Risiko Fernwärme

Ich mache mir große Sorgen, dass die Art und Weise, wie wir den Fernwärmeausbau gerade vorantreiben, uns noch auf die Füße fällt. Wenn wir hier nicht aufpassen, liefern wir Populisten das nächste große Thema auf dem Silbertablett.

Lock-In-Effekt

Liegt das Rohr einmal, bin ich an den lokalen Versorger gebunden. Egal ob Eigentümer oder Mieter, ich komme von der Fernwärme nicht weg.

Viele Kommunen nutzen den sogenannten Anschluss- und Benutzungszwang, um eine gewisse Auslastung der Netze zu garantieren. Das ist ökologisch sinnvoll, nimmt dem Verbraucher aber jede Marktmacht.

Preisgestaltung

Die Preisgestaltung bei der Fernwärme ist oft extrem undurchsichtig. Fehlende Konkurrenz und ein Interessenkonflikt (kein wirkliches Interesse an niedrigen Heizkosten, da jeder Euro Gewinn im Stadthaushalt fehlt), führen potentiel zu unsozial Preisentwicklungen.

Hohe Preise (× “weil wir kein billiges Gas aus Russland kaufen”) + Zwang (× “die Grünen!!”) = “Fest für Populisten” + “Klimaschutz/Wärmewende (technologieneutral) rückabwickeln“

Ich weiß nicht, warum es für Parteien in Regierungsverantwortung so selbstverständlich ist, dass meine seine Bürger sehenden Auges ins offene Messer laufen lassen kann.

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Im Prinzip hat ein Fernwärmenetz den gleichen Nachteil wie ein Erdgasnetz. Wenige Kunden = höhere Umlage/ Kunde; Viele Kunden niedrige Umlage/ Kunde.

Zumal die Anschlussgebühren für Fernwärme sehr hoch sind. In Hamburg 11 305€!!! Da ist schon 3/4 der WP bezahlt, die im Betrieb günstiger ist.

Das ist betriebswirtschaftlich auch alles logisch. Für eine WP müssen die Netzbetreiber „nur“ neue Kabel verlegen und ggf. Umspannwerke errichten.
Für ein Fernwärmenetz müssen isolierte Rohre verlegt werden, was immer aufwendiger ist, sowohl bei der Verlegung, als auch bei der Instandhaltung. Vor allem müssen die Fernwärmenetzbetreiber jetzt schon wissen, wie viel Bedarf (Kunden) besteht. Die Hauptverteilleitungen müssen entsprechend heute schon berechnet und dimensioniert werden. Macht man diese zu groß wird das Investment steigen, macht man diese zu klein, müssen ggf. später zusätzliche Rohre verlegt werden.

Das ist alles nicht trivial, weil die Wärmequelle (Industrieabwärme) sehr sehr günstig sein kann (fällt sowieso an).

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Fernwärme und Nahwärme sind schwierig, weil sie ein quasi- oder beinahe-Monopol darstellen, und angebundene Wohnungen oder Häuser da selten realistische Alternativen haben.
Die Preisgestaltung ist schwer zu durchschauen, was in der Natur der Sache liegt. In den Grundpreis gehen halt die spezifischen Investitionskosten der Anlage ein, und die sind von Fall zu Fall unterschiedlich.
Ist halt was anderes, wenn Wärme geliefert wird, und nicht Gas, wo man den Anbieter wechseln kann.
Andererseits sind Netze leichter umzustellen als Straßenzüge, wo jedes Haus eine andere Art Heizung hat.
Bei uns wird der zentrale Heizkessel der Nahwärme für unsere Siedlung auf WP umgerüstet. Und schwups, auf einen Streich, 450 Wohneinheiten erledigt.
Nun bin ich heilfroh, dass wir Nahwärme haben und nicht in einem MFH zu wohnen , wo ich entweder dem Vermieter oder der WEG „ausgeliefert“ bin.

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In einem anderen thread hat jmd aufgeschlüsselt, dass die Fernwärmebetreiber aufgrund des monopols ihre Preisgestaltung aufdröseln müssen und dies reguliert ist.

