Tesla - wirklich subventionswürdig?

Liebes Team Lage der Nation,

seit Monaten höre ich Euren Podcast und bin begeistert.

In der Folge 256 allerdings, als es um die Subventionen für tesla ging, war ich jedoch davon irritiert, dass Ihr – nach meiner Einschätzung- doch ziemlich an dem Problem tesla vorbeigeredet habt. Es ging um Subventionen – und Ihr kamt zu dem Schluss, dass tesla natürlich Subventionen zustehen, und dass – wer anders denkt – von Neid geleitet sein müsste.

Super wäre es, wenn Ihr das Thema tesla nochmal beleuchten könntet anhand der Themen, die wirklich relevant sind rund um den Betrieb in Grünheide.

Aus meiner Sicht sind das in Kürze die folgende Punkte (und Ihr könnt das sicher mit viel besseren Mitteln recherchieren als ich – kommt Ihr dann weiterhin zu dem Schluß, dass tesla Suventionen zustehen? Mal sehen…):

  1. Arbeitskräfte

Klar, alle sind begeistert, wenn in dem strukturschwachen Brandenburg mal jemand daher kommt, der Arbeitsplätze schafft. Das Argument „Arbeitsplätze“ führt dann dazu, dass nicht hinter das Vorhaben geschaut wird. Stattdessen erstarren alle in Ehrfurcht. Was ist nun wirklich der Fall? Angekündigt wurden Arbeitsplätze im 5-stelligen Bereich (Tesla-Minifactory Grünheide: 12.000 statt der versprochenen 40.000 Jobs - Business Insider). Plötzlich ist die Ankündigung ins 4-stellige abgerauscht. War die vollmundige Ankündigung Kalkül, um schnelle Anhänger – vor allem in der Politik - für das Vorhaben zu finden?

  1. Bau – und Betriebsgenehmigung

Bisher ist das Vorhaben noch nicht genehmigt worden. Trotzdem ist schon von Subventionen die Rede. Hat Musk es also geschafft: er versteht es, die Klaviatur des deutschen Verfahrens-Chaos für sich auszunutzen. Durch seinen vorzeitigen Bau ohne Genehmigungen und Antragsstellung in Salami-Taktik schafft er Tatsachen, an denen offenbar niemand mehr vorbeigehen will. Aber steht er denn außerhalb des geltenden Rechts? Der NABU und die Grüne Liga scheiterten mit ihren Klagen immer wieder, obwohl es Störfallgutachten gibt, die keine positive Prognose liefern [(Tesla-Minifactory Grünheide: 12.000 statt der versprochenen 40.000 Jobs - Business Insider]

Die Batteriefabrik, die subventioniert werden soll, wurde als Lagerhalle beantragt und gebaut. Auch hier scheint mir eine vorsätzliche Täuschung vorzuliegen. Lagerhalle statt Batteriefabrik

  1. Ökologie:

Tesla/Musk bereichert sich an dem angeblichen Öko-Vorteil der E-Mobilität, berücksichtigt aber an keinem Punkt ökologische Aspekte:

  1. Problem: der enorme Wasserverbrauch – und das in einem Wasserschutzgebiet
    Wasserverbrauch
    Wasserverbrauch

  2. Problem: Abwasser: Das Abwasser soll in die Müggelspree abgeleitet werden. Das dafür erforderlich Klärwerk ist noch nicht einmal beantragt. Was passiert in der Zwischenzeit?
    Abwasser

Dass Tesla ohne Genehmigung Abwasserrohre verlegt, lässt nicht das Vertrauen aufkommen, dass es zukünftig alles sauber (im eigentlichen und im übertragenen Sinne) verläuft Saubere Abwasser?

  1. Problem: Eigener Stromverbrauch und Stromproduktion für den Bau und den Fabrikbetrieb: Für die Stromversorgung werden Dieselgeneratoren verwendet!!! Dieselgeneratoren - alles bio? Dieselgeneratoren - alles bio?

  2. Problem: Zu – und Ablieferung von Material

Es wird von 1600 LKW-Fahrten pro Tag und 23 Güterzügen pro Tag ausgegangen Zulieferung ohne Infrastruktur
Die Infrastruktur dafür gibt es nicht, und es ist eine massive Belastung für die Region.

