Venezuela - USA

Der aufmerksame Leser wird den Konjunktiv bemerken. Ich argumentiere nicht dafür, ich sage nur voraus, worauf die USA sich berufen werden.
Es ist aus US-Sicht kein Angriffskrieg gegen Venezuela, sondern ein Einschreiten gegen einen Druglord in einem als Staat verkleideten Kartell.

Da kann man jetzt wohlfeil behaupten, dass die USA genau so schlecht sind wie Putins Russland, aber der ein oder andere wird schon noch Unterschiede erkennen können.

Ich halte Regime Change weltweit für schwierig und oft mit nicht vorhersehbaren Nebenwirkungen verbunden. Dennoch ist bemerkenswert, dass die USA den Machthaber praktisch ohne Kampfeinsatz einkassieren konnten. Offensichtlich wurde der US-Einsatz durch Regimegegner und Militär oder Geheimdienst in Venezuela unterstützt, anders ist nicht erklärbar, dass Spezialeinheiten in die Hauptstadt per Hubschrauber einfliegen und den Präsidenten entführen können. Maduros Werteordnung wird somit wohl auch in Venezuela und bei den Millionen aus Venezuela geflüchteten nicht geteilt.

Mir ist es wichtig, dass es in Venezuela nun möglichst gewaltfrei weitergehen wird. Maduro ist dabei raus, völlig egal, ob die EU sich nun zu einer Protestnote durchringen wird oder nicht.

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Ich sehe da keinen Konjunktiv und auch keine Argumentation aus der Sicht der USA. Du sagst, dass Putins Angriffskrieg und Trumps Angriff auf Venezuela etwas völlig anderes ist. Und du stellst es als Tatsache dar.

@Daniel_K hat dir klar erklärt, warum du falsch liegst. Und wenn man es aus der völkerrechtlichen Perspektive sieht, wie deutsche Politiker es tun sollten und eben NICHT aus der Sicht der USA, dann spielt die Sicht der USA eben auch keine Rolle.

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Also ich wage zu behaupten das Merz in Deutschland nicht sicherer wäre vor so einer Entführung durch die USA und das auch ohne Mittäter im Inneren.

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Die Leiterin des Justizministeriums hat mitgeteilt, dass Maduro und seine Frau im Southern District of New York angeklagt wurden. Maduro wegen „narco terrorism conspiracy, cocaine importation conspiracy, posession of machine guns and destructive devices against the US“.

Der Bundesanwalt dort ist seit 2025 im Amt und wurde von Trump vorgeschlagen.

Ja, nur das bei demokratischen Wahlen nicht sicher gewesen wäre, ob sich das Volk für eine Marionettenregierung entschieden hätte. Ich gehe halt immer vom besten Fall aus.

Unterschätze nicht das amerikanische Militär, das ist nicht mit Trump gleichzusetzen.

Ich sehe da schon einen Unterschied. Massenvernichtung ↔ minimal invasive Verhaftung.

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Das Pech von Venezuela ist, dass es Öl hat und es für sich behalten will. In den 2000 er Jahren wurden amerikanische Ölfirmen aus dem Land geworfen.
Das will Trump zurück holen

Doof das die EU mit Grönland auch Bodenschätze hat, auf die es die USA abgesehen haben….
Wir müssen uns dringend unabhängig machen von den USA

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@Anja2 Das habe ich bereits erwähnt. Vllt hast du das überlesen? ^^

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Es ist beides völkerrechtswidrig, das ist der Punkt. Das Ausmaß spielt erst einmal keine Rolle. Beide dringen in ein Land ein und töten/entführen Menschen. Völlig egal, wie viele und in welcher Art und Weise, es bleibt völkerrechtswidrig.

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An den politischen Verhältnissen in Venezuela wird sich auch jetzt absolut nichts ändern, solange das Militär nicht nachhaltig geschwächt wird. Und das ist auch nach diesem Angriff nicht passiert.

Das Völkerrecht ist doch inzwischen nur noch ein moralisches Feigenblatt für Sonntagsreden und genauso tot wie die UNO. Die ganze Diskussion darüber finde ich inzwischen nur noch hoch theoretisch.

