Spannendes Thema: Ein Blick auf den rechten Rand der CDU

Merz hat 3x den Anlauf zum Parteivorsitz genommen und nur bei der Wahl durch (alle) Mitglieder gewonnen. Es waren eben nicht nur die lauten.

Möglich, aber mit seinen gebrochenen Versprechen hat er sowohl Wähler als auch Parteibasis tief enttäuscht. Dies kann man als progressiver inhaltlich für notwendig erachten, aber der Vertrauensverlust im liberalen und konservativem Spektrum ist das Ergebnis. Aus konservativer Sicht hat er die eigene Basis getäuscht, da er bereits vor der Wahl Änderungen an der Schuldenbremse ausgelotet hat.

Ich glaube dies kann man mit Entscheidungen von Merkel spiegeln und vergleichen wo diese Entscheidungen zu Hause sind. Mit ihrem Flüchtlingskurs hat sie viele tief enttäuscht, Mindestlohn, Rückbau der Schröder Reformen (Rente mit 63, alle Rentenreformen von Schröder), Ausweitung der Pflegeversicherung, keine Steuererleichterungen, Abschaffung der Wehrpflicht, Mindestlohn, Mindestrente, Ausbau der Kinderbetreuung, Freigabe der Abstimmung für die Ehe für alle sind nur ein paar der Merkeländerungen.

Schau einfach mal in die CDU vor Merkel, wo Roland Koch einen harten Wahlkampf gegen den Doppelpass gemacht hat und die CDU nach Merkel.

Ich will das inhaltlich gar nicht bewerten, vieles war sicher eine notwendige Moderinisierung der Konservativen Partei. In Summe hat sie jedoch die Breite der Partei nicht mitgenommen und, vielleicht noch schlimmer, Menschen wie Gauland einfach abblitzen lassen statt ihnen in der CDU eine Heimat zu bieten. Robin Alexander hat das schön gezeichnet wie taktisch und nicht inhaltlich motiviert diese Verschiebung der Partei war.

Das halte ich demokratisch geboten. Die kannst nicht 30% der Wähler abschreiben. Du kannst ihnen ein Angebot machen oder es lassen, aber dann konkurrierst du mit 3 linken Parteien um die verbleibenden 70% Wähler und riskierst die 25% CDU Wähler ebenfalls nach rechts zu verlieren.

An dem Punkt würde ich widersprechen. Es gibt viele Juristen die die Chancen für ein Verbot anders einschätzen. Ich erinnere an Martenstein mit seinem Vortrag von Strauß Zitaten vom „Ausroten der roten Ratten“ und dem Bekenntnis „ich bin ein Deutsch Nationaler“, alles verfassugskonforme Äußerungen. Wir sind heute sensibler, aber die Verfassung könnte mehr erlauben als uns heute lieb ist.
Führt aber hier zu weit, das Thema ist schließlich, was der rechte Rand der Union will.

Ich denke der Blick auf Boris Rhein würde sich lohnen, da er verbal offener ist als in Hessen praktiziert. Dort lässt er der AfD auch keinen parlamentarischen Posten und meines Wissens ist die AfD in Hessen noch recht gemäßigt.

Ich glaube die rechte Union will ähnliches wie die SPD in dem 2000ern mit der PDS/Linken. Die waren damals auch tabu und die Union will sich einen optinalen Bündnispartner erschließen, ähnlich wie rot-grün in Berlin mit der Linken. Sieht auch aus wie ein Tanz von Stachelschweinen.

Dabei geht den es CDU Rechten eher darum den Preis von SPD und Grünen runter zu handeln, da man als CDU auch mit der AfD auf Landesebene regieren könnte. Man würde sich aus der toxischen Umklammerung der Linken befreien und Gemeinsamkeiten umsetzen. (Achtung, dies ist meine Interpretation der Strategie, nicht meine Meinung).