  1. Problem: Anfahrt der Beschäftigten: Dafür ist nicht gesorgt. Es ist damit zu rechnen, dass diese von weither mit dem Auto anreisen (sicherlich kein E-Auto). Erste Schätzungen gehen von 3000 Anfahrten pro Schicht (3 Schichten pro Tag) aus Verkehrserschließung Tesla-Werk

Zusammenfassend: Der Betrieb steht angeblich für Arbeitsplätze und Förderung einer ökologischen Technologie (E-Mobilität). Beides erscheint sehr fraglich, und man kommt nicht umhin, sich auch verarscht (Pardon!) zu fühlen angesichts von Dieselgeneratoren etc. Es wäre doch ein leichtes gewesen, auf die unendliche Dachfläche der Fabrikgebäude zum Beispiel Solaranlagen zu bauen. Aber statt in wirklich ökologisches Produzieren zu investieren, verschwendet Musk sein Geld damit, Milliardäre ins All zu schießen – einfach weil er es kann. Ich habe noch nichts über den CO2-Fußabdruck davon gefunden. Es ist anzunehmen, dass er monströs ist.

Fazit ist für mich: es ist völlig unverständlich, wieso eine Genehmigung des Vorhabens (und von Subventionen) nicht an Bedingungen geknüpft werden, damit die Region nicht gefährdet wird, sondern wirklich eine Förderung ökolgischer Technologien stattfindet. Tesla/Musk haben augenscheinlich nicht eine ökologische Agenda.

Mir ist bewußt, dass Euer Podcast kein Wünsch-Dir-Was ist. Aber vielleicht findet Ihr das Thema auch so interessant, dass es sich lohnt, sich das nochmal genauer anzuschauen? Das Ganze ist doch eingebettet in die große Frage, was ökologisch sinnvoll ist und was nicht und wo die Ökologie vor der Ökonomie zurückstehen darf – eigentlich doch das Thema unserer Zeit.

Vielen Dank und herzliche Grüße,

Susanne D

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Ich unterstütze das auch, dass man hier deutlich näher darauf eingeht. Der Verbreitung von Gerüchten muss wirklich substantiell geantwortet werden.

  • nur 12.000 Arbeitsplätze. Klar dass man sich da aufregen muss. Schließlich gibt es in Berlin da bestimmt genug davon. Und dann werden die ersten nicht mal eingestellt, nur weil die Fabrik noch nicht fertig ist (Ironie)
  • nun wird auch noch eine Batteriefabrik gebaut. Da versuchen die EU und mit ihr DE mit allen Mitteln zu versuchen in Europa Batteriefabriken zu ermöglichen. Dann kommt einfach einer und baut die dringend benötigte Industrie auf. Ein echter Skandal (Ironie)
  • Ökologie: ohne Problem kann man im Netz die Produktiosverfahren zum Bau von Lithium-Batterien nachschauen, Was fällt da auf? Wasser wird dafür nicht verwendet.
  • Abwasser: Gefährliche Abwässer aus der Industrie gibt es in DE schon seit mehr als 20 Jahren praktisch nicht mehr. Und zwar deshalb, weil die gesetzlichen Forderungen so hart sind (Grenzwerte zur Einleitung und Kreislauftechnik). Den Tesla Mitarbeiten aufs Klo gehen verbieten zu wollen ist dann doch etwas des guten Zuviel (Ironie)
  • Stromverbrauch: Tesla baut gerade auf seinen größten Fabriken in den USA PV Anlagen die alles in den Schatten stellen, von dem deutsche Firmen auch nur träumen. Warum? Das ist seine eigene Technik. Mit dem Klammerbeutel gepudert wäre er, wenn er das nicht auch in DE macht. Wobei man wissen muss, dass die Politik in DE alles tut um solche Eigenversorgung unattraktiv zu halten (keine Ironie sonder Erfahrung)
  • Logistik: Danke für den Link. Vermutlich einmalig in der Geschichte der deutschen Industrie ist, dass der Bauherr von Instituten Konzepte für die gesamte Infrastruktur entwickeln lässt um die Logistik zu ermöglichen. Den Boden sollte man küssen (bisschen Ironie, aber nah an der Realität)
  • Das Thema unserer Zeit: Klimaschutz. Ja wirklich sehe ich auch so. Was hat Mutti immer gesagt…alternativlos….Alternativlos ist der Umstieg vom Verbrenner auf die E-Mobilität ( nur keine Mobilität ist besser). Ohne diesem Typ aus Amerika würde sich die Autobauer in DE immer noch darum bemühen zu erklären, warum ihr Dieselgate das einzig Wohlstandbringende in DE ist. So her wurden sie gezwungen selber innovative Technik auf den Markt zu bringen. Alleine dafür hat Tesla das Bundesverdienstkreuz verdient.
  • Also hoffen wir mal zusammen, dass in der Lage da mal inhaltlich und mit Tiefgang über das Thema berichtet wird
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Ich bin ganz deiner Meinung. Ich finde auch, dass man Tesla mal etwas genauer untersuchen sollte.
Die ganze Diskussion erinnert mich an ein Plakat, das zwei Damen beim Protest gegen den Irakkrieg hochgehalten haben: Bombing for peace is like fucking for virginity. Ich kann die Umweltkompatibilität nicht nachvollziehen.