Und es hat doch keinerlei Konsequenzen wenn man es bricht. Von den EU Staaten militärisch schon mal gar nicht (v.a. Wenn man jeglichen Waffeneinsatz selbst ablehnt) und mit Wirtschaftssanktionen ja auch nur gegenüber kleinen Nationen von denen man nicht abhängig ist.

Und es ist in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage absolut unrealistisch, dass man seine größten Handelspartner sanktioniert. Das würde mMn auch von der großen Mehrheit der Europäer nicht akzeptiert werden.

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Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wenn die USA Einrichtungen des venzuelanischen Militärs angreifen und mit Spezialeinheiten im Präsidentenpalast landen und bei der Festnahme/Entführung Maduros Gewalt anwenden, dann handelt es sich völkerrechtlich um einen bewaffneten Angriff, der ohne UN-Mandat illegal ist.

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Eine Anklage gegen Maduro liegt in den USA schon seit 2020 (unter der ersten Trump-Administration) vor. Diese Anklagepunkte wurden jetzt scheinbar erweitert/erneuert.

An der völkerrechtlichen Bewertung ändert aber auch das nichts, weil (aus gutem Grund, an dem besonders Demokratien eigentlich enormes Interesse haben sollten) inländische Haftbefehle nicht im Ausland ohne Kooperation der jeweiligen Regierung oder im Rahmen eines UN-Mandats durchgesetzt werden dürfen. Das ist der Kern nationaler Souveränität.

Der trumpschen Doktrin folgend könnten die USA auch Aktivisten aus Deutschland entführen lassen, wenn diesen in den USA “Zensur” vorgeworfen wird (oder eine andere vorgeschobene Anklage). Juristisch gibt es da keinerlei Unterschied zum Fall Maduro und die USA haben ohne Zweifel die militärischen und geheimdienstlichen Mittel dazu.

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Hierzu wären Zahlen spannend. Ich hoffe, dass die öffentlich-rechtlichen hier irgendwie Fakten schaffen.

Es könnte sich hier um die Krim der USA handeln. Der FIFA-Friedenspreisträger prüft, wie weit er gehen kann, ohne echte Konsequenzen fürchten zu müssen.

Wenn schon keine echten Sanktionen kommen so wäre das jetzt der Anlass, bei der Unabhängigkeit von den USA zwei Zähne zuzulegen

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Ich habe kein Mitleid mit Nicolas Maduro, dessen Regime sicherlich das menschenverachtendste in ganz Lateinamerika war. Er hat es fertig gebracht, eines der rohstoffreichsten Länder der Welt in einen Ort der Massenarmut und Unterdrückung zu verwandeln. Aber einige Fragen stellen sich dann spontan doch:

  1. Was geht eigentlich gerade in den Schädeln der MAGA-Anhänger vor, deren höchstes außenpolitisches Ideal der Isolationismus ist? Eigentlich waren sich doch die Trumpisten einig, dass die USA nie wieder im Ausland intervenieren sollten. Und jetzt macht ihr großer Führer genau das.

  2. Hat FIFA-Präsident Gianni Infantino tatsächlich vor drei Wochen einen goldglänzenden „Friedenspreis“ samt blinkender Medaille an einen Typen übergeben, der jetzt ohne legitimen Kriegsgrund eine ausländische Hauptstadt bombardieren und den Staatspräsidenten entführen lässt? Das ist mittlerweile schon so grotesk, dass es ernsthaft komisch wird.

  3. Was dachte eigentlich Wladimir Putin, als er heute Morgen in seinem Bunker die Bilder aus Caracas gesehen hat? So ein Delta-Force-Ding hätte er ja gerne auch am 24.2.22 durchgezogen. Weil er dachte, dass die Ukraine ja auf irgendeine Art wie Venezuela wäre. Ist sie aber nicht. Putin würde nie laut darüber sprechen, aber ich wette, er hat heute an seinen Jahrhundertirrtum gedacht.

  4. Und wo wir gerade beim Thema sind: Was ist eigentlich aus Putins Drohungen gegen Trump geworden? Mitte Dezember warnte er die USA vor einem „fatalen Fehler“, wenn sie in Venezuela intervenieren würden. Das hätte „unvorhersehbare Folgen für die gesamte westliche Hemisphäre“, wahnwichtelte der russische Matchbox-Zar. Doch selbst der devote Donald aus New York nimmt ihn mittlerweile nicht mehr ernst.

