Ich war 2023 bei der Manchot Lecture der BGSE in Bonn, wo Prof. Per Krusell gesprochen hat, das fand ich spannend. Vielleicht ein guter Vertreter der Mainstream VWL.
Das schon viel geschrieben wurde mache ich meine Punkte kurz.
- Der Wachstumskritik wird oft entgegengehalten, dass man einfach nur Wirtschaftswachstum von Umweltschäden entkoppeln müsse. Dabei ist aber unklar wie die Entkopplung aussehen soll. Es wird zwischen „absoluter“ und „relativer“ Entkopplung unterschieden.
- relativ: Umweltschäden (z.B. Klimagas-Ausstoß) steigen langsamer als BIP
- absolut: Umweltschäden sinken, trotz BIP-Steigerung
- Zitat von https://de.wikipedia.org/wiki/Entkopplung_(Wirtschaftswachstum):
Absolute Entkopplung wird deutlich seltener beobachtet als relative Entkopplung. Außerdem fällt auf, dass absolute Entkopplung zumeist lokal oder zeitlich begrenzt auftritt und selten für ganze Volkswirtschaften erkennbar ist.
- Ein ganz wichtiges Konzept ist der Rebound-Effekt: Anstieg des (Energie-)verbrauchs aufgrund einer Effizienzsteigerung (und damit Preisreduktion). Klassisches Beispiel: Effizienzsteigerung der Dampfmaschine machte deren großflächigen Einsatz erst rentabel und sorgte damit für massiv mehr Kohleverbrauch. Aktuell ist der indirekte Rebound-Effekt wichtiger: Einsparungen an einer Stelle (z.B. durch Dämmung, PV, …) werden an anderer Stelle verkonsumiert (Zusätzlicher Urlaub, neues Smartphone, …), siehe auch Rebound-Effekt (Ökonomie) – Wikipedia
- Nerd-Info: In den Natur- und Ingenieurwissenschaften ist exponentielles Wachstum der klassische Fall von Instabilität. (mathematisch: Eigenwerte der Systemmatrix haben positiven Realteil → Lösung im Zeitbereich hat „aufklingende“ e-Funktion als Hüllkurve). Die in Politik und Volkswirtschaft beliebte Formulierung „stabiles Wachstum“ ist aus dieser Perspektive ein Oxymoron.
Zur Veranschaulichung wie absurd dauerhaftes exponentielles Wachstum langfristig ist, ein kleines
Rechenbeispiel
Der MSCI-World-Aktienindex hat in den letzten Jahren durchschnittlich 7% Wertzuwachs gehabt. Angenommen, jemand hätte anlässlich von Christi Geburt Kapital im Wert von 1,- Euro (in Worten: EIN EURO) angelegt zu einem vergleichsweise moderaten Zinssatz von 3,5%. Wieviel wäre dieses Depot heute wert?
Kurz schätzen, dann hier klicken
1,00 EUR · 1,035^2025 ≈ 1,8 · 10^30 EUR.
Bei einem Goldpreis von ca. 100 EUR/g und einer Erdmasse von ca. 6 · 10^24 kg ergibt das:
rund 3 Erdmassen pures Gold.
Gesamtformel zum kritischen Nachprüfen: 1.035**2025 / 100 / 1000 / 6e24
Dieses Beispiel zeigt: anhaltendes exponentielles Wachstum und planetare Grenzen sind nicht vereinbar.
Ulrike Herrmann (Bücher dazu z. B. Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung, das Ende des Kapitalismus) finde ich zu diesen Themen als Expertin und Autorin sehr empfehlenswert.
Auch ich finde das Thema Wachstumskritik äußerst spannend und habe mich in letzter Zeit viel damit beschäftigt.
Auch wenn der Name Martin Oetting in einem vorangegangenen Beitrag schon genannt wurde, möchte ich ihn hier auch noch einmal erwähnen. Ich bin vor einigen Wochen auf Martins YouTube Kanal gestoßen und möchte allen eine Besuch dort empfehlen, die sich für das Thema interessieren und vielleicht auf der Suche nach einer Möglichkeit sind, sich bezüglich des Themas zu engagieren.
