Risiko Fernwärme

Nicht zwangsläufig. In München zum Beispiel gibt die Müllverbrennungsanlage die Abwärme ins Fernwärmenetz. 0% regenerativ, aber mit Zukunft.

Wie gesagt, einfach mal in andere Länder schauen und lernen, wie die es hinbekommen. Was aber sicher ist, dass mit dem Argument es besteht Investitionsbedarf und deswegen fangen wir gar nicht erst an, weil die Gefahr steigender Kosten besteht, der Status Quo nicht verändert werden wird. Dazu ist gerade Aachen ein super Beispiel, dass ohnehin investiert werden muss. Dann aber doch bitte richtig und nicht an dem fossilen System festhalten.

Gerade Aachen ist auch in gewisser Form ein Sonderfall, weil die Fernwärme historisch aus den Braunkohlekraftwerken in der Nähe gespeist wurde und immer noch zu einem großen Teil wird. Solange dort noch Kohle verbrannt wird, ergibt es auch Sinn dann zuminndest die Abwärme auch noch energetisch zu nutzen. Im Schnitt sieht es in anderen Bundesländern wie Reihnland-Pfalz mit 56 % oder Bayern mit 47 % EE und Abfall aus Inputquellen in den Netzen schon deutlich besser aus ( Experience , AGFW).

Dazu hat Aachen auch bereits einen Kommunalen Wärmeplan (https://www.aachen.de/in-aachen-leben/klima-umwelt/klimaschutz/waermewende/waermeplanung/faq/kommunaler-waermeplan-stadt-aachen-042025.pdf?cid=rha) und befasst sich damit, wie es in Zukunft gelingen kann. Da ist z.B. das Enddatum der Braunkohle mit ein Teil der Entwicklung und wie diese ersetzt werden kann.

Das ist ja auch richtig und district heating sollte auch nicht dort eingesetzt werden, wo es dezentral ist und es andere bessere Lösungen gibt. Es ist eine zentrale Option, wo die entsprechenden Wärmedichten existieren und es dadruch einen Vorteil gegenüber “kleinteiligeren” Optionen gibt. Da ist es z.B. dazu auch nicht immer möglich PV noch in einem ausreichenden Umfang (bezogen auf den Wärmebedarf) einzusetzen.

Insgesamt verstehe ich diese, doch eher generelle Kritik an der Fernwärme nicht. Es ist nicht alles super und einfach, aber da sie absehbar ein Teil der Lösung ist, gilt es doch viel eher zu schauen, wie es besser umgesetzt werden kann. Bezogen auf das Thema der Diskussion gibt es hier ab Folie 25 auch noch ein paar Hintergrundinformationen zu den Niederlanden und Dänemark bezüglich des Netzzugangs: https://www.dena.de/fileadmin/dena/Publikationen/PDFs/2023/Regulatorische_Modelle_fuer_eine_klimaneutrale_Fernwaerme_in_Deutschland.pdf. Da geht es neben der Form des Netzzugangs (z.B. Verhandlungsbasis, eine Art Wärme-EEG etc.) auch um die dortige Umsetzung von Transparenz und einer Gemeinwohlorientierung, um einen Fokus auf Gewinne der Anteilseigner zu verhindern. Dazu ist auch die Preisregulierung aus meiner Sicht wirklich existent (und nicht einfach nur besser).

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Bei uns in der Straße in Dortmund wurden die FW- Leitungen verlegt. Aber da bei uns im Haus in den 70ern das Heizen auf Nachtspeicheröfen umgestellt wurde,fehlt eh die grundsätzliche Infrastruktur /Wasserleitungen für die wasserführenden Heizkörper die man für FW, Gas,eine L-W - WP brauchen würde,daher habe ich mich gegen die FW- entschieden und die NSP werden gegen nach und nach durch moderne Stromheizungen ersetzt. Damit haben die Mieter wenigstens freie Wahl bei den Stromanbietern.

Diese lokale Monopolstellung der FW-Anbieter stört mich nämlich auch und sie ist tatsächlich für Mieter ein Problem wenn sich die Hausbesitzer für FW entscheiden. Ich meine Habeck hatte ggf. vor, was gegen die Monopolstellung der FW Anbieter zu tun,deren Monopol aufzubrechen. Aber das vorzeitige Ampelende hat das verunmöglicht. Von Frau Reiche werden wir leider nichts Konstruktives erwarten können, denn es sind meine Wissens ja auch so Gasanbieter ( die Stadtwerke) die wenn sie sich perspektivisch vom Gas verabschieden müssen, gerne an der FW verdienen wollen. Aber ich sehe das alles auch als sehr problematisch.

