Richtiger Ansatz gegen die AfD

Dieses sich wiederholende Muster gibt Anlass zu Besorgnis.

Was sind denn die Interessen der AFDlinge?
Und warum nimmt man nicht das naheliegendste an: dass sie bereits die Partei wählen, die ihre Interessen am besten spiegelt?
Und wollen wir wirklich, dass andere Parteien sich diesem Spiegel annähern?

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Interessant ist auch noch die Forschung von Pippa Norris und Ronald Inglehart zum globalen Autoritarismus:

Dieses Phänomen, so ihre These, sei nicht in erster Linie auf wirtschaftliche Ungleichheit und Entrechtung zurückzuführen – man müsse sich nur den Aufstieg populistisch-autoritärer Kräfte in Schweden und Dänemark ansehen: wohlhabende Gesellschaften mit Sozialsystemen, die den Menschen „von der Wiege bis zur Bahre“ begleiten, und einer gut ausgebildeten, wirtschaftlich abgesicherten Bevölkerung. Stattdessen schrieb Norris: „Populistischer Autoritarismus lässt sich am besten als kulturelle Gegenreaktion in westlichen Gesellschaften auf langfristige, anhaltende gesellschaftliche Veränderungen erklären.“ Unter Rückgriff auf Daten, darunter auch der „World Values Survey“ – ein internationales Forschungsprojekt, das Einstellungen und Überzeugungen in fast 100 Ländern erfasst (sie ist dort Vorstandsmitglied) – argumentierte Norris, dass der Wandel, durch den Gesellschaften im letzten halben Jahrhundert in sozialen Fragen liberaler geworden sind – offener für Vielfalt und LGBTQ-Rechte, egalitärer in Bezug auf Geschlechterrollen und Racegleichheit, umfassender in der demokratischen Vertretung, säkularer, kosmopolitischer und globaler –, eine tiefe und intensive Reaktion bei Traditionalisten ausgelöst hat, die sich bedroht, an den Rand gedrängt und zurückgelassen fühlen. Diese Traditionalisten, die sie als älter, weißer, eher auf dem Land lebend und weniger gut ausgebildet beschreibt, neigen dazu, sich starken Führungspersönlichkeiten zuzuwenden, die versprechen, die aufkommende Welle aufzuhalten.

Die Argumentation von Norris und Inglehart stützt sich zum Teil auf eine Reihe groß angelegter sozialwissenschaftlicher Erhebungen – einige davon global, andere auf bestimmte Länder oder Regionen ausgerichtet –, die versuchen, die tiefer liegenden Werte und Einstellungen der Menschen zu erfassen, anstatt nur Meinungen zu bestimmten Themen oder Ereignissen. Der „World Values Survey“ und der „European Social Survey“ versuchen beispielsweise vorherzusagen, wie sich Menschen in bestimmten politischen Kontexten verhalten könnten. Andere Erhebungen, wie der „Chapel Hill Expert Survey“ und der „Expert Judgment Survey of European Political Parties“, verfolgen die Politik, Positionen und Ideologien nationaler Parteien.

Die Erkenntnisse von Norris und Inglehart deuten auf einen Anstieg dessen hin, was sie als autoritäre Werte definieren: die Bedeutung, die die Befragten Sicherheit und Ordnung sowie Konventionalismus beimessen. „Weil sie sich von außen bedroht fühlen“, sagt Norris, „stehen sie Außenstehenden feindselig gegenüber“ – oft solchen mit anderem religiösen oder ethnischen Hintergrund. Ein weiterer autoritärer Wert ist die Loyalität gegenüber dem Anführer: jemand, „der die Gemeinschaft schützt und die Normen stärkt, die als moralisch richtig angesehen werden“. Einige Beobachter haben bei den jüngsten Wahlen in den Vereinigten Staaten und im Ausland unmittelbarere Motivationsfaktoren benannt: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Homophobie, Sexismus, Nativismus. Doch die tiefere Motivation, die diesen Einstellungen zugrunde liegt, so Norris, ist eine Hinwendung zu autoritären Werten. In ihrer Forschung vergleicht sie Daten zu diesem Anstieg sowie zu anderen Faktoren wie moralischem Konservatismus und Bildungsniveau mit den Wahlergebnissen in verschiedenen westlichen Demokratien. In einem Land nach dem anderen stimmen sie überein: Je stärker autoritäre Werte und sozialer Konservatismus zunehmen, desto höher fallen auch die Stimmenanteile für autoritäre politische Parteien aus.

