Propaganda

Ein spontanes Beispiel wäre zum Beispiel. dass mir differenziertes Denken hilft zu erkennen, dass das hier nichts mit dem Thema Propaganda zu tun hat.

Ein Beispiel für kognitives aktivieren könnte sein, das alles durch differenziertes Denken aus den Forum bisher erkanntes darauf schließen lässt, dass Dir ein Beweis, dass Rechtsradikalismus biologischer Natur ist, am Herzen liegt und irgendwann jedes Thema damit in Berührung gebracht wird.

Ein anderes Beispiel:

Um zu verstehen wie Rechtsradikalismus funktioniert, analysiere ich ihn und Ergründe z.B. Unterschiede zu anderen Politischen Richtungen. Ich nutze dafür differenziertes Denken.

Um nun z.B: eine Strategie gegen Rechtsextremismus zu entwickeln, reicht das nicht mehr aus. Differenziertes Denken ist ja erst einmal nur die Fähigkeit unterscheiden zu können. Die mir nun bekannten „Einzelteile“ wechselwirken miteinander, müssen in Beziehung zueinander gesetzt, synthetisiert werden. Ich schaue z.B. wie der Bildungsaspekt durch den wirtschaftlichen limitiert wird. Wie psychologische und soziale Aspekte darauf einwirken eine kritische Masse zu bilden und z.B. durch Angst vor Vereinheitlichung (wegen schlechter Erfahrungen) limitiert wird. Natürlich wirkt Konformismus auf viele bedrohlich. Gleichzeitig ist mit einer Stimme zu sprechen eine Voraussetzung, sich politisch durchzusetzen.

Da Stört dann differenzielles Denken mehr als das es nützt, ganz besonders dann, wenn es zu Überanalytiker führt (Paralyse durch Analyse).

Die Autoren weisen darauf hin, dass Intelligenz nur ein Faktor unter vielen ist und es sehr intelligente Menschen mit konservativen Ansichten gibt.

Die Studie macht auch deutlich, dass Intelligenz nur ein Faktor unter vielen ist.

Der Einfluss von Intelligenz auf politische Ausrichtung wird mit „Mittel“ bewertet. Ein unabhängiger, kausaler Faktor, der aber nicht alle Unterschiede erklärt.

Und das wird nicht bestritten. Nur Deine, aus meiner Sicht, unhaltbare These, dass das vor allem mit erhöhter kognitiver Leistungsfähigkeit begründet ist. Höher Gebildete beziehen zu einem großen Teil ihres Schutzes vor Rechtsradikalen, aus denen, erst in Hochschulen, gebotenen Möglichkeiten.

Genau das, was ich schrieb, es handelt sich also um - wie ich schrieb - „arglistige Täuschung“ bzw. „eine Schädigungsabsicht“.

Politiker:innen agieren und agitieren dann also nicht im guten Glauben, dass ihre Politik gut fürs ‚Volk‘ sei, sondern in - wie ich zuvor schon schrieb - „böser Absicht“.

Und diese Unterstellung ist eben hanebüchen. Meine Gegenthese ist, dass selbst ganz besonders rechtsradikale AfD-Politiker:innen von sich denken, dass ihre Politik gut fürs ‚Volk‘ sei. Dass das nicht stimmt und die einen kruden Volksbegriff haben, ist ja etwas völlig anderes. Aber in aller Regel sind selbst so Typen wie Höcke davon überzeugt, das Richtige zu wollen.

Jeder Nachteil ist eine Schädigung. Okay, sie mag nicht das Primärziel sein, aber sie wird mindestens billigend in Kauf genommen. Soweit sind wir uns ja einig.

Wer aber überzeugt ist, das Richtige (ergo: Gute) zu tun, nimmt mindestens mal keine Schädigung absichtsvoll/billigend in Kauf - so verblendet und irre er auch sein mag.

Was dort mit kognitiver Aktivierung gemeint ist, ist etwas völlig anderes als komplexes, differenziertes und reflektiertes Denken.

Definitiv nicht. Nichts dergleichen habe ich behauptet.

