Verband "Die Familienunternehmer" gibt Brandmauer zur AfD auf

Ich würde mich für eine Ordnung seitens der Lage interessieren und schlage gleichzeitig vor, Unternehmen, die in diesem sehr fragwürdigen Lobbyverband organisiert sind, anzuschreiben mit der Bitte auszutreten.

Mitglieder u.a.
BMW, Oetke, Merck, Kärcher, Bahlsen, Brose, Miele, Viessmann, Villroy & Boch, Vorwerk, Schaeffler, Melitta, Tengelmann …

Formulierungsvorschläge findet man hier:

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Bitte die Thread-Überschrift „arbeitet offiziell mit AfD zusammen“ an die Realität anpassen.

Vorschlag: Umstrittene Lobby-Verband ‚Die Familienunternehmer‘ gibt Brandmauer auf, um AfD „politisch zu stellen“

Fakten:

  • Das bisher geltende, in einigen Landesverbänden ohnehin nicht gelebte Kontaktverbot des Verbands zu AfD-Bundestagsabgeordneten wurde aufgehoben.
  • Zum ‚Parlamentarischen Abend‘ im Oktober wurde erstmals auch ein AfD-Vertreter geladen, was in der Partei einem Medienbericht zufolge positiv aufgenommen wurde
  • Statt ausschließlich in den »Kategorien gut oder böse« über die AfD spreche, wolle man zeigen, dass AfD-Politiker häufig »inhaltlich blank oder widersprüchlich« seien.
  • Die Verbandpräsidentin Ostermann betonte, »dass wir trotz Gesprächen eine AfD auf keinen Fall als Koalitionspartner in einer Regierung sehen wollen«.

Bei allem Verständnis für Deine Besorgnis: Ich kann darin nicht eine „offizielle Zusammenarbeit mit der AfD“ erkennen!

Quelle: Der von Dir zitierte Spiegelartikel sowie Handelsblatt.

Nur um Missverständnisse (und „In-die-Schublade-Stecken“) von vornherein vorzubeugen:

  1. Die AfD ist auch nach meiner Überzeugung eine konkrete und kaum zu unterschätzende Gefahr für die Demokratie.
  2. Ich bin von der Wichtigkeit einer Brandmauer überzeugt und halte nichts vom „politischen Stellen“. (Der eigentliche Hebel gegen die AfD ist jedoch ein Beenden des jahrzehntelangen Staats- und Politikversagen, das im LdN-Podcast und hier im Forum so eindrucksvoll aufgezeigt wird).

Und zur weiteren Info, wie @Margarete ja auch schrieb: Der Verband „Die Familienunternehmer” ist eine der einflussreichsten Lobbyorganisationen. Wie die ebenso problematische „Stiftung Familienunternehmen“ (die von anderen reichen Unternehmer-Familien getragen wird) vertritt er Interessen einiger weniger Familien, die zu den reichsten Familien Deutschlands gehören.

Ich fürchte, sehr viele der hundertausenden kleinen und mittleren Familienunternehmen das gar nicht wissen - auch nicht diejenigen, die aktiv, gezielt von der Lobby-Organisation für eine Mitgliedschaft geworben wurden, um dem Verband ein falsche „mittelständisches Image“ zu verleihen. Ebensowenig viele Unions- und FDP-Politiker, die die Thesen des Verbands unkritisch raushauen nach dem Motto: „Das sind doch harmlose Familienunternehmer“.

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Das ist dringend geboten wenn es nicht mir unbekannte Quellen gibt die anderes besagen.

Ein Aufheben des Kontaktverbots als offizielle Zusammenarbeit zu framen ist in meinen Augen nicht mal mehr Grenzwertig sondern schon ganz deutlich Desinformation und ich hoffe mal, dass es sich hierbei um ein Versehen handelt.

Dennoch finde ich das Signal welches dieser Verband damit sendet extrem problematisch, weshalb ich es dennoch richtig fände hier auch auf die Mitglieder zuzugehen und Druck auszuüben.

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Aufgabe der Brandmauer ist für mich gleich Zusammenarbeit.
Aber bitte sehr.
Für diejenigen, die zwischen Die Familienunternehmer und Stiftung Familienunternehmen durcheinanderkommen wie ich, Lesetipp:

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Es geht um die Aufgabe eines Kontaktverbots der Mitglieder zur AfD. Wenn man dieses Kontaktverbot aufgibt, inwiefern stellt das eine „offizielle Zusammenarbeit“ des Verbands mit der AfD dar?

