Merz unbeliebtester Regierungschef der Welt

Und du meinst nicht, dass Jahrzehnte an Forschungsdaten und -Ergebnissen, reihenweise zutreffende und übertroffene Prognosen, ein etwas gefestigteres Gesamtbild ergeben und wenige Jahre Corona-Forschung, bei denen die chinesische Regierung saubere Überprüfung unterbindet, vielleicht kein ganz so vergleichbarer Fall sein könnten?

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Das ist das Wesen der Wissenschaft: Sie erhebt nicht den Anspruch auf einzige Wahrheit, sondern schafft Wissen, auf dessen Basis man seine Entscheidungen trifft.
Kein Wissenschaftler wird sagen: So wie ich es sage, ist es richtig! Man lernt eben beim Wissenschaftlichen Arbeiten, dass man Dinge mit Fakten belegen muss und daraus seine Schlüsse zieht. Ebenso kann man diese Schlüsse ändern, wenn durch wissenschaftliche Untersuchungen neues Wissen vorhanden ist.

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Wobei es schon Unterschiede darin gibt, wie gut wissenschaftliche Erkenntnisse belegt sind. Die Newtonsche Mechanik bzw. die spezielle und allgemeine Relativitätstheorie beispielsweise sind seit Jahrzehnten sehr gut belegt. Oder, dass die Erde näherungsweise eine Kugel und keine Scheibe ist. Wenn man ein davon abweichendes Modell vertritt, müsste man schon sehr starke Belege anführen.

Auch das ist das Wesen der Wissenschaft. Man sucht nach Belegen für seine Theorie. Andere versuchen, diese zu bestätigen oder zu widerlegen. Es zählt keine Einzelmeinung.

Ja, für unseren alltäglichen Bereich ist die Newtonsche Mechanik ausreichend. Ab 1687 galten die drei Bewegungsgesetze und das Gravitationsgesetz als überall gültig. Bis Einstein die allgemeine und spezielle Relativitätstheorie 1905/1915 publiziert hat. Denn z.B. für hohe Geschwindigkeiten braucht man die spezielle Relativitätstheorie.
Oder für Objekte größer als atomare Skalen → Quantenmechanik

In der täglichen Praxis können wir mit der Newtonschen Mechanik arbeiten. Später hat die Wissenschaft festgestellt, dass diese aber für bestimmte Fälle nicht anwendbar ist. Damit wird die Newtonsche Mechanik aber nicht falsch, sondern lediglich ergänzt.

Kurz zusammengefasst bedeutet Wissenschaft:

  • Empirische Überprüfbarkeit
  • Systematische Vorgehensweise
  • Vorläufigkeit
  • Intersubjektivität
  • Skepsis gegenüber Autorität

Man versucht also in der Wissenschaft, Irrtümer systematisch zu reduzieren. Wissenschaft ist aber kein Vorrat an Wahrheit.

Die Idee wissenschaftlichen Arbeitens gerät im sozialen Kontext manchmal ins Schleudern. Zu groß ist die Sorge vor verschiedenen Formen der Ausgrenzung. Soweit ich weiß, gab es in Deutschland einen einzigen renommierten Wissenschaftler (Prof. Wiesendanger, Physiker), der sich frühzeitig getraut hat, die Lab-Leak-Position zu vertreten. Dafür hat er statt Anerkennung viel Gegenwind bekommen.

Wir kennen aus nahezu allen Epochen der Menschheit fundamentale Fehlannahmen der jeweils vorherrschenden wissenschaftlichen Elite. Anzunehmen, dass uns das heute nicht mehr betreffen kann, halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Meine kritische Anmerkung gilt nicht „der Wissenschaft“, sondern der Gesellschaft. :slightly_smiling_face:

Er hier: Coronakrise - Gericht untersagt Nanowissenschaftler Äußerungen über Drosten

hat eben nicht einfach darauf hingewiesen, dass das eine Möglichkeit sein könnte, sondern andere Forscher aufs Übelste diffamiert. Gut, dass es dafür keine Anerkennung, sondern Gegenwind gab und gibt. Aber das hat hier eigentlich alles nichts mehr mit dem Ausgangsthema zu tun. Vielleicht mal schließen?

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