Rente mit 70?

Ich höre gerade im Podcast „Zehn Minuten Wirtschaft“, dass es einen angeblichen Leak aus der Rentenkommission gibt, wo das Renteneintrittsalter auf 70 gesetzt werden soll.

Wenn ich mir überlege, dass der Hauptgrund für die Rentenprobleme der demographische Wandel ist, wäre mein Vorschlag, dass Kinderlose deutlich höhere Beiträge zahlen und länger arbeiten müssen. Schließlich haben Familien mit Kindern erheblich mehr Ausgaben. Kinderlose können deutlich mehr für sich behalten.

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Tolle, differenziert ausgeführte Lösung des Problems: DIE ANDEREN SOLLEN GEFÄLLIGST MEHR ZAHLEN

es ist egal wer da wieviel einzahlt. Das Rentensystem ist als Schneeball aufgesetzt und kann nicht mehr funktionieren auf Dauer.

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Und Menschen, die keine bekommen können? Willst du nur auf die hinaus die sich gegen Kinder entscheiden? Was ist mit Dauersingles? Wie willst du da eingreifen und kontrollieren?
Das ist ein grauenvoller Vorschlag.

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Das Rentensystem ist kein Schneeballsystem. Ein Schneeballsystem basiert darauf, dass immer mehr Leute gefunden werden, die drauf reinfallen und es bricht zusammen, sobald man nicht mehr neue Leute findet. Bei unserem Rentensystem müssen nicht immer mehr Leute gefunden werden. Es reicht theoretisch, wenn die Zahl der Einzahler und Rentner konstant ist, oder wir genug Wirtschaftswachstum haben.

Und egal welches System wir uns ausdenken, der arbeitende Teil der Gesellschaft muss immer die Wirtschaftsleistung für den nicht-arbeitenden Teil der Gesellschaft erbringen. Bei unserem aktuellen Rentensystem sehen wir das halt direkt, bei einem Aktienrentensystem passiert es indirekt, in dem Rentner über die Gewinne der Unternehmen an der Wirtschaftsleistung der Arbeiter beteiligt werden.

Auch die haben ja geringere Lebenshaltungskosten.wenn es also vor allem darum geht, die höheren Lebenshaltungskosten zu kompensieren, dann ist die Frage ob ungewollt oder gewollt kinderlos ja nicht relevant.

Ich bin nicht unbedingt für diesen Vorschlag, aber wenn ich mir ansehe, dass ich zum Beispiel für k2 alleine 600 Euro Kosten für Krippenbetreuung im Monat hatte, dann nehme ich mögliche moderat höhere Beiträge jetzt im Vergleich nicht als die entscheidend hohe Belastung wahr.

Besser in meinen Augen wäre aber für Menschen mit Kindern die Kosten planbarer zu machen, z.B. indem man nicht je nachdem wo man einen Platz bekommt zwischen 300 und über 600 Euro zahlen muss.

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Ok. Dann müsste man auch anfangen die Subventionen zu kompensieren, die Kinderlose nicht erhalten.
Keine Elternzeit, die von der Gemeinschaft finanziert wird, Kindergarten, Schule, Kindergeld, Elterngeld, Kinderversicherungen, Spielplätze, etc. Das sind Subventionen die Kinderlose nicht erhalten und mittragen.
Wenn die Gemeinschaft Kinderlose nicht mitträgt, gibt es keinen Grund mehr, dass Kinderlose die Kinder der Gemeinschaft mittragen.
Da will ich nicht hin und diese Argumentation missfällt mir.

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Was ich auch spannend finde ist die Ausdifferenzierung der Rente mit 70.

In erster Linie schiebt es den Rentenbezug ja auf, also ich habe erst später volles Anrecht auf meine Rente und die Bezugsdauer wird ggf kürzer.

Wie berücksichtige ich aber diffenziert unterschiedliche tätigkeitsbezogene Einschränkungen?

Also die Klassiker, Dachdecker oder Pflegefachkraft mit 70.
Die Leistungsfähigkeit bleibt ja nicht bis 70 konstant.

