Wahl des Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt

Ich glaube, als einsprachig aufgewachsen*er Deutsche*r kann man sich in das Thema besser reindenken, wenn man sich beispielsweise fragt: Ist es Revisionismus, wenn die schwedische Minderheit in Finnland, schwedisch sprechend oder schreibend, Åbo verwendet und nicht Turku? Oder Helsingborg [edit: Helsingfors – danke, @Flixbus] und nicht Helsinki? – Das finden nämlich Finnen wie Schweden ganz normal.

Aus meiner Sicht gibt es mit Tillschneider ganz andere Probleme als die Angabe seines Geburtsorts.

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Es bahnt sich schon die Fortsetzung an: „Da müssen wir jetzt durch“: CDU-Politiker fordert Wahl Siegmunds zum Ministerpräsidenten

Ist zwar seit der letzten Wahl nur noch ein „Ex-Abgeordneter“, aber der wird ja Gründe haben, sich jetzt so zu äußern.

Oder wenn in Deutschland lebende Sorben Drježdźany statt Dresden oder Źěwin statt Magdeburg verwenden (wobei ich nicht weiß, wie oft das noch vorkommt).

Zu den sorbischen Ortsnamen habe ich oben schon geschrieben, aber vielleicht ist es für manche einfacher, wenn das Deutsche keine Rolle spielt. – Aber dieses Thema hat jetzt wirklich genug Raum bekommen, finde ich.

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Ich weiß, (too) late to the party und ich bin ja auch eiiiigentlich gegen derailen, aber das Thema ist so spannend, dass ich einfach nicht anders kann als noch etwas zu ergänzen.

Vielleicht kann man es so zuspitzen: Eine völkisch-deutschtümelnde oder geschichtsrevisionistische Agenda ist bei Tillschneider hoch wahrscheinlich, die Verwendung des Namens Temeschburg allein ist jedoch kein hinreichendes Indiz für diese.

Mir fallen spontan immer die Beispiel Mailand oder Venedig ein. Die wenigsten Deutschen, die dies anstelle von Milano und Venezia sagen, dürften ein Deutschland in den Grenzen von 1138
fordern.
Die Nazis haben in den von Deutschen besetzten Ländern vielfach deutsche Ortsnamen, die ihnen zu „undeutsch“ vorkommen, geändert. So trug etwa ein kleiner Ort im äußersten Osten Ostpreußens den deutschen Namen „Szittkehmen“, der polnische Name lautete Żytkiejmy. Ab 1938 hieß der Ort dann „Wehrkirchen“.
Wenn heutzutage polnische Verlage Karten auf Deutsch drucken (für deutsche Touristen), taucht darin nicht selten die „Wehrkirchen“-Variante anstelle der „Szittkehmen“-Variante auf. Das dürfte aber kaum mit dem heimlichen Wunsch zu tun haben, doch lieber wieder von deutschen Nationalsozialisten regiert zu werden.

Und Lemberg ist beispielsweise als jiddischer Name der Stadt bis heute gebräuchlich.

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Damit war Anhalt relativ spät dran. Der Kleinstaat um Dessau herum (große Teile des heutigen Sachsen-Anhalt waren preußisch) galt lange Zeit als Hochburg der liberalen. In Thüringen etwa übernahmen Deutschnationale und Nazis schon 1925 die Macht, weshalb das Bauhaus von Weimar ins liberale Dessau floh. Der dortige Bürgermeister hatte sich explizit darum bemüht. In Dessau agitierten die Nazis gegen nichts so sehr wie gegen das Bauhaus . also Kulturkampf pur. Das sollte man wissen, wenn man Tillschneiders heutige Tiraden gegen das Bauhaus liest. Als die Nazis 1932 im Stadtrat die Macht erlangten, war eine ihrer ersten Forderungen die Schließung des Bauhauses. Die bürgerlichen Parteien stimmten dem zu - mit Ausnahme der besagten Bürgermeisters. Und die SPD? Enthielt sich, aus Angst vor ihren eigenen Wählern.

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Leute, sorry, ich bin zwar kein Mod, aber: Jetzt haben wir endlich das Migrationsthema ausgegründet und Ihr derailled schon wieder mit Eurem Thema „In welcher Sprache benenne ich politisch korrekt ausländische Orte?“ diesen Thread. @Schiessbogen @JohannSAC @Norbert

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Sagt viel über die Hoffnungen und Träume der Union aus:

  • er wird sich entzaubern, wenn er ein Wahlversprechen nach dem anderen abräumen muss
  • er will sowieso nicht regieren, darum lässt er sich ja nur einmal zur Wahl aufstellen (wir machen ihm, wenn wir ihn wählen, seinen Plan kaputt)
  • die vier Stimmen kamen nicht alle aus der CDU, die Wahl war geheim, da war das links-grün-rote Lager dabei, die wollen uns eins auswischen
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Sorry, aber für diese Bemerkung gilt ebenso

Alle Beteiligten waren sich einig, das Thema nicht weiterzuverfolgen.

Edit: Wir durften auch alle live miterleben, wie du zu einem Thema recherchierst, das auch nur am Rande mit dem Threadthema zu tun hat.

