Angst ist nicht die einzig mögliche Triebfeder von Politik und wenn wir uns ehrlich machen ist es vermutlich die schlechteste Motivation, eine politische Maßnahme zu vollziehen.
Entsprechend ist zum Beispiel die Klimapolitik der Grünen auch originär nicht von Angst getrieben, sondern von der Vision einer besseren Welt. Auch wenn es in vielen Medien und Diskussionen anderer gesellschaftlicher Akteure oft anders dargestellt wird: es geht nicht darum, aus Angst vor dem Klimawandel zu verhindern, dass Menschen noch Erdöl und Kohle verbrennen. Sondern aufgrund der Überzeugung, dass eine Welt ohne CO2-Emissionen für alle Menschen eine erheblich bessere wäre, soll das Zeitalter der fossilen Brennstoffe überwunden werden.
Wenn wir als Gesellschaft unfähig werden, Politik aus anderen Gründen als aus „Angst“ zu machen, dann können wir auch gleich einpacken. Fortschritt und Verbesserung entsteht aus positiven, optimistischen Visionen und nicht aus einer Abwehrhaltung heraus.
Entsprechend sehe ich es durchaus als Aufgabe von Politik, auch mal nicht auf die Angst der Bevölkerung zu reagieren, jedenfalls nicht durch blinde, regressive Maßnahmen. Politik muss auch Angst nehmen und alternative Handlungsmöglichkeiten erklären können. Und vor allem darf Politik keine Ängste schüren.
Das ist eine sehr unfreundliche und meiner Meinung nach inkorrekte Lesart der Meinungen hier im Forum. Erstmal verstehe ich nicht so richtig, was anstößig daran sein soll, andere Menschen von seiner eigenen Meinung überzeugen zu wollen. Ja, nicht alle denken wie ich. Aber als politisch handelnder Mensch will ich doch andere Menschen von meiner Sicht der Dinge überzeugen. Deshalb halte ich diese Menschen doch nicht zwangsläufig für dumm, ich halte einfach meine Meinung und Überzeugung für richtig und sinnvoll.
„Dumm“ ist ohnehin ein unpassendes Wort, weil es im umgangssprachlichen Gebrauch einen so eklatanten Mangel an Intelligenz suggeriert, dass man mit „Aufklärung und Bildung“ wohl nicht viel weiterkommen würde. Das Wort an sich suggeriert Unbelehrbarkeit. Entsprechend ergibt es für mich schon konzeptionell keinen Sinn, Menschen mit anderen politischen Meinungen, die ich gerne auf meine Seite ziehen möchte, als „dumm“ zu betrachten oder zu bezeichnen.
Separat zu dieser Diskussion halte ich es für einen unumstößlichen Fakt, dass es in unserer Gesellschaft jede Menge Menschen gibt, deren Wissen zu den wichtigen Fragestellungen unserer Zeit extrem dünn und weitgehend falsch ist – auf allen Seiten des politischen Spektrums. Im Kommunalwahlkampf hat mir zum Beispiel vor ein paar Monaten eine Frau mit großer Ernsthaftigkeit erzählt, dass sie gegen den weiteren Ausbau der Windkraft in unserer Region ist, weil dadurch ja immer mehr Wind entstehen würde. Auf meine etwas verblüffte Frage, wie sie zu dieser Schlussfolgerung kommen würde, meinte sie: „das ist doch das selbe wie beim Ventilator. Wenn der sich dreht, dann entsteht ja auch Wind.“
Soweit ich beurteilen konnte, war diese Frau völlig normal intelligent, aber sie hat offensichtlich ein paar ziemlich fundamentale Zusammenhänge unserer Welt wohl nicht verstanden. Ist es wirklich vermessen, hier von der Notwendigkeit von „Bildung und Aufklärung“ zu sprechen?