Ich habe im Thread zur Anlage-Umwelt-Kontroverse sogar eigens darauf hingewiesen, dass sogar neurobiologische Indikatoren nicht zwangsläufig auf eine Erblichkeit - und ich nehme an, so verstehst du „biologische Natur“ - schließen lassen.

Was es in aller Regel gibt, ist ein Zusammenspiel von genetisch bedingten Prädispositionen (man beachte das Prä) einerseits und Außeneinwirkungen andererseits.

Was meinst du konkret? Ich weiß ehrlich nicht, was du mir sagen willst.

Welches Zitat meinst du?

Es gibt immer Varianz, das ist ja trivial. Der Vergleich verschiedener Gruppen zeigt aber ein Muster.

Die Effektstärken sind schon ziemlich ordentlich für einzelne Faktoren. Dass es auch Nazis mit hohem IQ gibt, bestreitet ja niemand.

Auch bestreite ich nicht, dass weitere Einflussfaktoren eine Rolle spielen.

Meine These, durch vielfältige Forschung bestätigt, ist lediglich die, dass es gewisse Vorveranlagungen gibt, die Leute anfälliger für autoritaristische Politikentwürfe machen. Das hat mit IQ zu tun, mit den Big Five, mit Bedrohungssensitivität, Rigidität im Denken usw. Das Gehirn ist natürlich nie auf eine bestimmte Ideologie von vornherein festgelegt, aber alle Faktoren, von denen die meisten einen Erblichkeitsanteil haben, machen autoritaristische Outcomes deutlich wahrscheinlicher. Ob dann ein Islamist oder ein Rechtsradikaler im Zusammenwirken bestimmter Vorveranlagungen mit Umwelteinflüssen dabei rauskommt, ist für die Typologie zweitrangig. Und natürlich behaupte ich nicht, dass das alles irgendwie vererbt würde.

Aber die überwiegend stabile soziale Einflusssphäre füttert eben nach, sodass ein ‚Gesinnungswandel‘ die Ausnahme von der Regel ist.

Statistisch fällt sowas nicht wirklich ins Gewicht.

Ein möglicher Beweis dafür, das kognitive komplexität nicht automatisch dazu befähigt, seine Gedanken in Worte zu kleiden.

Dein Wechsel des Fokus auf „was Politiker womöglich wollen“, führt weg von der Definition und eröffnet damit eine neuen Raum, indem eine andere Diskussionsgrundlage geschaffen wird. Jetzt geht es nicht mehr um „bewusst Nachteile für andere in Kauf zu nehmen“, es geht darum (auch) etwas gutes zu wollen.

Für z.B. Rassenhass brauche ich zumindest keine Stiftung, die das als Nachteil für die deutsche Bevölkerung einordnet.

Den Nachteil fossile Brennstoffe statt erneuerbare zu befördern, sehen viele ohne Nachhilfe.

„The findings shed light on the relationship between political attitudes and intelligence, however, the authors caution that intelligence can only be one of many influences on political beliefs and that extraordinarily intelligent people have supported all sorts of beliefs."

„extraordinarily intelligent people have supported all sorts of beliefs“ inkludiert nicht nur konservative sondern sogar Rechtsradikalismus.

Du zitierst hier nicht aus der von mir angeführten und verlinkten Studie, sondern aus einem Sekundärartikel der PsyPost:

Es ist kein Zitat der Forschenden.

Das ist zumindest mal fragwürdiges Vorgehen.

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Oweh. Ja, wenn das mit Absicht geschehen wäre, gäbe ich Dir unumwunden Recht!

Der Fehler sitz , wie so oft, vor der Tastatur.

Nichtsdestotrotz findet sich in der Studie, nicht so knackig, dasselbe

„Nevertheless, there are many other possible causal pathways with no such implication or even the opposite. Such pathways could include, intelligence altering one’s self-interest, or intelligence enabling individuals to identify and support prestigious beliefs.“

„All we can say from the current study is that there are likely to be causal pathways not mediated by education or income. We cannot say that the beliefs of high IQ people tell us what is right to believe, but rather only what smart people choose to believe.“

„It is possible that intelligent individuals who have moved left for social reasons may have also begun to subscribe to the economic views of their comrades, whilst the same could have occurred to the less intelligent individuals who have moved to right-wing parties. […] individuals’ beliefs over a range of markedly different policy issues… tend co-occur in a left or right-wing direction, suggesting tribalism may encourage people into particular sets of views regardless of their logical coherence.

