Vergesellschaftung / Expertinnenkommission

Könntet ihr das Thema nochmal sachlich besprechen:

Was kam raus bei dem Bericht der Expertinnenkommission

Was wären Chancen, was wären Risiken?

Welche Alternativen gibt es (damit Berlin bezahlbar für alle bleibt, und es auch anständige Wohnungen gibt usw.). Kleine Anekdote: ein Freund aus Stuttgart hat mir erzählt, dass dort Werbung in der Ubahn geschaltet wird, in eine Wohnung in Berlin zu investieren für 8 Prozent Rendite. Ich bin senst Schwäbin zumindest halb also no hate. Aber welche Lösung kann das Problem dass die Menschen hier in Berlin allgegenwärtig spüren in den Griff bekommen.

Vll auch positive Beispiele aus anderen Länder.

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Mietenwahnsinn wird ignoriert - #36 von vieuxrenard Zumindest schon mal als Aufhänger bezüglich einer möglichen Vergesellschaftung, bevor hier wieder falsche Informationen entstehen.

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Also bei 2% Inflation und 2% „Abnutzung“ pro Jahr wären also 4% „Rendite“, selbst für absolut sozial eingestellte Vermieter, ein Muss. Daraus resultiert ein Quadratmeterpreis. Wer verspricht da drunter zu bleiben, muss erklären, wer die Differenz bezahlt.

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Ergibt also bei einem theoretischen Neubau von 250k pro Wohnung eine Mindestrendite von 833 Euro pro Monat, ohne dass man damit die Zinsen für einen Kredit bedient, geschweige denn getilgt hätte. Nimmt man noch einmal 6% (Zinsen + Tilgung) für einen Kredit an, ist die Miete bereits bei 2k Euro pro Monat.
Womit der Beweis erbracht wäre, dass es nicht sinnvoll ist, oder auch nur Möglich ist, Wohnungsbau für normale Menschen zu betreiben. Für viele wären bereits 1000 Euro zu viel. Damit ist im Grunde klar, dass der Staat im großen Stil in den Wohnungsbau einsteigen muss.

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Frage: Berlin hat ein großes Haushaltsdefizit, nehmen wir aus dem Tagesspiegel:

Demnach beträgt die Lücke nur noch 4,6 Milliarden Euro. Berlin nimmt 39,1 Milliarden Euro ein und gibt 43,7 Milliarden Euro aus.

Die Vergesellschaftung/Enteignung würde sehr viel Geld kosten. Je nachdem wie die Entschädigung in % des Verkehrswerts ausfällt & wie bewertet wird, schwanken die Summen zwischen 9,5 Mrd. (Rosa-Luxemburg-Stiftung) und 29-39 Mrd. (Institut der Deutschen Wirtschaft) -aber in jedem Fall sind das Summen bei denen ich mich frage wie das geht, bzw. einfach gemacht werden kann. Salopp gefragt: wer vergibt/legitimiert den Kredit? Landen die dafür gemachten Schulden dann auch über Umwege auch im Länderfinanzausgleich, wo Berlin Stand 2025 ohnehin schon der größte Empfänger ist (Berliner Morgenpost)?

Ich will nicht hinterfragen/werten, ob das allgemein eine gute/schlechte Idee ist, sondern verstehen, wie das finanziell überhaupt funktioniert.

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Das wäre ein Vorschlag zur Geldfrage.

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Danke! Ich bin gespannt, ob das aufgeht, gerade wenn ich gleichzeitig lese (NTV):

Schon der rot-rot-grüne Senat ging 2021 bei einer vollständigen Kreditfinanzierung davon aus, dass die Mieteinnahmen nicht ausreichen würden, um Finanzierung und Bewirtschaftung vollständig zu decken. Und das unter der Annahme, dass die Mieten unverändert bleiben, also nicht gesenkt werden.

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Selbst wenn die Mieten gleich bleiben oder hypothetisch steigen würden, könnten den Bedürftigen über Wohngeld bezahlbare Mieten garantiert werden.

Heute stabilisiert die öffentliche Hand durch Wohngeld den Vermögensaufbau des privaten Eigentümers. Durch Vergesellschaftung würde der Vermögenswert stabilisiert, der dauerhaft im gemeinwirtschaftlichen Eigentum bleibt.

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Ich glaube solche Meldungen gegen die Vergesellschaftung werden in den nächsten Tagen wie Pilze aus dem Boden sprießen. Schließlich geht es hier um nicht weniger als die Eigentumsfrage.

Gerade deshalb habe ich Sorge vor einer sehr ungleichen öffentlichen Auseinandersetzung. Mit „Berlin denkt weiter“ existiert ja bereits eine von IHK Berlin, Handwerkskammer, UVB und VBKI getragene Kampagne, unterstützt von zahlreichen Wirtschafts-, Immobilien-, Wohnungs-, Banken- und Bauverbänden. Und die meisten dieser Verbände haben auch bereits schon Artikel gegen die Vergesellschaftung auf ihren Webseiten.

