Rente mit 70?

Nur insofern das System selbst nicht grundlegend geändert wird, was ja eindeutig nötig sein wird!

Ich habe ja auch vorher geschrieben, dass es als Gesellschaft sinnvoll ist Eltern zu unterstützen. Die Sache ist nur, dass Kinder kriegen freiwillig ist und die Nachteile davon schon vorher bekannt sind. Deshalb kann sich daraus mMn kein Anspruch auf irgendwelche Zahlungen ergeben, wie es der Ausgangspost impliziert. Du kannst auch nicht einfach ungefragt von jemandem das Auto waschen und dich dann hinstellen und behaupten, der würde dir 50€ schulden, auch wenn die Person davon profitiert, dass du ihr Auto gewaschen hast.

Anders ist das z.B. mit der Schulpflicht. Hier haben Eltern keine Wahl, daher sollte die Gesellschaft dafür auch aufkommen, wenn sie das verlangt. (Da kann man auch durchaus diskutieren, ob die Gesellschaft nicht auch noch Schulbücher und Schulmaterialien mit finanzieren sollte)

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Kann ich mir nicht verkneifen, aber schlechtes Beispiel…in diversen Ländern und Städten gibt’s genau solche Leute die an Ampeln stehen bei rot dein Auto kurz säubern und dann die Hand aufhalten. Die Erwartungen ist also da, selbst wenn dann die Bezahlung ggf ausfällt

Wie müsste ich mir den beispielsweise meine künftige Rente vorstellen?
Ich habe mit 19 angefangen zu arbeiten und seit 1992 (dank Bundeswehrstudium) durchgängig in die Rentenkasse eingezahlt.
Zusätzliche Altersvorsorge war damals die klassische Kapital-Lebensversicherung sowie die Riesterrente. Seit 26 Jahren kommt noch eine gute Betriebsrente dazu.

Die Rentenversicherung schreibt mir ich müsse noch bis 2038 arbeiten laut Rentenbescheid. Dann bin ich 65 Jahre alt.

Ich gehe davon aus das ich aber noch bis 67 Jahren arbeiten muss.

Muss ich jetzt bis 70 kalkulieren?

Kann ich mit der aktuell von der Deutschen Rentenversicherung prognostizieren Rentenzahlung rechnen oder wird das ggf. viel weniger?
Reichen meine damaligen privaten und betrieblichen Vorsorgen aus oder werden die auch noch angepackt?
ETF hab ich zwar auch begonnen, wird mir aber bis zu Rente nicht so viel einbringen.

Wie reagiert man also als „älterer Arbeitnehmer“ dem man eine stabile Rente versprochen hat und wo jetzt an den Versprechungen heftig geschraubt wird (durchaus zu Recht, klar)?
Meine Generation hat ja früh gelernt niemanden zu trauen, vor allem Versprechungen nicht. :wink:

? Jahrgang 1964 ist der erste Jahrgang mit Regelaltersgrenze Rente 67 Jahre, macht 2031.
Wieso sagt dein Rentenbescheid, bei 65 Jahren sei Schluß? Wenn 2038-65=1973 dein Jahrgang ist?

Die Frage stelle ich mir auch.

Ich hätte mit etwa 64 Jahren und paar Monaten meine 45 Beitragsjahre voll…. Deswegen ggf?

Bingo, klar!!

Welchem Rentner wurde denn wann eine stabile
Rente versprochen? Ich bin jetzt seit 20 Jahren im System und weiß, von der Rente ist nicht viel zu erwarten.

Edit: Wort vergessen

Vor etwas über 30 Jahren verkündete der damalige Arbeitsminister Norbert Blüm vollmundig „Die Renten sind sicher!!“

Ein Satz mit der gleichen Qualität wie „Niemand hat vor eine Mauer zu errichten“

Heute wissen wir das. :wink:

Die Schwierigkeit ist ja das man seine Planungen zur Altersvorsorge an den jeweils herrschenden Bedingungen ausrichtet.
Mit etwas Voraussicht plant man noch ein Backup oder Plan B ein, wenn man kann.

Ich bezweifle stark, das die bisherigen Generationen immer die Alterspyramide und deren Entwicklung detailliert im Kopf hatten.

Letztlich heißt das ja, das jegliche Aussagen des Staates quasi keine belastbare Halbwertzeit haben und jeder im Grunde für sich selbst verantwortlich ist.

Wäre das die Lösung?

So könnte man die politische Erfahrung seit Merkel durchaus zusammenfassen.

Offensichtlich hatten die bisherigen Generationen diese nicht im Kopf, aber das Problem der demographischen Entwicklung gekoppelt mit einem reinen Umlagesystem ist eigentlich seit ca. 50 Jahren bekannt.

Genau deshalb tue ich mich auch etwas schwer mit dem Argument, man habe das alles nicht kommen sehen können. Die konkrete Größenordnung vielleicht nicht, die grundsätzliche Richtung ist jedoch seit Jahrzehnten bekannt.

Das Problem wurde allerdings auch durch die Einführung des Nachhaltigkeitsfaktors adressiert. Dieser wurde im Laufe der 2010er Jahre dann aber künstlich oben gehalten, anstatt ihn wirken zu lassen.


Interessant zum Thema Rente fand ich dazu die Ausführungen von Martin Greive (Handelsblatt) in dieser Folge von Ronzheimer (ab 21:37):

TL;DL:

  • Es wird sehr wahrscheinlich eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre kommen bzw. eine Kopplung an die Lebenserwartung.

  • Gleichzeitig dazu schlägt er eine Erhöhung der Grundrente bzw. der niedrigeren Renten als Ausgleich vor.

  • Zusätzlich könnte man im Zuge einer Rentenreform auch die Beamtenpensionen in der Spitze in den Blick nehmen. Das Einsparpotenzial dürfte dort größer sein, als durch die oft diskutierte alleinige Einbeziehung der Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung.

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