(Übers. unter Nutzung von DeepL)

Der Aufstieg der rechtsradikalen AfD ist in diesem Kontext zu sehen.

Allerdings. Dagegen sind Selbstgespräche in einem Forum harmlos. :wink:

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Du hättest ja auch zur wissenschaftlichen Unterfütterung deiner Thesen beitragen können.

@Pat_Ndh

Es ist immer schwierig mit jemandem zu diskutieren, der wissenschaftliche Forschungsergebnisse ignoriert und selbst zur Stützung seiner Thesen keine empirische Stützung bieten kann.

Wenn man dann auch noch mit Strohmännern um sich wirft, wird’s ganz schwierig.

Die Patriotismus-Karte spielen mindestens auch CDU/CSU, Zuwanderung „gestalten“ wollen alle im Bundestag vertretenen demokratischen Parteien. Also keine Gründe Rechtsradikale zu wählen.

Niemand spricht AfD-Wählenden ab, „sich objektiv schlechter gestellt zu sehen“. Niemand bestreitet, dass sie sich so sehen.

Die realen sozioökonomischen Daten zeigen jedoch, dass sie es objektiv nicht sind.

Was man auch sieht, wenn man in die Daten schaut, ist:

https://www.uni-leipzig.de/newsdetail/artikel/neue-efbi-studie-afd-waehler-glauben-besonders-oft-an-verschwoerungserzaehlungen-2021-02-03

Und sowenig Deutschland von einer sinistren Elite gesteuert wird, die einen Bevölkerungsaustausch forciert, sowenig Corona-Impfungen Gift sind und sowenig der Klimawandel nicht vom Menschen gemacht ist, sowenig sind AfD-Wählende i.a.R. sozioökonomisch benachteiligt.

Ja, also sehr gering.

Also ist die These der Verdrängung von deutschen Erwerbstätigen, die ja zum größten Teil über eine hierzulande anerkannte berufliche Qalifikation verfügen, hanebüchen.

Syrischen Männer haben übrigens neun Jahre nach dem Zuzug mit einer Beschäftigungsquote von 70 Prozent bereits nahezu das durchschnittliche Niveau der männlichen Bevölkerung in Deutschland erreicht:

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Sorry für die späte Rückmeldung, aber bei dem Tempo hier war es schwer, Schritt zu halten. Ich möchte versuchen, den Bogen zurück zum eigentlichen Thema und zu einem möglichen Lösungsansatz zu schlagen. Wenn ich später noch Zeit habe, gerne noch zu Patriotismus und Zuwanderungsablehnung (oder in einem eigenen Thema).

​Ein Kern des Problems liegt für mich in den sehr absoluten Haltungen, die auch hier im Thread vertreten werden:

  • ​Wer keinen Unterschied zwischen Patriotismus und Nationalchauvinismus zieht,
  • ​wer nicht zwischen pauschaler Fremdenfeindlichkeit und dem berechtigten Wunsch unterscheidet, Zuwanderung politisch zu gestalten,
  • ​und wer AfD-Wählern schlicht abspricht, sich objektiv schlechter gestellt zu sehen,

​… der drängt letztlich alles ins rechtsextreme Eck. Die logische Konsequenz (überspitzt) dieser Denkweise ist dann nur noch: Brandmauer, Verbote und Therapie für vorgeblich „unmündige“ Bürger.