Müssen manche die Zeit bis zur Rente (ggf. schon ab Mitte/Ende 50) mit schmalem Bürgergeld, Erwerbsminderungsrente oder Flaschensammeln überbrücken?

Also wie geht man mit Menschen um die altersbedingt nicht mehr können?

Setzt man die alle ins Büro? Wollen die Arbeitgeber denn die 63jährige Pflegefachkraft oder den Dachdecker quasi ungelernt oder angelernt im Büro haben? Zu welchem Gehalt?

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Niemand ist dazu gezwungen ein Kind zu bekommen, das wird nicht ausgelost oder sonst was. Und auch niemand bekommt Kinder, nur weil es gut für die Gesellschaft ist.

Was mich an der Aussage stört ist das, was @Alex0815 auch gesagt hat. Diese Aussage lässt vollkommen außen vor, dass Eltern ja schon Leistungen vom Staat bekommen. Meiner Meinung nach sollte sich die Gesellschaft finanziell an der Erziehung von Kindern beteiligen, aber trotzdem sollten Eltern einen Eigenanteil tragen, da es ja ihre Entscheidung war.

Natürlich kann man darüber streiten, wie sehr sich die Gesellschaft beteiligen soll. Wobei ich vermute, dass Deutschland vermutlich eines der Länder weltweit ist, in dem Eltern die meiste finanzielle Unterstützung vom Staat bekommen.

Aber ich halte die hier gewählte Argumentation für sehr schlecht. Natürlich zahlen Eltern mehr, aufgrund der Eigenbeteiligung und diese Argumentation lässt bewusst sämtliche staatlichen Leistungen aus. So spaltet man die Gesellschaft nur mehr in Menschen mit vs. Menschen ohne Kinder.

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Eine Geburtenrate von 1,4 Kindern lässt auch nicht darauf schließen, das trotz aller staatlichen Hilfen es besonders reizvoll ist, Kinder zu bekommen.

Die Kernfrage wäre doch: Wollen wir als Gesellschaft das Menschen in Deutschland Kinder bekommen?

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Außer für das Rentensystem, warum ist es schlecht, dass es weniger Kinder gibt?

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Willst du mir die Stelle bitte zeigen wo ich oder jemand anderes sowas geschrieben hat?

Wenn man sich einig darüber ist, dass eine Gesellschaft langfristig nur mit Kindern funktionieren kann, dann müsste es doch völlig klar sein, dass umgekehrt auch die Gesellschaft diese Kinder fördern sollte.

Und Eltern verzichten im Durchschnitt (Frauen bedeutend mehr als Männer) eben auch auf Rente, weil sie während unbezahlter Care Arbeit keine Ansprüche erwerben.

Am Ende ist es aber eben doch so, dass die Kinder unsere Rente zahlen, egal ob Umlagefinanziert oder Kapitalbasiert (bei letzterem könnten das auch Kinder im Ausland tun).

Als Elternteil kann ich bestätigen, dass dieser Eigenanteil auch heute noch beträchtlich ist, sowohl monetär als auch durch Arbeitsleistung.

Man könnte also selbst bei mehr Förderung nicht behaupten Eltern würden irgendwie mit einem Vorteil gegenüber nicht Eltern rausgehen.

Alle möglichen Maßnahmen sind letztlich lediglich dazu geeignet einen Nachteil zu reduzieren.

Das Totschlagargument Eltern hätten sich das schließlich ausgesucht könnte man soweit treiben, dass man jegliche Unterstützung in Frage stellt. Daher sollte die Diskussion darüber wo und wie das aussieht differenzierter betrachten.

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Ganz pragmatisch: ist es ja nicht.

Verzichten wir als Gesellschaft auf Kinder, hätte das ja rein wirtschaftlich auch Vorteile:

  • alle Erwachsenen können Vollzeit bis 70 arbeiten.
  • Wir brauchen keine Kinderbetreuung mehr, das dortige Personal kann in „produktiven“ Jobs arbeiten
  • Es braucht lediglich Betreuungseinrichtungen für Senioren
  • Wir brauchen keine Schulen mehr, maximal noch freie Weiterbildungsträger für Erwachsene
  • Die ganze Industrie oder der Dienstleistungsbereich für Kinder kann sich voll auf Erwachsene umstellen.

