Recap Atomausstieg - Spiel mit der Angst

Mir war schon klar, dass diese Reaktion kommt. Natürlich habt ihr zu einem Teil recht. In Demokratien muss es Diskussionen geben und neue Situationen müssen einbezogen werden. Gleichzeitig kommt man nicht weiter, wenn man unendlich debattiert.
Ganz abgesehen davon, dass insbesondere bei AKWs kurzfristige Meinungsänderungen gar nicht umgesetzt werden können.

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Ich fürchte, das ist wahrscheinlich eine Illusion. Wenn RWE dieselbe Menge Kohle abbaggert und verfeuert, nur schneller, hilft das dem Klima herzlich wenig.

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Oder das genaue Gegenteil, wenn Strom bis dahin günstiger geworden ist und Erneuerbare ausgebaut wurden. Und man sollte seine Politik nie an Populisten wie Merz orientieren. Menschen wie der finden schon ihre Lügen um Wähler zu fangen, genauso wie die korrupte CSU.

Denke ich nicht, würde man jetzt der Stimmung nachgeben macht man wieder das was Merkel Politik genannt und ich schädigende Inkompetenz. Bis 2025 kann noch sehr viel passieren. Man könnte die Dinger jetzt auch mit Pseudosiegel a la TÜV Süd laufen lassen und plötzlich haben wir einen Gau 2024… was dann wohl nur los wäre bei Söder und Merz…bestimmt stehen diese aufrechten Demokraten dann noch hinter Ihre Forderungen von heute, ganz ganz bestimmt…Ironie off

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Glaube ich kaum. Bis dahin dürfte der Rückbau aller AKW unumkehrbar sein. Dann wäre Kernkraft nur noch mit Neubau möglich und das heiße Eisen wird ein Populist wie Merz kaum anfassen.

Ich würde auch sagen, dass das Thema durch ist. Freuen wir uns doch einfach kurz darüber, das die Fortschrittskoalition tatsächlich Mal einen Fortschritt im Umweltschutz gemacht hat und dann kümmern wir uns jetzt um die Energiewende. :slightly_smiling_face:

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Na klar, wenn man einfach ein Papier erstellt auf dem steht „alles sicher“ kannst du Recht haben.
Ansonsten gehe ich davon aus, dass alleine die Planung der Arbeit Monate in Anspruch nehmen wird (wenn du erstmal die Ingenieure gefunden hast die das können)
Dann hast du aber noch keine einzige Schraube gedreht und keine Schweißnaht geprüft sondern nur erstellt wann was gemacht wird.

Von verfolgbarer Dokumentation (Vorschrift seit Anbeginn) bis hin zu fertigen Ablaufplänen und Arbeitsanweisungen bist du auch ziemlich weit entfernt.

Das ist kein kleines Unternehmen was du mal eben nebenbei erledigst.
Ich war bei einem Umbau dabei und durfte dabei mehrere Revisionen mit erleben.

PS: außer der Ankündigung des Gesetzesvorschlag hat die Regierung in Schweden aber auch noch nichts vorgelegt. Da die Sozialdemokraten nicht wirklich für den Plan sind und die Wiederwahl der Konservativen nicht sicher (die haben eine Menge Mist gebaut) würde ich da momentan auch noch nicht allzuviel Geld drauf wetten, dass in Schweden neu gebaut wird.

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Naja, da aber am Ausstiegsbeschluss die Parteien beteiligt waren die den Ausstieg jetzt vehement angreifen ist es eine Frage ob das für Vertrauen in weitreichende Entscheidungen sorgt.

Immerhin haben die Betreiber und das Personal auf den Ausstieg hin geplant.

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Abbagern ist ungleich verfeuern wie oft noch!

Klar der Atomtroll…

Schau mal her…
Wer natürlich sein Geld in Westinghouse, Cameco, Uranium One etc investiert hat, ist m.e. ganz schön angesch… auf seinen Strandet Investments… und vergisst du nicht zufällig das die Spaltprodukte zum Teil aus Russlandia kommen???

Und warum soll die Bevölkerung das Risiko für einen Störfall tragen damit die Konzerne sich noch ein paar Milliönchen holen???

Und was hätten den die BürgerInnen oder „die Industrie“ davon gehabt mit dem Merit Order Prinzip wenn sich eine Bande von Atomgaunern wieder die Taschen voll macht?


Quelle:
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/neues-atomkraftwerk-in-finnland-eine-umstrittene-investition-18710361/bjoern-wahlroos-einer-der-18710357.htm

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Im Grunde stimme ich dir hier zu. Einmal unter bestimmten Voraussetzungen und Annahmen beschlossenes sollte Bestand haben. Wenn sich aber Annahmen als falsch herausstellen (Ausbauziele EE verfehlt, günstiges Gas aus Russland nicht mehr verfügbar), dann muss man die Strategie überprüfen dürfen.