Correctiv hat auch was zu dem Thema. Geht darum, dass aktuell FW nicht teurer sein darf als eine bisherige Heizung. Das möchte die Lobby auflösen und bis zu 0.5 Euro pro m2 umlegbar machen

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Also Stromdirektheizungen?
Die erfüllen die 65 % Regel doch nur in Ausnahmefällen wie in extrem gut gedämmte Häusern oder? Ist das in diesem Fall (zukünftig) so in Ordnung?
Oder meinst du Luft-Luft-WP? :slight_smile:

Wenn Ökostrom, dann erfüllen sie das immer. Bzw sind sie aktuell schon zulässig. Glaube nicht, dass sich das ändert. Ist halt die Frage, ob man 3 mal so viel Strom verbrauchen möchte und die Leistung ausreicht. Vom Gesamtsystem natürlich nicht so gut, weil dann der Strombedarf im Winter noch höher wird

Wenn ich es richtig verstanden habe, gilt es genau deswegen nicht; auch nicht mit Ökostrom.
Weil zu ineffizient und zu teuer für Mieter

„GEG Stromdirektheizung (§71d)
Im Neubau und bei Bestandsgebäuden mit wasserbasiertem Heizsystem ist die Stromdirektheizung nur in Gebäuden zulässig, deren baulicher Wärmeschutz mind. 45 % besser ist als die Neubaubauanforderung nach §§ 16 und 19 GEG (entspricht Effizienzhaus 40). Bei Bestandsgebäuden ohne wasserbasiertes Heizsystem muss der bauliche Wärmeschutz mind. 30 % besser sein als die Neubauanforderung (entspricht Effizienzhaus 55).
Diese Einschränkungen gelten jedoch nicht für Hallen (> 4 m Raumhöhe) mit dezentralem Heizsystem und nicht für selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser. Dort darf die Stromdirektheizung auch bei schlechtem baulichem Wärmeschutz eingesetzt werden.

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Ich will nicht den fossilen Status Quo halten, sondern das komplette Gegenteil.

Das derzeitige, bestehende Fernwärmenetz überhaupt klimaneutral zu bekommen ist eine Mammutaufgabe und alles andere als technisch gelöst. Geschweige denn, schnell umzusetzen.

Die Ampelregierung hat die Wärmeplanung an die Städte beauftragt, um sich politisch zu retten. Den Leuten die Hoffnung zu machen, dass sie ihre energieverschleudernden Altbauten bald klimaneutral mit Fernwärme betreiben können ist das gleiche Niveau wie E-Fuels und Wasserstoffheizungen.

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Das Wärmeplanungsgesetz ist die Grundlage zur Dekarbonisierung. Es erfasst den Status Quo, wo gibt es welche Art von Heizung, wo ist Potential für alternative Lösungen, was sind die schwierigen Bestandsbauten.
Niemand hat versprochen oder behauptet, dass Fernwärme für sämtliche schwierigen Bestandsbauten verfügbar gemacht werden könne.

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Im Koalitionsvertrag von 2021 wurde bereits die 65% Regel für neue Heizungen ab 2025 vereinbart. Sollte wegen Krieg und Gasmangel auf 2024 vorgezogen werden.

Dann kam die fossile Kampagne gegen die Wärmepumpe und als „Kompromiss“ die Wärmeplanung, die alles verschiebt. Wir haben Jahre verloren!

Das tolle Beispiel von Rheinland-Pfalz oben mit 50% Erneuerbare in der Fernwärme. Rheinland-Pfalz hat 5% Fernwärme! 1/4 davon ist Müllverbrennung! Dafür brauche ich keine Wärmeplanung, um zu erkennen, dass man Wärmepumpen dafür nicht verschieben muss.

Grundsätzlich muss bei dieser Diskussion beachtet werden, dass es bestehende Fernwärmenetze gibt (besonders in Ostdeutschland) - diese zu erweitern und dann bzw. gleichzeitig zentral zu decarbonisieren ist fast immer sinnvoll, gerade weil damit alle bereits angeschlossenen Verbraucher mit einem Schlag decarbonisiert werden… die Probleme mit Monopol usw. bleiben dabei bestehen
Fernwärmenetze und warme Nahwärme sind außerdem die einzigen praktikablen Möglichkeiten um große Wärmequellen wie Abwärme aus Industrie, Rechenzentren und Müllverbrennung, großer Geothermie oder Flußwärmepumpen zu nutzen - dafür gibt es jeweils auch Beispiele, damit wird es dann möglich über eine große technische Lösung viele Haushalte auf einmal zu decarbonisieren

Ein kompletter Neubau von Fernwärme ist eigentlich nur noch sinvoll, wenn es eine sehr große Wärmequelle gibt (neue Serverfarm oder ähnliches) die man nur so nutzen kann und die Leistung die Abnahmemenge eines Nahwärmenetzes klar übersteigt

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