Hi, mein erster Beitrag im Forum und obwohl ich die halbe Zugfahrt versucht habe alles durchzuschauen, habe ich keinen ähnlichen Thread gefunden, aber bitte direkt um Entschuldigung, wenn ich blind war.
Ich bin selbständig und reise permanent durch Deutschland. Die Deutsche Bahn nutze ich wenn möglich, auch wenn sie es einem wirklich immer schwerer macht (dennoch Gold-Status). Ich fliege nur nach Wien oder Zürich, nicht innerhalb Deutschlands, aber ich habe halt auch einen Diesel, den ich ca. alle 3-4 Jahre erneuern muss, weil er dann die 200.000er-Marke überschreitet.
Seit vielen Jahren denke ich über die Anschaffung eines E-Autos nach, aber das Wort Reichweitenangst ist (sicher nicht nur) für mich in den Duden aufgenommen worden. Ich habe keine Immobilie (ich bin ja eh nie da) und keine private Lademöglichkeit. Von dem neuen Podcast habe ich mir das Aufzeigen von Möglichkeiten erhofft, die meine kleine bis mittlere Resignation zu dem Thema etwas anheben.
Bislang habe ich allerdings in den Ausgaben nur Dinge erfahren, die ich bereits kannte oder befürchtet habe. Die Ladesituation ist komplex, mit verschiedenen Anbietern, Preisstrukturen und Ladezeiten unübersichtlich, Hybride sind eher eine Mogelpacktung (sorry, wenn das zu hart formuliert ist) und die Reichweiten schwanken aufgrund von Wetter und schlicht übertriebenen Herstellerangaben.
Mein Beruf macht es unmöglich, die Reisetätigkeit einzuschränken. Gleichzeitig habe ich schlicht keine Möglichkeit bei mehreren 100 km auf der Autobahn alle 2-3 Stunden eine Pause von 20-30 Minuten einzulegen, weil die Tageskalkulation (zeitlich wie geschäftlich) dann aus dem Ruder laufen würde.
Stand jetzt sehe ich keine Möglichkeit meinen Wunsch von fossilen Brennstoffen wegzukommen zu realisieren. Eine potenzielle BahnCard 100 wäre schlicht weggeworfenes Geld, weil es viele Gegenden gibt, die man nicht oder nur mit vielen Umstiegen erreicht, die man zuverlässig nicht bekommt. Meine Reisezeit von mehreren Stunden durch häufiges Laden zu verlängern würde bedeuten, dass ich die kalkulierten und bezahlten Manntage reduzieren müsste, was mich mehr kosten würde als ein neues Auto. Ja, ich neige zur Selbstausbeutung und mehr Pausen sind gesund und Entschleunigen und Digital Detoxing sind tolle Sachen. Aber (und sicher nicht nur) in meinem Leben ist das aus verschiedenen Gründen nicht umzusetzen.
Darum schreibe ich auch diesen (viel zu langen) Beitrag: Gibt es für Vielfahrer wie mich derzeit eine Möglichkeit auf E-Mobilität umzusteigen? Falls (erwartbar) nicht: Wie ist Eure Einschätzung, wann es auch für Zielgruppen wie mich realistisch werden könnte?
Sorry, wenn es zu lang geworden ist, aber die Frage nach dem nächsten Auto treibt mich wie geschrieben alle 3 Jahre um und Ende des Jahres wäre es wieder soweit.
LG
midge