Ich fahre seit 16 Jahren bzw. 250.000km das gleiche Auto. D.h. unter Anderem, dass ich zu wenig im Jahr fahre, als dass der Benzinpreis mich schmerzen würde. Sonstige Kosten halten sich bis jetzt auch in sehr überschaubaren Grenzen. Mein Hauptanwendungsfall ist, dass ich 10-12 mal im Jahr um die 1300km an einem Wochenende fahre. Mein nächstes Auto sollte eigentlich elektrisch sein, und wenn mir eins gefällt, werde ich auch zuschlagen. Aber EVs, die (laut Ladeplanung mit der Ionity-App) 650km in einer akzeptablen Zeit schaffen, sind recht teuer und veritable Schlachtkreuzer - d.h. unter Laternen schwer zu parken und für meine Bedürfnisse viel zu groß (ich stehe am Zielort z.B. öfter mal auf einem Parkplatz, der für Trabbis und Wartburgs entworfen wurde - mit meinem jetzigen Auto kein Problem, mit nem elektrischen wahrscheinlich unmöglich).
Klar, was ich meinte, dass es ja auch einen Spritpreis gibt, bei dem man selbst diese anderen Faktoren in kauf nimmt.
Weil ich vermute mal an, dass du dir eher ein teures, unpassendes eAuto holen würdest, bevor du umziehen würdest, weil du dir kein Auto mehr leisten kannst. Oder lieg ich damit falsch und du würdest eher deinen Job kündigen und dir einen neuen Job in der Stadt suchen?
Bei mir war definitiv die 2,00€ / l eine Marke. Die 2 vor dem Komma macht etwas.
Final war es aber mehr die E Auto Förderung die mich zur Bestellung eines Leasingautos bewegt hat.
Finanziell zahl ich wahrscheinlich drauf, wobei mein Verbrenner jetzt so langsam in ein Alter kommt, wo sicherlich erste Reparaturen kommen würden. Neue Reifen stünden auch an.
Ich kann im Ort bei uns für 29Cent laden, Super kostet aktuell wieder über 2€.
D.h. bei 20kw/h pro 100km macht das 5,8 Cent pro km.
Beim Verbrenner sind es bei 7l Verbrauch und 2€ pro Liter 14 Cent.
Macht bei 10.000km im Jahr 830€ Ersparnis.
Das ist etwas mehr als die Summe, die ich an Versicherung draufzahle (und das bei höherer Selbstbeteiligung und ohne Rabattschutz).
Von 650€ Vollkasko auf 1100€.
Kann nur jedem raten, checkt vor dem Kauf eines E Autos die Versicherungspreise.
Dazu Entfall der KFZ Steuer und Verkauf der THG Quote.
Am Ende decken die Leasinggesamtkosten von 16.000€ für 3 Jahre der Verkauf vom Verbrenner (10.000€), die 3.000€ Förderung und die Einsparungen der laufenden Kosten fast vollständig.
D.h. Ich kann für die selben laufenden Kosten jetzt 3 Jahre Kia EV4 Neuwagen fahren, stehe danach aber komplett ohne Auto da, dann aber hoffentlich mit einem besseren E Auto Gebrauchtwagenmarkt.
Das wären ja auch Faktoren, Umzug oder Jobwechsel.
Wenn man nicht in der Stadt wohnt, eine andere bezahlbare Wohnung schwer zu finden ist oder auch neue passende Jobs nicht auf der Straße liegen, überlegt man auch sehr genau.
Noch mehr Faktoren.
Nicht falsch verstehen, mein nächster wird definitiv elektrisch.
Aber wann, ob neu oder gebraucht, hängt nicht allein vom Spritpreis ab.
Der Verbrenner ist noch gut, jedoch fast nichts mehr wert.
Das neue E-Auto ist schon alt sobald es vom Band läuft.
Man sollte nie eine hochpreisige Anschaffung am temporären Preis irgendwelcher Variablen festmachen.
Ich erinnere mich daran, dass vor zehn Jahren ungefähr sinkende Spritpreise zu einem SUV-Boom geführt haben. Ja, diesmal ist die Situation anders, Sprit wird nicht mehr nennenswert günstiger werden. Er ist aber immer noch dem Weltmarkt unterworfen. Wenn Hormus wieder frei ist und Putin mit Selenskij die Friedenspfeife geraucht hat, könnte er sofort temporär um 50ct oder mehr sinken. Wie auch schon hier geschrieben wurde, ist auch der Strompreis volatil und wenn Reiche die Energiewende gegen die Wand fährt, werden wir Elektroautofahrer das beim Laden merken (und alle beim Kochen, Fernsehen, Heizen und was man sonst so mit Strom macht).
