Offenbar kein eindeutiger No-Brainer.
Scheint eine sehr individuelle Entscheidung zu sein, die in beiden Fällen attraktiv sein kann.
Offenbar kein eindeutiger No-Brainer.
Scheint eine sehr individuelle Entscheidung zu sein, die in beiden Fällen attraktiv sein kann.
Naja, “Mieten oder kaufen” von Gerd Kommer ist inzwischen ein alter Hut und seit knapp 5 Jahren erhältlich (und auch da schon nicht neu).
Ein wesentlicher Faktor sind die Kaufnebenkosten, die in Deutschland enorm hoch sind. Wer 500.000 Euro für eine Immobilie bezahlt, ist in NRW beispielsweise zusätzlich 60.000 Euro an Kaufnebenkosten los. Für je 100.000 Euro Kredit zahlt man (anfangs) außerdem ca. 300-325 Euro Zinsen pro Monat. Opportunitätskosten für den Einsatz von Eigenkapital liegen nach Steuern je nach Risikoprofil i.d.R. zwischen 1,5 bis 5%.
Eine selbstbewohnte Immobilie ist daher in der Regel eine Konsumentscheidung, die aber auch monetär nicht quantifizierbare Vorteile hat (z.B. Unkündbarkeit, freiere Gestaltung).
Trifft in gewisser Weise auch aufs Mieten zu. Mehr Flexibilität, geringere finanzielle Bindung, ….
Hat beides Vor- und Nachteile. Beim Eigenheim kommt noch der Schutz vor steigenden Mieten hinzu. Bei der Mietwohnung muss man sich nicht um größere Reparaturen kümmern.
Am Ende kommt es ganz auf die Höhe der Kaltmiete bzw. den Kaufpreis an und mit welchem Risiko man sein sonst freies Kapital investieren würde oder tatsächlich investiert, um ruhig dabei schlafen zu können.
Ich persönlich fühle mich etwas sicherer, wenn ein Teil meiner Altersvorsorge mein Zuhause ist und im Grunde, zumindest für mich, eigentlich nie wertlos werden kann (Börsen-Crash). Jemand anderes hat vielleicht eine wundervolle Mietwohnung mit grünstiger Miete und jemand drittes will / kann sich nicht an eine Wohnort binden; da ist mieten sehr sinnvoll. Also wenn die Immobilie nicht überteuert ist und man lange und gerne drin wohnt, ist das kein Fehler meiner Meinung nach.
Denke auch , das es sehr auf die individuellen Verhältnisse und Bedürfnisse ankommt und es daher keine pauschale Aussage dazu geben kann.
Wenn ich die früheren Diskussionen zusammen mit dem Tagesschau-Artikel rekapituliere, habe ich den Eindruck, dass von der Antieigentum-Front oft fehlerhaft argumentiert wird.
Da wird auf einen hypothetischen Wertgewinn am Aktienmarkt hingewiesen, und dabei völlig verschwiegen, dass die wenigsten Mieter durchgängig über 20 Jahre die Mietdifferenz ins Depot einzahlen und stattdessen die Ersparnis oft stärker in Konsum stecken.
Wie auch im Artikel erwähnt wird: Das Eigenheim zwingt zum Sparen, während Sparen beim Mieter freiwillig bleibt. Das führt dann im Einzelfall dazu, dass der eine oder andere Mieter trotz toller Ausgangslage am Ende kaum Altersvorsorge aufbauen kann. Dabei ist Spardisziplin auch eine Fähigkeit, die man an Kinder und Enkel weitergeben kann und diese damit fürs Leben vorbereitet.
Das wird tatsächlich ausdrücklich erwähnt.
Wie auch erwähnt wird das es positive und negative Geschichten zu Eigenheimen gibt.
Ich meinte nicht, dass das in den Themen verschwiegen wird, sondern von denen die mit der historischen Börsenentwicklung gegen das Eigenheim argumentieren.
Die Frage ist doch auch heutzutage, wofür sparen? Ich kann eh nicht so viel auf Seite legen das ich Arbeitslosigkeit oder Krankheit über einen längeren Zeitraum ausgleichen kann. Noch macht es Sinn fürs Alter zu sparen, wenn ich krank bin und oder eh nicht mehr so fit wie in der Jugend. Im Endeffekt ist sparen eine Wette. Die meisten die ich kenne die ein Eigenheim besitzen haben dies entweder geerbt, oder aber bezahlen, wenn überhaupt, nur minimal mehr als mit Miete zuvor. Meist dafür halt dann etwas außerhalb, insofern selbst gekauft. Für die meisten ist es somit kein “sparen” vs. Eigenheim ![]()
Hoffen wir mal, dass die neue staatlich bezuschusste Altersvorsorge ab 2027 gut ausgestaltet wird und etwas Abhilfe schafft
Naja, man muss halt irgendwie Vergleichbarkeit herstellen. Aber klar, der “Zwang zum Sparen” ist wesentlicher Erfolgsfaktor.
Das zu "verheimlichen” wäre eher pro Kauf. Denn macht es wirklich glücklich zwangsläufig den Sommerurlaub im Garten Unkraut zu jäten, wenn man eigentlich lieber auf Bali surfen würde?
