Mietenwahnsinn wird ignoriert

Letztlich bleibt es aber so oder so dabei, dass im Innenbereich der Großstädte der Platz limitiert ist. Werden die Preise niedrig gehalten, so ist die Nachfrage höher als bei steigenden Preisen. Gleichzeitig ist der Ausbau mit steigenden Preisen interessanter.

Die Problematik durch weniger Angebot bei höherer Nachfrage verschiebt sich dann also vor allem hin zum Thema Verteilung des Wohnraums.

Ich bleibe daher auch weiter bei meiner Meinung, dass in erster Linie wichtig ist die umliegenden Klein- und Mittelstädte attraktiv zu gestalten. Dazu gehört ein möglichst umfassendes lokales Angebot sowie eine gute Anbindung per ÖPNV (Bahn, S-Bahn, Expressbus, etc.) an die großen Städte.

Dennoch besteht auch in diesen kleineren Städten Bedarf, da sich die Nachfrage nach Wohnraum auch dort erhöht, alleine schon wegen der sich veränderten qm Zahl pro Kopf.

Hier sollte Fläche auch effizienter eingesetzt werden, z.B. angefangen bei Reihenhäusern statt freistehenden EFH, aber natürlich auch vermehrt Mehrfamilienhäuser, ggf. auch etwas höher gebaut.

Solange es auch Bedarf an EFH gibt halte ich das für Verschwendung von Ressourcen. Das Freistehende EFH wird dann auf viel Fläche zum Zweifamilienhaus und wenn der Eigentümer nach wenigen Jahren dann auszieht, dann hat man zwei kleine Wohnungen auf einem großen Grundstück.

Und mit 20.000 € kommt man beim Umbau auch nicht weit. Alleine der Ausbau eines zweiten vollwertigen Badezimmers liegt schnell in dieser Größenordnung. Wenn dann auch noch ein Anbau für getrennte Zugänge zu den Wohnungen nötig ist, dann liegt man realistisch eher bei 100.000 € für einen solchen Umbau mit allem was dazugehört, auch wenn da dann sicher auch schon etwas Modernisierung mit dabei ist.

Was dort wo ich aufgewachsen bin jetzt häufiger kommt ist eher, dass aus einem ehemaligen Zweifamilienhaus (meist waren das Häuser die eine Familie in zwei Generationen bewohnte) mit Anbau ein Mehrfamilienhaus mit 3-4 Wohnungen wird. Großzügige Grundstücke machen das möglich. Hier reden wir aber nicht mehr von Baumaßnahmen die während des Bewohnens umgesetzt werden, sondern meist werden die Häuser komplett entkernt, saniert und mit dem Anbau dann in Neuzustand vermietet. Grund für diese Maßnahmen dürfte sein, dass die Zweifamilienhäuser wenig Nachfrage haben und daher vergleichsweise günstig zu erwerben sind. Gut möglich, dass das auch nur ein lokales Phänomen ist.

Das lohnt sich aber trotzdem nur, wenn die Mieten ein gewisses Niveau erreichen mit denen sich solche Maßnahmen auch wieder amortisieren können.

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Das fundamentale Problem hier für das es auch keine elegante Lösung gibt ist immer das selbe: Bodenrenten. Mietpreisbremsen können das verschieben von Wohnungen sind verfügbar aber teuer zu wohnungen sind günstig aber nicht verfügbar. Der einzige halbwegs elegante ansatz ist eine Bodenwertsteuer nach Henry George. Das würde die mieten zwar nicht senken aber zumindest die Steuerlast und wohnen so leistbarer machen. Alle anderen Diskussionen sind m.M.n. Ablenkung vom eigentlichen Problem.

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Ich behaupte nicht, dass jedes Einfamilienhaus dafür geeignet ist. Ich kenne aber hier viele Häuser von Innen / das bleibt in einem Dorf nicht aus^^ ). Viele haben ohnehin 2 Bäder. Jeweils in jedem Stockwerk eines. Auch der abgetrennte Eingang ist häufig kein Problem. Ich wohne gerade in einem Haus als Mieter, welches vom neuen Eigentümer komplett umgebaut wird. Daher kenne ich auch die Preise. die von Ihnen genannten 100.000 Euro sind da viel zu hoch gegriffen für einen Umbau. Und natürlich sollen nur die Häuser umgebaut werden, wo der Aufwand nicht extrem hoch ist.
Generell soll es eine von vielen Ideen sein, wie man bezahlbaren neuen Wohnraum schaffen kann. Es gibt nicht DIE eine Lösung, sondern nur viele kleine Ansätze, die zusammen dann etwas Großes schaffen.

