Moin,
weil wir es hier immer so häufig Diskutieren, hier eine klasse Einordnung zu der PKS und was diese Statistik aussagen kann und was nicht.
Moin,
weil wir es hier immer so häufig Diskutieren, hier eine klasse Einordnung zu der PKS und was diese Statistik aussagen kann und was nicht.
Wurde auch häufiger schon in der LdN erläutert.
Zum Glück.
In dem Video, das hier verlinkt ist, finden sich aber auch noch neue Erkenntnisse.
4 Straftäter sind verantwortlich für über 300 Morde in der Statistik.
Die Dimension der zeitlichen Verschiebung wird nochmal deutlich gemacht.
Die Statistik enthält massive Fehler, die auch nicht mehr korrigiert werden.
sehr sehenswert (Audiospur genügt imho) - vielen Dank fürs Teilen.
Kannst du den Zeitstempel dafür geben? Was ist da der Hintergrund, ist das ein Fehler in der Statistik?
Für genau diesen Teil, spring am besten zu Minute 13:45.
Da wird erklärt, wie diese Morde in die Statistik einfließen.
Der Fehler wird in einem späteren Teil erklärt.
Kein Fehler, sondern eine Besonderheit: die Fälle fliessen offenbar immer zum Zeitpunkt der Übergabe an die Staatsanwaltschaft in jeweils aktuelle Statistik ein.
Dadurch wird zum Beispiel dieser Pfleger, der über Jahre in Spitälern getötet hat, mit allen seinen Taten auf einmal in der Statistik erfasst. Auf diese Weise kommen die Ausreisser zustande, die dann gerne politisch verwendet werden („Migration!!“).
Es lohnt sich aber trotzdem, das ganze Stück anzuschauen (oder zu hören eben)
Es gibt nicht nur die PKS. Im Jahr 2024 betrug der Anteil der ausländischen gerichtlich Verurteilten in Deutschland 40,8 Prozent.
Das ist ein sehr hoher Anteil. Und trotzdem ist eine solche Zahl ohne Kontext wenig aussagekräftig und lädt lediglich zu Demagogie à la Alicens „Messermänner“ ein.
Es gibt mit dem Ausländerrecht ein separates Strafrecht gegen das naturgemäss nur ausländische Menschen verstossen können. Mindestens diese Fälle müsste man herausrechnen. Eigentlich aber auch die Altersstruktur vergleichen. Wohnsitz berücksichtigen. Anteil je 100’000 Personen gegenüberstellen statt „Fälle“.
Das ist grundsätzlich das Problem. Jede ernsthafte kriminologische Studie zeigt, dass wenn Faktoren wie Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Wohnort, Einkommen und Vermögen rausgerechnet werden, die Neigung zu Straftaten bei „Bio-Deutschen“ und „dem Rest“ kaum noch Unterschiede aufweist. Daher: Der Sohn des vermögenden türkischen Arztes ist statistisch ähnlich kriminalitätsgefährdet wie der Sohn des vermögenden deutschen Ingenieurs. Der Sohn des unqualifizierten deutschen Arbeitslosen ist ähnlich kriminalitätsgefährdet wie der Sohn des unqualifizierten türkischen Arbeitslosen.
Was man nebenbei nicht rausrechnen kann, ist die erhöhte Neigung zu Anzeigen gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund. Es ist einfach so, dass die Eltern vom Max eher mit den Eltern vom Moritz reden, wenn es zwischen den Jungs zu Gewalt in der Schule kam, während die Eltern vom Max eher zur Polizei gehen und Anzeige erstatten, wenn der Gewaltäter Ali statt Moritz heißt. Ebenso nicht rausrechnen kann man die Neigung der Polizei, Menschen mit Migrationshintergrund stärker zu kontrollieren. Und wo man häufiger sucht, wird man auch häufiger fündig.
Mit Verweis auf Statistiken daher gegen Minderheiten zu hetzen, wie es die AfD macht, ist reiner Populismus.
Die kriminologische Aufdröselung stimmt: Der Sohn des wohlhabenden Arztes wird nicht wegen seiner Gene kriminell, sondern Verhältnisse prägen Verhalten.
Aber genau hier liegt doch die praktische Konsequenz: Wenn Zuwanderung mehr Menschen in genau diese armuts- und gewaltbegünstigenden Verhältnisse bringt, steigt nun mal die Kriminalität. Man kann Hetze und rassistische Pauschalisierungen kritisieren - aber darauf hinzuweisen, dass bestimmte Migrationsstrukturen reale Herausforderungen für die innere Sicherheit schaffen, ist kein bloßer Populismus.
Die Frage ist doch, was man mit der Erkenntnis macht.
Sinnvollerweise wäre die Lösung des Problems u.a.:
Das sind aber alles linke Maßnahmen.
Welche Konsequenzen zieht der Rechte hingegen aus den obigen Erkenntnissen?
Niemand bestreitet, dass es eine gewaltige Herausforderung war, 2015 z.B. 1,5 Millionen flucht-traumatisierte Menschen mit oft nicht gerade idealen Biographien aufzunehmen. Deshalb hat Merkel ja auch nicht gesagt: „Alles kein Problem!“, sondern „Wir schaffen das!“. Letzteres erkennt gerade an, dass es eine Herausforderung ist, geht diese Herausforderung aber optimistisch an, statt die Herausforderung von vorne hinein pessimistisch abzulehnen, wie es die Rechten tun wollen.