  5. Wie groß ist eigentlich die Panik bei jenen Regimen, die noch auf die Unterstützung Russlands setzen? Würde die russische Solidarität eine Währung sein, dann wäre sie ungefähr so stabil wie die Reichsmark im September 1923.

  6. Und wie fühlt sich eigentlich die neue deutsche Friedensbewegung, die sonst bei jeder Drohung von Putin das Wort „Angst“ auf den Bühnen der Republik tanzt? Ich fürchte nur, dass es in diesem Milieu noch etwas dauert, bevor der Groschen fällt.

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MAGA-Anhänger finden es geil, dass ihr Präsident so offensiv Stärke zeigt, denn sie definieren Stärke (nur) als physische Unterwerfung.

Es gibt ja die Theorie von Richard David Precht, dass beim Treffen von Trump und Putin in Alaska hauptsächlich über Venezuela gesprochen wurde und es einen Deal gibt, dass die USA Maduro stürzen und Putin die eroberten Gebiete in der Ukraine erhält.

Die Aussagen Putins wären somit nur eine Show fürs Inland.

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Interessant, was heutzutage alles so als „Theorie“ gilt - ist das nicht vor allem reine Spekulation? Was will Putin denn machen wenn Trump gegen seinen Willen in Venezuela agiert hat? Das Ganze zeigt m. E. dass man auf Drohungen aus dem Kreml nicht allzu viel geben sollte.

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Völkerrechtlich ist das relativ eindeutig.
Entscheidend ist jedoch weniger die Bewertung als die Konsequenz und die wird aus Europa faktisch nicht existent sein.

Stattdessen das Übliche:

„Wir müssen wieder auf den Weg der Deeskalation und des Dialogs zurückkehren.“ - dänischer Außenminister Lars Løkke Rasmussen

„Wir beobachten die Lage in Venezuela sehr aufmerksam und verfolgen die aktuellen Meldungen mit größter Sorge“ - vorläufiges Statment des deutschen Außenministerium

Die Opposition wird erwartungsgemäß verbal aus allen Rohren feuern, politisch relevant ist das gegenüber den USA aber natürlich nicht.

Wenn ein amtierender Präsident eines souveränen Staates ohne UN-Mandat militärisch festgesetzt wird und daraus keine realen Konsequenzen folgen, verschiebt sich die zentrale rote Linie internationaler Politik. Macht oder Ohnmacht das ist dann die einzige Währung.


Ich hoffe wirklich, dass spätestens jetzt jedem klar geworden ist, dass man sich auf die USA in keinster Weise mehr verlassen kann! Unsere eigene Verteidigung ist allein unsere Aufgabe und ja, dafür müssen wir erhebliche Mittel in die Hand nehmen.

Willkommen in der Realität seit 2025.
Und frohes neues 2026.

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Naja, wenn Trump einerseits außenpolitisch damit durchkommt, also die UN maximal Empörung äußert, ist das bisher praktizierte Völkerrecht quasi ein Papiertiger.
Daraus werden andere Länder durchaus ihre Lehren ziehen.
Kommt er innenpolitisch damit durch, hat er quasi (erstmal) einen Freifahrtschein.
Gut das bei uns erst nach Trumps Amtszeit gewählt wird. Man stelle sich vor die AfD holt die meisten Stimmen, kommt aber nicht an die Regierung (weil sich eine große demokratische Koalition findet), die USA erklären die neue deutsche Regierung für illegitim und greifen ein….
Sehr theoretisch, aber nicht völlig abwegig seit heute…

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Von NTV:

Nach ihrem Militäreinsatz in Venezuela und der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro wollen die USA nach den Worten von Präsident Donald Trump vorübergehend die Führung des Landes übernehmen. „Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordentlichen und vernünftigen Übergang gewährleisten können“, sagt Trump bei einer Pressekonferenz in seiner Privatresidenz Mar-a-Lago in Florida. Gleichzeitig kündigt er an, US-Ölunternehmen sollten in Venezuela aktiv werden, um „anzufangen, Geld für das Land zu machen“.

tja, es geht uns Öl und Gott sei Dank war Maduro n Arsch, bei dem kann mans ja machen.

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