Was stimmt jetzt?

Gegen hohe Invests helfen langfrist Investoren mit niedriger Renditeerwartung, wie Pensionsfonds.

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Ja, sie müssen es aufdröseln. Es gibt die Preisgleitformeln, die müssen offengelegt werden.
Wir hier haben Nahwärme. Die Preisgestaltung dann aber wirklich nachzuvollziehen, insbes. Grundpreis, ist sehr schwierig, und es bleibt bei vielen das Gefühl, zu viel zu zahlen, da es keine Alternative im Sinne von „ich könnte kündigen“ gibt.

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Carsten Herbert ist Energieberater und hat einen tollen Kanal, nicht nur für “Laien”. Er bringt das Thema Fernwärme auf den Punkt:

Die Wahrheit über die Kommunale Wärmeplanung - Was sich niemand traut zu sagen.

Das ist ein politisches Problem. Das Gas kommt durch das gleiche Netz und aus den gleichen Verteilernetzen. Da wird kein Anbieter gewechselt.

Die Anbieter tauschen untereinander die Daten aus und Verrechnen diese. Das passiert rein auf „Papier“. Beim Strom ist es genauso. Nur weil man auf dem „Papier“ Ökostrom kauft, wird der physische Strom trotzdem aus dem nächstgelegenen Kraftwerk kommen (mir ist bewusst, dass da noch Umspannwerke und weitere Verteilernetze zwischen sind).

Dieses System müsste für Wärme ebenfalls eingeführt werden, dann hätte man einen Markt für Fernwärme

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Die Infrastruktur für Nah- bzw Fernwärme ist lokal und nicht übergreifend. Da wird warmes Wasser geliefert, kein Gas. Die Hardware ist ganz anders aufgestellt als bei Strom oder Gas.
Hier steht zB ein zentraler Brennkessel, da wird warmes Wasser erzeugt, das wird in die Siedlung an X MFHs mit insges. 450 Wohnungen geschickt.
Während Strom, der „irgendwo“ erzeugt wird, letztlich in ein übergreifendes Stromnetz geschickt wird.

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Es wäre hilfreich zumindest die wesentlichen Punkte auch hier zu nennen. Nicht jeder kann sich mal eben so ein längeres Video anschauen und damit erfassen, was der Diskussionsbeitrag sein soll.

Was aber nicht bedeutet, dass man nicht ebenfalls die Netze entsprechend regulieren kann. Auch bei Strom und Gas gibt es Unterschiede und das ist in der Regulierung der Netze berücksichtigt. Die Grundprinzipien bestehen aber in beiden Fällen (z.B. Diskriminierungsfreier Netzzugang). Es wäre so auch möglich bei großen Fernwärmenetzen (da könnte es Sinn ergeben, bei kleineren eher nicht praktikabel) Anbietenden einen freien Markzugang zu gewährleisten (https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=https://www.bfee-online.de/SharedDocs/Downloads/BfEE/DE/Effizienzpolitik/regulierungsanforderungen_waermenetze.pdf%3F__blob%3DpublicationFile%26v%3D2&ved=2ahUKEwjj8pS5nZ2RAxVQExAIHZAkJ_gQFnoECBgQAQ&usg=AOvVaw3cd9OyWOQRcMneYRkzaQ6z und https://www.borderstep.de/wp-content/uploads/2019/10/Wärmeversorgung-Schweden-Go-30-10-2019.pdf).

Es gibt also in der EU verschiedene Ansätze, um mit dem Monopol allein auf der Anbietenden-Seite umzugehen. Dazu kommen noch die Ansätze zur Regulierung der Preise. Hier würde ich den Unternehmen in Deutschland doch vergleichsweise sehr viele Freiheiten zugestehen. In anderen Ländern wird dort wesentlich strikter reguliert.