Dabei tauchen immer wieder drei Narrative auf, die mich bislang nicht wirklich überzeugen konnten:

  1. „Vergesellschaftung baut keine einzige Wohnung.“
    Das stimmt, beantwortet aber eine andere Frage. Neubau soll zusätzliche Wohnungen schaffen. Vergesellschaftung soll verändern, wem ein großer Teil des bestehenden Bestands gehört, wer dessen Erträge erhält und wie stark die Verfügungsmacht über Wohnraum konzentriert ist. Berlin braucht deshalb nicht Neubau statt Vergesellschaftung, sondern eine Antwort auf beide Probleme: Wohnungsknappheit und Eigentumskonzentration.

  2. „Die Investoren ziehen sich zurück.“
    Das ist als mögliche Reaktion ernst zu nehmen. Aber es beschreibt zugleich eine politische Abhängigkeit. Wenn demokratische Entscheidungen nur so weit reichen dürfen, wie private Kapitalgeber weiterhin investieren wollen, erhalten deren Investitionsentscheidungen faktisch Vetopotenzial.
    Der aktuelle DWE-Entwurf betrifft außerdem einen zu einem Stichtag bestehenden Bestand von Konzernen mit mehr als 3.000 Wohnungen. Jeder betroffene Unternehmensverbund dürfte mindestens 3.000 Wohnungen behalten; dabei würden gerade die jüngeren Gebäude bevorzugt im Privatbestand verbleiben. Ein automatischer Mechanismus zur fortlaufenden Vergesellschaftung aller zukünftigen Neubauten steht nicht im aktuellen Entwurf.

  3. „Die Vergesellschaftung ist unbezahlbar.“
    Auch hier braucht es eine ehrliche Rechnung. Die Entschädigung wäre keine reine Konsumausgabe, nach der das Geld verschwunden ist. Ihr stünden Immobilien und langfristige Mieteinnahmen gegenüber. Zu Unterstützung von Mietenden durch bspw. Wohngeld hatte ich ja schon im vorherigen Post etwas geschrieben. Wir müssen entscheiden, welche Kosten gesellschaftlich getragen werden sollen und wem der daraus entstehende Vermögenswert gehört.
    Ansonsten auch noch hier:

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  1. Merz hat angekündigt, nun ganz schnell ein Gesetz zu verabschieden, das die Vergesellschaftung aushebelt.
    Damit würde er und seine Regierung die Berliner erneut vor den Kopf stoßen und auch in den Rest des Landes das Signal senden: ich bin ein Kanzler des Kapitals.
    Gleichzeitig wäre für Rot-Rot-Grün der größte Zankapfel aus dem Weg geräumt.
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Eins der Hauptargumente gegen Vergesellschaftung ist ja, dass es zukünftige Investoren abschreckt. Ich verstehe das Argument aus kapitalistischer Wirtschaftssicht nicht:

Nur weil ein paar Wohnungen enteignet werden sinkt die Nachfrage nach Wohnraum ja nicht. Nun sind ja nicht 100% der Kosten einer Wohnung Material- und Baukosten. Ein relevanter Teil sind ja auch Grundstückkosten. Das heißt, wenn Investoren abgeschreckt werden sollten, sollten die Grundstückskosten sinken und somit es für andere Investoren interessanter werden zu investieren, weil sie bei gleichen Mieteinnahmen Wohnungen zu günstigeren Preisen bekommen.

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Ich helfe gerne mit Fakten aus:

Mietpreise: Die durchschnittliche Miete von Deutsche Wohnen und Vonovia in Berlin beträgt 8,23 €/m² (bei bestehenden Mietverträgen, Stand August 2026). Die Hälfte der Wohnungen liegt preislich unter vergleichbaren Einheiten des Berliner Mietspiegels.

Neuvermietung: Im Jahr 2025 lag die Median-Angebotsmiete von Vonovia (bei Neuvermietung) bei rund 10,80 €/m². Sie ist damit deutlich niedriger als die von der Investitionsbank Berlin (IBB) ausgewiesene Median-Angebotsmiete von fast 16 €/m².

Der Vergesellschaftungswahn der Linken wird also exakt gar nichts positiv beitragen, da überhaupt kein Spielraum besteht. Diese Idee wird aber private Investitionen in Berlin abwürgen und somit den Wohnungsmangel weiter verschärfen.

Die Daten kommen direkt von Deutsche Wohnen. Da sie eine AG sind können sie diese Daten nicht erfinden, ohne dass die Entscheider persönliche Konsequenzen zu befürchten haben.

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Sind die Wohnungen denn in einem Zustand, dass sie diese Mieten rechtfertigen oder verfallen die seit Jahren, schimmeln und stinken und bringen gerade genau das ein, was die Stadt bei Mietzuschuss gerade noch akzeptiert?

