Diese Maßnahme würden sich positiv auf das Geschäftsmodell ihres ex? Arbeitgeber Westnetz als Gas-Verteilernetz Betreiber bzw. deren Muttergesellschaften Westenergie und E.On auswirken. Dies lässt den politischen Drehtür-Effekt als Motivation vermuten.
Zudem scheint auf das Wort von Katharina Reiche kein Verlass zu sein. Jährlich willkürliche wechselnde Politik Richtungen und mangelnde Verlässlichkeit stellen füren zu erhöhten Investitionsrisiken in Deutschland:
Noch 2024 waren die Worte von Katharina Reiche als Mitglied des Nationalen Wasserstoffrats:
Wirtschaftsministerin Reiche möchte neue Erdgaskraftwerke subventionieren. Aber sind diese Kraftwerke für unsere Versorgungssicherheit wirklich erforderlich oder droht ein neues Milliardengrab mit Steuergeschenken für die Erdgaslobby? Können wir mit Erdgasbohrungen in Deutschland die Abhängigkeiten von Gasimporten dauerhaft senken oder sind Biogas und grüner Wasserstoff eine Alternative? Oder sollten wir kurzfristig auf ganz andere Alternativen setzen? Das besprechen wir in einem Realitätscheck.
…es gibt wohl keine bessere Methode den Spaß an einer Technologie zu vermiesen als jemand erst in rein zu locken und dann fallen zu lassen, evtl könnte sich das eine oder andere Unternehmen von Katharina Reiche Vera…… vorkommen. Die werden in Deutschland nicht mehr so Investieren
Wer in dem Bereich unterwegs ist, dürfte selbst wissen, dass nie genug grüner Wasserstoff dafür zur Verfügung stehen wird.
Nur wäre es beim Bürger vielleicht nicht so gut angekommen, Wasserstoff mit Steuergeld zu fördern mit der Begründung, dass wir ihn für klimaneutralen Luftverkehr brauchen.
Wofür genau? Für Autos und Hausheizungen definitiv nicht.
Wie immer lohnt ein Blick auf die Wasserstoffleiter. Wir brauchen ihn in bestimmten Bereichen. Alternativlos. Da geht’s um weit mehr als Flugverkehr. Aber da ist es ja anscheinend auch kein Problem die Steuern/Abgaben zu senken. Genauso wie die Subventionierung von Fossilen, mit Steuergeld, um dann Klimaschäden und Klimaanpassung mit Steuergeld zu bezahlen.
Wenn man jetzt die Strategie Erdgas verfolgt und kommunikativ alles abwürgt, was in die Richtung Transformation/Wasserstoff geht (die Stimmung dreht) wird man nie genug davon haben. Das ist richtig. Self fullfilling Prophecy
Was Fragen aufwürft ist die Unzuverlässigkeit der Worte von Katharina Reiche der jetzigen Bundesministerin für Wirtschaft und Energie.
2024 scheint Katharina Reiche als Vorsitzende des Nationalen Wasserstoffrat Unternehmen von Wasserstoff 100% von Wasserstoff überzeugt zu sein. Das Signal hat sicherlich Unternehmen dazu bewogen in Wasserstoff zu investieren.
2025 kommt das Signal von der Bundesministerin für Wirtschaft Katharina Reiche Pustekuchen Wasserstoff
Was könnte die Motivation sein, Wasserstoff Projekte so auflaufen zu lassen…?
Grundsätzlich muss man schon sagen, dass sie Wasserstoff weiter voranbringen möchte. Nur nicht bei den Kraftwerken. In einem gewissen Maß mag das ok sein, wenn man die Umrüstung zum Jahr x mit zur Bedingung macht. Also das Ziel der Klimaneutralität verankert, nicht auf „schauen wir dann mal“ schiebt.
Auf der anderen Seite blinkt sie eben vielfach Richtung Erdgas, was ihrem alten Arbeitgeber eher gefallen dürfte. Blauer Wasserstoff aus Erdgas mit Abscheidung ist näher am alten Geschäftsmodell. Gleiches bei Erdgasbohrungen.