Die Chance könnte sein, dass die AfD den Weg der Rechten aus Europa gehen und mit der Nähe zur Macht korrumpiert werden und weniger radikal werden. Wie im ersten Post bereits angemerkt, ist dies in Europa eine häufig angewendete Strategie.

Das dies in Deutschland mit der historischen Erfahrung von 1933 kritischer ist, ist mir und vermutlich den rechten der Union auch klar.

Ich denke auf Bundesebene sind AfD und Linke kaum regierungsfähig, da sie zur Ukraine, Nato und Russland schwer zur Mitte passen. Da könnte man wieder vom Hufeisen reden :smile:

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Damit beschreibst Du ja nichts anderes als Realitätsverlust bei der Basis. Das kann man doch nicht wirklich als Argument sehen?
Ansonsten hat dein Beitrag 4 Bildschirmseiten. Das wird keiner lesen.

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Eben. Die Einsicht, dass schon die Erwartung und das Versprechen, sie zu erfüllen das Problem waren, wird da wohl nicht kommen. Dann ersetzt man Merz durch einen Ersatz-Merz und scheitert wieder damit, sich

Zu verweigern, bzw. Dieser zurückzudrehen.

In ihrer Entscheidung, für eine flächendeckend rechtsextreme Partei, trotz der bekannten Personalauswahl und Skandale ernst nehmen.

Es gibt auch Geschichtslehrer, die behaupten, es gäbe einen „Schuldkult“ und es bräuchte eine Wende der klar antifaschistischen Erinnerungskultur um 180 Grad​:man_shrugging: studiert zu haben ist auch nicht das fachliche Qualitätsmerkmal, das man sich wünschen würde. Auf eine fundierte juristische Kritik am GFF-Gutachten warten wir weiterhin… nein, die AfD ist eben kein Strauß und selbstverständlich wird die Verfassung seit den 80ern und erst Recht seit 45 zunehmend konsequenter verwirklicht, weswegen bestimmte Positionen heute als verfassungswidrig oder feindlich gelten, die früher noch als verfassungsgemäß galten, obwohl sie es in Wahrheit nie waren. Mit Sensibilität hat das weniger zu tun, als mit einer immer konsequenteren Übernahme des Verfassungstextes in die Verfassungsrealität. Sensibilität liegt hier vor allem rechts der Mitte vor, wo man darunter leidet, hier ein Rückzugsgefecht nach dem anderen zu verlieren, ob es nun um die Grundrechte von Frauen oder Minderheiten geht.

Nur mal einen Vergleichsfall: Ich wüsste nicht, dass Strauß davon gesprochen hätte, dass der Zentralrat der Juden den Islam instrumentalisieren würde, um in Deutschland multikulturelle Verhältnisse herbeizuführen, die deutsche Kultur zu schwächen und die „Abschaffung des deutschen Volkes“ voranzutreiben (Tillschneider 2018 Antisemitismus: Brandgefährliche Verschwörungslegenden | tagesschau.de ). Aber wenn, wäre das in den 1980ern genauso rechtsextrem und antisemitisch wie heute. Nur mit dem Unterschied, dass heute eine Partei mit solchem, selbstgewählten Spitzenpersonal als Autor des eigenen Parteiprogramms so jemanden dank freundlicher Begleitung vom rechten Rand der Union zum Vizepräsidenten eines deutschen Parlaments wählen lassen kann. Ich weigere mich zu glauben, dass eine Mehrheit der Unionsbasis es gut findet, mit dieser Partei in irgendeiner Weise zusammen zu arbeiten, ganz gleich, wie man die Kollaboration sprachlich verkleidet, ob als Zufallsmehrheit, Enthaltung, Minderheitsregierung oder wachsweiche und dehnbare „rote Linien“.

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Vielleicht lebt die Basis in einer anderen Realität. Es gibt da draußen viele Wissenschaftler, die es ähnlich sehen und die gigantische Ausgabenpolitik kritisieren. Man muss das nicht teilen, aber es ist keine Realitätsverweigerung.

