Bei Familien passiert das aber gerade immer massiver. Man wird durch finanziellen Druck und das Rentendesaster immer mehr dazu gedrängt, möglichst mit 2 Vollzeit zu arbeiten (nicht jeder hat einen überbezahlten Job als Ausgleich). Dabei ist die Betreuung höchstens OK. Wieso also sollte man den Druck nicht gemäß der Kosten gleichmäßiger verteilen?
Nein ist es nicht, denn Kinder sind immer eine Investition für den Statt, keine Kosten. Und ja es ist eben eine langfristige Investition, aber die ist eben nötig. Und ob Frauen ausscheiden liegt auch an den Rahmenbedingungen, die von Politik und besonders Arbeitgebern gesetzt werden. Das ist doch kein Naturgesetz.
Aber eben erst nach 16+ Jahren, und da haben wir durch die Babyboomer Generation genau die Finanzierungsprobleme.
Klar, nur sind 1. die Strukturen dafür nicht da und 2. gibt es auch Eltern, die das Aufwachsen ihrer Kinder intensiver begleiten wollen als morgens zur Kita/Schule bringen und dann noch zwischen Abendbrot und Bettzeit, sprich das DDR Prinzip. Und um die Strukturen aufzubauen braucht man zum Geld auch Personal, und auch da wird es eben knapp wenn jetzt jede Frau im Durchschnitt wieder 2+ Kinder zur Welt bringt (denn diese Aufgaben, gerade im Kita Bereich, werden hauptsächlich von Frauen ausgeführt).
Nein, jetzt die Kinderquote irgendwie hoch zu bringen ist einfach kein guter Plan. Da ist wirklich Zuwanderung von jungen Menschen (18+) deutlich sinnvoller.
Deswegen schrieb ich auch in meinem Beitrag langfristige Investition. Hast du sicher versehentlich überlesen.
Was such richtig ist. Ich lese hier nur Gründe warum es nicht gehen soll, dabei ist es möglich. Natürlich ist ein Punkt stärkere Belastung kinderloser, dazu Erbschaftsteuer, Vermögenssteuer und Beamte und Co einbeziehen.
Habe ich nicht überlesen, aber es ist ja nicht mal geld da um den status Quo zu halten (rede einfach mit Mitbürgern, die gerade ein Kind in einer Kita haben). Es wird ja überall abgebaut.
Nochmal: In den nächsten 20 Jahren macht es keinen Sinn die Geburtenraten zu steigern. Mal ganz davon ab ob das überhaupt klappen würde.
Es lohnt sich einfach immer, kinder- und familienfreundlicher zu werden. Da wirst du mich nie vom Gegenteil überzeugen. Ich finde es schlimm, dass sehr oft die kostenlose Care-Arbeit der Eltern als gegeben hingenommen wird. Daher agree to disagree.
Stimme ich absolut überein. Mir sagte mal eine Kinderlose Person: Kinder sind dein Privat Problem. Nein, sind es nicht. Es ist ein geseltschaftliches Thema.
Im Prinzip gibt es 2 Gründe warum die Rentenbeiträge steigen: 1. Höhere Lebenserwartung 2. Kinderlosigkeit. Bei 1. ist es selbstverständllich das Eltern Partizipieren müssen. bei 2. wird das Problem sozialisiert und auf allen Schultern verteilt. Da muss man die Frage stellen nach der Gerechtigkeit: warum müssen Eltern höhere Rentenbeiträge und längere Lebensarbeitszeiten akzeptieren, wenn der Verursacher die Kinderlosigkeit ist.
Da stimme ich zu. Daher komme ich wieder zu dem Titel: Kapitaldeckung ist höchstens ein kurzfristiger scheinausweg. Denn der Zinseszinseffekt, ist ein effekt der direkt mit der Produktivität der Menschen verbunden ist. Diese steigt ja auch gleichermaßen und Güter und Dienstleistungen können bislang trotz Automation und KI nur durch Menschen gesteuert generiert werden
Es sind ja genug Kinder da, sie sind nur falsch verteilt. Da muss man eben ansetzen und Migration fördern. Gerade mit der Entscheidung, Familiennachzug zu verbieten, entscheidet sich Politik nicht nur gegen Menschlichkeit, sondern gerade eben auch gegen Kinder.