Die Aufgabe des Kontaktverbots für Mitglieder könnte theoretisch auch dann erfolgen, wenn der Verband selbst weiterhin keinerlei Kontakt zur AfD hat. Und auch ein Kontakt ist doch noch lange keine Zusammenarbeit?

Bitte erläutere doch mal wie hier deine Definition einer Zusammenarbeit ausieht?

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Ich hatte „bitte sehr“ geschrieben und es geändert. Du kannst also aufhören.
Ob ich meine Meinung ändere, was die Einschätzung der dahinterstehenden Vorgänge und Gefahren betrifft, kann dir doch egal sein, wenn ich der Bitte nachkomme.

Ich erinnere an die Verbindung Kapital/Unternehmen - NSDAP.
Da die Normalisierung der AfD gerade mit Riesenschritten voranschreitet, ist meine Besorgnis mehr als berechtigt.

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Ich sage doch, dass die Kritik an diesem Schritt absolut berechtigt ist und alleine diese Art der Kommunikation für mich ausreichend ist hier Mitglieder aufzufordern auszutreten.

Ich bin aber auch der Meinung, dass wir uns in Zeiten von Desinformation hier schon auch an Fakten halten sollten und zwischen dem Ende eines Kontaktverbots für Mitglieder und einer offiziellen Zusammenarbeit des Verbands unterscheiden müssen. Die Reaktion, dass du zwar das Thema änderst, aber sagst für dich ist das Ende eines Kontaktverbots für die Mitglieder gleich einer offiziellen Zusammenarbeit würde bedeuten, dass alle Vereine die ihren Mitgliedern kein Kontaktverbot auferlegt haben offiziell mit der AfD zusammenarbeiten.

Das Bedeutet alle Sportvereine in denen ich bin arbeiten nach deiner Definition offiziell mit der AfD zusammen weil in keinem gibt es ein Kontaktverbot.

Mein Gedanke zum Verband ist, dass man schlicht und ergreifend Mitglieder im Osten die der AfD Nahe stehen nicht vergraulen will. Das wäre für mich auch Grund genug diesem Verband den Rücken zu kehren, aber eben keine aktive und erst recht keine offizielle Zusammenarbeit.

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Vielleicht antizipiere ich mehr als ihr.
Mich erinnert die Annäherung zu sehr an die letzten 30er Jahre.
Ich kann dir gern formell recht geben, wenn dir das weiterhilft.

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Wenn du auf die Entwicklung abzielst, da teile ich deine Befürchtungen. Die Signale die gesendet werden sind ziemlich klar und auch wenn es keine Zusammenarbeit ist, dann ist es ein medialer sehr präsenter Vorgang der Normalisierung der AfD. Hier ist lautstarker Protest dagegen absolut nötig.

Nein, denn es geht nicht darum, dass etwas mir weiterhelfen muss. Du wirst mir sicherlich Recht geben, dass der Sportverein der seinen Mitgliedern kein Kontaktverbot mit der AfD ausspricht noch lange keine offizielle Zusammenarbeit mit der AfD betreibt. Und genauso gilt es auch für den Verband.

Wenn man also jetzt die Unternehmen dafür kritisiert mit der AfD zusammenzuarbeiten, dann wird die Antwort natürlich sein, dass man keinerlei Zusammenarbeit plant oder gar aktuell macht und dass man die AfD für Schädlich für die wirtschschaftlichen Interessen hält etc.

Wenn man aber die Kritik gleich so formuliert, dass man die Normalisierung der AfD durch diesen Schritt thematisiert, dann kann man sich da inhaltilich nicht so einfach rauswinden. Denn dann muss man entweder zugeben, dass man die Normalisierung aus strategischen Gründen(*) unterstützt oder man muss eben Konsequenzen ziehen und aus dem Verband austreten. Und genau das wäre ein Schritt der dann auch wieder Medienwirksam zeigen würde, dass eben nicht alle auf Höhe der AfD sind.
Und sowas ist in meinen Augen bei präziser Kritik deutlich realistischer als wenn die Kritik inhaltlich so gar nicht wirklich korrekt ist und deshalb leicht relativiert werden kann.