Ich würde also nicht sagen, dass sie Wasserstoff gar nicht im Blick hat. Nur eben die weniger ambitionierten Herstellungsvarianten. Insgesamt vermittelt sie für mich eine „muss alles nicht so schnell gehen Mentalität“ was insgesamt das Transformationstempo bremsen dürfte
ich weiß dass wasserstoff sehr konntrovers diskutiert wird und es auch nicht billig ist. so lange er noch nicht in ausreichend zur Verfügung steht können auch die bestehenden fossilen kraftwerke weiter genutz werden. aber es braucht keine neuen. zumal kohle für das klima besser ist als fracking gas. ich hab mal ne ki gefragt wie es klappen könnte mit dem wasserstoff für die dunkelflaute: Fazit
Wir haben mehr als das Dopplete an H2 Speichermöglichkeiten um 14 Tage kalte Duneklflaute zu überbrücken. Wenn wir für 14 Tage Dunkelflaute Wasserstoff aus Stom in der Wüste erzeugen wollten müssten wir ca. 80-100 km² blegen.
Hier ist der Rechenweg der KI:
Für eine typische kalte Dunkelflaute von etwa zwei Wochen Dauer in Deutschland werden Schätzungen zufolge zwischen 5 und 23 Terawattstunden (TWh) an speicherbarer Energie benötigt, je nach Wetterjahr und Szenario95. Um diese Energiemenge ausschließlich mit Wasserstoff zu überbrücken, wären also Wasserstoffmengen im entsprechenden Energiegehalt notwendig.
Beispielrechnungen und Eckdaten:
Laut einer Studie von Green Planet Energy schwankt die benötigte Residualstrommenge (also die zu deckende Lücke zwischen Stromnachfrage und Wind-/Solarerzeugung) während einer 14-tägigen kalten Dunkelflaute zwischen etwa 4,5 TWh (mildes Jahr wie 2016) und 22,9 TWh (Extremjahr wie 2006)9.
Die mittlere Leistungslücke in diesen zwei Wochen lag im Extremfall bei etwa 73 GW9.
Um diese Energiemenge mit Wasserstoffspeichern zu decken, muss man den Wasserstoffbedarf ausrechnen. Da der Wasserstoff in Kraftwerken oder Brennstoffzellen rückverstromt wird, spielt deren Wirkungsgrad eine wichtige Rolle. Bei modernen Gaskraftwerken (GuD mit H2) liegt der Wirkungsgrad bei ca. 55–60%3.
Rechenweg (für Extremfall, 23 TWh):
Benötigte elektrische Energie: 23 TWh.
Wasserstoff liefert etwa 33 kWh Energie pro kg (Heizwert).
Bei einem Rückverstromungswirkungsgrad von 55% braucht man: 23 TWh0,55≈41,8 TWh0,5523 TWh≈41,8 TWh Wasserstoff.
Das entspricht etwa 41,800,000 MWh33 kWh/kg≈1,27 Mio. Tonnen Wasserstoff33 kWh/kg41,800,000 MWh≈1,27 Mio. Tonnen Wasserstoff.
Für ein moderates Jahr (5 TWh) wären es entsprechend rund 0,28 Mio. Tonnen Wasserstoff.
Zusatzinformation:
Die tatsächliche Nutzung von Wasserstoff hängt von der Speicherstrategie, der Infrastruktur, Importmöglichkeiten und alternativen Flexibilitätsoptionen ab (Batterien, flexible Verbraucher etc.)35.
Nicht jede Dunkelflaute ist so extrem wie der 2006er Fall95.
Politik und Forschung sehen Backup-Kraftwerke und Wasserstoff als essenziellen Baustein für die Versorgungssicherheit, aber auch Batteriespeicher und Demand Side Management spielen eine Rolle35.
Caveat: Die angegebenen Werte sind Modellrechnungen für Extremszenarien und können je nach Annahmen und Entwicklung des Energiebedarfs variieren95.
Bereits existierende und umnutzbare Kavernenspeicher in Deutschland bieten ein technisches Potenzial von etwa 30–33 TWh Wasserstoffspeicher-Kapazität, das entspricht etwa 1 Mio. Tonnen Wasserstoff oder mehr, abhängig vom Betriebsmodus1. Potenzielle Porenspeicher könnten das langfristig ergänzen12
Wenn der Kohleausstieg durchgezogen wird, ohne das Gesetz anzupassen, sind Gaskraftwerke im Winter für die Grundlast unverzichtbar. Aktuell liefern noch 20–25 GW Kohle Strom im Winter. Daran ändert sich politisch wenig, Probleme werden auf die nächste Regierung geschoben.
27 % aus Kohle sind keine seltenheit im Winter. Peak Leistung die wir erzeugen sind 90 GW.
Kernkraftwerke wurden ohne echte Alternative abgeschaltet, jetzt folgt die Kohle. Seit 10 Jahren wird eine Energieagenda durchgedrückt, die Versorgungssicherheit bewusst ignoriert und damit die Systemkosten erhöht.