Was du befürwortest ist das Beharren auf Entscheidungen, die sich als suboptimal herausgestellt haben. Das ist wie Söders langes Festhalten an der Maskenpflicht im Außenbereich, obwohl Studien und Experten deren Unsinnigkeit beton(t)en.

Ja, möglicherweise darf RWE genauso viel Kohle abbaggern, aber vergisst du dabei nicht etwas wichtiges? Ein Teil dieser Kohle ist notwendig um den Wegfall russischen Gases für die Verstromung zu ersetzen. Klar, das macht in RWEs Jahresabschlussbilanz keinen Unterschied, aber dein Vergleich ist schon schief.

Das wäre so als hättest du jede Woche Essen für 3 Personen im Haushalt. Nun zieht die Schwiegermutter ein und dein Nachbar macht dir Vorwürfe, dass du deinen Lebensmittelbedarf nicht auf die Menge von 2 Personen reduzierst.

Meinst du das Ernst? Mit dem bisherigen Tempo dürften 2025 gerade die Anlagen in Betrieb genommen werden, die heute Spatenstich hatten (also bereits genehmigt sind).
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Es ist auch fraglich, ob aktuell überhaupt viel in Planung ist. Einen riesigen Ansturm auf neue Anlagen würde ich auf jeden Fall nicht erwarten. Im HJ1/2022 gab es jedenfalls weit weniger Genehmigungsverfahren als ich mir wünschen würde (Anmerkung: gezeigt sind nur Verfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung):

Da auch für die Herstellung von WKA die Baupreise massiv gestiegen sind, darf erwartet werden, dass viele Anlagen sich aktuell nicht rechnen und daher nicht realisiert werden. So haben sich ja auch bereits einige Betreiber öffentlich geäußert.

Meiner Erfahrung nach ist die Erstinbetriebnahme einer neuen Anlage weit riskanter als die Wiederinbetriebnahme einer alten Anlage. Letztere hat zwar Abnutzungsspuren, aber erstere hat Kinderkrankheiten. Da können Sensoren falsch verkabelt oder Konzepte fehlerhaft sein usw… Außerdem haben die Techniker noch keine Erfahrungen mit der Anlage sammeln können. Erfahrene Techniker bemerken hingegen teilweise Fehler bevor Sensoren sie bemerken.

Ich habe selbst mehrfach Pilotanlagen aufbauen dürfen. Die Erstinbetriebnahme war immer ein Abenteuer. Das Wiederanfahren, selbst bei verschleißintensiven, Prozessen war hingegen Routine.

Worin besteht der Fortschritt für den Umweltschutz bei der massenhaften Kohleverstromung? Sorry, aber der Fortschritt, den du empfindest ist retrospektiv eher ein Rückschritt für den Umweltschutz.

Da gebe ich dir hingegen vollkommen Recht. Wenn dann müssen wir jetzt Gegensteuern oder mit den Konsequenzen leben. Dann soll mir aber bitte keiner kommen, dass er Steuergeld für eine Strompreisbremse oder zur Begleichung teurer CO2 Zertifikate (die werden ja jetzt durch die Kohle verbraucht) möchte.

Und wenn Unternehmen ihre Produktion wegen der hoher Energiepreise verlagern, dann sollten die arbeitslos werdenden Menschen, die für die Abschaltung waren, bitte den Anstand haben, auf Arbeitslosengeld zu verzichten. :wink:

Wir sollten die Diskussion an dieser Stelle vielleicht beenden, da alle Standpunkte klar sind, oder was meint ihr? Demokratie bedeutet letztlich auch, die Meinung des anderen zu respektieren. Es gibt für alles Argumente.

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Hmm, gilt für dich die Nettiquette etwa nicht? Erste und letzte Warnung, bleib bitte respektvoll. Ansonsten können wir uns Diskussionen sparen.

Was genau soll ich mir anschauen? Die Börsenkurse von denen? Ist mir egal, da ich dort nicht investiert bin.

Mir scheint du verstehst das Merit-Order-System nicht. Ohne AKWs ist das Angebotsvolumen geringer. Damit verschiebt sich der Market-Clearence-Point zu höheren Preisen. Teures Gas kann durch AKWs aus der Angebotskurve heraussubstituiert werden. Der Preis wird dann geringer.

Anders sieht es aus, wenn wir Kohlestrom durch Atomstrom substituieren. Dann bleibt der Market-Clearence-Point der gleiche. Aber wir sparen etliche tCO2e ein.

