Ja, ich lese es anders. Notwendige und hinreichende Bedingung – Wikipedia
Nein, ganz im Gegenteil.
Ich wollte damit aufzeigen, dass die geschichtliche Argumentation bzw. „Wer hat hier eigentlich Recht und Anspruch?“ im Falle von Israel / Palästina nicht funktioniert. Dafür ist die Geschichte des Konflikts um diese Region (aber v.a. um die Stadt Jerusalem) viel zu lang.
Daraus lässt sich auch ableiten, dass die Schuldfrage nicht beantwortbar ist. Weil es immer darauf ankommt, wann man zeitlich ansetzt. Und wenn man die gesamte Historie betrachtet, sind auch alle Beteiligten (und viele externe) schuld an der aktuellen Situation.
Genau das ist der entscheidende Punkt!
Religionen sind kein reiner Brandbeschleuniger sondern der Hauptgrund für diesen Konflikt.
Ohne die maßlose religiöse Überhöhung der Region Israel / Palästina ist es nur ein unvorteilhafter Streifen Erde. Fokussiert lässt sich dies an Jerusalem am besten beobachten:
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Judentum: Ort des ersten und zweiten Tempel (Klagemauer ist die Westmauer von diesem)
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Christentum: Ort der Kreuzigung & Auferstehung von Jesus (Grabeskirche)
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Islam: Al-Aqsa-Moschee & Felsendom (auf dem Tempelberg, also auf dem heiligsten jüdischen Ort) → Ort von Mohammeds Himmelsreise
Und anstatt diesen Ort zu teilen, kämpfen alle 3 Religionen seit Jahrhunderten regelmäßig um den Besitz dieser Stadt. Denn Religionen sind streng genommen nicht kompromissfähig, weil es wortwörtlich um die „richtige Auslegung der göttlichen Wahrheit“ geht. Alle 3 glauben an den gleichen Gott, aber können sich nicht auf den einen Propheten bzw. die „wahre“ Auslegung einigen.
Solange die Menschen vor Ort weiter an sowas glauben bzw. Religion in dieser Region über solche Macht verfügt, wird es immer so weiter gehen. Einen anderen Rückschluss lässt die Geschichte wohl kaum zu.
Diese Einschätzung teile ich nur bedingt.
Angenommen, die Juden wären nach dem zweiten Weltkrieg nicht nach Palästina emigriert (was damals eben möglich war, weil es dort nach dem Zerfall des osmanischen Reiches keinen funktionierenden Staat gab, sondern nur ein britisches Mandatsgebiet…), sondern, weil gerade in Asien irgendwo ein Staat zerfallen ist und man dort eine Gelegenheit sah, dorthin emigiert, um dort einen jüdischen Staat zu gründen. Glaubst du, die Geschichte hätte sich anders entwickelt? Auch da hätte es schnell Konflikte zwischen den Neuankömmlingen und den Alteingesessenen gegeben.
Nehmen wir an, die Kuomintang hätten sich nicht auf der Insel Formosa (heute allgemein bekannt als Taiwan) halten können und wären vor den chinesischen Kommunisten nach Indien geflohen, weil es dort nach dem Ende des britischen Kolonialismus mal eine Failed-State-Phase gegeben hätte, um dort einen sicheren Staat zu gründen. Glaubst du, es wäre anders gelaufen, als es in Palästina zwischen Juden und Arabern gelaufen ist? Vermutlich nicht - auch in diesem Szenario hätte es schnell Streit zwischen den Neuankömmlingen und den Alten gegeben - und hätten die Kuomintang Erfolg gehabt und dort einen Staat Taiwan ausgerufen, würde Indien den vermutlich bis heute versuchen, auszulöschen…
Ich glaube, es geht primär um Land, Macht und Nationalismus… wenn es derartig offenkundige Streitigkeiten um Land gibt wird es meines Erachtens immer zu Krieg kommen, völlig egal, welche Religion die beteiligten Länder pflegen. Man sieht das auch schön im Ukraine-Krieg, wo die Ukraine sich direkt erstmal von der russisch-orthodoxen Kirche losgelöst hat, weil die auf Putins Seite war. Auch hier ist die Religion nicht die Ursache des Konfliktes, aber spielt eben ganz schnell eine eigene Rolle, auf Grund ihrer Bedeutung für die jeweiligen Bevölkerungen. Auch hier wird Religion als Machtinstrument eingesetzt, von Putin, indem er Kyril den Krieg gutheißen lässt und von Selensky, defensiv, indem er darauf hinwirkt, dass die ukrainisch-orthodoxe Kirche sich von der Russischen unabhängig macht.