JaEin.

Ja, das Grundgesetz (GG) enthält kein ausdrückliches Grundrecht auf Wohnraum

Aber, die Verpflichtung des Staates, für Wohnraum zu sorgen, ergibt sich aus dem Sozialstaatsprinzip (Art. 20 Abs. 1 GG) und dem Recht auf Achtung der Wohnung (Art. 13 GG). Daher muss sich der Staat bemühen, Wohnraum zu schaffen und bezahlbar zu halten

Ja, und die hohe Miete bei Neubauten spiegelt primär die aktuellen, hohen Herstellungskosten wider. Deshalb wäre Sanieren oft (aber nicht immer) günstiger, auch in ökologischer Hinsicht.

https://ivd.net/bundesverband/ivd-wohn-preisspiegel-2025-26-kauf-oder-miete/

Auch wenn es unbequem ist, EFH und die damit einhergehende Zersiedelung von Fläche, wurde schon früher kritisch beäugt. In 35 Jahren wird das keine große Rolle mehr spielen. Im Hinblick auf sterbende Boomer und rückläufige Geburtenraten. Aber heute ist das noch ein Problem. An den Demoskopischen Wandel, dem durch erschwerte Einwanderung nicht wirksam begegnet wird, sollte auch gedacht werden, wenn über fehlenden Wohnraum diskutiert wird.

Was wenn einiges an Wohnraum, der heute aufwendig neu gebaut wird, in 30 Jahren leer stehen wird?

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Da die Bauvorschriften eher mehr als weniger werden, ist tatsächlich kein Ende der Bau–Flaute in Sicht.

Modell tiny House klang sehr gut, aber leider scheint das in der Breite leider keine Lösung zu sein.

Wusste nicht, dass du vom Dorf sprichst. Da kenne ich auch einige Häuser die so großzügig geschnitten sind, dass sie leicht auch als zwei separate Wohnungen genutzt werden können, wobei einige das bereits auch tun.

Ich wollte eher auf die typischen EFH in Klein-, Mittel und Großstädten raus und da ist das in der Regel schwierig, weil der typische Grundriss fürs EG nur ein Gästeklo beinhaltet und keine Küche im OG vorsieht. Von passend geschnittenen Räumen ganz zu schweigen.

Was für Preise denn? Wenn wirklich in beiden Stockwerken vollwertige Bäder vorhanden sind und die Räume passend für zwei separate Wohnungen geschnitten sind, dann kommt das vielleicht gerade so hin, wobei selbst da in der Regel einiges an Vorarbeiten nötig ist inkl. Einbau einer Küche mit allen Vorbereitungen.

Wenn aber Wände entfernt und eingezogen werden müssen, wegen Statik entsprechende Stützen nötig sind und noch ein Bad einge- oder ausgebaut werden muss, dann sind die 20.000 € schnell deutlich überschritten.

Ich kenne aus dem Bekanntenkreis ein paar solche Umbaumaßnahmen und da sind die 100.000 € weit überschritten (Teils Faktor 3 und mehr) worden für Umbau von Ein- auf Zweifamilienhaus (da waren es Umbauten wo ein Kind mit Familie ins Elternhaus gezogen ist weil das günstiger war als Kauf einer ETW oder gar eines EFH in der gleichen Stadt. War aber jeweils auch mit einem Anbau zur Vergrößerung der Grundfläche.

Wobei freistehende Tiny Häuser dann auch genauso viel Grund in Anspruch nehmen wie vollwertige Reihenhäuser. Einzig bei den Ressourcen und Baukosten läge man deutlich günstiger.