Wir müssten nur schauen ob wir die irgendwann abnehmenden Arbeitskräfte technisch kompensieren können (Pflegeroboter oder so) oder ob wir Migration wollen (natürlich ohne Kinder :wink:)

Die Frage wäre wollen wir in einer solchen Gesellschaft leben? Bzw wer? Rentner?

(Ich hoffe man hört einen leisen Zynismus heraus)

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Doch sie haben einen Vorteil, weil sie bei einer privaten Lebensentscheidung finanziell unterstützt werden. Aber das ist ja auch vollkommen in Ordnung. Und Eltern werden auch schon massivst in Deutschland gefördert. In anderen Ländern sind Eltern viel viel mehr auf sich selbst gestellt. Was mich stört ist, dass die Argumentation im Ausgangspost die Förderung komplett außen vor lässt, um so zu tun als gäbe es keine Förderung und noch mehr Förderung zu fordern. Nach der Logik kann man dieses Argument wirklich so lange verwenden, bis Eltern finanziell im Vorteil gegenüber nicht-Eltern sind.

Ich bin weder für noch gegen mehr Förderung für Eltern, aber man sollte dann bitte auch ehrlich argumentieren.

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Sie wird nicht nur ggf. kürzer, sondern sie wird um ziemlich genau 3 Jahre kürzer (außer man stirbt vor 70). :smiley:

Bei durchschnittlicher Rentenhöhe spart das ca. 40-45.000 Euro ein, wenn man die Standard/Eckrente als Basis nimmt sogar 65.000 Euro. Zugleich wird die Einzahlung um bis zu 3 Jahre verlängert.

Die konkrete Modellierung ist natürlich noch komplexer, weil einige wahrscheinlich gar nicht so lange durchhalten und am Ende arbeitslos bis zur Rente ausharren oder gegen Abzüge früher verrentet werden. Insgesamt also eine klare Rentenkürzung für alle (wie immer mit Ausnahme der Beamten).

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Ihre Lösung ist also Diskriminierung von kinderlosen Menschen? Ich finde es immer wieder krass, dass man sich nicht darüber Gedanken macht, wie es der gesamten Gesellschaft besser gehen und Vermögen gerechter verteilt werden kann, sondern stattdessen schon wieder darüber spricht, wie man es hinbekommt, dass es einer bestimmten Gruppe noch schlechter geht.

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Tolle Diskussion … aber ich denke
Es ist Sache der Ministerien und der Parteien uns (also auch mir als alten grauen Mann) die Situation ehrlich zu erklären und dann auch ein Lösung vorzuschlagen. Ich gehe mit jeder Lösung mit bei der ich auch verstehe das es gerecht zugeht, also jeder seinen Beitrag leistet. Ich habe auch kein Problem das in den nächsten (10?) Jahren die Altersgrenze auf 70 angehoben wird. Ich erwarte einfach von den verantwortlichen Politikern (unsere Vertreter) ehrliche Analysen und Lösungen. „Selbstmord aus Angst vor dem Tod ist keine Lösung“.

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Mir ist bewusst, dass mein Beitrag sehr polarisiert und natürlich ist das nicht bis ins Kleinste zuende gedacht, sondern eher als eine Gedankenblase entstanden.

Fakt ist, dass wir unser Rentensystem nur betreiben können, wenn es genug Menschen gibt, die die Renten bezahlen können. Das sind entweder unsere Kinder oder es muss durch Migration gelöst werden. Da Migration hier immer mehr als ein Problem angesehen wird, was bleibt also übrig?