(Mod.) Ich will diesem progressiven Forum ein paar Erklärungsansätze bieten die über, „alle korrupt“ hinaus gehen.

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Der Grundsatz, dass es Ausgaben gibt, die man sich sparen könnte vielleicht sogar sollte, ist sicher begründbar. Der schließt sich übrigens auch nicht wechselseitig aus mit Forderungen, bestimmte Steuern zu erhöhen, Schulden aufzunehmen und andere Ausgaben zu erhöhen.

Aber dass die Behauptungen aus dem Wahlkampf, man könnte so schnell so viel Geld beim Bürgergeld und anderen Sozialleistungen sparen und durch neues Wachstum generieren, dass man ohne Ausnahmen von der Schuldenbremse, ohne Steuererhöhungen die zahlreichen Versprechen der Union, die Wünsche demokratischer Koalitionspartner (oder selbst der AfD) und die sofort nötigen Ausgaben bei Rüstung und Infrastruktur gegenfinanzieren können würde, das war von Anfang an höchst durchsichtiger Unfug. Sowohl bei den Summen, die man einsparen könnte, bei dem Wachstum, das man stimulieren könnte, als auch bei den absehbaren Kräfteverhältnissen nach der Wahl ging das in keinem Teilbereich auf und in Summe war das nicht mal ein Kartenhaus, sondern nur völliger Quatsch. Wer das gewählt hat, musste wissen, dass Merz irgendeine Zusage brechen müssen würde.

Dass sich zudem die gleichen Leute über gebrochene Versprechen durch Merz bei bestimmten Themen echauffieren, die vor der Wahl das gebrochene Versprechen, keine „Zufallsmehrheiten“ mit der AfD in Kauf zu nehmen, verteidigt, teils gefeiert haben, vervollständigt das Bild eines Parteiflügels, der schon seit einer Weile von jeder Werteorientierung und allen guten Geistern verlassen zu sein scheint.

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Naja, man müsste mal genau schauen, wofür er gewählt wurde und wofür nicht. Da war auch viel Protest und Projektion dabei, denke ich und auch ein Teil Ermüdung und Opportunismus. Man vertut sich auch leicht, mit der Idee, wo die Basis in bestimmten Fragen steht. Diese Erhebung bspw. ging anders aus, als es viele aus unterschiedlichen Gründen erhoffen oder erwarten könnten:

Für die Umfrage-Nerds hier ausführlicher:

Zumindest in dieser Umfrage zeigt sich die Unionswählerschaft sehr viel sicherer demokratiegebunden und abwehrbereit, als ihre Parteiführung.

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Wofür soll eigentlich konservative Politik stehen? Und das Christliche in der CDU?

Mitglieder dieser Partei entscheiden sich aktiv für eine Lüge. Je näher man an den rechten Rand der Partei kommt, umso größer diese Lüge.

Und die „Mitte“ der Gesellschaft soll von der CDU vertreten sein, bzw. vertreten gewesen sein?

Ich habe in meinem Leben nicht erlebt, dass die CDU sich stärker als andere Parteien für Arbeiter, Arme, Migranten, Mütter, Kinder, Behinderte, LGBTQ oder sonstige Minderheiten einsetzt. Eher das Gegenteil. Sozialkürzungen, Streichungen, Reduktionen, Einschränkungen sind eher der Standard der CDU. Für welche soziale Position steht allein die CDU? Für welchen Christlichen Wert steht allein die CDU und keine andere Partei?

Es ging immer um Reiche, Arbeitgeber, Unternehmen und Rentner. Und für diese wurde der Staat, die Infrastruktur, bzw. Das gesamte System seit Jahrzehnten ausgehölt.
Die FDP war eigentlich immer ein Flügel der CDU.

