Podcast: "Struktur des deutschen Gerichtswesens

Zuerst einmal ein Hallo,

ich habe euren Podcast über Spotify entdeckt und bin schon gleich angefixt worden durch im Betreff erwähnten Beitrag.
Ich habe die Namen noch nicht richtig auf dem Bildschirm, was man mir bitte verzeihen möge. Nichts desto trotz ein großes Kompliment ab beide Sprecher. Zum einen an den Moderator, der nicht nur eine sehr angenehme und professionelle Sprechweise hat, sondern auch sehr kluge Fragen und Hinweise liefert.
Und zum anderen an den Richter, der uns einen kleinen Einblick in seinen Berufsalltag gibt. Auch hier angenehme Stimme. Und obwohl er eine unglaublich schnelle Sprechweise hat, ist sein Ausdruck und Wortwahl derart präzise und bodenständig, dass ich jederzeit mitgekommen bin und verstanden habe.

Im Vergleich dazu hatte ich vorher einen Bericht von Deutschlandfunk gehört, bei dem der Gast zwar deutlich langsamer, aber gleichzeitig so unpräzise gesprochen hatte, dass man sich nach Ende seines Satzes dennoch fragte was er nun eigentlich erzählt bzw. mitgeteilt hat.

Auch, dass der Richter immer wieder realistische Beispiele einstreute, hat dazu geführt, dass alles aufgelockert und spannend, faszinierend wurde.

Komplexes einfach und klar darzustellen, betrachte ich als hohe Kunst, für die ich hier meinen absoluten Respekt zollen möchte. Es macht unglaublichen Spaß zuzuhören.

So nun Ende der langen Rede. Och werde jetzt mit Genuss weiter hören.

Liebe Grüße
Kristina
P. S. Kompliment auch dafur, dass many hier seinen Senf hinterlassen kann. :hugs:

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Hi,

ich kann Kristina nur zustimmen: sehr verständlich und gut strukturiert dargestellt.

Leider nervt mich in dieser, aber auch in anderen Folgen das separat gesprochene „-innen“ , also z.B. „Richter - Pause - innen“. Mich irritiert das ungemein, lenkt vom Inhalt ab und macht Sprache sperrig. Schon die fast ständige Nennung beider Geschlechter füllt Sätze einer nicht unkomplizierten Materie in störender Weise an.

Lösung:
immer nur die weibliche Form verwenden (wie z.B. im Mitarbeitervertretungsgesetz der EKD). Alternativ könnte man auch jedes Jahr zwischen weiblich und männlich wechseln, wie das bei Hoch- und Tiefdruckgebieten geschieht :hugs:.

Liebe Grüße, Conny

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Ich kann mich hier nur anschließen. Ich habe den Podcast vor ein paar Monaten entdeckt (Sascha Lobo hatte ihn erwähnt) und freue mich auf jede neue Ausgabe.
Ich fand die Folge sehr gut, denn sie hat einen Überblick geliefert, denn ich trotz 30 Lebensjahren inklusive Schule, Studium und Beruf nicht hatte.
Vielen Dank und weiter so
Schillik

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Ich bin mir nicht ganz sicher, wie das mit den Kommentaren gedacht ist, da hier aber schon Feedback zur aktuellen Folge steht wollte ich kein neues Thema eröffnen, deshalb als Antwort hierzu mein kurzes Feedback:

Ich fand diesen Einblick in die Justizwelt sehr interessant und insbesondere sehr klar und strukturiert. Ich hätte mir eventuell noch einen Vergleich mit anderen Ländern gewünscht. Beispielsweise sind ja in der Türkei massenhaft Richter entlassen worden. Haben die dort andere Regeln was die Entlassung von Richtern angeht oder könnte sowas im Prinzip auch in Deutschland passieren? Das würde eventuell nochmal die Unabhängigkeit der Justiz verdeutlichen.

Ich würde mich über ähnliche Folgen in Zukunft (zum Beispiel in der Sommerpause, wo weniger los ist) sehr freuen. Ein Thema, das mich beispielsweise interessiert ist wie genau unser Parlament funktioniert. Ich hab beispielsweise letztens gelesen, dass die Koalition eine Abstimmung zum Gesetzesentwurf zur Wahlrechtsreform von FDP, Grünen und Linken verhindert hat. Da hab ich mich gefragt warum das eigentlich geht, bzw. was braucht man um eine Abstimmung zu forcieren? Ich hätte gedacht, dass man dazu relativ wenig Stimmen braucht, immerhin muss die Opposition ja auch die Regierungsfraktionen dazu zwingen können, Farbe zu bekennen.

TL;DR: Super Folge, bitte mehr davon.

Liebe Grüße,

Jemand, der ganz sicher kein Bot ist (versprochen). :wink:

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Dann sage ich erstmal herzlich Willkommen hier!

Du hast sehr schön zusammengefasst, weshalb ich die „Lage“ schon so lange gerne höre.
Philip („Moderator“) und Ulf („Richter“) machen das wirklich sehr gut.