Zu deiner Quelle: Sorry, aber da hast du nicht ordentlich gelesen was ich geschrieben habe. Mein Herz hängt nicht an der Atomkraft. Ich möchte nur, dass wir die Diskussion führen, ob die veränderten Rahmenbedingungen etwas an unserer Entscheidung ändern. Wenn die Mehrheit nein sagt, dann fine. Dann sollte aber in Zukunft auch niemand über die (möglichen) Konsequenzen jammern.

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Im Grunde eine gute Idee. Sie könnte schlicht daran scheitern, dass niemand Mitglied dieser Kommission sein wollen würde. Ich kenne einen ehemaligen Mitarbeiter aus dem AKW-Bereich, der mit seinen Kollegen zu bestimmten Terminen nur noch mit Polizeischutz kam. In den Recherchen von Quarks zum o.g. Podcast hat sich auch gezeigt dass sich fast niemand mit Informationen zu dem Thema zitieren lassen möchte. Egal, wie man sich äußert - der Shitstorm ist gewiss.
Wer als Experte einen Ruf zu verlieren hat wird sich da tunlichst raushalten.
Natürlich ist das keine einfache Entscheidung, ob man lieber Atommüll oder CO2, lieber tödliche Luftverschmutzung oder GAU-Risiko haben möchte, die sich nicht allein an Zahlen fest machen lässt. Aber dass man über ein Thema kaum noch reden kann, ohne dass 84 Millionen Gemüter überkochen, ist schon ein Armutszeugnis.

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Bitte nicht, denn dann haben die Populisten aus FDP und Union noch einen Grund alles zu blockieren bei Erneuerbaren, deshalb müssen da jetzt harte unumkehrbare Fakten her. Der Mini Umweltschutzerfolg beim weiterlaufen lassen der AKW würde zu einem Umweltdesaster beim Ausbau.

Da musste ich dich fast mal kotzen. Ich könnte auch sagen sollten die Politiker und Lobbyisten das Arbritslosengeld zahlen, die die Energiewende bekämpft haben.

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Konnte es nie, bitte hört doch mal mit dem Mythos auf AKWs wäre regelbar wie Gas, es wird nicht wahrer.

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Meinst du nicht, dass es einen Unterschied gibt zwischen wissenschaftlich informieren und sich seine Welt malen wie man möchte?

Natürlich kann ich sagen, AKWs könnten abgeschaltet werden, wenn wir doch nur endlich fix Erneuerbare Energien ausbauen. Nur wenn wir sehen, dass das eben (nicht nur in Bayern, zahlen habe ich ja oben gepostet) nicht passiert, dann bringt mir eine solche Prognose nichts.

Klar könnte und muss die Politik Maßnahmen zur Stimulation des Marktes einleiten. Aber das funktioniert ja leider auch nicht immer, siehe Wohnungsmarkt.

Diese Scheuklappen für die Realität meine ich mit Aktivismus. Ein wenig Selbstkritik, ob die eigenen Prognosen belastbar sind, erwarte ich von seriöser Wissenschaft.

Edit: Um nicht den falschen Eindruck zu hinterlassen. Ich schätze Frau Kemfert als Wissenschaftlerin sehr. Ich halte nur ihre öffentlich-medialen Auftritte, in denen sie hochkomplexe Probleme auf simple Lösungen herunterbricht, für unwürdig, aktivistisch und populistisch.

Es ist offensichtlich, dass es eben nicht den einen Kemfert-Weg gibt, die Energiewirtschaft CO2-arm (und perspektivisch CO2-neutral) umzubauen. Andere Länder kommen zu grundsätzlich anderen Strategien. Irren diese Wissenschaftler alle und nur Frau Kemfert und Co liegen korrekt?

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Sie ist Wissenschaftlerin und verbreitet wissenschaftliche Ergebnisse.
Aktuell wird sie dafür diskreditiert und angegriffen. Und zwar massiv.
Aus meiner Sicht ist da der Verteidigungsmodus von Machtstrukturen in Gang gesetzt.

Es gibt verschiedene Produkte an der Strombörse. Natürlich kann man Gas aus dem Day-Ahead Markt heraus substituieren (ausreichende Kapazitäten vorausgesetzt, ansonsten wird zumindest das teuerste Gas substituiert). Nur für die Regelenergie (genutzt zum Ausgleich von Schwankungen) ist Gas schwer bis nicht ersetzbar. Da geht es aber um weit geringere Volumina.

Finde ich auch.

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Was hast uns der Streckbetrieb jetzt eigentlich gekostet?
In der Bild wurden im September bis zu 500.000€ pro Tag angedroht.

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