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Eine Wissensfrage dazu. Im Entwurf steht, die Bewertung erfolgt zum Wiederbeschaffungswert (oder wiederherstellungswert). Wie ist das bei Immobilien, die ja sowohl ein Alter (aka Zustand) und Standard haben, als auch deutlich gestiegene Baukosten? Also, wie stark verändern heutige Baukosten die Bewertung?

Ich frage mich warum diese These gebetsmühlenartig wiederholt werden muss, obwohl sie im Thread zumindest mehrfach deutlich und klar in Frage gestellt wurde.
Die Vergesellschaftung in Berlin würde Konzerne betreffen, die mehr als 3.000 Wohnungen halten. Die wenigsten privaten Investoren halten derart viele Wohnungen in Berlin.
Vonovia einschließlich Deutsch Wohnen haben ca. 130.000 Wohnungen in Berlin.
Adler Group ca. 18.000.
Heimstaden ca. 14.000.
Darüber hinaus gibt es noch weitere, die wahrscheinlich über 3.000 Wohnungen halten wie Covivio, Pears Global, Grand City Properties.
Diese großen Konzerne mit mehr als 3.000 Wohnungen in der Vermietung haben in Berlin einen Anteil von ca. 14%. Leider liegt eine detaillierte Verteilung nur für 2022 vor.
Es bleibt also genügend Raum auch in Berlin für interessierte Investoren, sich dort zu tummeln.

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Weil es einen Dammbruch darstellen würde potenziell. Wenn erst die größten Investoren enteignet werden liegt es nicht fern zu glauben, dass irgendwann auch kleinere folgen werden.

Ich befürchte dieses Konzept ist einfach nicht sehr durchdacht bis populistisch:

Die juristischen und damit finanziellen Folgen sind nicht abzusehen, es gibt rein wirtschaftlich kaum Möglichkeiten Mieten zu senken oder niedrig zu halten und die finanziellen Mittel zum Erhalt der Wohnungen - geschweige denn Investitionen hat Berlin auch ohne neue Schulden nicht.

Ich verstehe also wirklich nicht wie das funktionieren soll nach dem lesen der Argumente hier.

Meine Annahme ist also: Falls die Enteignungen durchgehen als legal hat man Investoren verprellt, massive Schulden und riesige laufende Kosten und kaum eine Verbesserung auf dem MietMarkt.

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Die Konsequenz kann ja aber nicht sein, nix zu tun. Denn der Markt hat den Wohnungsmarkt ja offensichtlich nicht zufriedenstellend für den Großteil der Menschen geregelt.

Vermutlich kann man auch hier einen Mittelweg finden:

Man schraubt endlich mal die Bürokratie rund um Bauvorhaben herunter und setzt Investoren unter Druck, die zu hohe Mieten verlangen. Investoren, die zu erschwinglichen Mieten vermieten, haben da nix zu befürchten. Und der Staat muss einfach sozialen Wohnungsbau massiv fördern. Das hat schon einmal geklappt, warum nicht noch einmal.

Ich weigere mich aber hinzunehmen, dass eine im GG ausdrücklich vorgesehene Möglichkeit, nicht wahrgenommen wird, aus Angst, man würde Investoren verprellen, die für genau den aktuellen Wohnungsmarkt verantwortlich sind. Es muss etwas passieren. Wer hier Vergesellschaftungen ablehnt, soll bitte vorschlagen, was stattdessen getan werden müsste, um das Problem zu lösen.

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Aber eine Maßnahme muss doch das konkrete Problem lösen. Wenn die vergesellschafteten Wohnungen dann kaum günstiger vermietet werden können, weil sie ohnehin zu den günstigeren gehörten und da nicht viel Spielraum besteht, dann verbessert das doch nicht die Lage derer die darunter leiden, dass z.B. besonders attraktive Lagen Luxussaniert werden, von Investoren die sich die Filets rauspicken und weniger als 3000 Wohnungen haben. Es verbessert auch nicht die Situation, dass generell in attraktiven Lagen Neivermietungen teuer sind.

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Vielleicht könnten die Wohnungen dann wenigstens saniert werden, ohne das beispielsweise Vonovia die Mieten drastisch erhöht? Vielleicht finden dann endlich wieder Schönheitsreparaturen statt? Es ist ja nicht nur die monatliche Miete, sondern auch, ob notwendige Reparaturen überhaupt gemacht werden. Da höre ich von Vonovia nichts Gutes, die auch eigene Hausmeisterunternehmen haben, um sich selbst Aufträge zuzuschieben.

Und was wäre deine Lösung für das Problem zu teure Mieten und zu wenig Wohnungen? Ich denke hohe Baukosten können wir nicht sofort ändern, die Bürokratie für Genehmigungen und Vorschriften hingegen schon.

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So wie ich es verstehe, wird berechnet, welche Kosten der Bau der entsprechenden Immobilie heute verursachen würde. Der aktuelle Zustand der konkreten Immobilie und die zu erwartene Restnutzungsdauer reduzieren wiederum diesen Wert.