Falsch: https://www.ohchr.org/en/special-procedures/sr-housing/human-right-adequate-housing

Eine adäquate Unterkunft ist ein Menschenrecht. In Deutschland hat Freizügigkeit zudem Verfassungsrang. Natürlich folgt dadurch nicht das Recht auf eine Luxuswohnung am Wunschort, aber eben eine erschwingliche und angemessene Unterkunft, aus der man nicht aus wirtschaftlichen Gründen verdrängt werden darf.

Danke!

Wobei da die Verantwortung auch bei den Kommunen liegt. Die könnten entsprechende Bebauungspläne auflegen und günstige Grundstücke erschließen. Unsere Kommune lässt Neubaugebiete immer durch private Immobilienentwickler entwickeln. Dabei kommen dann Bodenpreise von > 450 Euro/m2 raus, auch wenn der Acker darunter vom Bauern für 30 Euro/m2 zu haben wäre. Manche Kommunen machen es richtig und kaufen langfristig und strategisch Grundstücke und entwickeln die selber. Das kann dann schon einen niedrigen sechsstelligen Unterschied beim Bau machen.

Tiny-Häuser machen aus meiner Sicht dann Sinn, wenn der Bebauungsplan hier eine weitgehende Autarkie vorschreibt. Also kein Anschluss an die Kanalisation (stattdessen Komposttoiletten und Grauwasser-Versickerung vor Ort), autofreies Viertel (dadurch wenig öffentliche Straßenfläche) mit Gemeinschaftsparkplatz am Rand, etc.

Ansonsten sollten Kommunen vor allem schöne und wohnliche Mehrparteienhäuser mit integrierten Einzelhandel-, Gewerbe- und Bürofläche im Sinne einer Quartierbildung bauen.

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Leider sind es diesmal nicht nur die Behörden als Faktor. Die Gründe sind Vielfältigkeit und alle wirken zusammen. Baukosten, Zinsen und Fachkräftemangel stehen bei manchen an erster Stelle, dazu kommen natürlich auch Genehmigungsverfahren. Aber auch Rohstoffmangel und Unsicherheit an den Finanzmärkten wirken ein.

SPD & CDU verbieten die Verstaatlichung von Immobilien und Wohneigentum auf Bundesebene, um der Umsetzung des basisdemokratischen Volksentscheids einer möglichen kommenden Berliner Landesregierung zuvorzukommen.

Es wird in den Nachrichten nicht wirklich darüber berichtet, aber die SPD hat sich hier darauf eingelassen den jahrelangen Bemühungen ihre eigenen Landes-Partei und den Stimmen von mehr als einer Million Berlinern einen Riegel vorzuschieben.
Der bestehende Artikel im Grundgesetzt zur möglichen Vergesellschaftung von Eigentum soll damit explizit eingeschränkt werden.

Merz behauptet in seinem Statement zur Verkündung dieser Einigung, dass die Sorge um mögliche Verstaatlichungen von Immobilien den Markt für den Wohnungsbau „massiv“ beinträchtigen würde.

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Ist eigentlich aber auch eins der wenigen Dinge bei denen ich Merz verstehen kann. Vor allem wenn es um Verstaatlichung unter deren Kosten geht. Wer kauft denn dann heute noch ein teures Grundstück und bebaut es wenn am Ende das Risiko stets vorhanden ist, dass ein Bürgerentscheid dafür sorgt, dass für einen niedrigeren Preis erst enteignet wird.

Und ich erkenne den Nutzen der Enteignung nicht. Denk wenn enteignet wird hat man genauso viele Wohnungen wie ohne die Enteignung.

Transparente und langfristig planbare Regeln zur Miete hätten letztlich einen vergleichbaren Effekt mit deutlich milderen Mitteln.