Meine Ladekosten schwanken zwischen nachts hier beim lokalen Anbieter bis Aral Pulse unterwegs zwischen 0,29€ und 0,69€. Ad-Hoc-Laden sind auch mal 0,89€ (manchmal plus Blockiergebühr).
@Christian87 alles richtig, aber wir regen uns lieber über den Spritpreis auf. Der Supermarkt wurde eh seit Corona nur noch teurer jedes Jahr und die Mieten auch. Da haben wir uns längst dran gewöhnt.
Als ich mir letztens den Cupra Raval angeguckt und probegefahren bin, hab ich dem Verkäufer gesagt, ich geb meinen dafür in Zahlung, Rest dürfte er behalten.
Hat er nur gelacht… ![]()
Aber wenn beim Spritpreis mal eine 3 vorne steht, werden wir die Diskussion nochmal führen, oder es ist bis dahin (wegen überwiegend eAutos) hoffentlich kein Thema mehr.
Ein Gartenbau Betrieb bei uns hat jetzt eBagger und eBullis bestellt und baut Ladesäulen aufs Betriebsgelände
Da war die Schmerzgrenze wohl erreicht..
Ich würde behaupten, dass das sowieso schon eine vorhandene Einstellung bei sehr vielen ist, wie auch hier im Thread ersichtlich. Gründe sind vielfältig - von sauberer (min. vor Ort), leiser, weniger komplex, Fahrgefühl bis eben günstiger.
Es ist bei sehr vielen, mich eingeschlossen, schlicht: „Auto bereits im Besitz, welches noch gut genug funktioniert“ und damit tendenziell etwas was schlicht Zeit braucht (oder massive Hagelstürme über Deutschland).
Und ja, wenn der Preis mehr und mehr steigen würde, würden vermutlich einige Leute schneller umsteigen wollen, da sie drauf angewiesen sind. Aber es müsste eine starke Korrelation geben zwischen Leuten denen Mehrkosten beim Sprit eher weh tun und die sich nicht „eben“ ein neues Auto leisten können. Daher würde ein Teil des Effekts m.E.n. verpuffen.
Mal als Sidekick:
Grad mit einem Verkäufer eines BYD/Skoda Autohauses unterhalten.
Er sagte, eAutos gehen grad wie geschnitten Brot, täglich stehen Intetessenten im Laden.
Kehrseite: der Hof steht voll mit gebrauchten Verbrennern, die seien quasi unverkäuflich, gehen nur mit erheblichen Preisabschlägen weg.
Er meinte, wenn der Trend anhält hat er als Händler ein Problem.
Dazu:
Auch wenn die Gebrauchtwagenpreise grad krank hoch sind, ein Verbrenner in Zahlung geben oder privat zu verkaufen wird sicher auch schwieriger.
Was den Umstieg vom aktuellen Auto noch unwahrscheinlicher macht ![]()
An einem Preis kann man es denke ich nicht festmachen, es kommt eher auf die Kosten im Vergleich zum Strom an und der ist ja auch nicht gerade günstig in Deutschland.
Falls die Eroberung der Kontrolle über die Meerenge von Bab al-Mandab weitere Auswirkungen auf die Energiepreise haben sollte wissen wir bald mehr.
Aber man muss auch bedenken, dass der Sprit bei uns durch Steuern so hoch ist. Ich war gerade in Kroatien, da kostet ein Liter Super 1,60 und in Polen sind es glaub 1,80.
Ich denke die Bundesregierung wird die Spritpreise senken bevor der Unmut noch größer wird, ganz bestimmt falls es schon vor den Wahlen in Mecklenburg Vorpommern eskalieren sollte.
Klar könnte sie das, das war aber nicht die Frage die mich mit diesem Thread interessiert.
Mal anders gefragt (auch wenn es ja in einigen Antworten schon anklang)![]()
Wenn der Spritpreis noch weiter steigt, ggf Richtung 3€,
Welche Optionen bleiben dem aktuell damit belastetem Verbrennerfahrer?
Mal eben auf eAuto wechseln kann ja offenbar nur ein sehr kleiner Teil.
Ich melde mich mal als Landwirt hier in dieser Diskussion. Was die Anschaffung eines E Autos angeht, schließe ich mich der Mehrheitsmeinung in diesem Thread an. Mein nächstes Auto wird ein E Auto, aber eben erst, wenn eine Neuanschaffung ansteht. Da ich eine Photovoltaik Anlage habe, die 2028 aus der Umlage fällt, ist die Entscheidung naheliegend.