Mehr Konsum, Platz für Fabriken, Emissionen beim Bau, mehr Autos (Reifenabrieb führt zu Mikroplastik im Wasser und ist extrem schädlich), also weniger Umdenken, wie Mobilität in der Zukunft gestaltet werden sollte. ****

Elon Musk hat eine unantastbare Persönlichkeit von sich erschaffen. Dass er doofe Luxusautos baut, die nur für wenige Gutverdiener erschwinglich sind? SUPER! Es sind ja Elektroautos. Woher das Lithium kommt? KEIN PROBLEM! Wird abgebaut. Das ist natürlich überhaupt kein Problem für die Biodiversität., Landschaft und Wasser in der Gegend.

Alles in allem: Elektroautos sind auch auf andere Weise schädlich für die Umwelt. Die Frage sollte vielmehr lauten: wir brauchen Autos, keine Frage. Aber der Individualverkehr sollte radikal überdacht werden. Und jetzt einfach auf den Zug springen und ohne Rücksicht auf Verluste eine Fabrik aus dem Boden zu stampfen, weil es ja alles für den Umweltschutz ist, ist vielleicht doch unter näherer Betrachtung eine Art ‚fucking for virginity‘.

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Jedes Elektro-Auto das nicht gebaut wird kann auch keinen Dinosaurier Verbrenner ersetzen. Klar kann man ab sofort den Bau von Autos verbieten. Probiert es doch einfach mal.
Wie ich schon sagte stimme ich auch einer näheren Analyse zu. Bei der wird sich dann herausstellen, dass die doofen Luxusautos für die Gutverdiener auch noch weniger kosten als Mittelklasse-Wagen in DE. Kommt sicher darauf an wo du wohnst. Aber wenn ich auf einem x-beliebigen Parkplatz schaue, dann sind mindestens 80% der Autos teurer als ein Tesla. Vielleicht einfach mal schauen was Autos kosten, das hilft.
Ja woher kommt das Lithtium? Z.B. aus der Tiefengeothermie am Rhein, oder aus Sachsen. Die Firmen stehen da schon in den Startlöchern. Wem die heutige Lithiumgewinnung nicht gefällt (kann ich ja verstehen), der soll halt sein Handy abgeben. Man überlebt auch ohne WhatsApp.
Und wer darum bettelt, dass stinkende Diesel-Autos weiterhin die Umwelt verpesten, der soll sich bitteschön klar dazu bekennen, dass im Klimaschutz egal ist.

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Moin zusammen,

hier kurz ein link, bevor ich es nochmal schreibe :slightly_smiling_face::

Viele Grüße!
Anja

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Man kann es uns ökos aber auch gar nicht Recht machen. Auf der einen Seite soll der CO2 Ausstoß von allen Menschen runter gehen, dafür braucht neue Technologie und andere Lebensstile. Wenn jetzt aber jemand daher kommt und sagt :„schaut Leute, ich Bau euch eure CO2 sparsameren Autos und baue sogar die Batterien in DE, wo immerhin schon 40% des verwendeten Stroms erneuerbar sind“. Ist’s auch nicht Recht, weil er, um seine Produktion aufbauen muss, lokal in die Umwelt eingreifen muss. Sry, aber solange, die über dem Wald schwebende vollkommen autarke Fabrik nicht erfunden ist, müssen wir damit leben, dass irgendwer auch das Zeug produziert, was uns dabei hilft auf CO2 Neutralität umzuschwenken.

