Wir haben ja im wesentlichen folgende Sozialversicherungen:
Gesetzliche Rentenversicherung
Gesetzliche Krankenversicherung
Gesetzliche Pflegeversicherung
Arbeitslosenversicherung
Versicherungstypisch zahle ich als Arbeitnehmer dafür Pflichtbeiträge, die mir direkt vom Gehalt abgezogen werden.
Dazu zahlt der Arbeitgeber zum Teil Beiträge, die er den Arbeitskosten zurechnet.
Aus verschiedenen Gründen können obige Versicherungen ihre Leistungen aufgrund finanzieller Knappheit nur noch bedingt bzw. nicht im ursprünglichen Maße dauerhaft bereitstellen.
Die Gründe sind vielfältig:
versicherungsfremde Leistungen („man greift also für andere Zwecke in die Kasse“)
Demographische Entwicklung (mehr Leistungempfänger als Einzahler)
Steigende Kosten der Leistungserbringer
…
Politische Maßnahmen bislang:
Erhöhung der Versicherungsbeiträge
Kürzen von Versicherungsleistungen
Zuschüsse durch Steuergelder (dadurch ggf. Steuererhöhungen)
Hoffen das es von selbst besser wird oder das man es der nächsten Regierung in die Schuhe schiebt
Konkret gefragt:
Was entlastet die Kassen soweit, das sie die festgelegten Versicherungsleistungen erbringen kann (dauerhaft und in vollem Umfang)?
Einiges wurde ja genannt.
Im Wesentlichen:
Streichung versicherungsfremder Leistungen
Verbot der Zweckentfremdung der Versicherungskassen
Reduktion zusätzlicher Versicherungsleistungen (was ist Pflicht durch die Sozialversicherung, was „Kür“, also eher Thema Privatversicherungen?)
Einbeziehung weiterer Einzahler (Politiker, Beamte, …), was aber auch die Zahl der Leistungsempfänger erhöht
…
Problematisch: Wie reagiert man auf steigende Kosten bei Leistungserbringern?
Steigende Gehälter, steigende Verbrauchs- und Infrastrukturkosten, steigende Verwaltungskosten,….?
Das scheint ja ein Kostentreiber zu sein, also das hohe Arbeitskosten auch zu hohen Ausgaben der Sozialversicherungen führen.
Ich sage es nur ungern:aber immer wieder Gegen diffuse Gefühle im Kontext der Politik, hilft nur hinreichend gute Bildung, die wir uns nicht geleistet haben.
Bildung, Bildung Bildung. Die „in der Sanktionsbürokratie Arbeitende“ sollen, glaube ich, auch gar keine Ahnung haben. Wenn die wüssten oder mal selber erleben mussten, wie es sich da wirklich lebt, wo sie sanktionieren, könnten sie kaum mehr oder nur schwerlich die, von ihnen erwartete, Arbeit erledigen.
Und da gab es mal eine Reportage, die Leute eines Jobcenters begleitet hat. Diese Leute sagten, dass sie gar keine Arbeitsvermittlung machen würden. Keine Zeit. Die Zeit ginge mit Kontrollgängen drauf, mit dem Bestätigen, dass die Kontrollierten wirklich nicht arbeiten können und mit dem Nachforschen von Personen. Wir spenden Sozialleistungen nämlich auch gerne an Leute, die entweder schon tot oder längst ins heimische Ausland zurückgekehrt sind. Da könnte man viel sparen wenn man einfach mal aufpasst.
Stimmt. Nur für die tiefe Abhängigkeit davon. Und dafür, dass die Industrie für erneuerbare Technologie in Deutschland systematisch - damals auch mit Frau Reiches freundlicher Hilfe - in Deutschland zerstört wurde. Obwohl die da mal führend waren. Und die abstrakte Bundesregierung hat seither die erneuerbaren ausgebremst. und dafür können die was.
Sie können nichts für die Verteuerung. Aber dafür, dass sie uns so hart trifft. Andere Länder waren da schlauer.
Und wie gesagt, ob man Leistungen kürzen sollte, bleibt immer noch zu diskutieren. Dafür braucht man Argumente. Ein Argument gegen die Leistungskürzungen kann aber nicht der Einfluss auf die Wirtschaft sein (zumindest sofern niemand belegbare Zahlen hierfür hat). Und ehrlich gesagt habe ich wenig Lust, über das Ob zu diskutieren (weswegen ich das bisher auch noch nicht gemacht habe).