Das größere Problem ist das Betanken meiner Schlepper. Alternative Antriebsformen spielen bei einem Standardschlepper gar keine Rolle. Bei meinem kleinen Nebenerwerbsbetrieb kann ich mir keine Spielereien wie autonome Roboter auf dem Feld leisten. Die mögen in einigen Jahren eine bedeutende Rolle spielen, aufgrund der Kosten und Anforderungen an die Agrarstruktur dann aber nur für große Betriebe einhergehend mit weiter verstärktem Höfesterben. Dieselalternativen wie Rapsöl oder Methan sind bislang nicht über Politprojekte hinaus etabliert. Elektrizität spielt ebenso keine Rolle (bei Schleppern- bei Teleladern, kleinen Radladern oder Hoftracs sieht das anders aus). Standardschlepper bilden immer einen Kompromiss aus maximaler Leistung bei begrenztem Gewicht. Leistungsstarke schlepper sind heute schon tonnenschwer und nur mit Reifendruckregelanlagen sinnvoll auf dem Acker. Das zusätzliche Gewicht der Akkus übersteigt entweder jede vernünftige Achslast oder reduziert Leistung oder Einsatzdauer. Wohl oder übel bleiben nur Dieselmotoren. Faktoren wie Boden und Wetter einmal ausgeblendet ist mein Weg durch den Winter, die Intensität der Bodenbearbeitung auf ein Minimum zu reduzieren. Leider mit der möglichen Folge, dass erhöhter chemischer Pflanzenschutz notwendig werden könnte (das dort die Preise steigen ist mittelfristig sicher).
Über das Thema „Kosten weiter reichen“ können die meisten Betriebe nur müde lachen. Der LEH bestimmt die Preise. Wer zu den Konditionen liefern kann, der darf liefern. Möglicherweise erhöht sich das Gesamtniveau etwas, aber auch in der Kriese bleibt es ein Unterbietungswettkampf.
Noch habe ich ca. 800 Liter im Tank. Das reicht bis zur Weizenbestellung im Winter. Danach muss ich schauen…
Werde dann wohl für manche Strecken auf einen gebrauchten 125er Roller umsteigen.
Im Sommer macht der eh Spaß, am Stau kann man vorbeifahren und Regen muss man dann halt aushalten.
Bei 3 Euro pro Liter gebe ich mehr als 10% des Einkommens, was mir nachdem die Miete gezahlt ist, dafür aus zur Arbeit zu kommen. Es stellt sich dann langsam die Frage, ob es sinnvoller ist den Inhalt des Depots für die Altersvorsorge zu versaufen und arbeitslos zu sein.
Ja sorry, aber meine Einschätzung hab ich schon geliefert. Ein festes Preisschild gibt es denke ich nicht, es kommt eher auf die Geschwindigkeit des Anstiegs an.
Und um einen funktionierenden, ggf. noch gar nicht abbezahlten Verbrenner voreilig zu tauschen muss schon echt viel passieren.
Stellen wir die Frage doch mal andersherum. Wer kauft eigentlich heute noch reine Verbrenner und warum?
Naja, wie schon oft diskutiert, ist ein eAuto für alle die praktikabelste Lösung? Preis, Laden, etc…
Manche sicher auch aus Beharrlichkeit oder Angst vor Veränderung.
Meine Schwester und ihr Mann konnten aus dem Stegreif alle Vorurteile von eAutos aufzählen. Er fährt jetzt eAuto, sie PlugIn Hybrid hauptsächlich elektrisch, dazu 2 Wallboxen, Solar und Wärmepumpe im eigenen Haus.
Tochter und Mann hielten eAuto für bäh. Heute stolz ihr neues EAuto allen präsentiert.
Manchmal muss man Menschen etwas Zeit zum reifen geben… ![]()
Frag mich doch mal anders, wie billig müsste Benzin werden, damit ich vom E-Auto wieder weggehe?
Und ehrlich - so billig kann er gar nicht mehr werden.
Um ehrlich zu sein - der Sprit wird kaum billiger werden. Und jetzt kommen „preiswertere E-Autos“.
Somit glaube ich dass sich die Frage bis auf Edge-Cases bal von allein erledigt haben wird.
Mein Auto ist zwei Jahre alt. Grob überschlagen kostet es mich mit Steuern/Versicherung/Wartung und meinem durchschnittlichen Benzinverbrauch bei gegenwärtigen Spritpreisen etwa 5 EUR pro Tag.
Ja, ein E-Auto wäre rein beim Verbauch ca. 1/3 billiger (also um grob 1 EUR pro Tag), aber da ist noch Luft nach oben bevor es finanziell notwendig und sinnvoll erscheint, das Fahrzeug zu wechseln und dabei dann noch knapp fünfstellig draufzulegen.