Ich bin überzeugt, dass unser kapitalistisches Wirtschaftssystem in seiner aktuellen Form auf Dauer nicht mit einem guten Leben der Spezies Mensch auf unserem Planeten vereinbar ist. Die Frage ist nur, ob es sich by Design or by Disaster wandeln wird.
Aktuell deutet aus meiner Sicht leider vieles auf letzteres hin. Aber Meschen wir Martin lassen den letzten Funken Hoffnung in mir noch nicht erlöschen, dass es auch anders geht! ![]()
+++ Warum eigentlich Wachstum? +++
Natürlich verstehe ich das Grundprinzip des Kapitalismus und das daraus resultierende/angestrebte Ziel des Wachstums und Gewinnmaximierung etc.
Aber ich frage mich wirklich seit Langem, wozu das Ganze?
Die meisten Unternehmen in Deutschland haben (immer noch) Umsätze in Milliardenhöhe. Und egal, wie ich’s gedanklich drehe und wende, ist/wäre es doch “egal”, wenn die Einkommen/Umsätze, für einen Zeitraum X, relativ gleich bleiben.
Ob ich’s vom Friseur her denke oder bis hin zur Industrie, ich komme immer wieder bei den beiden Analogien “Deutscher trifft Mann, der in der Sonne liegt, er ihm erklärt, was er ALLES machen könnte, damit er irgendwann in der Sonne liegen kann” und “Alle sitzen im Stadion, Einer steht für bessere Sicht auf, am Ende stehen alle”
Tarifverträge werden doch meist auch über 4 Jahre beschlossen und selten/nie mit Gehaltswachstums, der den Zielen/Dividenden prozentual nahe kommt – i.d.R. max. Inflationsausgleich.
Was spricht per se gegen etwas “Genügsamkeit” und alle weshalb immer Green-oder-sonst-wie-geframter Wachstum?
PS: “Wir”, die Wirtschaft und unser Staat haben in den vergangenen 5 Jahren eine Pandemie, ein bis zwei Kriege und Trump erlebt – da wurde schon einiges durchgerüttelt und da weiß ich gar nicht, warum man generell denken könnte, dass es JETZT aber mal so richtig abgehen soll?
+++ Was ist mit der Kaufkraft? +++
All eure Argumente, Gründe, Faktoren, Hebel etc, die in der Folge angesprochen wurden, haben für mich die “Kaufkraft” und die damit “leeren Auftragsbücher” außer acht gelassen.
Alles ist ein gutes Stück teurer geworden – besonders im täglichen Bedarf. Ich höre von mehr Entlassungen, Insolvenzen, mehr Ärmel hoch, wir arbeiten zu wenig, hier muss eingespart werden, zu hohe Angaben, Rente nicht mehr sicher und, wie oben schon erwähnt, das ewige Lied des zu geringen Wirtschaftswachstums.
Und auch hier: kostet das Haarspray und das Personal mehr > höhere Preise > weniger Kunden > weniger Absatz von Haarspray > Haarspray-Industrie setzt weniger ab > höhere Dividenden versprochen > weniger Personal, dass sich Urlaub, Auto, Friseur leisten kann …
Akut muss (gefühlt) jede/r sparen und schaut in eine ungewisse Zukunft. Dass der Investitionsbooster – der ja rein mathematisch GAR KEINEN finanziellen Vor-/Nachteil hat – erschließt sich mir nicht, wie die Auftragsbücher damit voller werden. Auch egal, ob’s ein neuer Fön oder ein neue Werkshalle ist.
Kurz um: durch mangelnde Kaufkraft sinkt die Nachfrage – B2C bis B2B
+++ Arbeitsmarkt +++
Auch das fehlte mir in euren Erklärungen, dass das Verhältnis von Arbeitslosen und offenen Stellen bei rund 2:1 liegt, d.h. werden ALLE Faktoren von Qualifikation und Standort ignoriert, bekäme nur jede/r zweite einen Job.
Und aus eigener Bewerbungserfahrung, kann ich sagen, dass bei Jobbörsen 1.000 und mehr Bewerber:innen pro einer Stelle keine Seltenheit sind.
Soweit ich weiss, besteht Fachkräftemangel, wenn nicht 3, 5, 7 identische Kandidat:innen zur “Auswahl” stehen, herrscht FKM, oder?
