Ohne Ironie meinte ich ERFOLGREICHE Kursänderungen … Du kennst also auch keine anscheinend. Vielleicht meldet sich noch jemand.
Der Begriff „Konservativ“ ist ja nicht unbedingt ein Synonym für Veränderung. Konservative Parteien streben ja eher nach der Bewahrung des (in der Regel als positiv empfundenen) IST-Zustandes. Oder nach der „Wiederherstellung“ eines solchen. Die 16 Jahre Merkel-Regierung waren auch eher geprägt von bedächtigem Aussitzen, wenn es um tiefgreifende Veränderungen geht. Daher finde ich manche Äusserungen der aktuellen Opposition immer etwas grenzwertig, wenn auf die Versäumnisse der letzten Jahre hingewiesen wird, welche die jetzige Regierung doch bitte fix aufarbeiten soll.
Wissenschaft ist ja eher auch Neues, auf Veränderung aus. Das beisst sich halt schon mit dem Wunsch nach Erhalt des Status Quo. Die Erde war lange eine Scheibe…
Die Konservativen stehen meiner Meinung nach einfach dafür, den Menschen „zu versprechen“ das sich mit Ihnen so wenig wie möglich ändert.
Insbesondere wenn man Alt ist oder wenn es einem sehr gut geht will man halt genau das. Und dementsprechend sieht auch die konservative Wählerschaft aus.
Wissenschaft steht dabei eigentlich vor allem beim Klimaschutz im Weg. Aber der Motorenbau bei BMW ist ja beispielsweise auch eine Form von angewandter Wissenschaft und da helfen konservative Politiker bekanntermaßen wo sie nur können.
Aber der Motorenbau bei BMW ist ja beispielsweise auch eine Form von angewandter Wissenschaft und da helfen konservative Politiker bekanntermaßen wo sie nur können.
Sie haben nicht grundsätzlich ein Problem mit Wissenschaft, sondern eben mit allem - und dann eben auch mit Wissenschaft - wenn es um die Frage geht, ob man etwas NEUES versuchen soll. Da ist der konservative Reflex Ablehnung, denn das NEUE ist unheimlich, während das Bekannte sich bewährt hat in ihrer Ansicht.
Wenn der bewährte BMW-Motor durch raffinierte Veränderungen des Brennraums mehr Leistung bringt und weniger Spirt braucht, dann ist das ein Innovationsschritt, den eine konservative Person begrüsst. Als dieser Motor durch einen Elektromotor ersetzt werden sollte, tat sich die konservative Person noch vor 5 Jahren recht schwer. Damals war es zuviel des Neuen, inzwischen ist das allmählich gegessen.
Es fehlt den konservativen Menschen mE schon auch die Vorstellungskraft, neben der allgemeinen Angst vor Veränderung. Eine eher lineare Weiterentwicklung von Technik oder auch Gesellschaft in kleinen Schritten geht auch mit wenig Vorstellungskraft. Eine revolutionäre Idee, eine vollständige Infragestellung von bisher Geglaubtem ist eine Überforderung und wird deshalb abgelehnt.
Andersherum ist aber auch wahr, dass Progressive nicht vor Dummheit, Selbstüberschätzung, Fehleinschätzung, Unausgegorenheit ihrer Ideen gefeit sind.
Eine eher lineare Weiterentwicklung von Technik oder auch Gesellschaft in kleinen Schritten geht auch mit wenig Vorstellungskraft.
Ist halt einfach nicht die zeit für ‚lineare‘ Entwicklungen. Die werden halt immer seltener. Dadurch ist das konservative Weltbild immer öfter obsolet und muss leider vom Verfassungsgericht korrigiert werden.
Aber der Motorenbau bei BMW ist ja beispielsweise auch eine Form von angewandter Wissenschaft und da helfen konservative Politiker bekanntermaßen wo sie nur können.
Wie z.B. der 2005 verkündete Turbosteamer?
Motorenbau ist am Ende, was die Effizienzsteigerung angeht. Die machen das über die Gesetzgebung und nicht Einsparungen. Zur Not halt auch mit Betrug und Realitätsverbiegung
Siehe Dieselgate oder Modelle zur Verbrauchsberechnung. Es gibt am Ottomotor hier und da ein Prozentchen zu gewinnen, aber z.B. 15% wären schon massiv.
Dabei werden Forschungsgelder umgeleitet, die eigentlich in progressivere Verkehrsmodelle fliessen könnten .. Radfahren z.B. - Eigentlich alles Bedienung an Öffentlichen Geldern, damit in Bayern weiter schön große KFZ gebaut werden können.
Sie haben nicht grundsätzlich ein Problem mit Wissenschaft, sondern eben mit allem - und dann eben auch mit Wissenschaft - wenn es um die Frage geht, ob man etwas NEUES versuchen soll.
Okay das habe ich wohl zu stark verkürzt formuliert.
Ich trenne einerseits den politischen Begriff des Konservativismus, der ja tatsächlich alles möglichst unverändert lassen will und andererseits die konservativen Parteien und Politiker, also allem voran die Unions-Parteien.
Die Unionsparteien „tun“ meiner Ansicht nach nur so, als seien sie tatsächlich konservativ um einerseits bestimmte Wähler anzusprechen und andererseits bestimmte Gesellschaftliche Entwicklungen, z.B. die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen, auszubremsen.
Tatsächlich handelt es sich bei den Unionsparteien eher um Macht-pragmatische Parteien und zwar noch mehr als bei allen anderen Parteien. Selbst bei der AfD sind mMn insgesamt mehr dabei, die die furchtbaren Ansichten der Partei tatsächlich „im Herzen tragen“, aber das nur am Rande.
Unter welchen Kanzlern sind den die größten gesellschaftlichen Veränderungen der Nachkriegszeit gelaufen?
- Adenauer: Wiederbewaffnung, Ausrichtung nach Westen und Atomenergie
- Kohl: Wiedervereinigung, Euro beschlossen und Gas aus dem „Reich des Bösen“ (Planungsbeginn: Nordstream 1)
- Merkel: Abschaffung der Wehrpflicht, Ausstieg aus der Kernenergie
Wenn es Macht-politisch erforderlich ist, dann dreht die Union sich sehr schnell und ist bereit alles Bisherige aufzugeben, da bin ich sehr sicher.
Das wollte ich eigentlich sagen. Ob ein Thema wissenschaftlich ist oder nicht, das ist „den Konservativen“ dabei meiner Ansich nach zweitrangig.
bestimmte Gesellschaftliche Entwicklungen
Abschaffung der Wehrpflicht, Ausstieg aus der Kernenergie
Die von ihnen aufgeführten Beispiele der Veränderungen unter konservativen Kanzlern oder Kanzlerinnen zeigt sehr deutlich, dass es nicht die gesellschaftlichen Entwicklungen sind, die die Union vorangetrieben hat, sondern die technologischen. Einzig der Ausstieg aus der Kernenergie kann ein bisschen in den gesellschaftlichen Bereich gezählt werden, dieser ist aber Fukushima geschuldet und nicht den gesellschaftlichen Realitäten.
Grundsätzlich hat der konservative kein Problem mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie müssen nur der Devise folgen, dass sie einen Fortschritt in der Wirtschaft bringen, aber das gesellschaftliche Zusammenleben nicht beeinflussen.