Klar wird im Diskussionsteil alles Mögliche diskutiert. Das ist ja immer so.

Da stellt man immer noch mal heraus, wie vorsichtig man ist und dass weitere Forschung nötig ist („Future research should involve pooling many samples“ usw.).

Obwohl wir Belege dafür gefunden haben, dass Intelligenz politische Überzeugungen beeinflusst, haben wir uns nicht zu den damit verbundenen Implikationen geäußert. Dies ist beabsichtigt.

Ist die Diskussion nicht der wichtigste Teil einer Studie für die Aussagekraft der Ergebnisse? Sie ist doch nicht nur eine Wiederholung, sondern der Ort, an dem die eigentliche wissenschaftliche Interpretation stattfindet.

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Im Diskussionsteil werden v.a. die Forschungsergebnisse mit anderen verglichen, konkurrierende Erklärungsansätze angeführt, etwaige Limitationen erörtert und weitere Forschungsbedarfe dargelegt.

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Dank Dir für den Link!

So gruselig die Aussicht auf den erwartbaren Erfolg ist.

Die bemühen sich auf allen Ebenen und mit allen verfügbaren Mitteln um Wähler.

Schauen wir auf legale Werbung. Werbung mach seit Jahren haargenbau das, was die AfD jetzt plant. Deshalb mag ich auch keine Werbung.

Was spräche aus Deiner Sicht dagegen und/oder dafür, wenn fdGO stützende Parteien eine Funktionalität schüfen, die automatisiert gegen jeden Schmarrn eine, der fdGO entsprechende, Antwort raushaut. Eine die aufzeigt, was da gerade populistisch und manipulativ vorgeführt wurde. Eine Gegendarstellung der fdGO sozusagen, die Wahlwerbung unter Verzicht von Propaganda und Manipulation ausspielt.

Wäre es nicht besser, dass sich demokratische Parteien mindesten so engagieren wie die AfD, als zu bemängeln, dass letztere alles tut, um zu gewinnen? Denn am Ende werben alle Parteien um Wähler. Der unterschied liegt bestenfalls im „wie“.

Und anders als z.B. Verbraucherschützern, fehlte es demokratischen Parteien nicht unbedingt an Mitteln, ordentlich gegen zu halten.

Sie werben aber nicht um die gleichen Wählergruppen. Wenn ich eine Stammwählerschaft habe, die auf gewissen Normen und Werten besteht, kann ich nicht mit den gleichen Mitteln um das Wählerpotential der AfD werben, das diesen Normen und Werten indifferent bis ablehnend gegenüberstehen. Slogans, Inhalte, konkretes Verhalten, die für die AfD neutral bis (sehr) positiv wirken, können bei demokratischen Parteien und ihren Wählern leicht zu Rücktrittsforderungen oder Wählerabwanderung führen. Von daher ist das kein Kampf in der gleichen Arena mit den gleichen Regeln. Was nicht ausschließen sollte, dass demokratische Parteien sich stärker und innovativer um Wählermobilisierung bemühen könnten und sollten.

Was Gegendarstellungen angeht: AfDler sind quasi Fußballer, Demokraten sind Handballer. Jetzt kannst du natürlich den Fußballern dauernd erklären, dass es ein Foul ist, den Ball mit dem Fuß zu spielen und dass man Schiedsrichter nicht so behandeln darf, das wird aber den Fußballern herzlich egal sein, weil die einen anderen Sport mit anderen Regeln und Normen haben wollen. Schlimmer noch: Denen ist die Sportart in Wahrheit egal, die wollen einfach nur gewinnen. Fair, sauber oder anderes ist dafür völlig egal, da ist doch längst offensichtlicherweise jedes Mittel recht(s) um die Demokratie zu zerstören.

