Das ist für eine neue Gasheizung - wenn bereits die alten Anschlüsse schon da sind - ungewöhnlich viel. Da würde ich mal alternative Angebote einholen.
Ich hätte eine Frage, die in ein ähnliches Horn stößt, wie die ursprüngliche Frage und auch noch den Mieterstrom touchiert. Ich kaufe demnächst auch ein Haus, Baujahr 67 am Ende 3 Wohneinheiten mit je 75 m² und werde es mit eine Wärmepumpe und kompletter energetischer Sanierung herrichten. Kriege ich auch alles gefördert und lohnt sich daher. Was ich nicht gefördert bekomme ist die PV-Anlage, außer mit der Einspeisevergütung. Mir ist’s ein Graus, ein Haus zu renovieren und guten Wohnraum zu schaffen und dann keine PV-Anlage aufs Dach zu setzen, weil ich es nicht mit den Mietern abrechnen kann… ein Mieterstrommodell eignet sich nach allem, was ich gehört habe, erst ab mehr Parteien im Haus, herschenken kann ich den Strom auch nicht. Wäre es sinnvoll, für die Wärmepumpe und Wallboxen einen gemeinsamen Zähler zu haben, dafür dann gleich ein Smartmeter zu verbauen und die PV-Anlage darüber laufen zu lassen? Den PV-Strom also indirekt doch wieder an die Mieter abzugeben, indem man Autos damit lädt und die Wärmepumpe betreibt. Welchen Preis setzt man da dann eigentlich an?
Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen. Ich beschäftige mich zum ersten mal mit solchen Themen als Vermieter. Als Eigenheimbesitzer ist es im Vergleich echt einfach, einen ökologischen Weg einzuschlagen und es gibt auch viel Infomaterial. Ich möchte die Wohnungen als Betriebswohnungen konzipieren, um meinen Angestellten Wohnungen zur Verfügung stellen zu können, es geht mir also nicht mal drum, unbedingt Rendite über die Miete zu generieren. Trotzdem stehe ich da vor echt vielen Fragezeichen…
zu kompliziert darauf zu antworten. Da musst Du Dich schrittweise reintasten.
Für die Wärmepumpe gibt es bei eigenem Zähler allein schon mehrere in Frage kommende Messkonzepte.
Schau mal hier beim Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)
die haben u.a. ein Kompendium zum Thema PV auf MFH, hoffentlich auch schon auf dem aktuellsten Stand nach dem verkomplizierenden BGH (war das BGH?) Urteil.
Solaranlagen auf Mehrfamilienhäusern können für Mieterinnen und Mieter durchaus reale Probleme mit sich bringen. Dazu zählen Lärm durch Wechselrichter oder Bauarbeiten, Einschränkungen bei der Nutzung von Balkonen sowie zusätzliche Verschmutzung, etwa durch Vögel, die sich unter den Modulen ansiedeln und Kot auf darunterliegenden Balkonen hinterlassen. Oft profitieren nicht alle Bewohner tatsächlich vom erzeugten Strom, etwa wegen ungünstiger Verbrauchszeiten oder komplizierter Mieterstrommodelle, müssen die Beeinträchtigungen aber dennoch hinnehmen. Hinzu kommen fehlende Mitbestimmung, Unsicherheit bei Abrechnung und Verträgen sowie Sorgen vor späteren Kosten oder Nutzungseinschränkungen. Diese Aspekte werden in der Diskussion häufig unterschätzt, spielen im Alltag der Betroffenen jedoch eine wichtige Rolle.
Bin grundsätzlich ein Fan von solchen Anlagen, aber in der Diskussion sollte man auch ehrlich mögliche Probleme benennen. Nicht zuletzt oft auch durch schlechte/mittelmäßige Umsetzung durch Vermieterinnen und Vermieter.