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Vielleicht ist es wirklich der kleine Funke Hoffnung, dass das für Siegmund ein echter Bärendienst werden kann. Schliesslich hat er nicht umsonst so rumgeeiert mit „Ich will nur bei einer klaren Mehrheit regieren“. Nicht umsonst wurde er von der AfD Führung gedrängt, wo eines sicher ist, jeder gönnt jedem nur das Schlechteste.

Will den Funken nicht austreten, aber seit der Vetternwirtschafts-Affäre scheinen offensichtliche Widersprüche den Leuten auch egal zu sein

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Ziehen Politkerinnen und Politiker überhaupt noch Konsequenzen aus den Folgen ihres politischen Wirkens?

Dobrinth ignoriert Gerichte, Rechtsprechungen und Gesetze in der Grenzfrage.
CDU und SPD ignorieren Klimaschutzvorgaben (wie eigentlich immer alle).
Maskendeals, Vetternwirtschaft, Skandale haben keine Wirkung mehr.
Wählerwanderungen werden ignoriert.
Reformen werden durchgepeitscht, ohne Zuspruch bei den Wählenden.
Die größten Demos der Geschichte Deutschlands werden ignoriert.

Wer berät unsere politische Elite?
Auf wen hören die PolitikerInnen?
Welche Marktforschungsinstitute reichen die Umfrageanalysen ein?

Haben diese Quellen eine eigene Agenda? oder sind einfach nur unfähig? oder widersprechen die ihren Auftraggebern einfach nicht?

Edit:
Sorry, der Ursprungsgedanke war die Antwort von Merz / CDU auf dieses Thema. Nämlich komplette Leere und Konsequenzlosigkeit.

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Da haben Grüne im Europaparlament und ich glaube auch in Sachsen bereits das Gegenteil bewiesen.

Im Europa war das Thema Freihandelsabkommen Grund genug für Linke und Grüne mit der AfD zu stimmen.

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Das habe ich damals auch entsprechend kommentiert. Auch wenn ich den Beteiligten zumindest im EU-Parlament glaube, dass das eher ein Fehler, als Absicht war: mit solchen Mehrheiten spielt man nicht da hält man Sicherheitsabstand.

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Ich fürchte im konservativen Lager ist dies genauso wenig common sense wie im progressiven. Dort wird genau mit gleichem Entsetzen auf die Zusammenarbeit von SPD und Grünen mit den Linken geschaut. Wenn die dürfen, darf die Union auch - so eine verbreitete Meinung.
Man darf nicht vergessen, wie tief die Israel Solidarität sowie der Anti- Kommunismus in der CDU verankert.

Dieser Blick empört alle Progressiven, aber so nehme ich es wahr.

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Vor allem ist das einfach sachlich falsch. Es gibt für die Gleichsetzung von Linkspartei und AfD keinerlei Basis, nur Lügen, Hetze und Ausreden. Die sollte man nicht berücksichtigen sondern korrigieren, wo immer sie geäußert werden. Aber ich stimme dir zu: das gleiche Drittel, dass es eh auch nicht so schlimm sondern eher verlockend findet, mit den -in ihren Augen - „wahren Konservativen“ so richtig rechte Politik machen zu können, am liebsten eine „konservative Revolution“, kann den qualitativen Unterschied zwischen Linkspartei und AfD natürlich nicht sehen und erst recht nicht anerkennen.

Dieses Argument würde nur Sinn ergeben, wenn die Linken rechtsextrem wären. Sind sie aber nicht. Sie sind auch nicht linksextrem. Ich weiß auch nicht, wozu derart platte Gleichsetzungen dienen sollen, außer vielleicht dem eigenen Wunsch nach maximaler Übersichtlichkeit der subjektiven politischen Landkarte.

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Innerhalb der CDU Sachsen-Anhalt ist jetzt schon die Rede von einer möglichen Spaltung der Fraktion. Das ist schneller als selbst ich es erwartet habe.

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Lustig, dass aus der Ecke, die allen und jedem Whataboutism vorwerfen, nun so etwas kommt.
Aber natürlich ist die Linke nicht extrem, das wird nur von rechts immer wieder behauptet. Und während man uns von rechts einreden möchte, wir sollten doch bitte nicht jeden AFD-Wähler über einen Kamm scheren und nicht von Höcke auf die ganze Partei schließen, machen sie das bei der Linken selbstverständlich.

Die Linke war auch mehrfach staatstragend, ohne sie wäre die Kanzlerwahl so richtig peinlich geworden, auch das sucht man bei der AFD vergebens. Selbst bei der Union reibt man sich da immer wieder entsetzt die Augen.

Und mit der Landtagspräsidenten-Wahl in Sachsen-Anhalt hat sich das Thema jetzt sowieso erledigt.
Man kann die Linke nicht als Grund nennen, wenn man den Dammbruch davor schon begangen hat.

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Die CDU dürfte. Sie hat sich selbst auferlegt keine gemeinsame Sache mit Rechtsextremen zu machen.

Ich glaube nicht, dass es für sie gut ausgehen würde. Ihre sehr rechten Wähler werden zur AfD wechseln und alle nahe der Mitte werdwn ihr den Rücken zuwenden.

Wir werden es wahrscheinlich bald erfahren.

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