Was heißt das genau?
Wahrscheinlich hauptsächlich Spezialanwendungen. Wir haben für unsere Fahrradevents letztes Jahr gebraucht einen Citroen Jumpy XL gekauft. 9 Sitze, Anhängerkupplung für knapp 2 Tonnen, immer noch Kofferraum, fahren regelmäßig auch mal 600-800km am Stück und müssen zumindest eine Etappe (250km/5000 Höhenmeter) ohne Pause durchkommen, besser zwei, weil nicht jeder Etappenort in den Bergen Ladepunkte hat. Da gibt es bisher leider keine elektrische Alternative (der Jumpy in elektrisch hat recht wenig Reichweite und zu wenig Anhängelast), aber ich hoffe sehr, dass sich das bald ändert. Elektrisch hätte für uns sonst viele Vorteile.
Schließe mich der Mehrheitsmeinung hier an. Nächstes Auto wird ein E-Auto. Die Anschaffung hängt nicht vom Preis ab, sondern davon wie lange mein kleiner Alter es noch macht. Finanziell belasten mich auch nicht meine privaten Spritkosten, sondern z.B. die Inflation der Lebensmittelpreise viel viel mehr. D.h. bei Spritkosten von 10€, die hier angeführt wurden, hat der Großteil der Bevölkerung, mich eingeschlossen, große Existenzprobleme wegen sämtlicher steigender Preise, unabhängig, ob ein privates E-Auto vorhanden ist oder nicht.
Ich habe vor 6 Jahren einen gebrauchten Kleinwagen für 6000€ bezahlt, der mich in der Zeit insgesamt mit Reifenwechsel nur 1500€ Reparatur gekostet hat. Auch die Steuern und Versicherung sind nicht so hoch und ich fahre durch einen Job- und Wohnortwechsel nur noch 8000 km im Jahr. Sobald ich 10.000€ für einen gebrauchten E-Wagen zusammen habe, kündige ich meine Kaskoversicherung und warte bis mein alter Benziner Schrott ist oder mich 2000€ oder mehr an Reparatur kostet.
Ich stehe hier gerade an einer Ladesäule und bin von der Preistafel der Tankstelle geschockt:
Ich muss gestehen dass ich die Tankpreise so gut wie gar nicht mehr verfolge.
Das ist aber schon krass.
Letzten Samstag war ich nach langer Zeit mal wieder an einer Tankstelle und habe 44 Liter Super E10 in unser Familienauto (ein alter Fiat Punto mit 55 PS, den mein Vater mal angeschafft hat) getankt, weil ich meiner Tochter eine Freude machen wollte. 2,32€ pro Liter an einer Jet-Tankstelle, die ich eigentlich von früher als günstig wahrgenommen habe. 102,08€ für 44 Liter. Was für ein Wahnsinn.
Damit kommt der kleine laut Bordcomputer ca. 630km weit, das sind 16,20€ pro 100km!
Nehme ich den Preis von oben, hätte die Tankfüllung 120€ gekostet oder gut 20€/100km.
Egal welches unserer E-Autos ich da nehme, die sind alle erheblich billiger im Betrieb.
Unsere Zoe passt am ehesten zum Punto, die liegt im Durchschnitt bei 16,7kWh/100km.
Lade ich zu Hause zu einem momentan üblichen Stromtarif mit 0,32€/kWh, sind das knapp 5,40€/100km. Selbst wenn ich für teure 0,49€/kWh lade, komme ich nur auf 8,20€.
Und selbst mit dem BMW, mit dem ich hier gerade stehe und am Schnellader für 0,44€/kWh lade, bin ich unter 10€/100km. Um den BMW auf 20€/100km zu bekommen, müsste der Ladepreis auf 1€/kWh steigen.
Ich denke persönlich, dass diese erhebliche Verteuerung schon einen signifikanten Einfluss auf den Absatz der E-Autos hat, wenn man sowieso gerade auf der Suche nach einem Wagen ist.
Bei uns ist es allerdings auch so, dass der Familienwagen erst einmal bleibt. Der wird sowieso nur genommen, wenn alle anderen Fahrzeuge schon weg sind.
Aber ich muss gestehen, dass ich die Verteuerung beim Spritpreis so nicht im Blick hatte.