Warum steht konservativ eigentlich für Rückschritt und Stillstand und nicht für Fortschritt unter Wahrung der Moral und Werte?

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Das finde ich zu pauschal und unfair. Deutschland ist ganz überwiegend von der Union regiert worden. Nicht alles, was hier gut gelaufen ist, ist der Union zu verdanken, aber die Union ist auch längst nicht für jedes Problem vor allem oder allein verantwortlich. Wenn man mal vergleicht, wie gut und sozial ausgewogen Deutschland auch unter Unionsregierungen im internationalen Vergleich regiert und geführt worden ist, stehen wir insgesamt ganz ordentlich da, auch wenn manche Schieflagen zuletzt deutlich zugenommen haben und die Union da oft ne schlechte Rolle gespielt hat.

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Ich habe extra überspitzt geschrieben, um eine Antwort herauszukitzeln.

Provokant kann ich auch weiterfragen:

Hat sich Deutschland dank oder trotz der CDU so entwickelt?

Denn natürlich haben wir eine gewisse wirtschaftliche Stärke. Aber haben wir unseren Sozialstaat dank unser aller sozialen Engagements oder dank der CDU? Was hat die CDU für den Zusammenhalt in unserem Staat geschaffen, wofür nur die CDU steht und keine andere Partei?

Grüne: Naturschutz

SPD: Arbeitnehmerschutz (früher als die SPD noch Rückgrat hatte)

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Ich glaube die Union ist fest überzeugt, dass die Wirtschaft laufen muss und erst dann kann man Geld verteilen.

Die Ära von Angela war im Grunde eine ideale Zeit. Jedes Jahr ein Steuerplus und überall konnte etwas Geld verteilt werden und der Sozialstaat ausgeweitet werden.

Du erwartest, dass die Union linke Links überholt? Das wird nie passieren genauso wenig wie sie die AfD rechts überholen kann.

Aber eine Sache ist tatsächlich eine Unions only Idee, die Mütterrente.

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:smile:

Würde ich dir teilweise recht geben, Herr Poschardt beschreibt das gleiche etwas deutlicher. Es gab nach 68 einen langen Trend zur offeneren Gesellschaft.
Sowas ist jedoch nicht in Stein gemeißelt und dieser Kulturkampf wird mittlerweile von rechts erwiderte.

Meine Beobachtung dabei ist, die linke Seite ist vor lauten Siegen über den Gegenwind überrascht und erbost. Das heißt aber nicht, dass sie erfolgreich gegenhalten kann und ich rechne mit einem gewissen stimmungswechsel zugunsten konservativer Perspektiven.

Der Islam war zu seinen Zeiten kein Thema, Moslems „nur“ Gäste.

Ich glaube da muss man unterscheiden. Bitte bedenke, dass knapp 30% Merz trotz der Zusammenarbeit Anfang 2025 gewählt haben.

Ich denke, die meisten lehnen eine Koalition oder ähnliches ab, wollen aber nicht mehr für alles angeklagt werden, wenn sie „vernünftige“ Politik, zur Not auch mit der AfD, umsetzen. Deshalb ist das Auflösen der Brandmauer auf kommunaler Ebene auch immer weniger Thema.

Du darfst dabei nicht vergessen, dass viele Bürgerliche AfD Wähler kennen, mit ihnen Kaffee trinken oder in der Feuerwehr gemeinsam Dienst tun. Sie haben Schnittmengen und sehen niemanden im braunen Hemd. Da findet die Normalisierung bereits statt.

Da bin ich sofort bei dir. Das war blanker Populismus, wobei man auf die

Unterschreibe ich ebenfalls sofort. Man hat sich einfach nicht an die Warnung von Wolfgang Schäuble gehalten. Da komme ich wieder auf einen entscheidenden Satz, Merz kann es einfach nicht.