MMn muss man einfach abwägen, was einem das kleinere übel ist. Eine Batteriefabrik in Deutschland, mit den entsprechenden Folgen für die Gegend, oder doch lieber weiter weniger als 1% E Autos auf den deutschen Straßen…

Und Mal ganz abgesehen davon, finde ich es vollkommen richtig, dass er das ganze Behörden Kuddelmuddel links liegen lässt und sein Ding durchzieht. Das Problem ist da wirklich nicht Musk, der seine Fabrik bauen möchte, sondern der ganze Papierkrieg, wegen welchem in Deutschland in Sachen Innovation kaum noch was voran geht…

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Danke für das ausführliche eingehen auf die (wirklich völlig aus der Luft gegriffenen) „Argumente“, die hier gegen Tesla, batterieelektrische Mobilität usw. angeführt werden.
Wurde quasi alles von Brancheninsidern schon zigfach widerlegt und richtiggestellt.

Ich finde diese Panikmache mittlerweile einfach nur noch lächerlich.

Es sollte wirklich dringend diskutiert werden, ob wir die Anzahl an Autos nicht besser reduzieren sollten. Gerade in Städten wäre das ein Segen. Das haben die Hersteller aber auch schon längst kapiert.

Vor diesem Augenmerk ist es umso weniger schlau gerade Tesla vorzuwerfen, sich nicht für eine Mobilitätswende einzusetzen. Tesla ist aktuell eines der führenden Unternehmen im Bereich autonomen Fahrens. Eine Technologie, die es uns erlauben könnte, deutlich weniger Autos einzusetzen, da diese eben nicht mehr 23 Stunden am Tag stehen, sondern permanent fahren und Menschen transportieren und somit die Anzahl benötigter Autos zu verringern.

Eine weitere Misconception, die überall sehr häufig Auftritt ist das Narrativ der „überflüssigen Luxus-Autos“. Fakt ist nun mal, dass auf der Straße einige teure und leistungsstarke Autos unterwegs sind. Diese Leute haben genug Geld um weiter Auto zu fahren, egal was kommt. Überzeugen kann man diese Leute nur mit gleichwertigen Autos. Das gilt auch für die Pickup-Fahrer in den USA. Die werden nicht mit einem eSmart plötzlich Elektro-Fans. Die Wahl ist also die Leute weiterhin 20L Benzin auf 100km mit Klappenabgasanlge in den Städten Kreise fahrend verblasen zu lassen - oder ihnen ein genau so gutes E-Auto zu geben, das sauberer, effizienter und leiser ist. Daher braucht es auch Firmen wie Tesla, Rimac, Porsche usw., die diesen Markt bedienen können. Gerade bei Pickups sieht man: Die Gleichung geht perfekt auf.

Ja, große Autos sind nicht cool, aber daran ist nicht Tesla schuld. Am besten auch mal in die Portfolios anderer Hersteller schauen, da gibt es sowas auch.

Mobilität ist viel komplexer als nur „Große Autos sind doof“. Auch wird sich die Mobilität in den nächsten Jahren stark verändern.
Wir können in der Tat froh sein, dass jemand wie Musk mit Tesla die Elektromobilität pusht und andere Hersteller zum Umdenken zwingt, die uns bis vor kurzem noch Diesel mit Schummelsoftware als „sauber“ verkauft haben. Nicht vergessen: Auch etwas wie der ÖPNV profitiert extrem von der Antriebswende.

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Das kannst du noch öfter schreiben. Deswegen wird keine deiner Aussagen fundierter. Gib mir bitte einen Hinweis der nicht emotional sondern sachlich begründet ist. Ich lese deine Aussagen auch nochmals nach

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Nachtrag für Anja, sorry für die verkürzte Antwort. Nun die Langfassung: Da du persönlich betroffen bist ist es für dich natürlich schwierig. Wenn man weit weg wohnt hat man leicht reden. Aber jetzt zu deinen Hinweisen:

  • Arbeitsplätze und Beschäftigungspolitik: Ich mag nun nicht die ZDF Sendung ansehen. Zumal bekannt ist, dass dort oft auf Bildzeitungsniveau Hetze verbreitet wird. Zum Thema Beschäftigte ist aber bekannt, dass nur die besten der besten eine Chance haben bei Tesla einen Job zu bekommen. Ob das auch für den Niedrig-Lohn-Sektor gilt kann ich nicht sagen. Aber naturgemäß wird der dort eh ziemlich dünn ausfallen.
  • natürliche Ressourcen: welche Ressourcen meinst du denn? Es wird immer wieder vom Wasserverbrauch gesprochen. In einer modernen Autofabrik wird das meiste Wasser fürs Klo benötigt. Der Verbrauch ist also nicht wirklich ein Thema. Die Presse rechnet vermutlich wie wenn Kreislaufwasser nur einmal verwendet würde.
    -Infrastruktur: wie schon beschrieben wurde ein eigenes Planungskonzept dafür erstellt. du findest auch hier 200 Seiten darüber: https://mil.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/Landesplanerisches%20Konzept%20zur%20Entwicklung%20des%20Gigafactory-Umfeldes.pdf
  • Baupreise: Wie gesagt, wenn man nicht unmittelbar betroffen ist, hat man leicht reden. Ich kenne das durchaus auch selber. Schon vor 30 Jahren habe ich in einem Ort gebaut, in dem die Baulandpreise 8mal höher waren wie in der Pampa. Ist halt so. Aber genausogut könnte man ab sofort verbieten, dass kein Betrieb sich mehr in München ansiedeln darf. Habe dort mehrere Neffen leben, die können ein Lied davon singen.
  • wenn es also auch weh tut, dann muss man vielleicht doch zumindest versuchen neben seinen Emotionen die Sache nicht zu vergessen.

Hallo @LeoWom,
da kannst du gern viel nachlesen (man findet ja online alle möglich Dinge, die sich dann zu dem eigenen Bild zusammensetzen lassen) - ändert aber an der Sachlage nix: Die Subventionen sind hier Fehl am Platz. Es gibt Regionen im Land, die dringender Arbeitsplätze brauchen. Es wird ein ohnehin schon existierendes Grundwasserproblem noch substanziell verschärft. Die Bodenpreise muss man schon ein Weilchen beobachten, bevor man das signifikante Äußerungen zu treffen kann und da kann wird dir nichts anderes übrig bleiben, als hin zu nehmen, dass wir auf Grundstückssuche hier seit Jahren das beobachten. Vor 4 Jahren lag der qm hier im Wohngebiet bei 70€. Jetzt bei 600+€.

Es wäre hilfreich, deine Argumentation selbst mit Fakten zu unterfüttern, wo dir das doch so wichtig ist. Meine Statements (Aussagen macht man vor Gericht) sind keineswegs emotional, da mich die Sachlage hier vor Ort in zwei Monaten nicht mehr wirklich tangiert. Sie bringen nur drei Punkte an, die wirklich mangelhaft im Vorhaben sind.
Insofern würde ich dich um eine respektvolleren Umgang bitten …

meine Rückmeldung vorab schrieb ich vor deiner letzten Antwort und war bezogen auf deine „Kurzfassung“. Ich neige jedoch nicht dazu diese deshalb zu löschen, dennoch erklärt die Langfassung von dir mehr, bleibt aber noch genauso verkehrt:

  1. Ich bin nicht persönlich betroffen, kenne nur die lokalen Probleme. Für mich ist nix schwierig, da wir vor Bekanntgabe des Werks unser Grundstück erworben haben - 20km entfernt, da die Gentrifizierung hier vorher schon für 300+€ auf den qm gesorgt hat. Sie sprang unmittelbar auf 600+ nach Bekanntgabe. Dein Argument der persönlichen Betroffenheit ist somit hinfällig.
  2. Der Straussee verliert z.B. seit Jahren Wasserpegel. Schwimmbad geschlossen seit 2 Jahren. Ursache unklar. Brunnenbau ist hier in der Gemeinde aufgrund zu niedrigem Grundwasserstand schon seit drei Jahren verboten. Aber die Gigafactory verbraucht ja nur 1,4 Mio Kubikmeter Wasser p.a. … Tesla zapft Brandenburg das Wasser ab – Experten bewerten die Lage - ingenieur.de
    Wasser haben wir ja offenbar massenweise hier. Infrastruktur das da hin zu leiten natürlich auch.
  3. Schön, wenn du vor 30 Jahren schon gebaut hast. Ist aber hinfällig, wenn man jetzt für seine junge Familie ein Heim schaffen will. „Ist halt so“ ist leider kein Argument. Aber wenn man vor 30 Jahren schon gebaut hat, ist man ja auch reichlich weit weg von den Problemen der jüngeren Generation und muss auch nicht mehr ganz so lange mit den Folgen der Entscheidungen leben (weit, weit weg vom Ort des Geschehens).
  4. Nö, tut gar nicht weh. Bin voll in der Sache. Lasse nur deine „Emotionalisierung“ meines Beitrages nicht so stehen. Wie gesagt: Mein Grundwasser kommt zukünftig nicht aus dem Bereich. Faktisch ist hier kein Arbeitsplatzmangel (in anderen Regionen aber bald schon → Kohleausstieg) aber Grundwassermangel. Ignoranz gegenüber diesen Fakten, legitimiert die Fehlinvestitionen der Subventionen. An anderen Stellen wäre das sinnvoller und schonungsvoller für die Ressorcen.
    Herzlichen Glückwunsch!