Es ist ein zentrales Problem, dass bis heute viele nicht wahrhaben wollen, dass die Differenz zwischen Demokraten und der AfD (und demokratischen und antidemokratischen Wählergruppen) eine fundamental andere ist, als die zwischen demokratischen Parteien. Es geht hier nicht darum, die Regeln für den Einsatz von Videoassistenten neu zu regeln, sondern ums absolut grundsätzliche. Deswegen verfangen Hinweise auf Korruption, Lügen, innere Widersprüche bei den wenigsten AfD-Wählenden, während sie unter den meisten Demokraten (unterschiedlich) schnell und stark auch zu Kritik und Ablehnung im "eigenen) politischen Lager führen.

Ich hab früher oft gewünscht, dass die Grünen mal weniger sauber kämpfen, mehr die Ellenbogen ausfahren. Aber wenn jemand von denen in Interviews unsauber argumentiert, oder Leute bei kleineren Verfehlungen nicht zurücktreten oder so, schreckt mich das eher ab. Und wenn man schaut, wie Teile der Union auf das Werben um AfD-Wähler durch andere Teile der Union reagiert, sind es nicht nur die grünen „Tugendwächter“ und „Moralapostel“, die da in große innere Spannung geraten.

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Das geht mir ähnlich. Da denke ich, aha, angekommen im Politgeschäft.

Ich muss nachfragen: Ich meinte nicht „unsauber“ oder gar irreführend / manipulativ reagieren sondern „sauber“ aber so schnell, so viel, so eingängig und „so überall“ wie möglich. Meinst Du, solch ein Vorgehen allein wäre schon „anrüchig“ oder undemokratisch?

Ich persönlich würde sagen, dass schnell, eingängig, überall oft in Konkurrenz zu „sauber“ (wie in ehrlich, fair) und präzise stehen und man da abwägen muss. Ein Problem, das jede demokratische Parteien ausbalancieren muss, während die AfD „sauber“ und „fair“ einfach von der Wippe schubsen kann und unter Gejohle das riesige Übergewicht der eigenen Meinung feiern kann. Da ist man immer schneller und flächendeckender dabei. Dazu kommt die extreme Privilegierung durch viele Plattformen in politisch geneigter Milliardärshand. Ich glaube, das Sprichwort, von der Lüge, die schon um die ganze Welt ist, bevor die Wahrheit sich die Schuhe binden kann, ist heute noch viel treffender, als früher. Denn heute hat die Lüge der Wahrheit die Schuhe geklaut und der Markt für Schuhe ist ein Oligopol von Leuten, die viel Geld auf den Sieg der Lügen gesetzt haben. Und die Demokraten beratschlagen und streiten, ob die Wahrheit sich nicht einfach besser ernähren oder mehr trainieren müsste, um schnell genug laufen zu können, weil sie das eigentliche Problem so gruselig finden, dass sie lieber nicht hinschauen wollen.

Auf Präzision kommt es hier wohl weniger an. Und Abwägen ist natürlich genauso immer gut, wie es - bewusst oder unbewusst - immer und von jedem getan wird.

Wenn ich bewusst die Wachstumsrate der Zustimmung für die AfD gegen in keinem Fall und bei keiner Methode auszuschließende kleinere Schwächen bei der Gegenbewegung abwäge, komme ich persönlich für mich zu dem Schluss, dass „lieber Reinweiß zu erscheinen“, der AfD nützt und der Demokratie in diesem Kontext hier, nichts veritables bringt.

Ob Populisten erfundenes gegen die Demokratie verwenden oder tatsächlich passiertes, macht keinen Unterschied in der Wirkung. Wie Du selbst schriebst, kommt es den Leuten gar nicht auf Fakten an.

Ich glaube, dass man AfD und anderen auf Augenhöhe begegnen muss. Es nützt, so glaube ich, mehr der AfD als der Demokratie. wenn man ihnen das Feld moderner Möglichkeiten der Kommunikation und Information überlässt.

Ein schönes Bespiel, wie mit offiziellen Zahlen eine Sachlage verzerrt werden kann.

Danke @Alex0815

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