Die Geschichte zeigt uns immer wieder, dass die Mehrheit der Wissenschaftler gelegentlich falsch liegen kann. Zwei Beispiele aus der Vergangenheit illustrieren dies eindrucksvoll: Nikolaus Kopernikus und moderne Innovationen wie die von Elon Musk.
Historische Beispiele:
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Nikolaus Kopernikus:
1543 stellte Nikolaus Kopernikus die heliozentrische Theorie auf, dass die Sonne im Zentrum des Universums steht und die Erde sowie andere Planeten sich um die Sonne bewegen. Diese These widersprach dem damals vorherrschenden geozentrischen Weltbild, das von der Kirche und der Mehrheit der Wissenschaftler akzeptiert wurde. Wie wir heute alle wissen, ist die heliozentrische Theorie korrekt.
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Moderne Innovationen:
Wiederverwendbare Raketen:
Die allgemeine Annahme war, dass Raketen nicht wieder landen könnten und schon gar nicht wiederverwendbar wären. Elon Musk hat mit SpaceX und der Falcon 9 sowie der Entwicklung von Starship diese Annahme widerlegt, zumindest bis jetzt zu 50%.
Elektromobilität:
Ein weiteres Beispiel ist die Elektromobilität. Der allgemeine Konsens war, dass Elektrofahrzeuge nicht langstreckentauglich seien. Diese Annahme wurde im Pkw-Bereich bereits widerlegt, und auch im Lkw-Bereich mit dem Tesla Semi-Truck. Experten wie Martin Daum, Vorstand der Daimler Truck AG, hatten 2018 verkündet, dass ein langstreckentauglicher Elektro-Lkw mit 800 Kilometer Reichweite physikalisch nicht realisierbar sei. Diese skeptische Sichtweise wurde inzwischen durch praktische Erfolge widerlegt.
Übertragung auf MMT:
Die MMT ist eine Linse, die versucht, theoretische Modelle und die reale Welt in Einklang zu bringen. Viele wirtschaftliche Mechanismen sind oft sehr theoretisch und haben wenig mit der realen Welt zu tun. Persönlich habe ich noch nie die Effekte einer hohen Staatsschuldenquote gespürt. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Staatsbürger in Deutschland jemals die direkten Auswirkungen einer hohen Staatsschuldenquote erlebt hat. Seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland sind die Staatsschulden immer gestiegen, und das ist auch gut so, weil der Staat Schulden machen kann. Der Staat ist kein betriebswirtschaftliches Unternehmen.
Wenn wir andere Industriestaaten betrachten, wie Japan, die USA und die Schweiz, sehen wir, dass deren Schuldenquoten oft über 100%, teilweise sogar über 200% liegen. Dennoch funktionieren ihre Volkswirtschaften. Jeder Staat in der Europäischen Union hat ein Zentralbankkonto bei der EZB, das belastet werden kann und auch wird. Das bedeutet, dass die buchhalterische Gleichung sehr wohl aufgeht.
Fazit:
Es ist wichtig, neue und unkonventionelle Theorien wie MMT nicht vorschnell abzulehnen, nur weil sie dem aktuellen wissenschaftlichen Konsens widersprechen. Geschichte und Innovation zeigen, dass es sich lohnen kann, offen für neue Ideen zu sein und sie gründlich zu erforschen, bevor ein endgültiges Urteil gefällt wird.