Ebenfalls hattet ihr nur “extremen” FK/Personalmangel in Sektoren, wie u.a. Service und Pflege angesprochen, also generell eher Mini-, Mindestlohn- oder Geringverdiener-Jobs.
Bessere Bezahlung > mehr Bewerber:innen > mehr Personal > weniger Arbeitslose > mehr Kaufkraft > mehr Nachfrage
Alles verkürzt und mal naiv in den Raum gestellt.
Freu mich auf den Austausch
Gibt es Möglichkeiten des Wirtschaftswachstums ohne gleichzeitigen parallelen Anstieg des Ressourcenverbrauchs? Ich denke hier zum Beispiel an Forschung in und Entwicklung von Techniken, mit denen Rohstoffe rückgewonnen werden können und dann natürlich die Lizenzierung beziehungsweise der Verkauf solcher Techniken in alle Welt. Ein Bereich, der also Arbeitsplätze und Wachstum generieren könnte und zugleich keinen weiteren Ressourcenverbrauch generiert, sondern vielleicht sogar einspart. Gibt es hier weitere Ideen?
Bhutan ist ein denkbar schlechtes Beispiel, denn es ist zwar weiterhin ein sehr armes Land, wächst wirtschaftlich aber seit geraumer Zeit um 5-6% pro Jahr.
Ein Indikator zur Bedeutung des Wirtschaftswachstums: Die Alphabetisierungsrate früherer Generationen (als das Land noch ärmer war) ist sehr niedrig (<70%). Alphabetisierung der Jüngeren ist inzwischen nahe 100%, weil man es sich endlich leisten kann.
Bevor der Kuchen gegessen werden kann, muss man ihn backen. Wirtschaftliche Stagnation oder gar Degrowth würden sich auch in Bhutan negativ auf den Happiness Index auswirken.
Danke dafür - eine kleine Ergänzung: Die ökonomischen Modellierungen, die von Green Growth Szenarien ausgehen, basieren auf unbewiesenen Annahmen: Carbon Capture and Storage Technologien, die wahnsinnig teuer sind, risikobehaftet und in der nötigen Skalierung nicht existieren. Man nimmt einfach gesagt an, dass es sprunghaft Innovation geben wird. - Empirisch gibt es aber nicht die notwendige Entkopplung, nur relative oder schöngerechnete Erfolge, die embodied Emissions ausklammern, nicht kompatibel sind mit dem Parisabkommen oder nur ein kleines Zeitfenster betrachten. - Der IPCC selbst bezieht daher inzwischen Degrowth in die Berichte ein.
In dem Bereich wird geforscht, so habe ich letztens von einem Start-Up gelesen, das automatisiert Solarzellen in ihre Grundstoffe zerlegen möchte. Sie haben alle das gleiche Problem: teuer. Mit Skalierung lässt sich das zwar drücken, aber teurer als wegschmeißen bleibt es erst mal trotzdem. Das wird erst relevant, wenn die Förderung neuer Stoffe teurer ist als das Recycling. Und selbst dann wird es nie 100%iges Recycling geben. Gerade die Verschmutzung von Stoffen ist ein großes Thema. So werden Glas, Plastik und Papier immer niedrigeren Nutzarten zugeführt, auch wenn die Werbung versucht, uns da was anderes zu erzählen.
Stimme auch zu! Großes Interesse an dem Thema! Gerne mehr.
Evtl ist Maja Göpel eine spannende Person dafür. Und Ulrike Herrmann.
Ich weiß nicht, wie gut du dich mit Japan auskennst, ich vermute aber nicht besonders. Die Aufgabe der Migrationsrestriktionen in Japan käme einer Aufgabe der dortigen High Trust Society gleich. Zugleich kommt der hohe Druck auf Automatisierung und Produktivität auch durch eben nicht grenzenlosen Zuzug billiger ausländischer Arbeitskräfte zustande. Interessanterweise sind die Löhne gleichzeitig relativ niedrig.
Japans “japanisch sein” und “japanisch bleiben” ist zugleich eine der größten Stärken des Landes und kein “selbstgewähltes Problem”. Eigentlich müssten die hiesigen Degrowth-Verfechter den japanischen Bevölkerungsrückgang doch begrüßen und lieben.
Ist jetzt nur meine persönliche Wahrnehmung.