Ah, wunderbar konstruktive Antwort.
Jetzt bin ich Verfechter von Dieselautos (habe ich wirklich nie gesagt) und ein Öko, dem man es nie recht machen kann.
Auf den Einwand, dass ein generelles Umdenken in Bezug auf Mobilität nötig wäre, wurde leider inhaltlich gar nicht eingegangen.
Ich hab nämlich NIE gesagt, dass man auf Autos ganz verzichten sollte. Aber ich wohne beispielsweise in London (wo derzeit Benzinmangel herrscht). Und ich wundere mich so unheimlich über die Leute, die allein in ihren Autos Stunden an der Tankstelle warten. Warum nicht zu Fuß gehen? Rad nehmen? Je weniger Autos auf den Straßen, desto sicherer wird auch das Fahrradfahren. Und Fahrräder in Städten sind unschlagbar in ihrer Klimabilanz. Es ist mir egal, ob meine Kinder oder ich von einem Elektroauto überfahren werden. In London sind über 60% der zurückgelegten Strecke unter einer Meile. Auf den Einwand, dass auch Elektroautos durch den Reifenabrieb umweltschädlich sind, wurde auch nicht eingegangen. Dass dadurch leichtere Autos weniger Abrieb haben - egal. Hauptsache das Argument wird zurechtgebogen, dass ich ja anscheinend völlig d’accord bin mit Luxusbenzinern (bin ich nicht, falls das immer noch nicht klar wurde).
Das geht in Städten und nicht auf dem Land - bitte keine Argumente in diese Richtung.
Auf den Einwand, dass jedes Bauen in irgendeiner Form umweltschädlich ist und man vielleicht auch auf die Argumente der anderen Seite eingehen sollte - wurde leider auch nicht gemacht. Ist einfacher, die andere Seite als Ökos abzustempeln.
CO2 Neutralität gibt es nicht. Alles, wirklich alles hat Auswirkungen. Auch beim Fahrradfahren bin ich nicht CO2 neutral, schließlich atme ich auch mehr CO2 aus. Dass ich lieber hinter einem Elektroauto radle, sollte auch klar sein. Es geht immer letztendlich um das geringere Übel.
Ich verstehe einfach nicht, was so verwerflich und verächtlich daran ist, Energie in jeglicher Form sparen zu wollen. Möchte ich wirklich gerne wissen.

Und in diesem Artikel wunderschön zusammengefasst.

Dieser Paragraph ist der trefflendste für diese Diskussion:
Or look at the materials required for the electronics revolution that will, apparently, save us from climate breakdown. Already, mining and processing the minerals required for magnets and batteries is laying waste to habitats and causing new pollution crises. Now, as Jonathan Watts’s terrifying article in the Guardian this week shows, companies are using the climate crisis as justification for extracting minerals from the deep ocean floor, long before we have any idea of what the impacts might be.

We have no hope of emerging from this full-spectrum crisis unless we dramatically reduce economic activity. Wealth must be distributed – a constrained world cannot afford the rich – but it must also be reduced. Sustaining our life-support systems means doing less of almost everything. But this notion – that should be central to a new, environmental ethics – is secular blasphemy.

Bitte nur fundierte und auf Evidenz basierende Fakten, die George Monbiots Argumente widerlegen.

Sorry, dass ich unterstellt habe, du bist durch Betroffenheit beeinflusst. Dann gerne wieder zurück zur „Ignoranz gegenüber Fakten“.