Ich glaube, damit ist unser kleiner „Diskussionsstrang“ beendet.
Geld zirkuliert. Gibt man z.B. einem Bürgergeldempfänger Geld und er kauft davon etwas, muss er Mehrwertsteuer bezahlen. Das Unternehmen, dass das Produkt verkauft zahlt Gewinnsteuer, der Mitarbeiter, der das Produkt verkauft zahlt Einkommenssteuer und so weiter…
OK. Über diesen Weg kommt natürlich ein Teil als Steuer wieder zurück. Leider nicht in die Sozialkassen, von denen gesprochen wurde. Und in jedem Fall weniger, als ausgezahlt wurde. Es werden ja nicht alle Beteiligten auf dem Weg des Geldes ohne Gewinnerzielungsabsicht sein. Der Gewinn kann dann gespart oder in eine im Ausland gekaufte Yacht gesteckt werden.
Entschuldigung, aber Sozialstaat ist doch viel mehr als „nur“ Bürgergeld und co. Da gehört eine Kinder- und Jugendhilfe dazu, Inklusionsleistungen und so weiter. Das hat nichts mit „Unselbstständigkeit“ zu tun, im Gegenteil: viele Menschen brauchen diesen „Anschub“ und das „unter die Arme greifen“ um tatsächlich Selbstständig zu werden.
Zuviel des Guten ist eine interessante Formulierung. Die Alternative wäre dann mehr des Schlechten? oder einfach nur weniger des Guten? Aber wer bekommt das gute dann?
Es ist doch recht einfach. Wir haben Menschen die etwas erarbeiten und wir haben Menschen die etwas konsumieren. Etwas gehebelt vielleicht durch den Export zu hohen und den Import zu niedrigen Preisen.
Die Frage ist wie wir die Anrechte auf die Ergebnisse der Arbeit verteilen.
„Sozialabgaben“ senken heißt dass mehr zu bekommen während man arbeitet und weniger, wenn man krank, alt, arbeitslos oder pflegebedürftig ist.
Also den Eindruck, dass es den genannten Gruppen zu gut geht, habe ich nicht.
Ich denke motivierend wäre die Möglichkeit zum Sozialen Aufstieg durch Arbeit. Aktuell ist die aber sehr begrenzt aufgrund hoher Immobilienpreise und Erben für einige die man während der Lebzeit kaum realistisch selbst verdienen kann, etc.
Wie das allermeiste in unseren Rechts- und Wirtschaftssystemen. Deshalb ist es kaum möglich eine und en Bündel an Maßnahmen zu bestimmen, ohne Seiteneffekte. Aber Dein Thema hier ist ja nicht die dringende Notwendigkeit, seit Römerzeiten zusammengewurschtelte Systeme zu sanieren.
Es gibt einen Ansatz der sowohl sparen kann, als auch die Wechselwirkungen berücksichtigt. Bereits in anderen OECD Staaten erfolgreich ist und in Deutschland vor allem am Widerstand der Gewerkschaften scheitert. Das Deutsche Rentensystem - Kopplung der Rente nur an die Löhne - gibt es nur noch in den Niederlanden. Sonst nirgends. Aus guten Gründen. Da es auf Wohlstand ausgerichtet ist, erscheint leider jede Änderung wie ein Sozialabbau.
Ansatz: Ein Mittelweg, Die Rente wird zu 50% and die Löhne und zu 50% an die Preise gekoppelt, zusätzlich wird eine Zweckgebundene Kapitaldeckungs-Säule aufgebaut (das soll ja nun mit der Rentenreform auch passieren).
Eine schrittweise Umstellung auf eine 50%/50% Kopplung der Rente, könnte bereits ab 2027 die Kassen entlasten und die Beiträge stabilisieren. Die Pros und Cons müssen vor allem kommuniziert und ein Konsens hergestellt werden. Größte Hürde sehe ich in der Einsicht. dass der „Generationenvertrag“, in der Nachkriegszeit noch sinnvoll, heute keinen Sinn mehr macht. Ein Blick auf die schrumpfende Bevölkerung (Minus 100.000 pro Jahr) muss ebenso ins Kalkül gezogen werden, wie die Tatsache, dass die Boomer-Rentner (einer werde ich sein) eine zeitlich begrenzte Erscheinung sind.
Grobe Schätzung: Die Gesetzliche Rentenversicherung würde jährlich ca. 10 bis 15 Milliarden Euro weniger ausgeben müssen als unter dem aktuellen System, um das gleiche Rentenniveau zu halten.