Im Grunde stimme ich dir hier zu. Einmal unter bestimmten Voraussetzungen und Annahmen beschlossenes sollte Bestand haben. Wenn sich aber Annahmen als falsch herausstellen (Ausbauziele EE verfehlt, günstiges Gas aus Russland nicht mehr verfügbar), dann muss man die Strategie überprüfen dürfen.
Was du befürwortest ist das Beharren auf Entscheidungen, die sich als suboptimal herausgestellt haben. Das ist wie Söders langes Festhalten an der Maskenpflicht im Außenbereich, obwohl Studien und Experten deren Unsinnigkeit beton(t)en.
Ja, möglicherweise darf RWE genauso viel Kohle abbaggern, aber vergisst du dabei nicht etwas wichtiges? Ein Teil dieser Kohle ist notwendig um den Wegfall russischen Gases für die Verstromung zu ersetzen. Klar, das macht in RWEs Jahresabschlussbilanz keinen Unterschied, aber dein Vergleich ist schon schief.
Das wäre so als hättest du jede Woche Essen für 3 Personen im Haushalt. Nun zieht die Schwiegermutter ein und dein Nachbar macht dir Vorwürfe, dass du deinen Lebensmittelbedarf nicht auf die Menge von 2 Personen reduzierst.
Meinst du das Ernst? Mit dem bisherigen Tempo dürften 2025 gerade die Anlagen in Betrieb genommen werden, die heute Spatenstich hatten (also bereits genehmigt sind).
Es ist auch fraglich, ob aktuell überhaupt viel in Planung ist. Einen riesigen Ansturm auf neue Anlagen würde ich auf jeden Fall nicht erwarten. Im HJ1/2022 gab es jedenfalls weit weniger Genehmigungsverfahren als ich mir wünschen würde (Anmerkung: gezeigt sind nur Verfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung):
Da auch für die Herstellung von WKA die Baupreise massiv gestiegen sind, darf erwartet werden, dass viele Anlagen sich aktuell nicht rechnen und daher nicht realisiert werden. So haben sich ja auch bereits einige Betreiber öffentlich geäußert.