Dazu:
Spritpreise: Tankstellenverband hält Spritpreise von drei Euro je Liter für möglich | DIE ZEIT
»Da in den USA die Spritpreise gerade niedrig gehalten werden, müssen die Konzerne woanders das Geld verdienen«, sagte Rabl. »Und das ist bei uns, das ist in Europa.«
Als Lösung schlägt er Steuersenkungen vor (aka Tankrabatt).
Lebensmittelpreise sind für meine Frage erst mal irrelevant, die sind ja unabhängig von der Entscheidung des Autos.
Und die Sache ist, dass Lebensmittelkosten nicht zu 100% aus Spritkosten bestehen. Das heißt, für einen durchschnittlichen Autofahrer wird dieser vermutlich zuerst durch die Spritkosten für sein Auto in die Knie gezwungen werden, bevor es die Lebensmittelpreise tun.
Ich bin ziemlich sicher, niemand tankt grad gerne und alle empfinden die Spritpreise als heftig.
Nur bleiben den meisten wenig kurzfristige Handlungsmöglichkeiten außer Fluchen, Weinen oder irre lachen - und Zahlen.
Der Anteil der Spritpreise an den Lebensmittelpreisen dürfte im niedrigen einstelligen Prozenzbereich liegen. Bei landwirtschaftlichen Gütern oder anderen Gütern, bei denen Benzin/Diesel auch zur Produktion verwendet werden (z.B. in Traktoren usw.) ist der Effekt etwas größer, aber auch hier gehe ich eher von einem sehr niedrigen zweistelligen Prozentbereich aus.
Also ich habe gerade nochmal die Gebrauchtwagenpreise für BEVs angeschaut und Modelle wie den Citroen e C4 gibt’s weiterhin ab 16.000 Euro, was dank 0,99%-Finanzierung der Stellantis-Bank ziemlich bezahlbar ist, auch für Geringverdiener. Klar, ist immer noch viel Geld, amortisiert sich aber bei den aktuellen Spritpreisen extrem schnell. Ich zahle aktuell für die 100 km 4,41 Euro (ja, ich halte das tabellarisch nach, daher: ja, das ist die reale Zahl über die letzten 1.194 km, keine Schätzung). Passt aber auch (durchschnittsverbrauch 15,2 kWh/100 km, Durchschnittspreis 29 Cent pro kWh (ich lade nur bei Lidl/Kaufland AC für 29 Cent, weil der Kaufland direkt um die Ecke ist…)). Wer teurer lädt, kommt vielleicht auf 6 oder 7 Euro pro 100 km, aber das ist noch weit besser als die 16-20 Euro, die @Tikka schildert.
Bei diesem Preisunterschied sollte man sich auch als Geringverdiener überlegen, ob ein Upgrade auf einen gebrauchten Stromer nicht sinnvoll sein könnte. Wie gesagt, gerade die 0,99%-Finanzierung ist für Geringverdiener extrem verlockend.
Keine Frage, bestreitet keiner, bin ich absolut bei dir.
Ein kleines eAuto leasen wäre kein Problem. Wenn der Benziner abbezahlt und verkauft ist. ![]()
Die Entscheidung ist ja schon gefallen. Dauert nur noch
Wenn ich das nötige Kleingeld hätte, würde ich es jetzt schon tun.
So, wie es jetzt ist, lasse ich das Auto eher mal stehen. Es ist ein sparsamer alter Kleinwagen, ich nutze ihn ohnehin nur noch gezielt. Meine Schmerzgrenze ist aktuell noch nicht erreicht, ich tanke nur einmal im Monat. Maximum.
Aber ich bin ja auch nur ne arme Socke und stehe vermutlich nicht stellvertretend für die anderen Verbrennerfahrer.
Oder weniger fahren, Fahrrad fahren. Fahrgemeinschaften bilden…
(OK - wenn es geht…).
Es steigen aber nicht nur die Spritkosten. Ich kann ja nur für mich sprechen. Ich zahle etwa 60€ im Monat für Spritkosten. Wenn wir bei 10€ Spritpreis landen, vervierfachen sich meine Spritkosten. Das wird wehtun, aber für mich noch machbar sein. Ich merke die Inflation eben woanders. Seit Monaten müssen mein Mann und ich unsere Einzahlungen beim Haushaltskonto erhöhen, würden sich diese nur verdoppeln, hätten wir enorme finanzielle Schwierigkeiten und versuchen uns jetzt schon einzuschränken beim Essen.
Aber wie gesagt, das nächste Auto wird ein E-Auto sein, welches ich öffentlich beim Lidl in der Nachbarstadt laden werde (muss).