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Richtig, aber wenn der Staat viel Wohnraum zur Verfügung stellen kann, kann er damit den Wohnungsmarkt auch auf diesem Weg beeinflussen. Man kann dann (theoretisch) sicherstellen, dass Wohnraum gemeinwohlorientiert genutzt wird, statt allein auf Gewinnmaximierung zu achten. Man kann auf bereits genutzten Grundstücken leichter zusätzlichen Wohnraum schaffen (Zwei kleine Wohnungen, statt eines großen Penthouses oder ähnliches). Ganz grundsätzlich muss man sich ja überlegen, wie ein Unternehmen wirtschaften muss, damit so ein Volksbegehren überhaupt nur im Ansatz eine Chance hat. Es gibt ja Gründe, warum es dazu gekommen ist und die halte ich zumindest auch für durchaus nachvollziehbar. Aber selbst wenn das anders wäre:

Es gab ein rechtskonformes Volksbegehren, in dem alle Seiten jede Chance hatten, ihre Argumente zu präsentieren. Das ist so deutlich ausgegangen, wie es ausgegangen ist. Im Einzelfall steht den betroffenen Unternhemen zudem immer noch der Rechtsweg offen, wenn die der Meinung sind, dass es da Erfolgsaussichten gäbe. Das Ergebnis dann einfach zu ignorieren, halte ich jedenfalls für problematischer, als es umzusetzen. Die Umsetzung nun auch noch per Bundesgesetz verbieten zu wollen… da frage ich mich schon, wie eine Regierung, die (unter anderem) mit dem Verweis auf Zustimmung von Wähler:innen vor dem Prüfverfahren einer rechtsextremen Partei zurückscheut, an dieser Stelle so agieren kann. Da sind offensichtlich sehr unterschiedliche Maßstäbe handlungsleitend. Um es neutral zu formulieren.

Mal eben so gibts keinen Bürgerentscheid. Wenn der Preis wirklich zu niedrig sein sollte, steht einem Unternehmen auch der Rechtsweg offen. Aber wie seit spätestens dem Ende der Kohl-Ära: Wenn reiche Menschen ein autschi haben könnten oder sich jedenfalls im Dunkeln davor fürchten könnten, ist das Mitgefühl so groß und die Steuersenkung schnell gemacht. Wenn arme Menschen sich keine Wohnung leisten können, heisst es „na da müssen wir halt mehr bauen und dafür müssen erstmal die sehr reichen Menschen genug Geld und Gewinnaussichten haben. So in 10 oder 20 Jahren hast du dann wieder eine Chance auf ein Dach über dem Kopf. Vielleicht. Yay Kapitalismus regelt!“

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Alle Politiker*innen (bewusst gegendert, um auch Frau Hubig einzuschließen) sind sich einig, dass Bauen zu teuer ist. Da muss ein Friedrich Merz doch 1+1 zusammen zählen und die Chancen erkennen, die er in sinkenden Bodenpreisen hätte. Die steigen ja wegen zu hoher Nachfrage, weniger Nachfrage bedeutet aber immer noch Nachfrage. Und wenn keine mehr da ist, kann der Staat einspringen. Der wollte ja eigentlich 400.000 Wohnungen bauen - am besten dort, wo sie wirklich gebraucht werden.

Ansonsten muss man sich auch mal klar machen, was das für ein Signal an den Bürger ist: wenn Ihr die Politik per Volksentscheid zu etwas zwingen wollt, was Wir nicht wollen, werden Wir ein Bundesgesetz dagegen machen. Und Ihr könnt nichts dagegen machen, weil Bundesgesetz sticht lokalen Volksentscheid.

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Erschwingliche Mieten, die nicht Profitmaximum als Ziel haben, sondern bezahlbarkeit und der Staat lässt Wohnungen nicht leer stehen.

Für die, die in den Wohnungen leben, macht es einen Unterschied ob die Verwaltung Gewinn- oder Gemeinwohlorientiert abläuft.

Für den Neubau tut es erstmal nichts, das stimmt. Aber „der Markt“ bekommt den Neubau auch ohne Enteignungsdebatte nicht auf die Reihe. In der nächstgrößten Stadt von hier wurden zentrumsnahe ehemalige Industrieflächen durch Investoren in Wohngebiete umgewandelt. Ergebnis: exklusive Eigentums- und sehr teure Mietwohnungen. Als privater Investor würde ich auch genau das bauen, denn das bringt die höchste Rendite. Das ist aber nicht die Art von Wohnraum, die wir aus gesellschaftlicher und sozialer Sicht in den Städten brauchen. Und auch der „soziale Wohnungsbau“ ist offensichtlich kein geeignetes System, um den Bedarf zu stillen.