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Wer meint, es sei „Kulturkampf“, dass Frauen ein Wahlrecht haben, nicht mehr die Unterschrift ihres Mannes brauchen, um arbeiten gehen zu dürfen, Vergewaltigung in der Ehe strafbar ist, Homosexualität aber nicht, der kämpft nicht für Freiheit und Demokratie, sondern für Unterdrückung und Autoritarismus. Aber es stimmt, genau für diese Art von „Liberalismus“ Marke Poschardt „Meinungsfreiheit, aber nur für meine Meinung“, stehts mit dem Vorschlaghammer austeilen, aber bei jedem Federstrich an Widerworten mit dreifacher Opferrolle eine Debattenschwalbe veranstalten und jammern, steht die AfD und da liegt die Verlockung für den äußersten rechten Rand der Union, aber dem muss ja nicht die Gesamtpartei folgen.

Und in der Tat verlassen sich die Anständigen und Demokraten noch immer viel zu sehr darauf, dass verfassungsrechtliche Selbstverständlichkeiten über alle politischen Lager hinweg Konsens wären. Da glaubt man immer noch, es gäbe Grenzen, die die AfD und ihre Wähler nicht überschreiten würden. Oder Grenzen, an denen sie der rechte Teil der Union dann aber doch aufhalten würde, statt sich einfach den vermeintlichen Siegern anzuschließen. Gefährliche Illusionen.

Das war kaum das zentrale Problem an Tillschneiders Aussagen. Die Muslimfeindlichkeit war nur der eine Teil, der andere die antisemitische Verschwörungserzählung.

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Manche in der Union glauben ja, wegen.
Es ist natürlich sauberer für die Union, die AFD als nötiges Übel darzustellen. Das verkennt aber, dass schon 2015 Unionler (ja da war die CSU auch gerne dabei) das Programm der AFD als möglichen Weg, wie man auch mit Flüchtlingen umgehen könnte, in Interviews erwähnt haben. Man hat bewusst die AFD als Kontrapunkt zu Merkel dargestellt. Das kam in der Peergroup gut an, aber trug schon damals zur Normalisierung bei.

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Beides kann gleichzeitig wahr sein: Wenn in einer Unionsregierung Ideen der Koalitionspartner umgesetzt werden, mag die Idee nicht von der Union sein und vielleicht findet die sie auch nicht besonders gut, aber sie trägt sie mit. Nur so hat Demokratie eine Chance und das muss man auch als politische Leistung anerkennen, denke ich. Wenn die Union das nicht mehr schafft, läuft sie so aus dem Gleis, wie aktuell.

Allgemeiner hat besonders die Union ihren Verdienst, indem sie viele Ex-Nazis und Rechtsradikale politisch neutralisiert und teils auch für die Demokratie gewonnen/gebunden hat, was eine wirklich schwierige Balance ist.

Es braucht in Deutschland eine Partei für hinhaltenden Widerstand gegen die Zumutungen der Realität. Aber eben eine, die bremst, nicht blockiert oder umkehrt in eine Vergangenheit, die es nie gab. Auch Menschen, die etwas länger brauchen, um Grundrechte wirklich zu verstehen und anzuwenden, die Anforderungen von Klimawandel und verändertem geopolitischem Umfeld zu erfassen, die Zwangsläufigkeiten demographischer Entwicklungen zu begreifen oder sich der Tatsache zu stellen, dass Deutschland immer ein Einwanderungsland war und immer bleiben wird, müssen politisch vertreten sein. Das ist nämlich annähernd die Hälfte der Bevölkerung. Und diese Hälfte gleichzeitig in ihren Sorgen ernstzunehmen und gleichzeitig bei den unvermeidbaren Anpassungen mitzunehmen, ist keine Kleinigkeit. Viele der Vergangenheitssubventionen, ob für industrielle Landwirtschaft, Kohlebergbau oder anderen fossilen Quatsch, sind am Ende auch soziale Leistungen für Gruppen, die die nötigen Veränderungen nicht so schnell nachvollziehen können.