Falls du nochmal tanken musst, nie zwischen 11-19 Uhr tanken.
Mal den Brandbeschleuniger für die AFD zitiert. Geschichte Verquickung der Sorgen der Bürger, mit verkürzter Darstellung, einfach erscheinender Lösung, die da oben lassen euch im Stich, wir sind eure Retter, eigener Agenda sowie Augen zu Politik.
Der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla plädiert dafür, unter anderem die deutsche Ukraine-Hilfe komplett zu streichen, um die Steuern und damit Preise für Diesel und Benzin zu senken. Im ntv-Talk „Blome & Pfeffer“ sagt Chrupalla: „Wir haben ganz klar gesagt, dass wir die Ukraine-Hilfe, die ja auch mit diesen Steuersätzen finanziert wird, streichen wollen.“ Deutschland habe in den „letzten vier Jahren über 100 Milliarden Euro in die Ukraine gepumpt“. Diesen Spielraum und den Klima-Transformationsfonds will der AfD-Chef für eine Steuersenkung bei Benzin und Diesel nutzen. Der Staat kassiere fast 60 Prozent Steuern und Abgaben auf den Treibstoff. Chrupalla: „Unser Vorschlag ist klar. Die Energiesteuer runter, CO2 Steuer auf Kraftstoffe komplett streichen und zwar dauerhaft.“ Am Sonntag wird in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gewählt.
Leider auch aus Dünger
Europas Landwirtschaft ächzt unter steigenden Düngerpreisen. Denn auch Düngestoffe werden normalerweise durch die blockierte Straße von Hormus transportiert. Europas Landwirtschaft ist bislang stark auf Importe von Mineraldüngern und deren Rohstoffen angewiesen. Die Länder der Golfregion sind wichtige Lieferanten.
Hier wird fast ein Viertel des weltweiten Ammoniaks und Schwefels produziert und ein Drittel der Harnstoffe. Die für die Düngemittelindustrie wichtigen Rohstoffe sind unter anderem Nebenprodukte bei der Gas- und Ölproduktion.
Der Preis ist ein Knappheitssignal. Auch wenn Steuern gesenkt werden wird nicht mehr Benzin / Gas da sein.
Man kann auch kleine Schritte weg von den fossilen Rohstoffen gehen (nicht mit dem Auto rumheizen
, heizen mit Klimaanlage, Brauchwasserwaermepumpe, Bahnfahren, Fahrrad, Fahrgemeinschaft, Home Office wenn möglich…)
Langfristig könnten wir gesetärkt aus der Krise kommen wenn wir uns von den fossilen Energien unabhängig machen
Jetzt sind die Preise des Sprits ja nochmal angestiegen, nachdem die 2. Meerenge nun zu ist… gefühlt wird da auch viel ausgenutzt durch die Konzerne..
Schau Ma mal ob das mittelfristig Effekte in den Neuzulassungen hat.
Steuern senken könnte man tun, aber dann fehlt eben Geld im System.. auf Dauer geht das nicht gut.
Langfristig hätten wir da längst sein können, aber die Menschen haben ja lieber CDU gewählt. Und langfristig hilft mir jetzt kurzfristig auch nicht, wenn mein Budget jeden Monat weiter schrumpft. Will heißen: Die Krise als Chance zu begreifen muss man sich leisten können.
Geld ist mehr als genug da. Man muss es nur dort holen, wo es ist.
Naja, wenn man aufs Auto angewiesen ist und die Spritkosten mangels kurzfristiger Alternativen kompensieren muss, spart mann/frau woanders.
Wenn sich dann Gastronomen beschweren die Leute gehen weniger aus zum auswärts essen oder ein nachlassender Binnenkonsum bemängelt wird, sind das offenbar Konsequenzen.
Das Energiegeld war ja bereits Teil des Koalitionsvertrags der Ampel. Mir wäre nicht bekannt, dass ich inzwischen welches überwiesen bekommen hätte. Mein monatliches Budget muss jetzt ausbalanciert werden und nicht in einer hypothetischen Zukunft in der die Grünen eine Grün-Rot-Rote Regierung führen.
Naja, alles eine Frage der Sichtweise. Fakt ist: wenn man Steuern auf Sprit senkt, hat der Haushalt weniger Geld. Das muss man entweder woanders reinholen oder woanders einsparen, um die schuldenbremse einzuhalten.