Weil wir gerade Sommerpause haben, kann ich dir nur anraten, die letzten zwei, drei „regulären“ Folgen nachzuhören, denn viele der Themen sind immer noch aktuell.

Für mich steht die „Lage“ für Journalismus mit Haltung und für radikale Rechtstaatlichkeit. Weil sie weitgehend hörer*nnen-finanziert ist, werfe ich gelegentlich ein paar Euro rein.

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Wow! So spannend kann man also eine Sommerpause füllen. Mein großer Dank geht an die beiden Zusammenkehrer der Nation.

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Werde ich machen, danke :joy: Und danke für die Vorstellung der beiden

Fand die Folge auch echt super. Gerne mehr davon!

Den Vorschlag zur Funktionsweise des Bundestags finde ich gut. Ansonsten wuerde ich eine Folge zum Bundeshaushalt/Steuersystem vorschlagen. Ihr hattet mal einen Block, wo ihr ueber das Girokonto der Bundesregierung gesprochen habt. Das koenntet ihr ja beispielsweise noch ein bisschen ausbauen - darum, wo das Geld auf diesem Konto genau herkommt, und wo es hingeht.

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Lieber Ulf,
Lieber Philip

Nach über 100 Folgen LdN und 2 Lage Live-Besuchen muß ich mich als „alter Sack“ vulgo Babyboomer auch einmal zu Wort melden. Sommerpause impliziert aber gerne auch Sommerloch… :wink: Deshalb war ich von diesem LdN Special richtig von den Socken gehauen. Für mich ein Hochlicht an Aufklärung - Danke dafür! Wie schon oben ein user schrieb - auch ich habe noch eine Menge gelernt und mußte einiges auch mental umsortieren. Unsere Eltern- und Großelterngeneration war ja noch vom „Rechtssystem“ des III. Reiches geprägt und hat diese Ängste ja weitergegeben („am besten hat man mit Gerichten gar nichts zu tun“) - sowas verinnerlicht man schnell!

Sehr schön fand ich auch, daß Ulf auch immer wieder seine persönliche Sicht eingebracht hat - das hat den wirklich hörenswerten Podcast noch zusätzlich aufgewertet.

Needless to say: gerne mehr solcher Specials mit staatskundlicher Aufklärung

Grüße
D600

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Hallo liebes Team!
Gute Folge mit viel Allgemeinwissen, das sich jede*r aneignen sollte.
Zur Aussage in erster Instanz seien immer erst mal die Amtsgerichte zuständig: Ich bin ja kein Jurist, aber https://de.m.wikipedia.org/wiki/Streitwert
liest sich so, als sei bei Streitwerten jenseits 5k € regelmäßig ein Landgericht erstinstanzlich zuständig. Könnt ihr das noch mal klarstellen?
LG

Kann mich den Vorrednern hier nur anschließen. Das war ein wirklich anschaulich dargestellter Einblick in das deutsche Justizwesen. Mich würde eure Meinung zum ,True Crime-Podcast-Hype‘‘ in diesem Zusammenhang interessieren! Woher kommt das Interesse für das Verbrechen?
Spannend fände ich auch eine ähnliche Folge zu Philips Tätigkeit als Journalist? Wer darf sich in Deutschland eigentlich Journalist nennen? Ist der Begriff geschützt?

Übrigens, wer noch etwas mehr aus dem richterlichen Alltag erfahren möchte, der sei auf Ulfs Gespräch mit Nicolas Semak im Podcast Elementarfragen verwiesen:
Rechtsprechung - Ulf Buermeyer
. Schon etwas älter (2016), aber sehr hörenswert!

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Hi, danke für den Hinweis! Wir haben hoffentlich nicht gesagt, dass immer das AG die erste Instanz sei, denn das wäre tatsächlich nicht richtig. In Zivilsachen ist meist der Streitwert maßgeblich, aber es gibt eine Reihe von Ausnahmen und Sonderfällen … insofern ist es nicht so richtig sinnvoll, wenn wir das noch genauer aufdröseln, weil das sonst ewig dauert. Jedenfalls geht es in der ordentlichen Gerichtsbarkeit meistens am AG oder am LG los :slight_smile: Aber selbst von dieser Regel gibt es wieder Ausnahmen.

Was mich interessiert, wie ein Gericht einen Lockdown aufheben kann, bzw. bei Auslandsrückkehrer die Quarantäne aufheben kann wie hier berichtet:

Holen sich die Richter die Informationen von Virologen, Epidermologen ein, um ihre Entscheidung zu fällen? Oder wie geht es da von statten?

Ich sehe ein, dass in Hintertupfiing anders beurteilt werden muss, als in einer Stadt. Klar.
Aber das wiederum in einer Stadt mit über 1500 infizierten, der Lockdown ausgehebelt wurde, bekomme ich nicht in meinen Verstand. Ich lebe in einer Großstadr mit ca. 500.000 Einwohner haben wir ca. 1200 Infizierte SEIT Bekanntwerden. Viele Tage ohne einen Neuen. Erst JETZT geht es langsam wieder hoch. Seit gestern 6 Neue.
Und dazu der Vergleich Gütersloh.