Edit:
(*)z.B. weil nennenswert Mitglieder des Verbands selbst in der AfD aktiv sind oder Betriebe im Osten sich schwer tun in einem Verband Mitglied zu sein der sich aktiv gegen die AfD stellt während 50% der Mitarbeiter AfD wählen.

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Man kann aber die Unternehmen bitten, aus dem Verband auszutreten. Es ist eine Interessenvertretung. Wenn der Verband sich der AfD annähert, sollte sich ein Großunternehmen fragen lassen, warum es im Verband bleibt.

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Sage ich ja. Das finde ich durchaus sinnvoll. Aber eben aus dem Grund, dass der Verband die AfD normalisiert (denn das tut dieser Schritt ja ganz unbestreitbar) und nicht aus dem Grund, dass es eine offizielle Zusammenarbeit gibt.

Wie gesagt bin ich völlig bei dir, dass dieser Schritt in jeder Hinsicht kritisiert werden muss und ein völlig falsches Signal liefert.

Wenn ich heute Vormittag länger auf einen Termin hätte warten müssen, hätte ich genau diesen Thread aufgemacht um den Verband dafür zu kritisieren einen solchen Schritt zur heutigen Zeit zu machen.

Ich teile durchaus deine Einschätzung zur Tragweite dieser Kommunikation und wie das bei vielen Leuten ankommt. Aber wie gesagt lässt sich Kritik immer leicht relativieren wenn man die Kritik eben nicht anhand von Fakten äußert und deshalb ist es mir wichtig wirklich bei dem zu bleiben was faktisch kommuniziert wurde und hier nichts anderes rein zu interpretieren. Auch wenn man bei den Fakten bleibt (also keine Zusammenarbeit), dann ist die Kritik noch hart genug möglich.

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Wir sind uns doch im Wesentlichen einig.
Ich habe den Titel längst geändert … (?)

Unerwartet, aber gut:

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Wie stellt sich denn die Zusammenarbeit eines Lobbyverbands mit einer Partei dar?
Wenn man die Partei zu Tagungen und Diskussionsrunden einlädt? Denn genau das ist im Oktober passiert.
Die deutsche Bank als Vermieter hat daraufhin übrigens ein Kontaktverbot zum Verband der Familienunternehmer erlassen - oder die Zusammenarbeit beendet.

Brandmauer in der Wirtschaft: Deutsche Bank kündigt Vertrag mit Familienunternehmern wegen AfD | DIE ZEIT

So teilte die Stiftung Familienunternehmen, die sich in Politik und Medien für die Anliegen der Familienunternehmen einsetzt, mit, sie werde ihre Position zu extremen Parteien wie der AfD und der Linken nicht ändern.

Ich bin mir sicher auch beim Verband steht die Brandmauer nach links weiterhin stabil, was solche Infragestellungen als das entlarvt, was sie sind: anbiedern an rechtes Gedankengut und nicht „inhaltliches Stellen“ als das es geframed wird.

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Die Vorsitzende ist übrigens auch mit der rechten Denkfabrik Republik21 verbandelt (Beirat).

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Kein Wunder, dass die dringend die Brandmauer aufgeben wollen, wenn man bedenkt, dass ein guter Teil dieser Unternehmen ihr Vermögen unter der Naziherrschaft aufgebaut hat.

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Annäherung an AfD: Rossmann kündigt aus Protest Verbandsmitgliedschaft - ntv.de

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Rossmann und Vorwerk verlassen den Verband aufgrund der AFD-Annhäherung.

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Glücklicherweise habe ich das noch rechtzeitig gesehen, ich schicke nämlich gerade ‘strongly worded emails’ an all die Läden, bei denen ich über die Jahre gute Summen Geld gelassen habe.

Bis da klar Linie bezogen wird, ist meine Boykottliste um etliche Namen angewachsen.

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Gute Analyse: Wirtschaftsverbände überdenken ihren Umgang mit der AfD

“Politisch Stellen” ist auch ungefähr das, was Rotkäppchen mit dem Wolf versucht hat. Aber Rotkäppchen war wenigstens nicht so kriminell naiv, wie das rechte Bürgertum. Die deutsche Wirtschaft fragt sich in Teilen schon wieder, ob der Wolf nicht doch nur eine missverstandene Großmutter sein könnte.