Was für eine absurde Behauptung. Vulkan sind die Heinis, die auch einen Anschlag auf die Stromversorgung von Tesla in Grünheide durchgeführt haben. Die Historie reicht außerdem 15 Jahre zurück.
Apologeten hier im Forum, weil die Terroristen linksradikal sind?
Das es Linksradikale gibt, die ähnlich wie die AfD oder damals die RAF die Staatsordnung in Deutschland zerbröseln wollen, ist aber Konsens?
Üblicherweise wird nicht nur bewertet wer das Anschreiben unterschrieben hat, sondern auch was darin steht. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, ob markante Formulierungen, Fehler, Begründungen usw., wie sie in vorherigen Schreiben auftauchten, vorhanden sind oder Ort, Umstände und Ziele ähnlich sind. Von daher stehen die Chancen vielleicht nicht so groß, dass es sich um die Tat eines Trittbrettfahrers handelt.
Möglich ist natürlich auch, dass Vulkan eine russische Gruppe ist. Das hieße aber, dass Russland schon seit 13 Jahren mit uns im hybriden Krieg ist und uns sabotiert. Denn so lange ist Vulkan mindestens schon aktiv. Möglich, aber bisher deutete wenig darauf hin.
Das hieße dann wiederum, dass Deutschland seit 2013 im Dunklen tappt und das obwohl wir vor Trump II sehr intensiv mit Geheimdienstinfos aus den USA und von unseren übrigen Partnern versorgt wurden, die sicher auch Russlands Aktionen überwachen. Müsste es da nicht Hinweise gegeben haben?
Das alles lingt jetzt nicht super wahrscheinlich. Daher, 50/50 wirkt es aktuell auf mich sicher nicht. Russland als Strippenzieher ist möglich, aber vieles deutet eher auf ein paar radikale Idioten, die den Kampf gegen den Klimawandel als Klassenkampf auslegen.
Du meinst, wenn ein russischer Geheimdienst einen solchen Anschlag verüben würde, es aber so aussehen lassen wollte, als stecke eine vermeintliche linksradikale Gruppe dahinter, würde man das am Stil des vermeintlichen „Bekennerschreiben“ erkennen? Gewagte Theorie.
Es ist ja gerade das Markenzeichen hybrider Kriegsführung, dass solche Sabotageakte eben nicht auf einen bestimmten Urheber zurückgeführt werden können. Zudem traue ich es dem FSB 20 Mal eher zu, die Diskurse und Rhetorik von Linksradikalen in Deutschland zu verstehen und bei Bedarf zu imitieren (siehe etwa die sogenannte Doppelgänger-Kampagne), als der Berliner Polizei. Zudem gibt es bei der Berliner Polizei viele, die gerne mal schnell auf (vermeintliche) Linke zeigen, wenn der Hintergund von Straftaten unklar ist. Laut Berliner Verfassungsschutzbericht hat man auch keine Ahnung, wer hinter der sogenannten „Vulkangruppe“ tatsächlich steht - vulgo: ob es eine solche Gruppe überhaupt gibt. Es gibt lediglich Hinweise auf personelle Kontinuitäten zwischen verschiedenen Anschlägen seit 2011 - das lässt alle möglichen Schlüsse zu. Und sicherlich ist es reiner Zufall, dass es ein russisches Unternehmen namens „Vulkan“ gibt, das Spionagesoftware herstellt und automatisierte Desinformation betreibt.
Aber um ehrlich zu sein: Ich weiß natürlich auch nicht, wer es war, aber das Schreiben allein beweist genau so wenig wie die Einschätzung der Berliner Polizei.
Im Übrigen müssen sich beide Theorien gar nicht gegenseitig ausschließen. Es ist immerhin möglich, dass es Linksradikale in Berlin gibt, die sich als Wegwerfagenten russischer Dienste missbrauchen lassen.
Das ist natürlich völlig undenkbar in einem Land, in dem noch bis 2022 sehr viele Menschen an eine Idee wie „Wandel durch Handel“ geglaubt haben und es eine gute Idee fanden, wesentliche Teile der Energieinfrastruktur in russische Hände zu legen und in dem russische Geheimdienstler einfach in der Hauptstadt missliebige Personen erschießen können, weil erst hinterher Journalisten ihre wahre Identität aufdecken.
Das war mal wieder ein typischer @Flixbus. Zitier doch bitte auch den folgenden Absatz, der den Gedanken vervollständigt hatte. Vollständig hieß es:
Du baust hier mal wieder durch Weglassen relevanten Kontexts einer Aussage einen Strohmann auf, den du dann versuchst zu widerlegen.
Mein Argument war tatsächlich, dass eine russische Verbindung von verbündeten Geheimdiensten hätte registriert werden können und diese Deutschland informiert hätten. Bei den Planungen zur Nordstream Sabotage hat das auch funktioniert, weswegen man anschließend in Richtung einer ukrainischen Täterschaft (vermutlich erfolgreich) ermittelt hat.