​Ich halte diese Prämissen (wie bekannt) überwiegend für falsch. Wenn berechtigte Anliegen oder Sorgen sowie politisch légitime Forderungen und Diskurse pauschal entwertet werden, fühlen sich Betroffene von der etablierten Politik und dem Rest der Gesellschaft verstoßen. Die Folge: Sie bleiben dort wo sie Sich aufgehoben fühlen. Dazu kommen immer mehr, bis die eigenen Mehrheiten vollends kippen.

​Der Lösungsansatz kann daher nicht in noch mehr Ausgrenzung liegen!!! : Wir müssen differenzieren. Nur wenn wir berechtigte Kritik an politischen Missständen von rechtsextremen Haltungen trennen und den Menschen auf Augenhöhe begegnen, nehmen wir der AfD den Nährboden.

Amen.

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Im Dezember 2024 lag die Arbeitslosenquote bei Ausländern in Sachsen-Anhalt bei 22,1 Prozent.

Das ist zwar 2 Jahre älter, aber real fluktuieren diese Daten nicht sehr stark. Daher können wir sie mit etwas Vorsicht auch mit den 8.1 % Gesamtarbeitslosenquote aus 2026 vergleichen. Die Arbeitslosenquote von Nicht-Ausländern liegt im übrigen bei etwas über 6 %.

Die Mitteldeutsche Zeitung vergleicht zusätzlich auch die Arbeitslosenzahlen zwischen typischen Nationen.

Im Artikel wird auch ein Grund für die schlechten Zahlen bei v. a. Syrern genannt - 3/4 von ihnen kämen ohne qualifizierenden Berufsabschluss.

Der Artikel weist aber auch darauf hin, dass Ausländer bilanziell keine Arbeitsplätze wegnehmen, sondern ausscheidende Deutsche ersetzen. Allerdings wird die Aussage nur bilanziell getroffen. Es ist möglich, dass Hochqualifizierte ausscheiden und Niedrigqualifizierte in den Arbeitsmarkt eintreten.

In einer Studie weist der IW-Forscher Geis-Thöne zudem darauf hin, dass Sachsen-Anhalt sein Beschäftigungsniveau nur noch durch Zuwanderung halten kann. Vor allem durch die demografische Entwicklung verlor das Land zwischen 2021/22 und 2022/23 rund 7.560 deutsche Arbeitnehmer, im selben Zeitraum kamen 7.215 ausländische Arbeitnehmer hinzu. […]

Die Zahlen zeigen, dass Ausländer Deutschen keine Jobs wegnehmen. Im Gegenteil: Nach Angaben der Ärztekammer Sachsen-Anhalt praktizieren im Land rund 125 syrische Ärzte. Ohne diese würde sich der Ärztemangel noch weiter verschärfen.

Edit:

In der Vergangenheit wurden User von der Moderation, i. e. durch @Daniel_K dafür angezählt, wenn Beiträge nachträglich substanziell angepasst wurden. Es wurde sogar mit Sperre gedroht. Besonders sollte das gelten wenn damit Thread Sperren umgangen werden sollen.

Ich würde mir wünschen wenn Regeln für alle gleich gelten würden. @Moderatoren

Verzeiht bitte die Post-Anpassung.

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Zu Klarstellung:
Angezählt und mit Sperren gedroht wurde in Fällen, in denen die Moderation gezielt durch das Editieren von Beiträgen umgangen wurde. Klassischer Fall: Ein Beitrag eines Users wird abgelehnt und der User editiert einen anderen Beitrag, um Kritik an der Entscheidung zu üben oder seinen abgelehnten Beitrag dort einzufügen.

Ich gebe dir aber Recht, dass es kein guter Stil ist, eine geschlossene Diskussion durch Edits weiter zu führen, um das letzte Wort zu haben. Im Idealfall sollten Edits in geschlossenen Threads einfach nicht mehr möglich sein, zumindest keine „größeren“.

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