Natürlich ist nicht immer alles rosa, aber die meisten deiner Punkte würde ich als nicht sehr gravierend bezeichnen. Vor allem im Vergleich zu den Vorteilen
- Lärm Wechselrichter: Der sollte unterm Dach oder im Keller sein und dann niemanden stören
- Bauarbeiten: Klar. 1 Woche sollte man verkraften, Dreck hält sich in Grenzen. 1 Woche Dreck - 20 Jahre günstiger Strom.
- Vögel: Gibts auch ohne PV und die kommen auch nicht automatisch, nur weil da eine PV Anlage ist. Zumal man die so dicht bauen kann, dass da keine Taube drunter passt.
- Mieterstrommodelle sind für den Vermieter kompliziert, der Mieter hat nur einen Vertrag, wie vorher auch. “Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung” bedeutet, dass man sich einen weiteren Vertrag mit dem Vermieter holt. Wem das zu kompliziert ist, dafür dass er günstigeren Strom bekommt, sorry.
- Ungünstige Verbrauchszeiten: Irgendwas läuft immer und irgendwie profitiert man immer. Klar profitiert nicht jeder gleich, aber ok, ist halt so. Finde ich kein Gegenargument, weil ich deine Beeinträchtigungen ehrlich gesagt nicht nachvollziehen kann.
- Balkon Einschränkung? Die Anlage wird aufs Dach montiert
- Fehlende Mitbestimmung: Klar. Die Anlage gehört ja dem Vermieter.
- Unsicherheit bei der Abrechnung: Verstehe ich nicht
- Sorge vor späteren Kosten: Verstehe ich nicht
- Nutzungseinschränkung: Verstehe ich nicht
Wie du sagst, liegt es auch an der Umsetzung durch Vermieter. Aber man muss sich schon dumm anstellen, um hier dauerhaft die Nachteile zu haben, die du aufführst.
Insgesamt überzeugt mich von deinen Argumenten keines im Vergleich zu den Vorteilen, die eine PV Anlage auf dem Mehrfamilienhaus hätte, von der ich günstiger Strom bekomme als von meinem normalen Stromanbieter. Und ich denke auch nicht, dass das bei den meisten Mietenden der Fall sein wird.
Mag sein, dass günstigerer Strom objektiv erst einmal positiv klingt, aber darum geht es hier nicht. Es gibt reale Gründe, die für manche Menschen dagegen sprechen, und die Gewichtung dieser Gründe bestimmen weder du noch ich, sondern die Betroffenen selbst.
Manche Haushalte leben bereits sehr sparsam oder haben ein Einkommen, bei dem Stromkosten von beispielsweise XX Euro im Monat schlicht keine relevante Rolle spielen. Für sie ist ein möglicher finanzieller Vorteil gering oder unwichtig. Gleichzeitig gab und gibt es durchaus Probleme, die direkt oder indirekt mit der Umstellung auf Solaranlagen einhergehen, etwa Veränderungen am Gebäude, Nutzungseinschränkungen oder organisatorischen Mehraufwand.
Vor diesem Hintergrund ist die Diskussion wenig zielführend. Deine Frage war: „Wer sollte etwas dagegen haben, günstigeren Strom zu bekommen?“ Meine Antwort ist schlicht: Es gibt Menschen, für die günstigerer Strom keine Priorität hat oder keinen spürbaren Mehrwert bietet, insbesondere dann, wenn er mit potenziellen Veränderungen oder Nachteilen verbunden ist.
Auf meinem privaten Haus werde ich mir deshalb trotzdem nach meinen Vorgaben und Wünschen eine Solaranlage installieren. Aber halt so, dass sie mich nicht stört und ich davon profitiere.
Würde ich sie bei einem Mietshaus installieren würde ich vorab sämtliche Bedenken der Mieterinnen und Mieter einholen und schauen ob wir eine konsensfähige Lösung finden die ich bereit bin zu finanzieren.
Als Mieter fragt man sich, wie überzeugt man den Vermieter. Besonders wenn er nicht auf Anfragen reagiert, die ihm Geld oder Mühe kosten.