Kinder sind grundsätzlich etwas tolles, und ich möchte sie nicht allein als Spielball für Finanzierungsprobleme unseres Rentensystems heranziehen, aber es muss jedem klar sein, dass trotz aller Förderungen jedes Kind enorm viele Kosten verursacht und das kann natürlich jeder individuell für sich entscheiden. Die meisten, so wie meine Frau und ich, betrachten diesen Faktor niemals als Entscheidung für oder gegen Kinder. Der Punkt ist nur, dass wenn irgendwann nicht mal mehr am Lebensabend etwas Zeit für einen selbst übrig bleibt, weil sich die Gesellschaft immer mehr nur für sich entscheidet und wir immer länger arbeiten müssen, dann kann man schon mal darauf schauen, ob diejenigen, die schon mit ihren Kindern ihren Beitrag zum Rentensystem beigetragen, auf viel Freizügigkeit, Geld und Flexibilität verzichtet haben, nicht wenigstens beim Renteneintrittsalter entlastet werden können.

Und ich denke nicht, dass das mehr zur Spaltung der Gesellschaft führt. Ich könnte mir vorstellen, dass es durchaus verständlich vermittelt werden könnte.

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Sehe ich nicht so. Wenn man ein System aufsetzen würde das nicht darauf beruht Menschen sondern Kapital /Gewinn als Grundlage zu nehmen, wäre es komplett unabhängig von der Anzahl der arbeiteten Menschen. Spätestens wenn es Dank Automatisierung nicht mehr genügend bezahlte Jobs für alle Menschen gibt, muss hier eh umgedacht werden.

PS: OK…du schreibst eventuell wirklich explizit „unser Rentensystem“. Aber das ist so eh nicht zu retten.

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Die Diskussion ist wirklich hier schon mehrfach ausführlich geführt worden, nur soweit: JETZT mehr Kinder zu fordern ist erstens volkswirtschaftlich kontraproduktiv (wir haben ca. 15 Jahre geburtenstarke Jahrgänge, die in Rente gehen, danach flacht das wieder ab, und dazu nochmal neue geburtentsarke Jahrgänge zu haben, die man dann auch noch irgendwie finanzieren und ausbilden muss, durch wen eigentlich?) und zweitens auch nicht durchsetzbar (dazu kann man sich die Geburtenzahlen aller größeren Wirtschaftsnationen der Welt ansehen).

Dieses Land hat genügend Geld (immer noch die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt), um das anders zu lösen.

Wir haben 3 Millionen Arbeitslose, wovon vermutlich ein Drittel in der Lage wären zu arbeiten. Die Regierung und Du fordern also nun, dass wir mehr arbeiten (ja, auch wenn man bis 70 statt bisher 67 arbeiten soll ist Mehrarbeit) während wir gleichzeitig andere, die nicht arbeiten, nicht in Arbeit bringen. Und die Arbeitgeber sind, mal wieder, fein raus. Und die zahlen auch die Überstunden von ein Fünftel der Zeit nicht aus. Diese bleiben unbezahlt. Volkswirtschaftlich völlig verrückt.

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Ich finde es aber zu kurz gedacht z.B. die Übernahme von Betreuungskosten, sei es nur eines Teils oder der gesamten Kosten, rein als Unterstützung der Eltern zu betrachten.

Dass es für Eltern lukrativ ist zu arbeiten ist z.B. bei gut verdienenden und daher meist gut ausgebildeten Eltern auch im Interesse der Volkswirtschaft und damit der Gesellschaft.

Bei schlecht gebildeten Eltern ist es im Interesse der Gesellschaft die Kinder möglichst in Einrichtungen wie Kitas zu fördern da dies langfristig günstiger kommt als am Ende Schüler ohne Abschluss und ohne die für den Arbeitsmarkt nötigen Fähigkeiten und Kompetenzen zu haben.

Und es ist ja nicht so, dass Eltern die einzigen sind die gefördert werden um gewünschtes Verhalten zu begünstigen. Förderungen für Wärmepumpen, E-Autos, Fahrradleasing, etc. gibt es ja auch. Von anderen Formen der Subventionen ganz zu schweigen.

Wie gesagt möchte ich der Forderung des Threaderstellers nicht einfach Recht geben, aber dass Eltern in der Regel auf Einkommen und damit Rente verzichten und rein auf die Rente bezogen dann aber alle davon profitieren, dass Personen da sind die später ihre Rente zahlen ist in meinen Augen nicht von der Hand zu weisen.

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