Sinnvollerweise wäre die Lösung des Problems u.a.:
Das ist ja der erste Schritt: anzuerkennen, dass es überhaupt ein Problem gibt.
Wer jedem, der einen Zusammenhang zwischen Migration und Kriminalität sieht, Populismus vorwirft, wird sich natürlich niemals um Lösungen kümmern. Es gibt ja angeblich kein Problem.
Gleichzeitig ist für das Finden einer Lösung wichtig, möglichst viele Aspekte des Problems zu verstehen.
Welche Konsequenzen zieht der Rechte hingegen aus den obigen Erkenntnissen?
- Weniger Migration. Dann wird alles gut. Dann lösen sich wie durch ein Wunder auch die Probleme der kriminalitätsbelasteten Deutschen…
Auf
Dann lösen sich wie durch ein Wunder auch die Probleme der kriminalitätsbelasteten Deutschen…
gehe ich mal nicht weiter ein, da es sich hierbei um einen Strohmann handelt.
Aber ja: weniger Migration wäre eine Lösung. Genauer gesagt würde weniger Migration vermutlich dazu führen, dass die Kriminalität in Zukunft weniger stark steigt im Vergleich zu einem Szenario mit mehr Migration, da der Pool an Menschen in armuts- und gewaltbegünstigenden Verhältnisse weniger stark steigen würde. (Das würde natürlich erst mal nichts an der aktuellen Situation ändern.) Um dies aber als mögliche Lösung zu diskutieren, ist es wie gesagt wichtig, das Problem erst mal anzuerkennen.
Ob weniger Migration eine gute Lösung für dieses Problem im Speziellen oder für Deutschland im Allgemeinen ist, kann jeder anders bewerten.
Es ist so ähnlich, wie bei Bildung: Wenn man Probleme erst erkennt und wahrhaben will, wenn die Antwort eine Variante von „Ausländer raus!“ Ist, muss man nicht so tun, als ginge es dem Gegenüber um das eigentliche Problem. Wenn Politikern, die sonst jederzeit auf Homosexuellen oder Frauen herumtrampeln, plötzlich deren Rechte wichtig werden, wenn die von ausländischen Tätern angegriffen werden, auch nicht. Deswegen sind dann auch sachgerechte Lösungen meist raus aus der Debatte. Wer eine rechte Antwort auf Kriminalität will, könnte bspw. ohne weiteres auch mehr Richter und Polizisten fordern, um Ermittlungen und Verfahren zu beschleunigen. Das wäre super praktisch, weil das generell gegen Kriminalität helfen würde, egal woher Täter kommen. Wenn stattdessen vor allem „die Ausländer“/ Migration zuverlässig als „Mutter aller Probleme“ herangezogen wird, muss man diesen Akteuren nicht glauben, dass sie ernstlich ein anderes Problem lösen wollen, als ihren unbefriedigten Rassismus bzw. den ihrer Wähler.
Erstmal ist es eine Binse, dass mehr Menschen auch zu absolut mehr Straftaten führen. Man könnte auch sagen, weniger Menschen bedeuten weniger Kriminalität.
Trotzdem gibt es bei bestimmten Gruppen von Migranten sicher auch besondere Fälle, die man eigentlich auch besonders behandeln müsste. Vor allem Traumatisierung aus Kriegsgebieten wäre so etwas. Hier kann ich als Staat natürlich entscheiden, wie stark kümmere ich mich um diese Menschen und Migranten insgesamt damit sie nicht in armuts- und gewaltbegünstigende Verhältnisse rutschen. Therapie, Sprachkurse, Anerkennung von Berufsabschlüssen, Integrationskurse. Auf der anderen Seite kann ich mich auch schlecht kümmern, es kommt zu Problemen und dann fordere ich die Abschiebung, weil diese Menschen zu Problemen führen würden. Selbsterfüllung.
Erstmal ist es eine Binse, dass mehr Menschen auch zu absolut mehr Straftaten führen. Man könnte auch sagen, weniger Menschen bedeuten weniger Kriminalität.
Jein. Es geht ja nicht nur darum, dass mehr Menschen absolut auch mehr Straftaten bedeuten. Entscheidend ist auch die Zusammensetzung dieses Bevölkerungszuwachses - vor allem dann, wenn ein großer Teil der zusätzlichen Bevölkerung in Lebenslagen landet, die mit einem erhöhten Kriminalitätsrisiko verbunden sind.
Der Rest deines Kommentars beschäftigt sich vor allem mit möglichen Lösungen. Wie gesagt: Was die „richtige“ Lösung für dieses Problem ist, ist letztlich eine politische Frage, die unterschiedlich bewertet wird. Dass hier im Forum die wenigsten für weniger Migration sind, dürfte bekannt sein. Auch die entsprechenden Argumente wurden bereits zigmal ausgetauscht. Eine weitere Diskussion darüber halte ich daher für wenig sinnvoll. Darum ging es mir auch nie.
Ich wollte lediglich richtigstellen, dass Migration durchaus dazu führen kann, dass Kriminalität stärker steigt, als es allein durch das Bevölkerungswachstum zu erwarten wäre, wenn überproportional viele Migranten in Lebenslagen geraten, die mit einem erhöhten Kriminalitätsrisiko verbunden sind. Das bedeutet natürlich nicht, dass Migranten per se krimineller wären. Einen möglichen indirekten Einfluss von Migration auf die Kriminalitätsentwicklung deshalb vollständig abzustreiten, halte ich aber ebenfalls für falsch.