Hier hilft mal wieder ein Blick nach Dänemark. Mit einem anderen Ansatz als in Deutschland scheint es auch ohne Anschlusszwang möglich zu sein, dass Fernwärme genutzt wird. Zum einen sind die Preise wirklich reguliert (und nicht nur halbwegs transparent, wie in Deutschland) und die Anbietenden dürfen keine Gewinne erwirtschaften. In der Praxis sollen sie natürlich auch keine Verlust machen, weshalb es bei Gewinnen in einem Jahr später eben günstigere Preise gibt. Die Verbrauchenden bekommen es also quasi wieder zurückgezahlt. Hinzukommt, dass es eine Prüfung geben muss, ob Fernwärme die günstigste Versorgungsoption in einem Gebiet ist. Wenn ja, dann erhalten Haushalte dort keine Förderung für ihre ggf. individuelle Wärmelösung und es gibt eben ein Verbot für den Einbai fossiler Heizungslösungen ( Dänemark: Wärmenetze in Bürgerhand - energiezukunft und Wie kann eine klimaneutrale Wärmeversorgung aussehen? Inspirationen von einer Delegationsreise nach Dänemark | Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein ).

Es ist also nicht alles ein Problem, weil es Fernwärme ist, sondern mal wieder, wie es in Deutschland umgesetzt wird. Vielleicht klappt es aber auch in Dänemark, weil es eben einen Konsenz aller Parteien gibt und damit die Wärmewende nicht als Spielball der Politik taugt.

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Hohe Kosten und der gleiche Effekt einer „Todesspirale“ abwärts, wie im Podcast für das Gasnetz erläutert.

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Interessant fände ich in der Lage ob es Beispiele gibt in denen ein Fernwärmenetz mit mehreren Anbietern betrieben wird - also wenn das Netz groß genug ist müsste es doch möglich sein mit mehreren Quellen einzuspeisen und dann einen kleinen Markt im Fernwärmenetz entstehen zu lassen

Kannst du das ausführen? Es wird ja in Zukunft eher mehr angeschlossene Haushalte geben als weniger. Also wo ist die Todesspirale nach unten, wie beim Gas, die nahezu konstante Kosten auf weniger Abnehmer verteilt?

Die meisten Netze haben mehrere Quellen. Das wird in Zukunft auch wichtiger, da historisch die Netze vom Großkraftwerk zu den Abnehmern verlegt wurde. Großwärmepumpen sind vorhanden, aber ausreichend Quellen nicht unbedingt. Daher bietet es sich an, diese dort am Netz zu platzieren, wo die beste Quelle ist oder Quellen ohne Wärmepumpe zu nutzen. Sei es ein Fluss oder ein Rechenzentrum, Kühlhaus oder ein Industriebetrieb, der viel Abwärme produziert.

Das sind dann erstmal unterschiedliche Quellen, aber kein Anbieter wird einen anderen Anbieter in sein Netz lassen. Sonst verliert er ja das Monopol. Die Orte an denen Leitungen verlegt werden, werden durch Konzessionen verteilt so weit ich weiß.

Hinzu kommt, dass man auf die Temperaturniveaus achten muss. Das ist abhängig vom Verbraucher, der die höchste Temperatur benötigt. Du kannst also nicht einfach 30 °C Abwärme aus dem Rechenzentrum in ein normales Fernwärmenetz einspeisen, was auf 80-100 oder oft auch noch über 100°C betrieben wird.

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Mehrere Quellen bedeuten nicht zwangsweise, dass es auch mehrere Anbietende gibt, die in das Netz einspeisen. Zudem ist aufgrund der Größe von Fernwärmenetze nicht unbedingt praktikabel, dass dies auch direkt an die Endverbrauchenden vermarkten. Das hängt beispielsweise bei der Einspeisung von Abwärme damit zusammen, dass diese Unternehmen schlicht nicht die Expertise haben und es auch nicht. Kerngeschäft ist, Energie zu vermarkten.

In den von mir oben zitierten Quellen, aber beispielsweise für Schweden darauf hingewiesen, dass in Stockholm ein extra Gesellschaft besteht, um die Einspeisung von Dritten in das Netz zu realisieren. In Vilnius wird ein anderes Modell verfolgt. Dort können Dritter ihre Wärme in das Netz einspeisen, wenn sie in der Auktion erfolgreich sind. Das ist quasi vereinfacht ein bisschen wie eine Wärmebörse anstelle der Strom oder Gasbörse. Letztlich hängt es allerdings auch von der Geräten nationalen Umsetzung der Regulierung ab, wie so ein Modell ausgestattet werden kann.