Das war ja auch nie mein Gegenargument. Es ging darum, dass es jetzt gerade kontraproduktiv wäre (und die nächsten Jahre) eine deutlich erhöhte Geburtenrate anzustreben (unabhängig davon ob das überhaupt möglich wäre, siehe China, die versuchen nach ihrer 12 Kind Politik ja auch gegenzusteuern und stellen fest, dass das gar nicht so einfach ist).
Was ist mit Belastungen der Renten durch andere Einflüsse? Übernahme der DDR Bürger in unser System ohne eingezahlt zu haben. Schaffung eines Niedriglohnsektors durch Schröder, durch den sehr viele Menschen nicht oder wenig in die Rentenkassen einzahlen. Niedrige Lohnsteigerungen der letzten Jahrzehnte im Vergleich zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (wodurch natürlich auch weniger in Rentenkassen eingezahlt wurde). Gewisse Eliten, die sich dem System generell entziehen (Ärzte, Rechtsanwälte, etc).
Die Liste ist lang, das sind auch nur Punkte die mir gerade spontan einfallen. Und sie machen das Thema deutlich komplexer, als Du es hier darstellst.
Nun ja, Kinderlose haben ja auch gewissermaßen den permanenten finanziellen Vorteil. Darüber hinaus haben Sie den Vorteil nicht in eine 24/7 Kinderbetreuungstätigkeit eingebunden zu sein.
Und dennoch profitieren Sie. Die Rentenversicherung ist ja so angelegt: Ein jeder bezahle für die ältere Generation. Kinderlose ist versicherungstechnisch gesehen daher höchst problematisch weil diese durch keine Nachkommenschaft niemanden haben der für Sie bezahlt und / oder Sie sorgt. Bei der Kapitaldeckung ist es ebenso problematisch: die Kapitalerträge sowie Waren und Dienstleistung werden von einer Nachkommenschaft generiert die von Kindern in Zukunft erzeugt werden. Daher ist Kapitaldeckung auch kein Ausweg. Kinderlosigkeit darf kein Business case sein so wie ich es des öfteren auch mal zu hören bekomme.
Naja es wird ja häufig nach der Migration von “Fachkräften” gefordert. Wenn man sich aktuell die Länder anschaut, welche die höchste Geburtenrate haben, sind das nicht unbedingt die Länder aus denen wir die “Fachkräfte” anwerben.
Sie zahlen ihrerseits aber für bereits durch das System unterstützte Kinderlose. Und ja, sie sind nicht in Kinderbetreuung eingebunden, aber haben im Alter auch keine Kinder auf die sie gelegentlich setzen können. Das alles ist Teil des gesellschaftlichen Vertrags, man erfüllt ihn genauso, wenn man (warum auch immer!) keine Kinder hat. Familien und Kinderlose führen unterschiedliche Lebensmodelle - nicht alle haben das gewollt bzw. sind glücklich damit (in beide Richtungen). Und das ist in Ordnung so.
Es stimmt: Kinderlose zahlen individuell mehr Beiträge heute, aber Kinderhabende zahlen für ihre Kinder Geld und bekommen da Unterstützung in gewisser Höhe. Nein, das ist keine Rechnung, die gleich aufgeht - aber ich bin auch der Meinung, dass sie es nicht muss. Kinder kriegen/nicht kriegen sollte in keinster Weise eine finanzielle Entscheidung sein. Man sollte sich weder fragen müssen „kann ich mir das Kind leisten” noch denken “ich muss Mutter/Vater werden, um was für meine Rente zu tun“. Beides sind schlechte Gründe.
Vergleichst du gerade Erwachsene mit Kindern?
Liegt ja an uns, dort Voraussetzungen für gute Ausbildung zu schaffen. Gut Ausgebildete bekommen wir dort für einen Bruchteil der Kosten hier. Und dank unseres Engagements wird ja dementsprechend positiv auf Deutschland geblickt werden.