  • Privater Brunnenbau ist in weiten Teilen Deutschlands schon seit Jahrzehnten fast unmöglich. Und wenn euer Schwimmbad undicht ist, dann sollte man vielleicht nach einem Leck suchen. (sorry aber diese Spitze konnte ich mir nicht verkneifen)
  • Ich hatte mir vor ein paar Monaten schon die Website von eurem Wasserversorger angesehen. Da stand nix zum Thema Wasserknappheit oder Wassersparen
  • vielen Dank für den link zum Thema Wasser. Dort steht z.B. dass eine Lithium Batterie für Autos die Wassermenge wie eine halbe Jeans benötigt. Wer im Einzugsbereich der WSE Wasser verschwendet kann man auf deren Website unter "verantwortungsvoller Wassergebrauch " nachlesen
  • aber das Beste: der Verband selbst schreibt: „Mit der nun getroffenen Entscheidung ist die Ver- und Entsorgung der Tesla-Fabrik in der ersten
    Ausbaustufe mit den beantragten Mengen aus dem Genehmigungsverfahren und den derzeitig
    verfügbaren Ressourcen des WSE sicher gestellt“
  • ich habe ja selber geschrieben, dass man weit weg leicht reden hat. Die Situation steigender Baulandpreise und knappen Baulands ist trotzdem nicht Brandenburg vorbehalten
  • Arbeitsplatzmangel: da habe ich jetzt gar nicht exakt danach geschaut. Aber die Arbeitslosenquote, die ist für jedermann nachzulesen. Da findet man, dass Brandenburg eine doppelt so hohe Quote hat wie z.B. Bayer, und Berlin das dreifache.
  • selbst bei dem Thema „Aussage“ hilft es, wenn man nachliest bevor man etwas behauptet.

Den herzlichen Glückwunsch habe ich jetzt nicht ganz verstanden.
Gleichwohl liebe Grüße. Ich bin sicher wir würden uns gemeinsam am Tisch herzlich streiten können :slight_smile:

Ich befürchte da prallen Welten aufeinander. „Wir Ökos“ hat Parzeekarz geschrieben. Damit meint er auch sich selber. Nur du bist deswegen auch noch beleidigt.
Evidenzbasiertes Faktum ist, dass ein Elektro-Auto ein Quantensprung zu den aktuellen SUV in DE ist.
Was den Artikel betrifft, das tut mir wirklich leid, das liest sich leider wie die Behandlungsempfehlung mit Globuli. Da passt deine Aussage 1:1 dazu, dass du beim Fahradfahren CO2 ausatmest und das als Problem addressierst bzw. als „Beweis“.
Wir „Ökos“ sollten gemeinsam mit aller Kraft für den Klimaschutz aktiv arbeiten. Und dafür sind technische Quantensprünge nötig, glaubs mir.

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Nochmal:
Wir sind a) ein Trinkwasserschutzgebiet,
b) 20km entfernt kann ich problemlos Brunnen bohren, weil keine GrundwasserKnappheit da ist
c) der Straussee ist ein See. Verrückt, nicht wahr. Folglich speist sich das Wasser aus natürlichen Quellen, wenn man mal den gesunden Menschenverstand bemüht ist also kein Stöpsel oder Leck da. Da der Herr ja so auf Faktencheck steht:
Brandenburg ist groß und hat viele Regionen (das weiß man weit weit weg vielleicht nicht so genau). In den Regionen Brandenburgs, wo die Arbeitslosigkeit hoch ist oder höher wird, wäre das Werk sinnvoll. HIER ist es am falschen Platz. Nichts anderes habe ich gesagt.
Die Auflösung deiner Arbeitslosigkeitsbetrachtung ist leider nicht geeignet für deine Schlussfolgerung. Das Werk sitzt direkt im Speckgürtel Berlins. Da ist nicht so eine hohe Arbeitslosigkeit. Berlin selbst ist ein anderes Bild. Dafür müsste man sich hier aber lokal auskennen, um da sinnvoll was zu schlussfolgern.
Wenn du schon bei der WSE schaust recherchiere doch bitte richtig:
https://www.w-s-e.de/fileadmin/user_upload/pressemitteilungen-pdf-fotos/20201210_pm_wasserversorger_metropolregion_imr-neu.pdf
https://www.w-s-e.de/fileadmin/user_upload/pressemitteilungen-pdf-fotos/20200116_wse_pm_tesla_versorgung.pdf
https://www.w-s-e.de/fileadmin/user_upload/pressemitteilungen-pdf-fotos/20190730_pm_ressourcewasser.pdf
https://www.w-s-e.de/fileadmin/user_upload/pressemitteilungen-pdf-fotos/20190702_pm_wse_trinkwasserampel.pdf

Ein unmittelbarer sprunghafter Preisanstieg der Bodenpreise nach Verkündung des Werks ist keine normale Entwicklung von Bodenwerten und betrifft ja auch wieder nur die lokale Bevölkerung. Die hat dann natürlich den Nachteil und zwar dauerhaft.