Aber reduzieren wir Wachstums nicht vornehmlich auf monetäres Wachstum? Also höhere Gewinne als primäres Ziel?
Alles Andere wird quasi als Nebeneffekt dieses Geld-Wachstums betrachtet (besseres Gesundheitssystems, bessere Konsumartikel,…“
Mir ist klar, das Wachstum im Sinne von „nie zufrieden sein“ der Motor der menschlichen Entwicklung ist und uns dahin gebracht hat wo wir heute sind (positiv wie negativ).
Aber verengen wir die Sicht nicht zu sehr?
Was ist mit Wachstum in Bezug auf unsere Natur und Umwelt? Oder Wachstum im gesellschaftlichen Miteinander?
Ist das alles nur noch möglich wenn wir genug „Gewinne“ durch Wachstum wirtschaftlicher Art einfahren?
Und können wir denn heute sagen, das Wachstum immer gut ist und uns nur Vorteile bringt? Das es uns täglich mit steigendem Wachstum immer besser geht?
Sollten wir Wachstum nicht viel breiter denken? Dann ist es auch nicht per se negativ.
Danke für deine Ergänzungen!
Ich verstehe deinen Punkt und würde aus meinem Beurteilen heraus auch sagen, dass Alphabetisierung und Wirtschaftswachstum für ein höheres gesellschaftliches Wohlergehen sorgen.
Aber genau DAS ist ja die spannende Herangehensweise des „Gross National Happiness“: Es wird anders beurteilt als wir es vielleicht machen würden… Bildung ist nur einer von acht Punkten um das „Bruttonationalglück“ zu messen. Es gibt noch viele andere, die durchaus unabhängig von der Wirtschaft sein können, wie z.B. die Balance zwischen Arbeit und Schlaf…
Und genau aufgrund dieser Andersartigkeit der Beurteilung des nationalen Wohlergehens fänd ich es interessant eine differenzierte Lage-Meinung dazu zu hören. ![]()
Persönlich bin ich völlig fein mit utopischem Denken.
Die Degrowth-Szene verkennt aber m. M. n. völlig die globale politische Lage.
Momentan werden weltweit Abwehrkämpfe gegen die Rückabwicklung von Klimaschutz geführt.
Nicht zu leugnen ist m. E., dass die Entfossilisierung in einem Tempo stattfinden muss, das es nicht erlaubt, gleichzeitig auch noch das Wirtschaftssystem weitgehend umzukrempeln.
Zumindest da sich solche grundstürzenden Veränderungen nicht schnell genug popularisieren ließen.
Was ich für realistischer halte, ist das von Anders Levermann vorgeschlagene Konzept der sog. Faltung:
Da ist was dran - allerdings wird es dem Postwachstumsdiskurs auch nicht ganz gerecht - es werden viele Vorschläge gemacht, die direkt umsetzbar wären (Universelle Öffentliche Dienstleistungen, Jobgarantie, CO2 Steuer, Vermögenssteuer, Obergrenzen für Vermögen/Einkommen etc.).
Hier ist das neuste Überblickspaper: Kallis et al 2025
Die Degrowth Debatte ist spannend, weil sie einen zentralen Unterschied zwischen den politischen Lagern trifft: Schadensvermeidung vs Wachstum.
Schadensvermeider (meist Linke) wollen vor allem keinem Wehtun: keine Ausbeutung, keine Diskriminierung, keinen Klimawandel, etc., und wenn das alles da ist dann können wir ja ein bisschen wachsen.
Wachstumler (meist Rechte) denken Wachstum ist der Schlüssel für Fortschritt und damit menschlichem Wohlergehen. Und so oder so ist es notwendig um auf der Weltbühne nicht beiseite gefegt zu werden. Und wenn Wachstum läuft kann man ja auch sehen, dass man nicht so viel kaputt macht.
Wenn ihr euch mal anschaut warum viele die Grünen so hassen, dann ist das genau diese Kluft: sie denken die Grünen opfern die Zukunft des Landes für ihre moralischen Befindlichkeiten.
Ich mag die Grünen, aber ich bin ganz klar Wachstumler:
- Ja BIP ist nicht perfekt, aber es korreliert mit haufenweisen positiven Ergebnissen. Nimm jede Gesellschaft und verdopple das BIP bei konstanter Ungleichheit und du hast eine bessere Gesellschaft.