Unsere Geheimdienste sind vielleicht nicht gut in der Informationsgewinnung (auch weil wir sie nicht lassen). Aber in der nachträglichen Analyse (also nachdem es geknallt hat) von Informationen unserer Partner sind sie gar nicht so unbedarft wie immer getan wird.
Im Übrigen haben Militärs und Geheimdienste fortwährend von Gefahren für das Land und Infrastrukturen gesprochen, auch schon vor über 10 Jahren. Wenn das von Gesellschaft (mich inklusive) und Politik nicht ernst genommen wird, ist das kein Beleg für deren Unwissen.
Also ich persönlich glaube leider(!), dass es tatsächlich Linksextreme waren. Das Bekennerschreiben liest sich glaubwürdig und wird auch von unabhängigen Experten als glaubwürdig eingestuft, zudem gibt es keinerlei Dementis der „Beschuldigten“.
Wir müssen leider akzeptieren, dass es auch im linken Bereich Menschen gibt, die völlig bekloppte, kontraproduktive Aktionen machen und sich einbilden, damit etwas positives zu bewirken. Es ist wahnsinn, aber die RAF war eben auch Wahnsinn, was sie nicht weniger real gemacht hat.
Dieser Anschlag ist das Dümmste, was ein linker Aktivist tun konnte. Ja, Gaskraftwerke sind Mist, ja, das Festklammern an fossilen Energien unserer neuen Bullshit-Fossil-Ministerin ist eine Schande, aber das alles kann keine Rechtfertigung dafür sein, im Januar bei Minusgraden einen Anschlag zu verüben, der 45.000 Haushalte ohne Strom und teilweise sogar Heizung lässt. Es ist eine saudämliche, grenzenlos rücksichtslose Aktion und ich würde mir wünschen, dass jeder, der sich wie ich auch als Links empfindet, ganz klar sagen würde, dass diese Aktion durch nichts gerechtfertigt werden kann und die Täter gefasst werden müssen. Diese Täter dürfen nicht aus falschem Loyalitätsempfinden geschützt werden, was diese Täter getan haben dient nur der AfD und allen, die schon immer die Gefahr einer neuen RAF an die Wand malen wollten und zu einer härteren Politik gegen Links aufgerufen haben.
Wir Linken verlangen immer, dass die Polizei ihren eigenen Stall sauber hält und schwarze Schafe auch intern bekämpft. Und genau das müssen wir auch machen. Wer sich selbst links nennt und sich mit einer Tat wie dieser solidarisiert ist aus meiner Sicht moralisch bankrott. Ich bin immer für Protest zu haben, aber das ist tatsächlich kein Protest mehr, sondern grenzt an Terrorismus (oder hat die Grenze sogar überschritten). Es wäre daher wirklich schön, wenn wir vor solchen Auswüchsen nicht die Augen verschließen würden, wie es Innenminister immer vor Gewaltausbrüchen der Polizei tun, sondern anerkennen, dass wir hier innerhalb unserer Bubble ein Problem haben und daran mitwirken sollten, dieses Problem zu lösen.
Klingt für mich sehr nach persönlichen Befindlichkeiten anstelle einer inhaltlichen Diskussion. Sorry, aber an so etwas habe ich kein Interesse.
Dass es sich um die eine bestimmte Gruppe handelt, die „mindestens“ seit 13 Jahren „aktiv“ ist ist ja erst mal nichts weiter als eine Vermutung. Genau so gut kann es auch einfach ein Label sein, dass verschiedene Akteure - mit welchem Hintergrund auch immer - seitdem immer wieder benutzt haben. Und dass es in diesen 13 Jahren Hinweise ausländischer Dienste gegeben haben „müsste“, ist ebenfalls nur eine Vermutung. Und keine dieser beiden Vermutungen widerspricht m. E. der von mir ausgeführtem Möglichkeit einer Urheberschaft russischer Dienste. Und „belegt“ ist in diesem Fall ohnehin nichts, wie ich bereits zum Ausdruck gebracht habe.
Wirklich nichts davon spricht wirklich gegen eine gut gemachte False-Flag-Aktion, sondern nur dafür, dass - wenn es eine war - diese eben gut gemacht war.
Bei so ungewisser Faktenlage so selbstsicher davon auszugehen, dass es gerade keine linksextreme Gruppe oder bestimmt eine russische Geheimoperation war, erschließt sich mir nicht.
Beide Hypothesen erfordern meiner Meinung nach eine Begründung. Das Fehlen von Beweisen delegitimiert diese Theorien nicht automatisch („Absence of evidence is not evidence of absence“), sollte einen aber vlt davon abhalten, zu selbstsicher irgendwelche absoluten Schlüsse zu ziehen.
Das Entkräften von Gegenargumente reicht dabei auch nicht wirklich aus: Dass also die Glaubwürdigkeit des Bekennerschreibens nicht automatisch gegen eine False-Flag Aktion spricht, ist selbst kein Argument für die Wahrscheinlichkeit der False-Flag Theorie.
Wärmepumpen und sogar Fernwärme (da die Pumpen ausfallen) bleiben kalt, nur Onkel Werner hat es wohlig warm mit seiner Ölheizung… schlechtere Werbung für Erneuerbare geht nicht.
