„Naiv“ nannte ihn auch Björn Höcke, indem er ihn schön doppeldeutig lobte, dass er das mit dem Podcast so „blauäugig“ mache.
Ich denke, dann sehen Debatten aus, wie Profifußball ohne Regeln und Schiedsrichter. Wer am meisten foult, gewinnt. Demnächst dann auch bewaffnet.
Das spricht ökonomisch sicher für ihn, ist aber kaum ein Argument, dass er einen für die Diskussionskultur positiven Beitrag leisten würde. Nachhaltig erfolgreich waren/sind auch Fox News, Donald Trump oder der Springer-Konzern.
Ok, dann macht der Vorwurf zumindest insoweit Sinn. Wenn man aber gleichzeitig gut findet, dass Faschisten 4 Stunden für sich und ihre Politik werben dürfen, würde ich sagen: Auch Eskens Forderung ist nur eine Meinungsäußerung. Wenn doch alle frei ihre Meinung sagen dürfen sollen, darf man auch sagen/fordern, dass man Leute, die Feinden unseres Gemeinwesen helfen, nicht auch noch dafür bezahlen sollte. Wenn jemand eine Plattform bekommen darf, der unser Land auf eine neue Runde durch rechtsextreme Abgründe bringen will, die uns allen massiv wirtschaftlich schaden würden, dürfen auch Leute frei fordern, dass man seinen Helfern wirtschaftlich schadet, oder?
Man möge mir erklären, wem geholfen ist diesem Nischenpodcast ein größeres Forum zu ermöglichen. Für mich ist die Einladung Höcke’s genau das, nämlich kalkulierte Aufregung erzeugen um eine größere Reichweite zu bekommen.
Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil.
Und das war guter, unabhängiger Journalismus vom ZDF?
Oder standen da die „Lager“ schon von Anfang an fest?
Gut? Kommt immer auf den Maßstab an. Für das Konzept der Sendung müssen die “Lager” vorher feststehen. Was die Sendung in aller Regel ganz gut hinbekommt ist, drei Vertreter gegensätzlicher Position zu stellen, die meist so ausgewählt werden, dass einer mehr oder weniger persönlich betroffen ist, einer politisch in dem Bereich engagiert ist und einer irgendeine wissenschaftliche Expertise dazu mitbringt. Und meistens werden in der Sendung die besten Argumente für/gegen beide Positionen präsentiert. Die Bewegung der Akteure auf der Skala am Boden gibt auch eine Rückmeldung, wo sich evtl. trotz grundsätzlich gegensätzlicher Positionen in Einzelfragen Gemeinsamkeiten ergeben können. Insofern bietet dieses Format eben keine widerspruchsfreie Werbeplattform für eine der beiden Positionen an, sondern schon einen guten Einstieg für die eigene Meinungsbildung. Wie stark das durch ein Skript vorgegeben ist, kann ich nicht beurteilen. Aber grade bei der konkreten Folge, würde ich bezweifeln, dass sich Schneider und Ben vom ZDF die Argumente vorsagen lassen. Von daher weiß ich nicht, worauf konkret deine Kritik abzielt?
Unabhängig? Was genau ist damit gemeint? Unabhängig von was?
Edit: Jetzt habe ich die erste Hälfte gesehen. Was genau ist die Kritik an der Sendung? Meine persönliche wäre, dass ich als Zuschauer bisher kein neues Argument gehört habe, aber ich bin vielleicht auch nicht die Zielgruppe. Und wer sich mit dem Thema bisher nicht beschäftigt hat, bekommt hier auf jeden Fall für unterschiedliche Positionen Argumente angeboten.
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sind - genauso wie staatliche Institutionen - zur Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und der Verfassungswerte verpflichtet.
Neutral sollen sie also gerade nicht sein.
Don’t shoot the messenger!
Zur Ausgewogenheit würde sicher beitragen, nun Heidi Reichinnek einzuladen.
Nee. Daniela Klette oder so
Michael M Schmitt, Wagenknecht, Gysi waren alle schon da
der Vater von Maja hat die erste halbe Stunde damit verbracht Ben für seine Gäste und seinen Podcast zu kritisieren, …
Ich bekomm das Gefühl, dass va die lautesten Kritiker haben sden Podcast noch nie wirklich gehört.
Ich bin auch kein Fan, habe das Höcke Interview zb ausgelassen. Falls ich Thema und Person interessant finde, höre ich rein, sonst lass ich es halt ![]()
Es besteht ein großer Unterschied all dieser Leute zum Faschisten Höcke. Sie handeln und sprechen auf dem Boden der demokratischen Grundordnung.
Es ging im Themenvorschlag - so wie ich ihn verstanden habe - nicht darum, wie man diesen konkreten Podcast im großen und ganzen bewertet, sondern den Umgang mit Rechtsextremisten wie Höcke in den Medien im allgemeinen. Die angesprochene Folge war lediglich das Beispiel für die Fragestellung.
Da der Sachverhalt doch im Grundsatz unstrittig ist (da lässt man Leute ohne Einordnung reden, auch Faschisten) und lediglich umstritten ist, ob das ein geeigneter/wünschenswerter/guter Umgang ist, wüsste ich ehrlich gesagt nicht, was es bringen sollte, kursorisch 2,3,5 oder 8 Folgen der Sendung zu hören. Zumal solche Formate ja nicht neu sind, man also weiß, was man da kriegt.
