Das Eigenheim fürs Altenheim zu nutzen, wenn man Kinder hat, ist das dümmste was man machen kann. Rechtzeitig verschenken, dann hat niemand mehr darauf Zugriff, um die Pflege zu finanzieren.
Böse gesagt: das erworbene Vermögen in Form des Eigenheims rechtzeitig dem Zugriff des Staates entziehen, damit die Allgemeinheit meine Pflegekosten trägt?
Wenn man es so formuliert klingt es schon komisch….
Fair, wenn das die Kinder sagen. Das bedeutet im Grunde aber, dass die Kinder schon alles hatten, was sie brauchten bzw. zum aktuellen Zeitpunkt brauchen. Das ist aber sicher davon abhängig, wann man fragt. Mit 18–25 dürfte die Antwort vermutlich anders ausfallen als mit 40 oder 60.
Das Risiko besteht natürlich immer. Und ehrlich gesagt sorgt es bei mir für einigen Verdruss, dass sparsame Menschen hier im Vergleich zu Lebemännern (und -Frauen) gekniffen sind. Aber so ist halt unsere Gesellschaft. Die Folgen rücksichtslosen Egoismus trägt die Gemeinschaft. Wer im Mittelstand selbst vorsorgt und Verantwortung trägt ist gelackmeiert. Wäre ja schön, wenn wir das vielleicht auch mal überwinden könnten. Aktuell deutet sich an, dass wir weiter eher in die gegenteilige Richtung gehen. Egoismus rules.
…
Die Tagesschau hat sich des Themas „Miete oder Eigenheim“ angenommen und einen ausführlichen Beitrag veröffentlicht:
„Viele Menschen glauben immer noch: Nur wer in den eigenen vier Wänden wohnt, kann ruhig schlafen - vor allem im Alter, wenn die Immobilie abbezahlt ist. Doch stimmt das überhaupt?“
Hier findet sich auch ein zwanzigminütiges Video, das die unterschiedlichen Aspekte beleuchtet.
Doch, klar.
Wenn ich dasselbe Geld für einen Hausbau in Miete stecke und am Ende kein Haus habe, dass ich verschenken kann, entziehe ich das Geld auch der Gemeinschaft, oder?
Außerdem sollten Rente und Pflegeversicherung für die Pflege ausreichen und nur das Delta von der Sozialkasse getragen werden. Also für die mit weniger Rente.
Bitte vor dem Posten zumindest rudimentär den Thread querlesen. In diesem Fall basierte die Eröffnung des Themas von @Mike auf exakt diesem Tagesschau-Beitrag.
Wenn die Kinder 18-25 sind, weißt du allerdings nicht, ob der Zeitpunkt noch eintritt, wo du das Geld selbst brauchen könntest. In dem Szenario kommt das Geld beim Nachwuchs immer erst dann an, wenn eigentlich alle Weichen schon gestellt sind und die Kinder sich selbst etwas aufgebaut haben (oder eben nicht).
Eigentlich nicht, weil mir das Geld ja nicht mehr zur Verfügung steht. Hab es ja für Miete ausgegeben, ist also schon wieder im Wirtschaftskreislauf.
Wenn das Haus abbezahlt ist, ich es meinen Kindern rechtzeitig schenke (ggf mit lebenslangen mietfreiem Wohnrecht), hab ich einen direkten finanziellen Vorteil und meine Kinder einen nicht unerheblichen Vermögenswert.
Droht das Pflegeheim, kann ich natürlich ehrlich darlegen, das ich ja nur meine Rente und Pflegebeiträge habe, den Rest muss das Sozialamt halt beisteuern.
Aus persönlicher Sichtweise alles richtig gemacht, maximalen Vorteil rausgeholt.
Aber gesellschaftlich betrachtet hat es zumindest ein Geschmäckle….
Der Vermieter entzieht die Miete dem Kreislauf, wenn es sich um große Immobilienfirmen handelt, am besten noch mit Anteilseignern im Ausland…
Ist das der Standard?
Wenn Vermieter, ob privat oder gewerblich, einen Teil der Erlöse für Sanierung und Instandsetzung nutzen, Handwerker bezahlen, energetische Sanierung betreiben, ggf. neuen Wohnraum schaffen?
Und von dem Gewinn aus der Miete privaten Konsum in Deutschland betreiben?
Käme doch dem Wirtschaftskreislauf zugute, oder?
Allein Vonovia hat über eine halbe Million Wohnungen. Dazu kommen sicher noch eine Menge anderer Immobilienkonzerne, Investmentfirmen. Geh mal davon aus, dass der Anteil zumindest in Berlin, Frankfurt und München groß ist und stetig wächst. Einer der Gründe, warum die Mieten so stark steigen und gleichzeitig oft nicht gut instandgehalten wird. Ziel ist halt Profit und nicht nette Mieter haben.
Dazu kommen noch Bürogebäude, teilweise sogar leerstehend.
Spricht das dann eher für ein Eigenheim?