Der Vorwurf eine konservative Partei habe zu wenig eigene, neue Ideen, ist ein bisschen paradox. Ebensogut könnte man einem Adler vorwerfen, nicht tauchen zu können.

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Da hast du aber die besten Nummern gezogen. Das würde nicht mal die AfD kulturell bekämpfen, sondern eher die Sprachpolizei die uns zum gendern zwingt, Trans Förderung und frühsexualisierung am besten im Kindergarten mit drag Queens oder den Holocaust am ungeborenen Leben. Damit habe ich ein paar Sprechblasen der Rechten aufgegriffen, damit deine Polemik nicht so alleine im Raum steht :wink:

In der Tat gab und gibt es viele in der Union in 2015 einen Fehler oder "die Mutter aller Probleme " sehen. Das ist Europarechtskonform, da Dublin die Aufnahme an der Außengrenze vorsieht. Du darfst das ablehnen, es hat jedoch nichts mit der AfD zu tun, wenn die Union die Anwendung von Recht fordert.

Das hat übrigens viele Menschen verstört "wir müssen wegen jedem Strafzettel zur Not in den Knast, und die Großen ignorieren alle Absprachen und Regeln. So zerstört man Vertrauen in den Rechtsstaat. Wer immer auf den Rechtsstaat pocht, sollte nicht scheinheilig argumentieren.

Das führt uns aber in eine andere Diskussion, ich versuche einem bescheidenen Einblick in bürgerliche Perspektiven zu geben. Mir ist es in meiner bürgerlichen Insel egal, aber ich glaube etwas Verständnis für Andersdenkende kann nicht schaden.

Deswegen muss man Vorsondierungen einführen :smile:

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Du siehst aber schon den qualitativen Unterschied zwischen tatsächlicher Gesetzgebung und Wahnvorstellungen aus dem rechten Spektrum? Es gab nie eine „Gender-Polizei“, die Aufklärungsarbeit in Kita und Schüler in Gänze in den Verdacht der „Frühsexualisierung“ zu rücken, ist einfach nur Blödsinn, was „trans Förderung“ überhaupt sein soll, ist mir ein Rätsel, und Holocaust-Relativierung will ich hier überhaupt nicht diskutieren.

Und was die AfD angeht: Hör dir mal an, wie die sich über Frauen und Frauenrechte äußern, wie die mit Frauen in der politischen Debatte regelmäßig umgehen (hier eine sehr unvollständige Liste: https://www.mueller-gemmeke.de/wp-content/uploads/2025/10/Frauenfeindliche-Zitate-aus-AfD-Kreisen-mit-Quellen.pdf ). Noch eher am Rande der Bewegung aber man kann dabei zusehen, wie die Idee an Zustimmung gewinnt. Kürzlich gab es schon einen (mittlerweile schon gelöschten) Post eines OB-Kandidaten der AfD. Und warum auch nicht? Wahlrechtsentzug für Gruppen, die man eher nicht als Wählerpotential für sich sieht, ist unter rechtsextremen Parteien wirklich keine neue Idee.

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Aber da baust du trotzdem einen Strohmann auf. Niemand stellt die Themen zu Diskussion. Selbst in der LdN wurde Merz Abstimmungsverhalten zur Vergewaltigung in der Ehe korrekt aufgearbeitet und meines Wissens ist die AfD die einzige Spitzenpartei mit einer offen homosexuellen Spitzenkandidatin.

Die anderen Themen sind die aktuellen Kulturkämpfe mit der Rechte Punkte sammeln können. Je häufiger Bürgerliche bei Forderungen der AfD nicken, desto mehr finden sie dort Anschluss. Eines muss man denen lassen, sie finden immer Themen auf die sie sehr erfolgreich setzen.

Wem es in der Küche zu heiß ist, sollte nicht Koch werden. Die Politiker der AfD werden ebenfalls nicht mit Watte beworfen und meines Wissens sind in der Hitparade der Angriffe AUF Politiker die Damen und Herren der AfD an der Spitze.