[…]

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Dass du die aktuelle Pressemeldung der WSE abtust mit „schau richtig“ und dann einfach auf ältere verweist, da bleibt mir nur die Spucke weg.
Aber lassen wir das. Wenn man in der Region wohnt hat man naturgemäß einen anderen Blickwinkel und kennt die Situation eben aus erster Hand. Da steht es mir keineswegs zu, zu behaupten ein anderer Blickwinkel wäre „richtiger“.

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Bei uns bezeichnet übrigens kein Mensch ein Naturbad als Schwimmbad. Aber das kannst du natürlich nicht wissen. Genauso wenig wie ich, dass es andersherum sein könnte

Vielen Dank für die Reaktionen und Meinungen zu meinem ursprünglich eingebrachten Themenvorschlag. Ich denke, es hat sich der ganze Fächer möglicher Standpunkte aufgetan. Deutlich wird auch, dass eine Diskussion untereinander Grenzen hat. Wir kennen uns nicht, wissen nicht, wie und mit welchen Haltungen wir zu unseren Meinungen kommen. Letztlich würden wir einander auch nicht glauben. Es ist wirklich schwer, sich als interessierter Mensch ein umfassendes Bild zu verschaffen und alle möglichen Quellen zu sichten, jedes Für und Wieder seriös und umfassend abzuwägen. Deshalb sind doch solche Formate wie die Lage der Nation so wichtig, um die Themen umfassend zu beleuchten und besser einzuordnen. Nicht umsonst habe ich meinen Vorschlag in der Rubrik „Themenvorschläge“ eingereicht und nicht bei den allgemeinen Diskussionen. Deshalb wäre mein Vorschlag und meine Bitte, dass wir ab jetzt nur noch Fragen formulieren an das Team von Lage der Nation, damit es weiß, wie das Thema evtl. aufgegriffen werden könnte und mit welchen Schwerpunkten. Wir können uns diese Fragen nicht gegenseitig beantworten.
Ein Anfang, mit der Bitte um Ergänzung:
Konkret, bezogen auf Tesla an diesem Standort (und dabei ist sicherlich zu unterscheiden zwischen der Autoproduktion und der Batteriefabrik):

  • wie verhält es sich mit der Öko-Bilanz an diesem Standort, wenn man alle Variablen einbezieht wie möglicher Wasserverbrauch, Stromverbrauch (und dessen Produktion), An-und Abfahrt von Material und Menschen?
  • welche Auflagen sind bereits vorgesehen für eine Genehmigung und welche wären darüber hinaus wünschenswert/sinnvoll?
  • wie verhält es sich mit Arbeitslosigkeit in dieser Region, bzw. woher werden die Arbeitskräfte kommen? Und damit verbunden: welche Infrastruktur ist für sie vorgesehen (geplant, geschaffen, nötig)?
    Mehr generell und darüber hinaus:
  • E-Autos: die Lösung?
  • Arbeitsplätze: immer ein schlagendes Argument? Egal an welchem Standort?

Wie gesagt, weitere Fragen wären super; Antworten wären toll vom Lage-Team.
Vielen Dank!
Susanne D

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Das sollte lediglich abbilden, dass die Wasserknappheit kein „neues“ Problem ist, sondern schon bevor hier auch nur irgendeiner über Tesla sprach, akut war.
Ich finde die E-Mobilität auch cool und die Innovationskraft des Herrn Musk. Es ist aber einfach mal der falsche Standort. Viele tausend Menschen werden hierunter in den kommenden Jahrzehnten leiden. Das ist dann aber unpopulär bei denen, die vor Ort nicht sind. Ich wollte hier nur abbilden, dass man für das Vorhaben selbst sein kann, der Standort aus verschiedenen Gründen einfach falsch gewählt ist.
Schau dir mal das hier an: https://www.ardmediathek.de/video/exclusiv-im-ersten-streit-um-tesla/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JlcG9ydGFnZSBfIGRva3VtZW50YXRpb24gaW0gZXJzdGVuLzkwMWY5ZWEwLWRlOGEtNDBiNC1iYTZhLTg4NmZhZGEwNWU2NA/

Es ist auch einfach widerlich, wie die Politik das Vorhaben hofiert. Einfach ekelhaft. Eisenhüttenstadt oder Cottbus oder Dortmund hätten sich auch gefreut.

Viele Grüße!

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