Quasching kritisiert zu Recht die hohen Kosten von Gas- und Kohlekraft, aber die wahren Profiteure sind PV und Wind: Ihre niedrigen LCOE-Kosten werden politisch hervorgehoben, während die deutlich höheren LCOSE-Kosten, also inklusive Systemkosten für Netz, Speicher und Backup ausgeblendet werden. PV und Wind erhalten garantierte Preise, kümmern sich nicht um Versorgungssicherheit und erzielen die höchsten Gewinne. Öffentlich-rechtliche Betreiber bauen viele Anlagen nach Auslaufen der Förderung häufig wieder zurück.
Am Ende hat man eine Situation für die ich keine Lösung sehe, aber davon kann jeder halt was er möchte. Aber die hohen Kosten auf Reiche und Gaskraftwerke zu schieben halte ich für verkürzt und falsch. Dahin haben uns die Entscheidungen der letzen 10 bis 15 Jahre gebracht.
Katharina Reiche war von 2009 bis 2013 Parlamentarische Staatssekretärin im Umweltressor sie war wohl mindestens mitverantwortlich für die Kürzung der Solarförderung die 100 000sende Jobs in der Solarbranche vernichtet hat und deutsche Markführer von der Bildfläche verschwanden.
nach den Berichten von Hans-Josef Fell (von 1998- 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages) war Frau Katharina Reiche wurde sie vor den Folgen der Kürzung gewarnt.
Altmaier war evtl. Nicht vom Fach und Schenkte den falschen Beraterinnen evtl. Zuviel Vertrauen, mittlerweile räumt er Fehler beim Kilmaschutz ein
der Altmaier Knick war mindestens teilweise auch ein ein Reiche Knick.
Ab min. 25:27
„…genau, als wir die Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke durch Frau Merkel
vorgesetzt haben, Staatssekretärin im federführenden Umweltministerium war
Frau Reiche. Sie hat da richtig geschoben und an der Laufzeitverlängerung gearbeitet. Und
noch etwas dazu, damals war auch das Umweltministerium noch zuständig für die Gesetze des Ausbaus der erneuerbaren Energien. Und vielleicht erinnern wir uns, damals wurden überzogene Vergütungssenkungen in der Photovoltaik gemacht mit anderen Maßnahmen. Das Ende war totaler Einbruch von 7 Gwatt jählich auf 1 G watt jährig in der Photovoltaik im Ausbau und infessen Verlust der
Systemführerschaft der deutschen Industrie in der Solarwirtschaft. Das war Ergebnis von Frau Reiche und sie hat damals auch in Gesprächen mit mir und ich habe sie immer aufgefordert, das könnt ihr nicht machen. Ihr könnt doch nicht 100.000 Jobs aufs Spiel stellen. Doch, das haben sie getan.Sie haben die Solarwirtschaft unter Druck gesetzt. Heute jammern sie alle. Hilfe, die Chinesen sind dominant. war doch selbst verfehlt und selbst gemacht, was sie damals getan haben. Alles zum Schutz der Erdgas, der Kohle und der Erdölwirtschaft und auch der Atomwirtschaft, für die sie ja heute auch immer noch spricht…“
die ganze Sendung ist sehenswert, evtl. wäre Herr Fell auch ein Interessanter Interviewpartner für die Lage zu dem Thema
Welchen Sinn macht es aus der Kohle auszusteigen und dafür reine Gas-Kraftwerke -eventuell befeuert mit fracking Gas- zu bauen?
Als Brücke reicht doch Kohle?
Und zukünftig als langzeitspeicher für die kalte dunkelglaute hoffentlich Wasserstoff.
Oder soll CCS hier vorteilhaft sein? Das könnte man auch mit der Kohle machen.
Katharina Reiche schied 2015 aus dem Bundestag aus, weil sie zum 1. September als Hauptgeschäftsführerin zum Verband kommunaler Unternehmen (VKU) in die Wirtschaft wechselte. Ihr Rücktritt erfolgte aus eigenem Entschluss nach einem kurzfristigen Angebot dieses Verbandes, das sie als „außerordentlich interessant“ bezeichnete.
Im Zusammenhang mit ihrem Wechsel wurde öffentlich intensiv über Karenzzeiten diskutiert. Kritiker, insbesondere LobbyControl, forderten eine Sperrzeit von drei Jahren, bevor Politiker in Lobby- oder Wirtschaftspositionen wechseln dürfen. Zum Zeitpunkt von Reiches Wechsel gab es allerdings in Deutschland noch keine verbindlichen Karenzzeit-Regelungen für parlamentarische Staatssekretäre. Während ihrer Entscheidung arbeitete die Bundesregierung gerade an einem Gesetzesentwurf, der eine Karenzzeit von einem Jahr (und in besonderen Fällen bis zu 18 Monate) für bestimmte Regierungsmitglieder vorsah, die in die Wirtschaft wechseln möchten. Dieses Gesetz trat jedoch erst nach Reiches Wechsel in Kraft.