- Es ist GUT, wenn Menschen Resourcen verbrauchen: ich will, dass jeder fliegen und die Welt sehen kann, ich will Überfluss, Essen aus aller Herren Länder, neue Technik, all das.
- Ja exponentielles Wachstum geht nur bis wir die grenzen unserer Resourcen erreichen, aber diese Grenzen haben wir immer wieder durch neue Technologien verschoben, und es kann gut sein, dass wir sie immer weiter verschieben können bis wir die halbe Galaxie bewohnen.
- Klimawandel ist kein Witz und langfristig müssen wir sowieso auf erneuerbare Umsteigen, also muss man das beschleunigen. Aber das ändert nichts am Wachstum an sich. Unser gesamter Energieverbrauen ist ein Bruchteil von dem was wir von der Sonne bekommen, das ist reichlich Raum um Energieverbrauch pro Kopf zu vervielfachen.
Vor allem aber zwingt uns der Wettbewerb. Wenn wir hier aufhören zu wachsen, werden wir irrelevant. Exponentielles Wachstum ist brutal. Selbst einen einzigen Prozentpunkt Wachstum zu verlieren, heißt dass über ein Menschenleben die Wirtschaft nur noch halb so groß ist. Was das praktisch bedeutet fangen wir gerade an zu sehen in dem wie Trump die EU herumschubst.
So funktioniert es nicht zwangsläufig. Äquatorialguinea ist da ein Gegenbeispiel. Es sei denn, du legst an, dass Reichtum einzelner mit den Worten „konstant gleicher Ungleichheit“ ausschließt. Das finde ich aber nicht redlich. Außerdem blendet es zukünftige Schäden, die mit Wachstum oft kommen, aus.
Ich versuche das Thema Wachstumskritik eigentlich immer zu vermeiden, denn für mich fühlt sich das wie eine Nebelkerze an. Diese Nebelkerze aufzuarbeiten, fände ich interessant, aber das Thema an sich nicht.
Wir wissen doch alle wie wir unsere Industrie umbauen müssen - Stichwort Kreislaufwirtschaft und EE. Von diesen beiden Zielen sind wir noch so weit entfernt, dass mich das Thema, ob wir dann noch wachsen können, ehrlich gesagt jetzt nicht interessiert. In 2-3 Jahrzehnten dann vielleicht.
Dazu gibt es sehr viele Aspekte, die dabei reinspielen und die das Thema sehr schwammig machen. Das geht beim BIP los an dem meist das Wachstum gemessen wird (sehr komplizierte Schätzung, die anschließend immer wieder korrigiert wird, enthält viele Dinge nicht, z. B. Care-Arbeit,…). Dann ist Wachstum auch nicht gleich Wachstum. Wenn wir Wachstum durch den Export von Verbrennern erzeugen finde ich das nicht gut, wenn wir das erzeugen indem wir EE, Gesundheit,… exportieren, dann möchte ich möglichst viel davon haben. Ohne Wirtschaftlehrstunde fürchte ich, dass das Thema nicht umfassend bearbeitet werden kann. Und dafür ist mir das Thema einfach zu weit weg.
Ich finde den Ansatz von Levermann auch spannend. Neben einem anderen Ansatz für den Klimaschutz geht es dabei unter anderem auch um die Beschränkung großer Vermögen. In diesem taz Interview ist es recht gut dargestellt
Zustimmung meinerseits - ich finde das Thema derzeit nicht relevant. Ich persönlich höre die Lage, um über aktuelle politische Themen informiert zu werden, die auf einer weitestgehend neutral aufgearbeiteten Faktenlage diskutiert werden.
Das eine oder andere „Hobbyseitenthema“ (Stichwort Bayerisches Forstgesetz und OpenStreetMaps) nehme ich dabei gern in Kauf. Aber alternative Wirtschaftsmodelle, die keine realistische kurz- und mittelfristige Umsetzungsperspektive haben, gehen mir persönlich zu weit. Zumal ich bezweifle, dass die wissenschaftliche Grundlage mangels relevanter, mit Deutschland vergleichbarer Beispiele besonders belastbar ist.
Just my 2 cents - kann man natürlich auch anders sehen
