Hallo in die Runde,
durch einen anderen Politik-Podcast habe ich ein deutlich sorgenvolleres Gemüt erhalten, indem dort die anstehenden Landtagswahlen in Meck.-Pomm. und Sachsen-Anhalt thematisiert worden. Sind diese beiden Wahlen im Herbst die Sollbruchstellen der sogenannten Großen Koalition?
Besonders wenn man sich die aktuellen Umfragewerte der AfD anschaut bin ich besorgt darüber, wie zukünftige Mehrheiten in den beiden Ländern entstehen. In der Tradition werden Landtagswahlen ja auch oft als Gradmesser für die amtierende Bundesregierung angesehen.
Ich versuche mich in die Köpfer führender Spitzenpolitiker hineinzuversetzen und sehe eigentlich nur wenige Szenarien als realistisch an (natürlich ganz subjektiv und auf keinen Fall über jeden Zweifel erhaben):
Szenario 1: Die AfD wird führende Kraft mit ausreichend Stimmen und braucht keinen Koalitionspartner! → Das hätte zur Folge, dass die Parteien der „Mitte“ heftigst abgestraft werden und die „letzte Patrone der Demokratie“ (so M. Söder) zwar noch nicht verschossen ist, aber andere Kämpfe innerhalb der Regierung ausbrechen könnten.
Für mich denkbar wäre ein Personalkarussell an dessen Spitze auch der Bundeskanzler selbst steht - in Anbetracht der schwierigen Umfragewerte der aktuellen Bundesregierung. Bleibt die Frage: Wer rückt für wen nach? UND wird sich J. Spahn / M. Söder / H. Wüst in Stellung bringen, um den Kanzler zu stürzen?
Szenario 2: Die AfD braucht einen Partner! → Das ist der spannende Fall! Wenn die AfD keine absolute Mehrheit erreicht und einen Partner braucht. Wird sich die CDU einem „Angebot“ verwehren? Und wenn es einen Ministerpräsidenten von der AfD mit Hilfe der CDU ins Amt schafft, wie wird die SPD reagieren? Für mich logisch: Sie müsste aus der sogenannten Großen Koalition austreten, dass entweder eine Minderheitsregierung, Neuwahlen oder eine Koalition zwischen CDU und AfD zustande kommt. Auch wenn das Austreten ein Schlag ins Kontor wäre, so wäre der Fortbestand dieser Regierung mit der SPD gleichzeitig gefundenes Fressen für die Grünen und die Linke - das hätte zur Folge, dass die SPD weiter in die Bedeutungslosigkeit abrutscht und nur in ihren Hochburgen auf einen sehr kleinen Kern vertrauen kann. (Für mich und auch für das Land vermutlich nicht wünschenswert.)
Szenario 3: Die anderen Parteien vereinen genug Wählerstimmen auf sich und sind bereit miteinander zu koalieren. Das würde die Erhaltung des Status-Quo auf Bundesebene bedeuten.
Ich würde mich freuen, wenn ihr euch dem Thema annehmen würdet und eure Sicht der Dinge darstellt. Ich würde mich auch darüber freuen, wenn ich die Meinung anderer im Forum lesen kann. Teilt ihr einige Punkte meiner Darstellung oder ist etwas für euch komplett ausgeschlossen? Natürlich immer schön konstruktiv bleiben.
Ich freue mich!
Marco

