Miete oder Eigenheim?

Es ist gute Praxis, die Key-Argumente, die man aus langen Artikeln ableitet, zu nennen. Beim zweiten Beitrag ist mir ziemlich schleierhaft, worauf du hinaus willst. Beim ersten würde ich darauf hinweisen, dass die Privatisierung eigentlich in den 90ern begann, nicht erst 2008.

Aus meiner Sicht: wenig Bauland, sehr hohe Anforderungen (zum Beispiel Parkplatzregeln), Baukosten, die zu absurden Mietpreisen führen würden, lange Genehmigungs- und Gerichtsverfahren bei Nachverdichtung usw..

Ich fürchte, dass die Rekommunalisierung vor allem Kosten schafft, aber keine einzige neue Wohnung. Bei ‚Deutsche Wohnen und Co enteignen‘ wird von Kosten von 8-36 Mrd. € ausgegangen. Wenn man dieses Geld in den staatlichen Wohnungsbau stecken würde, könnte man tausende Wohnungen schaffen (Bauland vorausgesetzt).

Allerdings wird selbst dann kaum staatlich gebaut werden, denn auch die kommunalen Betriebe müssen Gewinn erwirtschaften. Wir müssen bspw. der Stadt jährlich mind. die Kreditzinsen plus Tilgung für den Kredit ausschütten, den man für unsere Übernahme ausgegeben hat. Das heißt, wir können gar keine Projekte, die absehbar nicht kostendeckend sind, durchführen. Das geht nur wenn die Stadt uns über Zuschüsse subventioniert oder der Aufsichtsrat (aus kommunalen Politikvertretern) uns eine Kreditaufnahme bewilligt. Bei kommunalen Wohnungsbaugesellschaften wird es ähnlich sein.

Meiner Meinung nach erwartet sich manch einer von einer Rekommunalisierung zuviel.

Ich habe dazu nur anekdotische Evidenz. Aber das Bauunternehmen meines Hauses ist mittlerweile insolvent. Grund waren Baumängel und die abgekühlte Lage am Immobilienmarkt aufgrund der Zinsentwicklung.

Mein Nachbar ist Bauunternehmer und Restaurator und berichtet Ähnliches. Meine Baugutachterin hat früher 10 bis 14 Häuser parallel betreut; seit 2 Jahren betreut sie parallel nur noch 2–5. Bei meinem Tiefbauer musste ich zur Hochzeit des Baubooms monatelang auf einen Termin warten. Meine Einfahrt konnte er binnen 2 Wochen beginnen.

Es stimmt, einige Gewerke mögen vielleicht gut gebucht sein (vor allem Elektriker mit Fokus auf Smarthome oder PV-Installation, den normalen Elektriker bekomme ich hier auch binnen 1 Woche ran), aber ich habe nicht mehr den Eindruck, dass die Baubranche als Ganzes voll ausgelastet sei.

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Diese Vereinfachung ist schlicht falsch. Auch heute ist es so, dass die Mieten natürlich höher wären, wenn das Angebot in den Städten noch geringer ausfallen würde. Höhere Einkommen würden sich ggf. mit kleineren Einheiten zufrieden geben (müssen), wenn ihre finanzielle Belastungsgrenze erreicht ist. Niedrigere Einkommmen würden aus dem Markt gedrängt (oder via Wohngeldsubvention mit höheren Einkommen konkurrieren und dann wiederum die Preise treiben) und müssten sich außerhalb der Stadt umschauen.

Umgekehrt wirken niedrige Preise außerhalb der Stadt auch als Zugfaktor. Wer keine Bars, Restaurants und ÖPNV nutzt, freut sich vielleicht über 50qm mehr Platz und zugleich 30% niedrigere Mieten auf dem Land (Phantasiezahlen).

Angebot und Nachfrage regeln den Preis, weil der Mietmarkt eben kein monopolistischer Markt ist.

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Nein. Es gibt einen Grenzpreis, der in München z. B. nahezu erreicht ist. Mehr zahlen die Mieter nicht - und können sie auch nicht mehr zahlen.

Was ist denn dann die Lösung, wenn Bauen nicht hilft? Einfach nur niedrigere Preise (z.B. durch Regulierung) würden ja sogar für noch mehr Nachfrage sorgen ohne was am Angebot zu ändern. Wie stellt man dann eine gerechte Verteilung sicher?

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Exakt einen Satz nach dem von dir gewählten Zitat habe ich doch genau das erklärt und was dann passiert?!

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In den Großstädten kannst du nicht mehr bauen. Da bringt auch Verdichtung nichts, weil das nur bedeutet, dass die Naherholungsgebiete und der Verkehr kollabieren. Dazu kommt, dass der öffentlichen Hand da fast nichts mehr gehört, sie ist also völlig machtlos.
Ich muss als Staat für Entlastung sorgen. Das hat man in den letzten 50 Jahren leder total verbockt. Man wollte Superstädte um den Individualverkehr abzuschwächen, sich um ÖPNV außerhalb der Städte nicht mehr kümmern zu müssen. Das wird 20 Jahre dauern. Aber 2045 sollte das Ziel sein, nicht nur klimaneutral, sondern auch zukunftsfähig aufgestellt zu sein.

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Ergänzung: Es gibt unterschiedlich zahlungsfähige und -bereite Mietinteressenten, deshalb ist der Höchstpreis nicht für alle gleich. Zu einem höheren Preis gibt es weniger Nachfrage als zu einem niedrigeren.

Wikipedia beschreibt das Prinzip der Bildung des Gleichgewichtspreises und wie der auf Änderungen von Angebot oder Nachfrage reagiert: Marktgleichgewicht – Wikipedia .

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