Das wurde damals sogar in von mir konsumierten Medien thematisiert.
Höcke ist allerdings jemand, der sich anschickt, Regierungsverantwortung zu übernehmen.
Das sehe ich bei den anderen genannten aktuell nicht.
Finde ich gut. Vielleicht sogar Ronen Steinke einladen. Der kommt bestimmt gerne rein!
Was soll die Konsequenz sein? Die Entscheidung kann doch nur jeder individuell für sich selber ziehen und den Podcast oder die einzelne Folge eben hören oder nicht. Man kann sogar (total krass) innerhalb einer Folge entscheiden und abschalten. Keiner Zwingt einen diese Podcasts zu hören, zu finanzieren oder zu unterstützen.
Das ist aber keine allgemein gültige Entscheidung
Das Problem ist, dass viele hier in der Diskussion indirekt Ben vorschreiben wollen, wie er seinen Podcast führt oder für Menschen entscheiden wollen, ob man das hören darf.
Hört doch einfach weiter Jung & Naiv und gut ist.
Nein, die zeigen das angemessene Verhalten, nämlich dass Nazis eine Bühne bieten Konsequenzen haben muss. Ben scheint kein moralisch guter Mensch zu sein, wenn ihm Reichweite wichtiger ist als Integrität. Und das muss kam sogar öffentlich sagen. Nennt euch übrigens genauso Meinungsfreiheit.
Ich glaube hier liegt ein Missverständnis vor, dass auch so unhaltbare Vorwürfe erklärt
Die Rubrik Themenvorschläge dient nicht dazu, dass das Lageforum über “Konsequenzen” entscheidet oder wo wir alle uns als nächstes mit Fackeln und Mistgabeln versammeln um endlich eine Meinungsdiktatur auszurufen. Sondern - wie der Name schon andeutet - der Themenfindung. Ob und in welcher Form die Hosts das Thema und die ausgetauschten Argumente aufgreifen, liegt bei Philipp und Ulf.
Aber selbst wenn nicht, habe ich hier niemanden gelesen, der vertreten hätte, man müsse einem Podcaster irgendwelche Vorschriften machen. Nur weil man seine Arbeit für schlecht oder billig oder schädlich oder sonstwas hält, folgt daraus eben nicht zwangsläufig eine Verbotsforderung oder ähnliches. Viele Beiträge, die den Podcast deutlich kritisch sehen, verbinden damit nicht nur keine Forderungen nach irgendwelchen Konsequenzen, sondern lehnen ja schon die Beschäftigung im Podcast ab.
Das ist die Frage. Es ist erst mal kein Problem, wenn irgendjemand in seinem Podcast Rechten eine Bühne bietet. Problematisch wird es, wenn das dann weit gestreut wird.
Wie geht man damit um? Berichtet man darüber? Berichtet man nicht darüber? Macht man einen Themenvorschlag im Lage-der-Nation-Forum oder hofft man, dass das bald wieder in Vergessenheit gerät?
Was macht man, wenn ein Rechter einen Vorschlag im Lage-der-Nation-Forum macht, in der Hoffnung, dass nun noch mehr auf den Podcast aufmerksam werden und noch mehr Reichweite erzeugt wird?
Ich hab da keine Lösung.
Man muss gar keine moralischen Maßstäbe anlegen, da offensichtlich ist, dass Berndt alias “Ben” unter dem Deckmantel der “Meinungsfreiheit” Vorfeldarbeit im “vorpolitischen Raum” für die radikale bzw. extreme Rechte leistet. Das ist bei etwas näherem Hinsehen nur allzu offensichtlich.
Die einzig strittige Frage ist, ob es ihm damit gelingt, Einstellungen und u.U. Wahlpräferenzen zu verändern.
Denken wir uns mal das Höcke-Interview weg. Würde das wirklich einen nennenswerten quantifizierbaren Unterschied machen?
Ich bin diesbezüglich sehr skeptisch.
Heute las ich Folgendes in der Zeit:
Erschwerend kommt hinzu, was der Sachsen-Anhalt-Monitor 2025, eine Studie zur gesellschaftlichen Stimmung im Bundesland, ergeben hat: Nur noch 43,5 Prozent gelten als »solide Demokraten«, 54 Prozent als »fragile Demokraten«. Letztere schließen antidemokratische Alternativen wie Einparteiensystem und Diktatur nicht aus.
Die Frage, die sich hier stellt, ist, ob die Fragilen nicht ohnehin früher oder später umkippen. Ich meine ja, denn:
Die AfD verfolgt seit Jahren eine Strategie, die Rechtsextremismusforschende »Normalisierung von unten« nennen. Ihre Vertreter zeigen Präsenz auf Marktplätzen, Stadtfesten, eigenen Bürgerdialogen und streben in kommunale Ämter. Das Bild, das entstehen soll: Die AfD ist nahbar, hört zu, kümmert sich.
Angesichts dessen spielt ein Höcke-Interview auch keine Rolle (mehr). Das Ranwanzen passiert nämlich auf anderen Wegen sehr viel wirkungsvoller.