politisch veränderbar sind und durch gesellschaftliche Auseinandersetzung angepasst werden können.
Eine zentrale Rolle spielt die Data Matrix. Sie ist keine technokratische Planungsmaschine, die der Gesellschaft sagt, was zu tun ist. Sie ist eine offene, demokratisch kontrollierte Informationsinfrastruktur. Sie sammelt Daten über Produktion, Konsum, ökologische Stoffströme, Emissionen, Arbeitsbedingungen, Wohlbefinden, soziale Infrastruktur und Engpässe. Mithilfe von Prognosen und Szenarien macht sie sichtbar, welche Folgen verschiedene Entscheidungen hätten. Damit wird Statistik politisch: nicht als Herrschaft der Expert:innen, sondern als Mittel kollektiver Selbstaufklärung.
Universelle Versorgung umfasst in Benanavs Modell weit mehr als klassische Sozialpolitik: Wohnen, Gesundheit, Pflege, Bildung, Verkehr, Internet, Kultur, Medien, Bibliotheken, öffentliche Küchen, Unterstützung für Eltern, Ältere und Menschen mit Behinderung sowie Räume für Sport, Trauer, Feiern und gemeinschaftliches Leben. Dadurch soll Care aus der privaten, oft weiblich getragenen Haushaltslast herausgelöst und als kollektive Aufgabe organisiert werden.
Investitionen werden über Investment Boards organisiert. Diese prüfen Daten, hören Expert:innen und Betroffene an, veröffentlichen Ausschreibungen und wählen Projekte aus. Vorschläge können von Unternehmen, Arbeiter:innen, Forschungsinstituten, Communities oder zivilgesellschaftlichen Gruppen kommen. Der Wettbewerb um Investitionsmittel ähnelt laut Benanav eher wissenschaftlichem Wettbewerb als kapitalistischer Konkurrenz: Es geht um Anerkennung, Problemlösung, Glaubwürdigkeit und gesellschaftlichen Nutzen, nicht um private Gewinne.
Daneben gibt es einen Free Sector: einen Bereich freiwilliger, kultureller, politischer, wissenschaftlicher, religiöser, sportlicher und kreativer Assoziationen. Alle Menschen erhalten gleiche „free points“, die sie an solche Vereinigungen vergeben können. Diese dürfen Ressourcen nutzen, aber keine Arbeitskräfte anstellen. So soll freie Zeit nicht bloß Erholung von Arbeit sein, sondern ein aktiver Bereich gesellschaftlicher Selbstgestaltung.
Der Kapitalismus ist relativ jung.
Davor haben Menschen in Gemeinschaften zusammengelebt, die darauf aufbauten, sich gegenseitig zu unterstützen. Ich glaube nicht, dass es dazu gekommen wäre, wenn der Mensch im Herzen egoistisch ist. Auch handelt der Mensch ja oft irrational im Bestreben Mitmenschen, die einem wichtig sind, zu schützen.
Das tut er mitunter sicher, weil er sich einen Vorteil erhofft. Aber meistens ist der Beweggrund doch, dass uns der andere Mensch wichtig ist.
Ich bin und bleibe ein großer Verfechter des deutschen Unternehmertums – seines Fleißes, seiner Innovationskraft und seiner sozialen Verantwortung. Es waren genau diese Eigenschaften, die das Wirtschaftswunder ermöglicht und Deutschland zur viertstärksten Wirtschaftsmacht der Welt gemacht haben.
Wer nun angesichts von Rekordinsolvenzen, massiver Abwanderung von Industriebetrieben und einem seit Jahren anhaltenden wirtschaftlichen Niedergang die Schuld allein bei den Unternehmen sucht, muss eine entscheidende Frage beantworten: Warum sollte sich das über Jahrzehnte erfolgreiche Mindset der deutschen Wirtschaft plötzlich und schlagartig geändert haben?
Es ist wenig schlüssig, der Wirtschaft eine plötzliche Innovationsunlust zu unterstellen, während sich gleichzeitig die politischen Rahmenbedingungen massiv verschlechtert haben. Interessanterweise tritt dieser Niedergang genau so ein, wie es kritische Stimmen seit Jahren vorausgesagt haben – …Die Wirtschaft reagiert lediglich auf die Realität, die ihr politisch vorgegeben wird.
Man kann den Wind nicht für das Kentern des Schiffes verantwortlich machen, wenn die Politik die Segel falsch gesetzt und das Ruder festgebunden hat.
Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Politische Entscheidungen zu den Rahmenbedingungen wie auch unternehmerische Entscheidungen haben zur heutigen Lage geführt.
Doch gegenseitiges Anprangern der vermeintlichen Fehler des anderen löst ja das Problem nicht.
Das schaffen Regierung und Unternehmen nur gemeinsam
Vermutlich weil die Boomer, die nun jahrzehntelang den Ton angegeben und sowohl in Führungspositionen und auch sonstwo den Millenials die Karrieren blockiert haben, langsam in Rente gehen und davor kaschiert haben, dass sie lieber am alten festgehalten haben, statt sich um Innovation zu kümmern. Und das trifft leider sowohl auf Politik als auch aus Wirtschaft zu.
Bestes Beispiel die FDP: die Jungen haben da modernen Wahlkampf gemacht mit Diskussionsrunden in Twitter Spaces und regiert haben dann die Alten - mit bekanntem Ergebnis.
Deutschland leidet massiv unter den gestiegenen Energiekosten. Denn diese Energie brauchen wir für all die schönen Exporte, für die wir uns so rühmen. Dazu kommt, dass in den Merkel Jahren die Infrasttruktur auf verschließ gefahren wurde, das bemerkt man aber anscheinend erst jetzt. Und unsere Schwerindustrie braucht funktionierende Verkehrswege.
Das hat dann erstmal noch gar nichts mit den Unternehmern zu tun, seien die nun heute besser oder schlchter als “früher”.
Damit stützt du genau das was er sagen will: Alles politische Entscheidungen die du aufführst und die zum wirtschaftlichen Abstiegs Deutschlands führen.
Ja, nur kritisieren beide völlig unterschiedliche politische Entscheidungen.
Die Linken / Progressiven kritisieren die Politik der „schwarzen Null“, durch die die Infrastruktur auf Verschleiß gefahren wurde. Genau für diese Politik stehen die Konservativen aber. Ebenso kritisieren die Linken / Progressiven den mangelnden Ausbau erneuerbarer Energien, der jetzt dazu führt, dass wir besonders stark unter dem Wegfall fossiler Energien (aus Russland, dem Nahen Osten usw.) leiden.
Der Konservative kritisiert eher, dass wir zu viel für Soziales ausgeben würden und zu starke Arbeitnehmerrechte hätten.
Beides hat sicherlich einen Kern der Wahrheit, führt aber zu völlig unterschiedlichen Schlussfolgerungen, was zu tun ist. Welcher der beiden Meinungen man anhängt, hängt eben von der eigenen politischen Ideologie ab. Das ist völlig normal.
Du hast daher Recht, dass beide Seiten „politische Entscheidungen“ kritisieren, aber beide Seiten kritisieren völlig unterschiedliche politische Entscheidungen.
Du beschreibst hier sehr schön die tatsächliche Ursache für die völlige Wirkungslosigkeit der „großen“ Koalition. Koalition aus Parteien, die in völlig unterschiedliche Richtung rennen wollen. Kann nicht funktionierten. Muss aber - mangels Alternativen - funktionieren. Ratlos