Du willst wahrscheinlich auf den Bestätigungsfehler (confirmation bias) hinaus.
Diese Wendung ist wohl mehr eine Selbstentlastung. In der Wikipedia heißt es dazu:
Die umgangssprachliche Redewendung „Wenn das der Führer wüsste “ stammt aus der Zeit des Nationalsozialismus und beschrieb den Glauben vieler Deutscher während dieser Zeit, dass unangenehme Dinge vor allem von Vertretern der NSDAP und Beamten absichtlich vor dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler verschwiegen wurden und dass der Führer, wenn er denn nur von diesen Vorgängen erführe, diese sicher schnell in Ordnung bringen würde. […]
In der Aussage manifestierte sich auch der Glaube an die „Unfehlbarkeit“ des Führers.
Der „Führer“ Adolf Hitler war aber mit seinen antisemitischen etc. pp. Hetzreden in den Wohnstuben allgegenwärtig. Aus seiner gewalttätigen Menschenverachtung hat er nie einen Hehl gemacht. Darüber hinaus stand „Mein Kampf“ in Millionen Haushalten und wurde breit rezipiert. In der Wikipedia heißt es dazu:
Anders als etwa Joachim Fest behauptete, teilte Mein Kampf in der NS-Zeit durchaus nicht „das Schicksal aller Pflicht- und Hofliteratur“ und blieb ungelesen. In der nationalsozialistischen Presse und Publizistik wurde es vielmehr breit rezipiert, auch die Ausleihzahlen der öffentlichen Büchereien deuten darauf hin, dass es vielfach gelesen wurde.
Dass kaum jemand von den antisemitischen und menschenfeindlichen Absichten Hitlers wusste, kann daher ausgeschlossen werden.
Wenn dann trotzdem „der Führer“ als unfehlbar glorifiziert wurde, spricht vieles dafür, dass die Deutschen, die sich affirmativ auf ihn beriefen, auch wesentliche Elemente seiner Ideologie teilten. Wer also o. g. Spruch im Munde führte, zeigte darin auch seine Hitler-Nähe und somit die Nähe zu dem, wofür er stand und was er ja auch tagtäglich öffentlich - via „Volksempfänger“, Zeitungen, Wochenschauen etc. - kundtat.
Wenn AfD-Wählende leugneten, dass sie von Anfang an dramatisch falsch lagen, dann wären sie als verblendet einzustufen.
Ja es gibt z. B. von Stütze lebende AfD-Wählende, die für Sozialkürzungen sind, wenn doch bloß kindereichen Ausländerfamilien noch mehr Geld gekürzt wird als ihnen. Sowas lässt sich nur mit einem tiefsitzenden Rassismus erklären.
Da sprechen wir dann von den 28 %, die das auch so kundgetan haben (s. o.), jedenfalls von einer deutlichen Minderheit der AfD-Wählenden.