Erschwinglichen Wohnraum im großen Stil können nur gemeinwohlorientierte Bauherren in Zusammenarbeit mit den Kommunen und mit Finanzierung/Absicherung durch die öffentliche Hand (also Bundesmittel) errichten. Die Kommunen müssen günstiges Land sichern, die Infrastruktur ausbauen (auch ÖPNV) und gute Bebauungspläne erstellen. Der Bund und die Länder müssen Finanzierung und den nötigen Rechtsrahmen bilden. Und die Bauherren müssen eine Balance zwischen Kostenkontrolle und angemessener Ausstattung/Größe finden.

Ich persönlich fände es auch gut, wenn wir (entweder im Mietrecht oder über genossenschaftliche Modelle) in Zukunft nur noch den Anspruch auf eine Wohnung und nicht mehr eine bestimmte Wohnung abbilden. Wer als Pärchen in eine große Mietanlage zieht, kann wenn die Kinder da sind in eine frei werdende größere Wohnung in der selben Anlage umziehen und muss dafür wenn die Kinder ausziehen wieder in eine kleinere Wohnung wechseln.

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Leute wie @Daniel_K und ich haben hier im Forum schon häufiger erwähnt, dass Wohnungsbau vermutlich nicht wirklich das Problem lösen wird und man eher eine Nachfrageverschiebung bräuchte. Nur hat Berlin als Stadt wenig Mittel, um Bochum attraktiver zu machen.

Grundsätzlich bin ich kein Gegner von Enteignung. Trotzdem ist es ja so, dass Enteignung nicht bedeutet, dass die Stadt die Wohnung geschenkt bekommt, sondern sie muss die Wohnungen für in einer Weise marktübliche Preise abkaufen.

Da finde ich schon die Frage gerechtfertigt, ob es nicht sinnvoller wäre, wenn die Stadt das Geld nimmt und stattdessen in den Neubau von Wohnungen investiert? Bei einer Enteignung würde kein Wert geschaffen werden, stattdessen würden die Vonovia / Deutsche Wohnen Aktionäre etwas Geld bekommen und wie du selbst sagst, lediglich die Bewohner etwas profitieren. Bei einem Neubau würde man die lokale Wirtschaft fördern und neben den Bewohnern der Wohnungen könnten die anderen auch profitieren, da es den Druck etwas senken könnte.

Und zu der Frage, warum nicht beides? Berlin ist knapp bei Kasse und da Links (politische Richtung, nicht Partei) gerade Meilenweit von einer Mehrheit im Bundestag entfernt ist, muss man Prioritäten klug wählen.

Genau das ist der weit verbreitete Irrtum, der in dieser Debatte immer wieder angeführt wird.

Im Falle einer Vergesellschaftung braucht es eine Entschädigung, ja. Aber sie muss gerade nicht zwingend dem aktuellen Marktpreis entsprechen, sondern angemessen sein, was immer das heißt, aber zumindest bedeutet es, dass sie auch deutlich unter dem Marktpreis liegen kann. Außerdem sind kreative Lösungen denkbar, zB Zahlungen aus den Mieteinnahmen über einen langen Zeitraum. Dann müssen im Idealfall gar keine Haushaltsmittel aufgewandt werden.

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Ich glaube, dass das in Berlin nicht mehr so einfach ist. Darum kann das auch keine kommunale Aufgabe sein, sondern muss bundesweit gedacht werden:
wie kann ich strukturschwache Regionen attraktiv machen?
Und da können dann ineinandergreifende Maßnahmen neues Potenzial schöpfen:
subventionierte Ansiedlung von Firmen mit der Aussicht, auf billigen Wohnraum für junge motivierte Arbeitskräfte
Kindergarten, Schulen und Universität, die die Zukunft sichern.
Niedrige Mieten mit der Option, sich später in die Wohngesellschaft einzukaufen, wenn das nötige Geld verdient wurde.
Dann hast Du moderne Infrastruktur, Jobs und Arbeitskräfte, die sich gegenseitig anziehen. Und das auf Grund, den der Staat günstig erworben hat, weil faktisch wertlos und durch die neue Struktur plötzlich massiv im Wert steigt.
Wenn der Staat dann die enteignen kann, die aus Spekulationsgründen nicht verkaufen wollen, umso besser.