Nee, für Genossenschaftsmodelle oder Sozialwohnungen des Staates oder eigenes Wohneigentum. Wenn möglich auch Eigenheim, aber das geht ja nicht unbegrenzt.
Wohneigentum? Aber dann nicht zum Vermieten?
Ja. Ich hab den Faden verloren.
Auf jeden Fall kann man sowohl als Eigentümer als auch als Mieter reinfallen. Man braucht Glück.
Mittlerweile können sich die meisten kein Eigentum mehr leisten. Das hat nichts mit Verschwendung oder Egoismus zu tun. Viele können sich das nicht leisten und sind froh, wenn sie überhaupt über die Runden kommen.
Hausbau landet auch im Wirtschaftskreislauf.
Anfangs….danach sporadisch bei Renovierungen…
Aber war nur soviel Störgefühl bezüglich der Pflegeheimaussage
Dieses Argument hast du schon einmal gebracht und ich weise dich wieder auf die Zahlen hin.
Dabei besitzen die privatwirtschaftlich geführten Wohnungsunternehmen insgesamt ca. 3 Mio. Wohnungen (Quelle:BMI). Allein die 75 größten der institutionellen Vermieter verfügen dabei zusammen über einen Bestand von rund 2,3 Mio. Wohnungen, die 10 größten Wohnungsunternehmen besitzen ca. 1,6 Mio. Wohnungen. Und: Allein die „Großen 5“ der Wohnungsvermieter besitzen ca. 950.000 Wohnungen.
Zum Vergleich: Im Eigentum der öffentlichen Hand befinden sich in Deutschland noch rund 2,3 Mio. Wohnungen.Demgegenüber gibt es in Deutschland ca. 3,9 Mio. so genannte Kleinvermieter, die insgesamt ca. 15 Millionen Wohnungen vermieten - die meisten davon max. 1- 2 Wohnungen.
Die absolute Mehrheit des Mietmarkts stellen Kleinvermieter dar. Die großen 5 sind ein Randphänomen, das zwar ärgerlich und schädlich ist, aber nicht die Realität darstellt. Lass uns bitte faktennah bleiben.
Sich Eigentum nicht leisten zu können, hat in der Tat nichts mit Verschwendung oder Egoismus zu tun. Das Geld, das ich aber einspare, indem ich eine kleine Miete statt einen Kredit zahle, nicht zu sparen oder zu investieren, sondern zu verkonsumieren, ist Egoismus.
Das betrifft natürlich nicht den Haushalt, der nur knapp über die Runden kommt. Aber 2336 € bedarfsgewichtetem Äquivalenznetto bei 2 Erwachsenen + 2 Kindern ist schon einiges möglich. Und das ist die Realität für 50 % der Haushalte in Deutschland (IW Köln).
Es geht nicht immer nur um die reichsten 5% und die ärmsten 30% der Gesellschaft. Abseits von denen gibt es knapp 50 Millionen andere Menschen, die die Möglichkeit für Vorsorge haben, diese aber teils nicht ausreichend nutzen.
Zwei Fälle aus meinem Umfeld (anekdotisch, aber es gibt weitere):
- der ü60er Eisenbahnmechaniker, der vor 15 Jahren all sein Erspartes kurz vor der Rente in einen schicken Sportwagen steckte, „bevor es ihm die Rentenkasse oder die Pflegekasse irgendwann abknöpfen kann.“
- das rüstige Rentnerehepaar, das es mit Ende 60 krachen ließ und all ihr Geld in mehrere Kreuzfahrten und ein Wohnmobil steckte.
In beiden Fällen wird die Gesellschaft im Fall einer Pflegebedürftigkeit in Zukunft die Kosten tragen, denn die Renten sind nicht riesig. Das ist in meinen Augen glasklarer Egoismus.
Da hast du recht. Deswegen schrieb ich selbst von Kindern oder Enkeln. Das hängt natürlich immer von der individuellen Einkommenssituation ab, wie schnell man ein Polster für schlechte Zeiten aufgebaut hat. Wenn mein Haus abbezahlt ist sehe ich jedenfalls keinen riesigen Grund warum ich Überschüsse nicht in Ausbildung oder eine überzeugende Startup-Idee des Kindes stecken sollte.
Da kommt wieder so ein Störgefühl zur anderen Seite.
Wenn es quasi das Ziel ist, lebenslang zu arbeiten, um ein Eigenheim abzubezahlen oder die (steigende) monatliche Miete zu zahlen, dazu noch fleißig was zu sparen, dafür möglichst auf egoistischen Konsum zu verzichten, um später das Pflegeheim zu zahlen, und alles (?) Vermögen in die Kinder zu stecken, dann verstehe ich Merz jetzt erst richtig.
Das Ziel ist dann also, lebenslang viel zu arbeiten für den Wohlstand, dabei zu sparen, ohne sich Zuviel zu gönnen (weil egoistisch).
Der Sinn des Lebens kurz erklärt. ![]()
Btw…hab selbst zwei erwachsene Kinder plus Enkelin….