Ich verstehe es nicht. Als Risikoperson macht mir dieser Präsidenzfall Angst. Es ist gegen jede Vernunft. Ich halte es absolut für unverantwortlich.
Und ich muss dazu sagen, mein Wissensdurst über diese Epidermie begann schon mit Wuhan. Ich habe also lange quer gelesen aus verschiedenen Quellen. Gehöre also nicht zu den in Panik verfallenen Menschen.

Viele Grüße
Kristina

Hallo,
ich habe eine ergänzende Frage an Ulf: du beschreibst ja sehr schön deine Motivation aus der heraus du Richter werden wolltest. Ich bin selbst angehender Jurist aus Berlin und habe aufgrund ähnlicher Motivation schon lange den Wunsch es ins (Straf)Richteramt zu schaffen (vorrangig natürlich die Examensnoten geben solches her). Wenn ich mir jetzt aber ein zukünftiges Vorstellungsgespräch im Richterwahlausschuss vorstelle, dann hatte ich bisher immer befürchtet, dass ich auf eine eventuelle Frage nach meiner Motivation bei ehrlicher Antwort keine sonderlich guten Chancen hätte, wenn man dann ein vielleicht für das Gegenüber ein allzu liberales Weltbild sein eigen nennt. Wie lief das bei dir ab? Ist die Berliner RichterInnernschaft liberaler als ich mir das jetzt vorstelle? Oder müsste ich dann befürchten mir anhören zu müssen, ich solle doch Strafverteidiger werden, wenn mir zB so viel an der fairen Behandlung von Angeklagten liegt?

Schick mir bitte mal ne Mail, das können wir öffentlich nicht besprechen :slight_smile:

Einen herzlichen Dank für die wunderbar erläuterte „Sommerpausen-Lage“ :slight_smile: Gerne mehr dieser Art. Ich musste etwas schmunzeln als die Zwitterstellung der Exekutive vollkommen korrekt thematisiert wurde und fühlte mich direkt an`s Studium erinnert :sweat_smile: Es dankt ein Plus-Hörer der ersten Stunde :metal: Macht weiter so

Vielen Dank für diesen ansprechenden und informativen Podcast. Mein Interesse für Politik beginnt gerade und ich habe euch sehr gerne zugehört. Eure Sprechart ist super, die Moderation mit anfängergerechten Zwischenfragen fand ich als Neuling wunderbar. Gerne mehr von solchen Podcasts zu grundsätzlichen Erklärungen politischer Systeme.

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Hallo, danke für diesen Einblick in das Gerichtswesen! Ich hätte es schön gefunden, wenn ihr bei dem Thema noch aufgreifen würdet, wie es zu Fehlentscheidungen bei Gerichten kommen kann, wenn das Gestichtswesen grundlegend gut funktioniert. Zum Beispiel Fall bei dem Oury Jalloh, der sich angeblich selbst in Dessau in einer Gewahrsamzelle angezündet haben soll. Die Staatsanwaltschaft sah lange keinen Grund für Ermittlungen, obwohl es viele Hinweise auf Mord gab. Polizeibeamtinnen werden selten für Vergehen/Verbrechen belangt. Ihr habt Polizeibeamtinnen als Beispiel für glaubwürdige Zeug*innen genannt, liegt da nicht auch ein Problem der Justiz, dass die diese Menschen bevorteilt werden oder müssen wir hinnhemen, dass sich ihnen durch den Gruppenzusammenhalt selten etwas nachweisen lässt?
Danke und viele Grüße

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Von mir auch vielen Dank! Die Spezial-Folge hat mir sehr gut gefallen, mit guten Fragen von Phillip, spannenden Beispielen und interessanten Einblicken.
Ich habe noch ein Thema in diesem Kontext, zu dem ich gerne eure Meinung wissen würde. Ihr habt diskutiert darüber, was im Justizwesen verbessert werden kann, aber dabei habt ihr das Thema Gefängnis nicht behandelt. Da ich Artikel und Studien gelesen habe, die zeigen, dass längere Gefängnisstrafen keine positiven oder sogar negative Auswirkungen auf die Rückfallrate haben, habe ich mich schon oft gefragt, wie geeignet die Gefängnisstrafe wirklich ist. Unter anderem kommt es mir so vor, als ob lange Gefängnisstrafen den Betroffenen noch mehr aus dem Leben reißen, Resozialisierung erschweren, und dabei den Staat eine Menge Geld kosten. Ich frage mich daher, wie dieses Thema wahrgenommen wird aus Sicht von jemandem, der lange im Strafgericht gearbeitet hat als Richter, und ich fände es sehr wertvoll, verschiedene Alternativen zu diskutieren mit Blick auf die Studienlage und persönlichen Erfahrungen. Vielen Dank schon mal, und macht weiter so!

P.S. Ich stimme CoF (Conny) zu, dass die weibliche Innen - Form super ablenkt. Ich fände es auch eine gute Alternative, zwischen der weiblichen und der männlichen Form abzuwechseln.