Info der Verbraucherzentrale:

“Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat im April 2025 die Preise von 576 Wärmenetzen ausgewertet, die auf der Preistransparenzplattform Fernwärme gelistet sind. Ergebnis:

  • Der mittlere Fernwärmepreis (Median) in einem Mehrfamilienhaus liegt bei 17 Cent je Kilowattstunde (kWh).

  • In gut jedem vierten Wärmenetz (27 Prozent) liegt der Preis bei 20 Cent (je kWh) oder höher.

  • In fast jedem zehnten Wärmenetz (9 Prozent) liegt der Preis bei 25 Cent (je kWh) oder höher.

  • Verbraucher:innen in einem typischen Mehrfamilienhaus zahlen bei einem Preis von 20 Cent (je kWh) im Vergleich zum Medianwert rund 290 Euro mehr im Jahr. Bei einem Preis von 25 Cent sind es jährliche Mehrkosten von knapp 770 Euro.”

Teure Fernwärmepreise: Verbraucherzentrale fordert Preisdeckel | Verbraucherzentrale Bundesverband

Fernwärme ist schon teuer und wird für neue Netze noch teurer werden. Siehe meinen youtube-link zu Carsten Herbert (ab ca. Minute 15).

Selbst bei den Preisen macht es schon Sinn über eine energetische Sanierung nachzudenken und sich abzukoppeln. Selbst wenn nach der energetischen Sanierung nicht abgekoppelt wird, sinkt die Wärmeabnahme und somit die Wirtschaftlichkeit des Netzbetreibers. Preis muss steigen. Abwärtsspirale.

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Habe ich geschaut. Ist erstmal eine Spekulation von ihm, die nicht unbegründet ist, aber wesentlich von der Finanzierung des Netzausbaus (Renditeerwartung) und Anschlusszwang abhängt.

Meinst du nicht, dass die Versorger bei der Dimensionierung einberechnen, dass sich in Zukunft x % der Haushalte sanieren? Oder vlt. saniert man ja gar nicht. Seine Argumentation, dass sich Verbraucher abkoppelt, weil es Leerstand gibt, widerspricht sich selbst, da er sagt, dass auf dem Land nix ausgebaut werden wird. In Städten, also da wo FW liegt, wird es wohl eher selten Ruinen geben. Würde hier also von einem stetig hohen Preisniveau sprechen und nicht von einer Spirale.

Zumal du die Wärmekosten ja den Sanierungskosten gegenrechnen müsstest um zu beurteilen, ob FW im Vergleich zu WP + Sanierung günstiger oder teurer ist. Den Vergleich zu Gas spare ich mir, da er auch hier nur die aktuellen Gaskosten darstellt.

Kurz: Ja FW ist teuer. Aber eine konkrete Vergleichsrechnung für Gebäude in denen es eine FW Leitung gibt oder geben wird (Stadtkerne) stellt er nicht auf.

Ok, hier sollte man zwischen Nah- und Fernwärme unterscheiden. Bei Fernwärme gibt es in D meines Wissens keinen Anschlusszwang.
Bei Nahwärme dagegen wird beim Start, dh dem Neubau einer Siedlung mit eigenem Nahwärmenetz, der Anschluss an die Nahwärme vom Bauträger den Erstkäufern der Häuser, MFH oder EFH, vertraglich mitgegeben. Es ist Teil des Kaufvertrages, dass man in den Vertrag mit Betreiber des Nahwärmenetzes einsteigen wird. Um ein Monopol zu vermeiden, hat der Gesetzgeber die Frist dieses Wärmevertrags auf max. 20 Jahre begrenzt.
Allerdings stellt man oft fest, dass technische Alternativen zur Nahwärme schwierig oder kaum möglich sind. Wenn zB eine größere Siedlung mit MFHs von Nahwärme versorgt wird, liegt da nirgendwo ein Gasrohr (bin ich jetzt froh drum). Und die Infrastruktur des Hauses ist auf die Übergabestation für Wärme im Keller eingestellt. Dh der Vertrag endet, häufig wird man ihn aber verlängern.
Bei uns wird der Betreiber des Nahwärmenetzes die zentrale Quelle umstellen auf WP. Ich liebe es. Die Nahwärme war zwar teurer als die Gasetagenheizung, die ich in meiner vorherigen Wohnung hatte, aber dafür klappt nun die Umstellung auf regenerativ umso leichter.