Für mich sieht das nach Drehtür-Effekt aus. Scheint ja profitabel für Katharina Reiche zu sein.
Ich glaube grundsätzlich nicht an CO₂-Neutralität, aber der nominale Ausstoß von Gas ist tatsächlich geringer, und der Kohleausstieg ist nun einmal politisch beschlossen worden. Gas ist eine einfache Möglichkeit, die nominalen CO₂-Emissionen gegenüber Kohle um 40–60 % zu senken, und es ist zudem deutlich flexibler im Betrieb. Nach dem Ausstieg aus der Kernkraft bleibt es als einzige Alternative, eine Rolle rückwärts ist politisch kaum durchsetzbar.
Ich würde zunächst für einen Ausstieg aus der Braunkohle plädieren, da diese nicht global gehandelt wird und bei Stilllegung tatsächlich im Boden bleibt. Moderne und effiziente Kohlekraftwerke wurden bereits stillgelegt, etwa das erst 2015 in Betrieb genommene Kraftwerk Moorburg bei Hamburg, das 2021 gegen Schadensersatz vom Netz genommen wurde.
Zeigt einfach nur wie absurd es wäre wieder mehr auf Kohle zu setzen.
Letztlich geht es bei den CO₂-Einsparungen derzeit vor allem darum, die EU-Klimaziele einzuhalten und die Kosten für CO₂-Zertifikate möglichst niedrig zu halten, um Strompreise und Industriestrukturen nicht noch stärker zu belasten.
Sehe aber nicht so wirklich das es irgendwie funktionieren kann, es ist halt alles sehr teuer.
Daher bleibt aktuell nur der Einsatz von Gas, ein erneuter Rücktritt vom Rücktritt aus der Kohle ist für mich nicht denkbar. Aber niemals etwas komplett ausschließen.
Die CO2 Zertifikate sind ein Argument für Erdgas, auch wenn das co2 equivalent von fracking auf Steinkohleniveau ist. Und über 40% kommt als relativ „sauberes“ Pipeline Gas aus Norwegen. Blöd wäre es wenn die sabotiert werden würden.
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Hiesige kohle hätte die höchste Versorgungssicherheit.
Braunkohlekraftwerke können nicht besonders schnell anfahren. Für einen Kaltstart, also ein Hochfahren nach längerem Stillstand, benötigen Braunkohlekraftwerke etwa 9 bis 15 Stundenbis zur Volllast. Das ist deutlich länger als bei Steinkohlekraftwerken (ca. 6–8 Stunden Kaltstart) oder Gaskraftwerken, die deutlich schneller starten können.
Zudem sind Braunkohlekraftwerke deutlich schlechter regelbar und können oft nicht unter etwa 50% ihrer Leistung heruntergefahren werden, ohne die Kesseltemperatur zu stark absinken zu lassen. Diese langsame Anfahrzeit und begrenzte Flexibilität machen Braunkohlekraftwerke für schnelle Lastveränderungen weniger geeignet.
Daher gelten Braunkohlekraftwerke als eher träge Anlagen, die eher für die Grund- oder Mittellast ausgelegt sind als für den schnellen Einsatz bei kurzfristigem Bedarf.
Mit der prämisse „wir sind umzingelt von Freunden“, billigen Pipeline Gas und hohen Akku-Preisen ist der Kohleaustig eine richtige Entscheidungen gewesen.
Falls ich Prof Quaschning in einem seiner Videos Richtig verstanden habe, will er die Kohlekraftwerke weiter als Brückentechnologie nutzen. Könnte doch mit billigen Akkus (evtl direkt neben dem Kohlekraftwerk) und unsicherer Gasversorgung Sinn machen (so und jetzt gehe ich mir die Finger abhaken)
Das sind die Positionen von Hans-Werner Sinn, und werden im Lage-der-Nation-Land nur selten vertreten. Sie sind aber natürlich wissenschaftlich untermauert und korrekt. Ich denke, es wird kein Jahrzehnt dauern, bis wir neue, kleine Kernkraftwerke bauen. Die sind die einzige Möglichkeit, ein Industrieland wie Deutschland kostenerträglich in Richtung weniger CO2-Emissionen zu bewegen. CO2-Neutralität für Deutschland ist eine Illusion und ohne technischen Fortschritt nur durch massiven Wohlstandsverlust umsetzbar.
