Die Rentenversicherung informiert auf
über die “drei Säulen” wird hier klar gesagt: “Künftig stehen immer mehr Rentenbezieher immer weniger Beitragszahlern gegenüber. Für sie darf der Beitragssatz nicht zu stark steigen. Deshalb wird die gesetzliche Rente in den kommenden Jahrzehnten langsamer wachsen als die Löhne. Außerdem wird der steuerpflichtige Teil der Rente schrittweise bis 2040 steigen. Es ist deshalb sehr wichtig, zusätzlich für das Alter vorzusorgen. Gehen Sie es mit den drei Säulen an.“
Das ist nicht neu - es ist seit Einführung der Riester-Rente 2002 eigentlich die offizielle Botschaft. Und auch vorher war private Altersvorsorge begünstigt, Mir wurde bei meinem Berufsstart als Akademiker 1996 von einem bekannten Versicherungsvermittler Lebens- und Rentenversicherungsprofukte verkauft mit der Prämisse, so Steuern zu sparen und Vermögen auch fürs Alter zu bilden. Altersvorsorge – Wikipedia vermerkt dazu “Bis heute wird kritisiert, dass das Anfang der 2000er Jahre eingeführte Drei-Säulen-Modell für die Versicherten teurer und in den Leistungen schlechter sei, als dies vormals die gesetzliche Rentenversicherung konnte.” - ja mei, es würde an Zauberei grenzen, wenn abgesichts der Demografie ein wesentlich auf Umlage basierendes System anderes möglich machen könnte.
Was mich irritiert, ist dass diese damals klar gesetzte (und auch logisch nachvollziehbare, unausweichliche) Botschaft seitdem von der Politik und den Medien zunehmend verdrängt wurde, und nun wieder so getan wird, als müsste die gesetzliche Rente allen einen gemütlichen Ruhestand ermöglichen. Zuletzt durch eine finanzmathematisch unsolide Anhebung des Rentenfaktors ausgedrückt. Da war man damals schon weiter, was Erkenntnis und Kommunikation betrifft - und die damals festgeschriebene zunehmende Besteuerung der Renten stellt mMn einen sozial gerechten Mechanismus dar, der gutverdienende Ruheständler zur Kasse bittet und damit dem Staat eigentlich eine zunehmende Unterstützung von Niedrigrentner*innen (hier dürften Frauen einen höheren Anteil ausmachen) ermöglichen könnte.
Denn das ist die Lücke, die die damalige “Säulenhalle” geschaffen hat: wer im Arbeitsleben nichts übrig hat, um neben den SV-Pflichtbeiträgen noch privat vorzusorgen, dem droht Altersarmut. Und denen sollte der Staat eine würdevolle Lebensführung ermöglichen!