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Gesetzlich ist es möglich einen Anschluss- und Benutzungszwang einzuführen. Das wird in Einzelfällen auch gemacht. Ein Beispiel ist Dachau, wo es in der entsprechenden Satzung schon sehr lange besteht ( Fernwärmeabgabe­satzung - FWS - Große Kreisstadt Dachau ). In Thüringen sollen es 17 Fälle sein ( Fernwärme: Verbraucherzentrale fordert Ende des Anschlusszwangs | Verbraucherzentrale Thüringen ). Also ja, es wird von dieser Möglichkeit bei der Fernwärme Gebrauch gemacht.

Das ist aber kein Anschluss- und Benutzungszwang im gesetzlichen Sinn. Es wird dort auf Basis privatwirtschaftlicher Verträge geregelt, ohne dass es von vornherein vorgegeben sein muss. Es könnte bei der Projektentwicklung auch auf Wärmepumpen für jedes Gebäude zurückgegriffen werden.

Es gibt auch gute Gründe, dass der Zwang eher selten zum Einsatz kommt. Es sollte sich die jeweils sinnvollste Lösung durchsetzen und bei Zwang besteht zumindest eine große Gefahr, dass es bessere Alternativen gegeben hätte.

Das Problem ist in Deutschland aber auch, das Gas schlicht nicht auf einer höheren Ebene schon als Alternative gestrichen wird. Wenn man hier (mal wieder) von Dänemark lernt, dann sieht man, dass sich district heating unter den verfügbaren Optionen oft durchsetzt und die Option Zwang nicht mal möglich wäre.

Ich habe keine Statistiken um es zu untermauern, aber Fernwärme wird evtl. auch gerne von Wohnungsbaugesellschaften genutzt um die Kosten zu senken.

Ich würde mir vorstellen, dass der Anschluss an ein existierendes Fernwärmenetz billiger ist, als eine Zentralheizung für 20+ Wohnungen einzubauen. Also niedrigere Baukosten.

Für den Eigentümer, insbesondere wenn er vermietet, ist das auch interessant, da der Anschluss praktisch nicht verschleißt, also ein teurer Heizungstausch in 15 Jahren entfällt.

(Besonders bei Vermietung, weil ihm dann die laufenden Heizkosten egal sind, die zahlt der Mieter.)

That said: Ich bin total pro Fernwärme mit Anschlusszwang, aber es gibt einige ungünstige Anreizsysteme, die besorgniserregend sind.

Also hier mal die Zahlen des örtlichen Fernwärmenetzbetreibers STAWAG aus Aachen:

Informationen zur energetischen Qualität der Fernwärme 2024:

Netzverluste absolut: 44.664 MWh

Netzverluste relativ 16,01 %

Anteil erneuerbare Energien bei der Wärmeerzeugung 0 %

Primärenergiefaktor 0,49 [fp, FW]

Quelle: Logopapier

Unter dem Diskussions-Thema “Risiko Fernwärme” betrachtet muss einen das doch sehr nachdenklich machen. 0% erneuerbare Energien bedeutet, dass der komplette Wechsel zu Erneuerbaren erst noch erfolgen muss und sehr großer Investitionen bedarf.

Wie soll das gehen ohne steigende Kosten?

Dezentral habe ich die 16% Verluste nicht und kann in sehr vielen Fällen noch PV dazu nutzen.

Ja, sehr gut analysiert. Und die aktuellen Preissteigerungen geben einen Vorgeschmack, was da kommen wird.
Ich präferiere ja Wärmeerzeugung, bei der ich selbst den Anbieter - auch später noch - wechseln kann. Leider ist das als Mieter kaum machbar.

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