Aber eben auch so ein individuelles Beispiel. Mir z.B. ist die Terrasse die ich an jedem Arbeitstag am Abend in Anspruch nehmen kann das jäten des kleinen Reihenhausgartens wert, wogegen ich den teuren Bali Urlaub gar nicht brauche sondern gern vorwiegend in Mitteleuropa bleibe.
Ich habe aber auch Verständnis für die, die ihr Geld lieber in Reisen stecken und dafür beim wohnen sparen oder die, die ihr Geld anlegen.
Wenig Verständnis habe ich nur für die (realen fällen die ich kenne), die trotz hoher Einkommen jammern sich kein Eigenheim leisten zu können aber Jahr für Jahr zehntausende Euros in Urlaube und essen gehen und liefern lassen (selbst gekocht wird gar nicht) stecken und auch die Miete für eine Wohnung mit Prestige teuer bezahlen. Und nur für diesen Lebenswandel hätte ich sogar Verständnis wenn jemand sagt so Leben zu wollen, aber dann bitte ohne sich darüber zu beschweren sich nicht auch noch mit in EFH in teurer Lage leisten zu können.
Ich habe mir grade das Video von 50k angesehen. Das war schon sehr informativ.
Was mir wirklich nicht bewusst war, wie viel steuerlich bessergestellt Vermieter sind. Zinsen, Reparaturen, alle möglichen Aufwendungen können geltend gemacht werden, während der Eigenheimbesitzer nichts oder nur sehr gering absetzen kann.
Das ist ein nicht zu unterschätzender Effekt über die Jahre.
Das könnte die Politik doch mal ändern. Zinsen für den den Eigenheimkredit abzugsfähig von der Einkommenssteuer machen. Dazu noch die Grunderwerbssteuer abschaffen und das Eigenheim wird wieder erschwinglich.
Warum? Nur weil etwas möglich ist, muss man es ja nicht machen. Welcher politische und gesellschaftliche Zweck wird damit verfolgt?
Die daraus resultierenden Mindereinnahmen des Staates müssen ja an anderer Stelle wieder ausgeglichen werden. Entweder durch höhere Steuersätze auf andere Dienstleistungen, Güter, Einkommen oder Vermögen, oder durch geringere Ausgaben für Soziales, Bildung, Verteidigung, Infrastruktur usw.
Also: wo ist genau der Vorteil für die Gesellschaft, wenn der Staat erhebliche Kosten in Kauf nimmt, damit die Eigentumsquote um ein paar Prozentpunkte steigt? Und warum investiert man diese Kosten nicht in mögliche Alternativen?
Wenn es um die Altersvorsorge und Vermögensbildung geht: Das ist mit einem Eigenheim sicher möglich, aber sehr ineffizient. Wenn der Staat da fördern möchte, dann geht das mit Zuschüssen zur privaten Vorsorge billiger und mit entsprechenden Pflichten (ein Teil des Gehalts muss zurückgelegt werden) sogar ganz umsonst und sehr effektiv.
Wenn es um die Schaffung von Wohnraum geht: Eigenheime und -Wohnungen fallen in der Regel nicht in die Sparte “erschwinglicher Wohnraum” und entstehen zudem oft in Gegenden, wo es gar keine Knappheit gibt. Der Staat kann hier mit der Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus und Investitionen in den Kommunalen Wohnungsbau viel direkter und effektiver tätig werden.
Wer das Eigenheim durch staatliche Subvention finanziell attraktiver macht, der erfüllt ein emotionales Bedürfnis. Kann man machen, das ist aber kein kosteneffizienter Weg die tatsächlich existierenden Probleme mit Altersvorsorge, Wohnraum usw. zu lösen.
Wie bei jedem Unternehmen, was eine Vermietung ja darstellt. Diskussionswürdig finde ich, ob nicht auch private Vermieter Gewerbesteuer usw. zahlen müssten, denn hier findet tatsächlich eine Ungleichbehandlung zwischen gewerblichen und privaten Vermietern statt.
Der Vermieter muss dafür aber ja den Ertrag auch versteuern. Daher kann er den Ertrag um die Kosten die er für das Erzielen des Ertrags hat mindern.
Um das beim Eigenheimbewohner äquivalent zu handhaben müsste man dann quasi die Miete die der Eigentümer spart als Geldwerten Vorteil ansetzen und Versteuern und diesen Geldwerten Vorteil könnte man dafür um die Zinsen kürzen.
Damit würde das Eigenheim aber nicht günstiger sondern teurer.
Das gilt aber nur, so weit die Investitionen den Bestand sichern und der erhaltene Bestand nicht durch äußere Einflüsse im Wert steigt. Sobald der Bestand aufgewertet wird oder wertvoller wird und die Spekulationsfrist überschritten wurde, hat der Steuerzahler die Gewinne aus dem Immobilienverkauf mitfinanziert, der (ehemailge) Immobilieneigentümer die Gewinne aber steuerfrei eingesteckt.
Die Spekulationsfrist muss also weg.