Danke für diesen Begriff. Ich bin nicht so tief in der Thematik drin, aber wie ich es verstanden habe, gibt es deutliche Unterschiede zwischen einer Vergesellschaftung und einer Verstaatlichung/Enteignung. Im Fall von DWE in Berlin handelt es sich um eine geplante Vergesellschaftung mit u.A. Gründung einer Anstalt des öffentlichen Rechts. Für Leute, die generell skeptisch gegenüber „dem Staat“ sind, lohnt sich hier vielleicht doch eine genauere Auseinandersetzung.


Interessant sind auch die Reaktionen auf DWE. Erst die Ankündigung, das Vorhaben mittels Bundesgesetz zu verhindern. Und nun ist anscheinend eine groß angelegte Kampagne gegen die Vergesellschaftung geplant. Schade, dass jene mit anderen Interessen als die Unternehmens- und Mieterverbände nicht die gleichen Mittel zur Verfügung haben, so eine Kampagne aufzusetzen.

Mir zeigt das, dass a) Unternehmens- und Mieterverbände Angst vor einer Umsetzung des erfolgreichen Volksentscheids haben, und b) Vergesellschaftungen anscheinend tatsächlich etwas verändern können.

Wenn wir von renditen bis 10% ausgehen, dann aber auch nur 10% die man sparen kann. Wenn man natürlich nicht einen Marktpreis als Grundlage nimmt sondern nur die laufenden Kosten plus Rückstellungen decken will, dann kann man günstiger sein. Dann hat man aber auch keine Chancen per Mischkalkulation aus diesen Einnahmen von bestehendem Wohnraum neuen Wohnraum zu finanzieren. Die Folge wird sein, dass der Mietpreis zwischen Altbestand und Neubau extrem auseinandergeht.

Wer das Glück hat den staatlichen Wohnungen unterzukommen zahlt dann nur die Hälfte von sonstigen Wohnungen und wird natürlich diesen Wohnraum auch keinesfalls aufgeben. Als Paar zusammenziehen wenn beide eine günstige Wohnung haben wird dann maximal unattraktiv weil es günstiger ist zwei Mieten zu zahlen als in die größere private Wohnung zu ziehen und man auch eine Sicherheit hat falls es zur Trennung kommt.

Die Situation gibt es ja auch in Wien wo das wohnen zwar für Bewohner des Gemeindebaus bequem ist, für alle anderen aber nicht, und da reden wir über einen deutlich größeren Bestand an Wohnungen.

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Soweit ich es verstanden habe, hat Berlin im Vergleich zu anderen Metropolen noch relativ viel Baupotential. Da müssten mich aber die Berliner korrigieren.

Hab ich ja am Anfang meines Posts auch geschrieben. Nur, wenn es um die Enteignungsdiskussion geht, geht es ja darum, was Berlin unabhängig vom Bund machen kann.

Danke für die Richtigstellung. Aber ein angemessener Preis wird sich ja trotzdem an dem Martkwert orientieren. Und bist du dir sicher, dass man wirklich so deutlich unter den Marktwert kommen wird? Also ich bezweifle nicht, dass es als Kauf betrachtet, vermutlich am Ende schon ein Schnäppchen sein könnte. Aber hinter diesen Unternehmen stehen ja auch noch eine Menge Aktionäre, sie bilden ja auch kein Monopol und sie werden vermutlich auch sehr viel Geld für gute Anwälte haben. Bin aber kein Jurist und von daher kannst du das vermutlich besser einschätzen.

Aber selbst wenn man die Wohnungen für 50% des Marktwertes bekommen könnte, gäbe es finde ich trotzdem die Frage, ob es sich nicht mehr lohnt diese 50% in den Neubau von Wohnungen zu investieren? Diese Vergesellschaftung wird zu einer Menge Rechtstreits hervorrufen und man wird sehr viel politisches Kapital darauf verwenden müssen.

Dann würden aber vermutlich Zinsen anfallen, was die Miete in die Höhe treiben würde, oder?