(Ich will hier, auch, weil Ich Atheist bin, die Religion eigentlich gar nicht verteidigen. Im Namen von Religionen wurden schon so viele Verbrechen begangen und Religion ist wie gesagt mMn ein mächtiges Werkzeug in der Hand jedes Autokraten. Aber sie ist eben genau das: Ein Werkzeug, nicht die Quelle der Probleme…)
Da der Staat Israel hauptsächlich wegen der Shoah und der Vernichtung des europäischen Judentums durch die Nazis gegründet wurde (der Zionismus allein hat nicht zur Gründung des Staates geführt!), schlage ich als Lösung des Problems vor, den Staat Israel auf bisher deutschem Boden neu zu gründen. Inklusive der besetzten Gebiete hat Israel ungefähr die Größe von Brandenburg, das abzutreten sollte zu verkraften sein.
Im jetzigen Israel kann dann ein Vielvölkerstaat aus einer Koalition der Willigen entstehen, die Bock auf ein gemeinsames Projekt haben.
Das Thema ist vom Threadthema abgewichen.
Ich möchte den Thread schließen.
Den Themenvorschlag wird @vieuxrenard sicher zur Kenntnis nehmen.
Meinetwegen kann geschlossen werden.
Allerdings finde ich es schwer nachvollziehbar warum Threads zum Nahost-Konflikt stets nur 1-2 Tage offen bleiben sollen, andere Themen dagegen problemlos wochenlang auf bis zu dreistellige Beiträge hinauslaufen können.
Magst du das vielleicht einmal erklären, bitte?
Weil die Diskussion zu diesem Thema jedes Mal eskaliert und persönlich wird.
Solche Diskussionen könnt ihr auf x führen.
Außerdem sollen Themenvorschläge möglichst nach 10 Beiträgen geschlossen werden. Bei manchen laufen aber so schnell zig Beiträge ein, dass so ein Thread schnell bei 50+ ist.
Das nehme ich auf meine Kappe und bitte um Entschuldigung.
Ich meinte nicht speziell dich. Und es wurden auch einige Beiträge abgelehnt.
Das Thema ist immer wieder neu schwierig und emotional.
Hmm, leider gibt es nirgends wirklich politische Foren, wo man solche Diskussionen führen kann.
Auf Twitter scheitert es schon daran, dass die Beiträge extrem kurz gehalten werden müssen, sodass es immer extrem oberflächlich bleiben muss.
Daher finde ich es immer schade, wenn solche Diskussionen zu früh beendet werden. Aber ich gebe dir absolut Recht, dass das Thema Nahost leider immer eskaliert und daher nach einer gewissen Zeit der Deckel drauf gemacht werden muss.
Auch Beiträge von mir sind der Moderation zum Opfer gefallen, aber emotional bin ich bei der Thematik dennoch nicht. ![]()
Ich finde es schade, dass diese zugegeben sehr konträr diskutierten Themen zu Nahost so schnell geschlossen werden. Gerade hier nimmt man doch sehr viel mit, wenn man aufmerksam liest,auch wenn in der Sache die Standpunkte sich nicht annähern.
Dieser Punkt ist zum Beispiel so einer, den ich auch für mich in der Einordnung sehr interessant finde.
Dann sollten halt alle sachlich bleiben.
Und wenn jemand persönlich oder aggressiv wird, dann bitte nicht aggressiv zurückantworten, sondern uns den Beitrag melden.
Und ein Thread soll eben auch nicht zu lang werden.
Irgendwann wiederholen sich alle nur noch.
Weil dieser Diskussion nun doch offen bleibt, wäre meine Frage an die Hosts bzw. Moderatoren: Sollen Beiträge zum Nahost-Block in LdN 430 hier rein, oder in einen neuen Kommentar-Thread?
Bitte neu.
Denn es handelt sich dann ja um einen Kommentar, der sich mit der Lagefolge auseinandersetzt.
Wenn es um die Thematik ohne Bezug zur Lage geht, dann hier.
Leider sind die „Menschen aus Gaza“ zu einem nicht unbeträchtlichen Teil Hamas-Terroristen. Wer die nach D. holt, ist nach dem ersten Anschlag politisch tot. Und ja Netanjahu ist ein menschenverachtender Völkermörder, aber leider hat der Westen kein tragfähiges Konzept für ein Gaza ohne Hamas, aber mit Selbstbestimmung, dann richten es halt Trump und sein Spezi in Jerusalem…
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