Ich spare, um mir einen Puffer für jene Zeiten aufzubauen, in denen ich möglicherweise auf gesellschaftliche Unterstützung angewiesen wäre. Sollte es dazu nicht kommen, freue ich mich umso mehr, meinen Kindern oder Enkeln beim Aufbau ihrer Familie oder Existenz unter die Arme greifen zu können.
Ich komme aus einem Haushalt, in dem kaum finanzielle Mittel vorhanden waren. Aus westdeutscher Perspektive wirkt das vielleicht ungewöhnlich, aber in den 90ern gab es hier kaum Möglichkeiten, Kinder oder Enkel zu fördern, sei es bei Weiterbildung oder beim Start ins Berufsleben (beste Grüße gehen raus an die Treuhand!).
Ich selbst konnte manche Kurse nicht besuchen, die mir und der Wirtschaft später im Lebenslauf gefehlt haben. Auch fehlte mir das finanzielle Rückgrat, um eigene Gründungsideen umzusetzen oder ein interessantes, aber risikoreiches Studium zu beginnen, das ich womöglich nach vier Semestern hätte abbrechen müssen (Aussage meines Vaters, er könne mir nur ein Studium finanzieren. Danach müsse ich selbst schauen). Genau deshalb wünsche ich mir, dass jüngere Generationen solche Hürden nicht fürchten müssen.
Natürlich könnte all das auch erreicht werden, wenn ich mein Geld über Konsum dem Staat zurückgebe und dieser im Gegenzug junge Menschen stärker unterstützt. Doch mir fehlt der Glaube daran. Statt in junge Menschen zu investieren, Potenziale zu erkennen und zu fördern und so aus jedem das Beste herauszuholen, verliert sich der Staat in Bürokratie und Geschenken an die Älteren. Die kümmerlichen übrigen Brocken gehen meiner Wahrnehmung nach eher in die bildungspolitische Gleichmacherei (Minderfinanzierung der Realschüler, bei gleichzeitiger Entwicklung des gymnasialen Zweigs als Regelabschluss; Inklusion ohne ausreichende Unterstützung der Lehrkräfte), die niemandem wirklich hilft.
Darum spare ich lieber selbst und versuche damit aufzufangen, was unser Staat seit Jahrzehnten zunehmend versäumt.
Wird ähnlich in den Niederlanden gemacht.
Der WOZ-Wert (Waardering Onroerende Zaken) ist der jährlich von Ihrer Gemeinde festgelegte Verkehrswert einer Immobilie in den Niederlanden. Er dient als steuerliche Grundlage für die Grundsteuer (OZB), die Zweitwohnungssteuer (Forensenbelasting) sowie die Vermögensbesteuerung in Box 3. Die Gemeinde ermittelt diesen Wert jeweils zum 1. Januar des Vorjahres anhand von Verkaufsdaten vergleichbarer Objekte, Lage, Größe und Zustand.
[image]Gemeente Schagen +8
Wichtige Details zum WOZ-Wert:
Die Eigentumsquote ist schon ein wichtiger Grund, da diese über Generationen hinweg wirkt.
Es gibt auch nicht wirklich Alternativen. Zuschüsse in Rentensysteme biete der Staat schon sehr viele, nur wirken tun diese nicht.
Erhöht man die Eigentumsquote, wird Druck aus dem Mietmarkt genommen, wobei hier der Hauptgrund im knappen Gut Wohnraum liegt.
die Diskussion spaltet sich hier doch schon wieder in die Frage ob das Eigenheim (oder die privat besessene Wohnung) für das Individuum gut/wünscheswert ist und ob das für die Gemeinschaft und damit den Staat gut ist
erstere Frage könnt ihr gerne diskutieren, aber da ist die Lage wahrscheinlich der falsche Podcast, für die zweite Frage würde ich mich sehr über einen Beitrag in der Lage freuen @cluychaz - am besten mit einer Expertin dazu, bspw. Barbara Schönig als Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs 2892/1 „Gewohnter Wandel. Gesellschaftliche Transformation und räumliche Materialisierung des Wohnens“ von der Bauhaus-Uni Weimar Bauhaus-Universität Weimar: Barbara Schönig
Also da stellt sich ja ganz grundsätzlich die Frage ob es für die Gemeinschaft gut/schlecht ist wenn viele Menschen Wohneigentum besitzen, ob dadurch Mietmärkte entspannt/angespannter werden, wie und wo Wohnraum fehlt, warum Wohnraum knapp ist obwohl die Bevölkerung sich nicht so krass verändert, ob der Leerstand in einer Stadt irgendwie bei der Wohnungsnot in einer anderen Stadt relevant sein kann…
Die Rechnung funktioniert halt nur mit Kindern
und in unserer Familie hieß es immer, das unsere Eltern ihr Geld doch bitte selbst für sich ausgeben sollen. Wenn sie irgendwann mal nicht mehr sind, wäre es schön, wenn es einfach Null auf Null ausgeht ohne das man Schulden erbt. Ein Haus oder ähnliches würde eh für das Altenheim draufgehen, sollte sie es uns nicht vorab mit genügend Vorlauf überschreiben.