Ich freue mich, derartige Positionen wenigstens ab und zu noch mal in der „Lage“-Bubble zu lesen. Dominik2, bleib’ dabei!
Ich verfolge die Lage nun seit fünf oder sechs Jahren. Eine einfache Lösung gibt es dabei nie, das ist mir durchaus bewusst. Ich kenne viele der Thesen von Hans-Werner Sinn oder Marcel Fratzscher. Ich versuche stets, mir eine eigene Meinung zu bilden und nicht nur einzelnen Stimmen zu folgen. Wissenschaft lebt vom Diskurs, und genau diesen Geist sollte man möglichst auch in der breiten Bevölkerung verankern. Leider fehlt mir oft die Zeit, alle zugrunde liegenden Studien und Fachartikel im Detail zu lesen. Politik und Journalismus neigen dazu, Inhalte zu verkürzen oder zuzuspitzen, genau das versuche ich möglichst zu vermeiden. Deshalb bin ich auch gegenüber Volker Quaschning kritisch eingestellt. Über die Nachteile von Photovoltaik, Windkraft, Speichern und Netzausbau muss genauso offen gesprochen werden wie über ihre Vorteile. Quaschning ist zweifellos ein intelligenter Mann, aber gerade die Gegenpositionen sind oft interessanter, weil sie Aspekte beleuchten, die bewusst ausgeklammert oder verharmlost werden. Das ist auch in der Wissenschaft gängige Praxis, nicht zuletzt, weil Fördermittel oft von der Darstellung bestimmter Narrative abhängen. Eine ideale Lösung gibt es in der Realität selten, solche Szenarien existieren meist nur im akademischen Lehrbuch. Auch das Konzept von Small Modular Reactors (SMR) finde ich grundsätzlich interessant. Aktuell fehlt dafür jedoch die gesellschaftliche Akzeptanz. Die Politik müsste viel stärker erklären, welche Folgen bestimmte Entscheidungen mit sich bringen – für jeden Einzelnen, aber auch gesamtgesellschaftlich.
Reale Auswirkungen und Abwägung werden ja nicht getroffen. Aufm Papier ist es egal ob Fracking oder nicht. Es geht immer darum vorgaben von Gesetzen und Quote einzuhalten. Egal ob es ökologischen und öknomisch sinn ergibt.
Ich würde sagen, Quaschning argumentiert nach dem Prinzip Hoffnung: mehr PV, Windkraft, Speicher, intelligente Netze und alles dezentral organisiert. Das sind ehrlich gesagt vor allem ein paar Buzzwords. Einen eigenen Studiengang dazu gibt es in Aachen, München, Berlin, Siegen und Ulm bereits seit über 20 Jahren, ebenso wie zahlreiche Modellregionen. Aber weder Simulationen noch reale Testregionen wurden bisher umfassend validiert oder redundant getestet und wenn, dann meist unter idealisierten Bedingungen. Das Netz und Bedingungen ist auch sehr komplex zu modellieren, also ist auch einfach eine schwierige Aufgabe.
Ich stimme zu, dass der technologische Fortschritt bei Netzen, Speichern und Digitalisierung real ist. Einzeltechnologien sind vielfach erprobt,aber was fehlt, ist der Nachweis, dass ein vollständig dezentral organisiertes, erneuerbares Energiesystem im industriellen Maßstab dauerhaft stabil, wirtschaftlich und robust betrieben werden kann. Besonders die wirtschaftlichkeit stell ich in abrede.
Aus meiner Sicht sind wir technisch und systemisch noch nicht so weit, diese Vision flächendeckend umzusetzen. Zumindest nicht ohne erhebliche Risiken für Versorgungssicherheit und Netzstabilität und Soziale folgen. Das muss man ehrlich benennen, statt sich auf Hoffnung und politische Zielwerte zu verlassen.
Wer wirklich ehrlich ist, müsste doch zugeben, dass ganz im Gegenteil Frau Reiche & Co nach dem Prinzip Hoffnung arbeiten.
Man muss sich schon blind und taub stellen - und/oder erhebliche eigene finanzielle Interesse haben - um noch immer auf fossile Energien zu setzen und anzudrohen, die Erneuerbaren "auf den Prüfstand " zu stellen. Genau diese Leute gefährden den Standort Deutschland (Fortschritt und Innovation verschlafen) und natürlich unser aller Lebensgrundlagen.