Wir haben vor 2 Jahren auch die Sanierung in einem MFH gestartet. 320qm Wohnfläche, bei uns hat eine zweier WP Kaskade ausgereicht. Rechnerisch wäre auch eine große Pumpe (ganz neu auf dem Markt) gegangen. Aber nicht viel günstiger und zu der gab es noch keinerlei praktische Erfahrungswerte.
Sanierungsfahrplan macht als ersten Schritt unbedingt Sinn!
Und danach auch eine echte Heizlastberechnung.
Wir haben auch einige Dämmmassnahmen (oberste Geschossdecke und die Nordfassade) vorgenommen, da sind dann auch förderfähige Fenster und Haustüre mit erneuert worden.
Beim Energieberater selbst genau hinschauen. Es gibt welche, die sind gelernte Bauingenieure, ehemalige Heizungsbauer oder Schornsteinfeger. Wir haben 3 Berater im Haus gehabt. Der Schornsteinfeger wollte uns mit Nachdruck in Richtung Pelletheizung schieben, von dem haben wir uns irgendwann wieder getrennt. Der ehemalige Heizungsbauer hatte praktische Erfahrungen mit der Wärmepumpe. Das war hilfreich. Er hat aber die über Jahrzehnte gewachsene Bausubstanz dann vom Mauerwerk nur pauschal bewertet. Der Bauingenieur hätte da genauer hingeschaut (hatte aber keine freie Zeit für unsere Timeline).
Unser Energieberater hat mit uns für die Wärmepumpe etc. die Ausschreibungstexte erstellt zwecks Vergleichbarkeit. Die Angebote der WP (incl. Tausch einiger Heizkörper und Fussbodenhzg in 2 von 4 Wohnungen) differierten beim exakt gleichen Produkt um gut 30%. Lieber ein paar mehr Angebote einholen.
Wir wollten auch Angebote von günstigeren asiatischen Herstellern einholen, haben am Ende von den Installateuren aber keine bekommen. Manche haben auf fehlende, andere auf schlechte Erfahrungen verwiesen, obwohl wir sie über die Homepage der Hersteller gefunden haben. Das war strange. Vielleicht weil es kein EFH war.
Der Tipp zu den Durchlauferhitzern ist gut - aber vorsichtshalber die Hauselektrik frühzeitig prüfen. Ein Durchlauferhitzer zum Duschen zieht etliche kw, bei mehreren im Haus kommt einiges zusammen. Bei uns hat der Netzbetreiber die Kombination Wärmepumpenkaskade, PV, Speicher und 11kw Wallbox angesichts der vorhandenen Hauseingangsinstallation via Oberleitung nur akzeptiert, als wir uns bereit erklärt haben die Durchlauferhitzer rauszulassen. Sonst hätten wir einen Stromwandler (heißt verm. anders, ich krieg das elektrische nicht mehr genau zusammen) nach Industriestandard zusätzlich einbauen müssen. Mehrkosten grob überschlägig 8-10.000. Eine 22kw Wallbox würden wir vermutlich nicht genehmigt bekommen, eine für die Zukunft andiskutierte Sauna würde mit einem Abwurfrelais zu versehen sein (wenn Wallbox lädt, Sauna gesperrt).
Die Tücken liegen da technisch manchmal im Detail und nicht immer sind die Aussagen, die man im ersten Planungs- und Angebotsgespräch erhält, am Ende auch belastbar. Kann aber sein, dass das ein individuelles Problem war, unser Haus war in den 50ern ein großes Bauernhaus und dann wurden schrittweise Wohnungen in Scheune und Anbauten erweitert.
Wir nutzen das MFH in der Familie als Mehrgenerationenhaus - das Thema Mieterstrom haben wir nur insofern angeschaut, als dass wir über Hutschienenzähler untereinander abrechnen können. Also nicht jede Einheit ein „echter“ Zähler mit Grundgebühr. Das ist aber nicht rechtssicher bei Vermietung. Damals klang es so, als würde Mieterstrom in diese Richtung vereinfacht und wir bauen noch darauf, dass das in 10-15 Jahren auch so sein wird.
Wärmepumpe im MFH funktioniert. Auch in den meisten Altbauten. Wie aufwändig so ein Projekt wird, liegt in erster Linie am Objekt und daran, ob man eine gute Planung hat und gute, zuverlässige Handwerker findet.
In (fast) jedem Fall ist es aber leider aufwändiger. Und mit politischem Willen wäre es definitiv einfacher/wahrscheinlicher für Vermieter sich dafür zu entscheiden.