Schade, dass du auf den eigentlichen Punkt, dass andere Staaten über die Jahre Erkenntnisse einer russisch gelenkten Vulkangruppe gewinnen hätten können/müssen, nicht eingehst. Dabei haben wir bereits eine Reihe von Fällen, wo exakt diese Erkenntnisse über russische Sabotage in Deutschland sonst recht früh bekannt wurde. Stichwort Wahlbeeinflussung, das Marsalek-Netzwerk, Brandpakete usw..
Aber von der russischen Lenkung einer Gruppe, die seit 2013 in Deutschland mit Sabotage aktiv ist, haben weder wir noch andere Geheimdienste je gehört? Klingt nicht sehr logisch.
Aber, der Klarheit wegen: Natürlich ist das kein Beleg für fehlende Beteiligung der Russen. Es ist absolut möglich was du, @der_Matti oder @Margarete suggerieren. Es ist nur (aus meiner Sicht) nicht ähnlich wahrscheinlich wie eine Tat linksextremer, antikapitalistischer Klimaschützer.
Was ich doch interessant finde, ist, dass scheinbar im betroffenen Stadtteil auch eine kleinere Anlage/Standort des BND liegt, laut Google Maps im Gardeschützenweg.
Die Polizei sollte beide Thesen auf dem Schirm haben, also Anschlag für Linksextremisten oder eine Geheimdienstoperation durch Putins Agenten. Mir scheint die Variante, dass es Linksextremisten waren, erstmal wahrscheinlicher. Und es kann auch eine Zusammenarbeit oder subtile Unterstützung sein..
Auch das ist kein Beweis. Von der RAF gab es eine 2 und 3, die nichts miteinander zu tun hatten, sondern nur auf dem Ruf der Vorgänger aufgebaut hatten.
Der die wikipedia-Seite erstellte schrieb als Begründung:
Die Vulkangruppe ist eine Aktivistengruppe aus wütenden Leuten die Elon Musk ärgern
Zwischen 2013 und 2018 listet die Wikipedia keine Aktivitäten. Erst 2019 hat der Verfassungsschutz sie unter Beobachtung genommen.
Hat er nicht, da auch seine Heizungspumpe nicht geht wenn der Strom weg ist.
Es können nur noch die heizen, die z, B. einen Kachelofen haben.
Es wäre theoretisch auch beides gleichzeitig möglich. Eine linksextreme Gruppe die aber auch externe Einflüsse hat.
Es ist aber letztlich für die Bewertung der Tat selbst unerheblich ob sie durch Linksextremisten, Rechtsextremisten, ausländische Geheimdienste oder die CSU (natürlich ist das quasi ausgeschlossen) ausgeführt wurde. In jedem Fall ist die Tat als solche uneingeschränkt zu verurteilen.
Erst in den Konsequenzen die gezogen werden müssen gibt es je nach Verursacher einen Unterschied.
Und auch wenn man links und rechts nicht gleichsetzt und z.B. die AfD für weitaus schlimmer hält als die Linke, so kann man dennoch Linksextremismus und Rechtsextremismus gleichermaßen verurteilen.
Das Verurteilen von Linksextremismus funktioniert selbst dann, wenn die Tat sich als aus dem Ausland gesteuert herausstellt. Es geht einfach nur darum Grenzen zu ziehen was man unabhängig vom Täter verurteilen kann.
Ich für meinen Teil verurteile diese Art von Abschlägen auf alle Fälle völlig unabhängig von den Tätern. Was aber nicht heißt, dass es nicht zwecks geeigneter Gegenmaßnahmen nicht dennoch nötig ist mehr über die Täter und ggf. Vorhandener Netzwerke herauszufinden, egal ob links, rechts, russisch oder was auch immer.
Anschläge verurteilt hier jeder. Und wer solche Anschläge verübt, ist für mich extrem und gefährlich, aber nicht links.
Dennoch ist ein kritischer Blick angezeigt, denn in den letzten Jahren hat es mehrfach Anschläge gegeben, die einem links-grünen Spektrum zugeschrieben wurden, woraufhin sich später herausstellte, dass diese Zuschreibung falsch war.
Auch wenn der BND klare Informationen zu der Täterschaft hätte, sehe ich nicht wie diese Informationen zeitnah an die Berliner Polizei gelangen könnten. Zu der Geheimhaltungsgeschichte gehört halt dazu, dass man nicht unbedingt immer preisgibt was man weiß, wenn man die eigenen Quellen am Leben halten möchte.
Ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass die Kompetenz der Berliner Polizei in gewissen Milieus nicht über “The hacker known as 4chan“ hinausgeht.
Für echte Schuldzuweisungen wissen wir einfach noch zu wenig, jetzt mal abgesehen von der Resilienzplanung.
Ich finde diese Art der Definition problematisch. Damit sorgt man für eine Definition die quasi drauf rausläuft, dass alle die extremistische Dinge tun rechts sein müssen und dadurch automatisch in eine richtig und falsch Einteilung. Damit ist jede inhaltliche Diskussion im politischen Spektrum unmöglich.