Führt uns hier aber vom Thema ab, da es um die Union geht und die hat meines Wissens kein Problem mehr mit Frauen, die ein eigenes Konto haben.

Deshalb noch mal zusammenfassend, Kulturkampf trifft bei CDU und AfD Wählern auf gleiche Nerven. Deshalb funktionieren so Nummer wie Richterwahlen. Auch der Blick auf die AfD ist ein anderer, da viele Forderungen der AfD vor 15 Jahren noch CDU Positionen waren.

Es ist sehr gut mit SPD und Linkspartei von vor 15 Jahren

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Das was die AfD als frühsexualisierung bezeichnet und bekämpft sind zu 99,9% Präventionsmaßnahmen mit denen das Risiko, dass Kinder zu Opfern werden gesenkt wird und werden sie es doch, dann sind sie zumindest in die Lage versetzt dies zu erkennen und sich frühzeitig Hilfe zu holen. Das Risiko für Täter steigt damit massiv.

Diese Position zu unterstützen heißt Täter zu unterstützen und (potentiellen) Opfern viele Möglichkeiten zu verwehren.

Im Sektor Bildung mit ihrer Ablehnung von Integration, offenen Konzepten in Kitas und ihren Bestrebungen zu mehr Trennung und Limits fürs Gymnasium ignoriert man ganz bewusst moderne Wissenschaftliche Erkenntnisse.

Was ist das wenn nicht Kulturkampf? Und dass da große Teile der Union mitspielen ist für mich ein großer Punkt auf der Liste der Gründe die zur stärke der AfD führten.

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Ich bin mir unsicher, inwiefern die CDSU noch sinnvoll als „konservativ“ beschrieben werden kann. Viele klassisch konservative Standpunkte und Politik hat sie ja längst aufgegeben. Zum Beispiel praktisch die gesamte „christliche“ Programmatik.

Ich würde vorschlagen, für die Union eher einen Begriff wie „Neo-Reaktionär“ zu verwenden. Natürlich geht es ihr nicht um die Wiedereinführung der Monarchie. Aber ich habe den Eindruck, dass die Union und ihre Akteure sich selbst zunehmend primär als „Gegenrevolutionär“ gegenüber einer realen oder eingebildeten progressiven „Revolution“ verstehen: Immigranten, Gender, Klimaschutz, Queer, Sozialstaat usw.

Entsprechend ist die Union auch nicht das Vorfeld einer faschistischen AfD, sondern hat mit dieser „nur“ Überschneidungen. Genau wie die Reaktionäre der Weimarer Republik schickt sie sich aber an, zum „nützlichen Idioten“ der Faschisten zu werden. Ich würde der Union nicht per se unterstellen, den Boden der demokratischen und grundgesetzlichen Ordnung verlassen zu haben. Aber weite Teile ihrer politisch aktiven Mitglied- und Funktionärsschaft haben jede Perspektive verloren. Insofern spiegelt sich hier die Entwicklung der britischen Tories, die sich streng nach dem Motto „first as a tragedy, then as a farce“ erst in der unglaublichen Fehleinschätzung des Brexit und später in den Clown-Figur von Boris Johnson und Theresa May selbst in die Bedeutungslosigkeit katapultiert haben.

Bleibt die Frage, ob Merz und Söder die tragischen Idioten oder die absurden Clowns der Union sind :wink:

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Wenn wir der CDU mal die Funktion einer konservativen Partei absprechen:
Braucht es in Deutschland eine konservative Partei, und wenn ja, welche Partei kann diese Rolle glaubhaft und demokratisch legitimiert einnehmen?
Wenn nein, wie gehen wir mit Wählern um die eher konservative Ansichten vertreten?

Bzw: was bedeutet „konservativ“ hier in der Diskussion genau?

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