Die deutsche Ausbildung ist jedenfalls innerhalb Europas auch nicht mehr konkurrenzfähig, trotz der Kosten.
Mit einem Betrag von € 45,- pro Monat bzw. € 540,- pro Jahr können die gesamten Schulkosten (inkl. Schuluniformen, Sportanzüge, Hefte, Bücher, Stifte, warme Mahlzeiten) und die Überweisungsgebühren nach Tansania abgedeckt werden. Mabawa Tanzania
Irgendwie entwickelt sich die Diskussion hier wenig wohlwollend.
Und warum nicht Geld in Kinder und Migration stecken?
Das würde tatsächlich nicht helfen, ist aber vermutlich von vielen nicht gewünscht.
Das Rentensystem wäre ohne Migration eh schon längst am Ende gewesen.
Sicher wäre das sinnvoll. Wogegen ich mich wehre, ist die Einstellung einiger Eltern hier, Kinderkriegen sei Bürgerpflicht und wer es entweder nicht kann oder nicht will, schuldet ihnen etwas.
Ich bleibe dabei: Solidarität einfordern zu wollen und andere Lebensentwürfe und Schicksale gleichzeitig abzuwerten, funktioniert nicht.
Gleichzeitig sehe ich auch das hier skizzierte Märtyrertum der Elternschaft schlicht nicht. Erstens erhalten Männer nach wie vor statistisvh eher mehr Gehalt, wenn sie Eltern werden. Bei Frauen sieht das anders aus - dies ist aber ein Gleichstellungsproblem, und kein Argument, Kinderlose pauschal mit Bezug auf die Sozialkassen zu diskriminieren. Zum anderen halten Kinderlose halt auch in vielen Fällen den Laden am Laufen, damit Eltern Zeit für ihre Familien haben. Schaut mal, wer die Feiertage durcharbeitet und beim Urlaub zuletzt dran kommt.
Und ja, jemand der sich voll auf seinen Job konzentrieren kann und möchte, hat am Ende bessere Karrierechancen und damit die Möglichkeit, höhere Gehälter zu erreichen. Sollte man über bessere Möglichkeiten sprechen, Beruf und Familie parallel zu ermöglichen? Sicher. Möchte man aber gleichzeitig eine Meritokratie, dann kommen eben irgendwann individuelle Entscheidungen zum tragen, welchen Stellenwert der Job in der Lebensplanung einnimmt. Diese Entscheidung beschränkt dann Möglichkeiten in anderen Bereichen. Dass auch Männer jetzt zunehmend feststellen, dass sie nicht alles haben können, rechtfertigt nicht, die Frauen abzustrafen, die sich bewusst entschieden haben. Oder Menschen, die eben das beste aus einem Lebensweg machen, den sie sich nicht ausgesucht haben.
Zuguterletzt erinnern mich die Argumente, die hier vorgebracht werden, wie auch der Nachdruck, mit dem Versucht wird, die Perspektive ungewollt Kinderloser als marginal oder doch irgendwie selbstverschuldet zu charakterisieren, an die zunehmemde Verachtung, die besonders kinderlosen Frauen zunehmend entgegengebracht wird. Es gibt keinen gesellschaftlichen Anspruch auf weibliche Reproduktion. Vorstöße in diese Richtung sehe ich eben auch als eine Facette des aktuellen Rechtsrucks.
Das ist eben der Punkt. Man sollte nicht Rentner dafür belohnen, dass sie irgendwann mal Kinder in die Welt gesetzt haben (oder die bestrafen, die es nicht getan haben), sondern Kindern die Grundlage geben, dass sie später einmal gute Beitragszahler werden.
Das bekommt man mit Bildung, einem Rentensystem, das alle einbindet und einem Grundstock, auf dem die Kinder ihre Altersvorsorge aufbauen können.
Ist das ? Gerecht ?
Und warum sollte eine Elternschaft nicht eben so ehrgeizig sein sollen ? Es geht mir alleinig darum das Eltern honoriert werden sollten. Eine „Gleichbehandlung“ stört erheblich mein Gerechtigkeitsempfinden