Merz unbeliebtester Regierungschef der Welt

Wir haben in letzter Zeit sehr viel Zeit aufgewendet über trumps umfragewerte zu sprechen. Was macht eigentlich Merz?

Zur Erinnerung: das ist Trumps letzte Amtszeit. Er kann nicht nochmal gewählt werden. Merz ist in seiner ersten und sein Koalitionspartner dümpelt irgendwo bei 12 % herum.

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Merz tut aber auch wirklich alles um noch unbeliebter zu werden. Er kann es einfach nicht. Und wir haben hier schon so oft so viel dazu gesagt. Wir wissen, dass er ein grotten schlechter Kanzler ist.:

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  1. Er hat auch 1% mehr Zustimmung als Macron also vielleicht macht man es sich mit dieser Darstellung etwas zu einfach.
  2. Gerade die USA zeigen, dass hohe Zustimmung zu einer Person nicht unbedingt ein Zeichen für ‘gute’ politische Zustände sind.
  3. Zufriedenheit ist ja schon sehr subjektiv und wenn man es nicht als latentes Konstrukt misst vermutlich nicht wirklich aussagekräftig. Würde Merz jetzt beispielsweise eine wunderbare Rentenpolitik machen (nach LDN Maßstäben) aber dafür das derzeitige Renteneintrittsalter ändern würde er vielleicht etwas tun wofür viele später dankbar sind aber kurzfristig würde es eben Zustimmung kosten.
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Tut er denn grade etwas, das eigentlich total sinnvoll auf lange Sicht ist, aber leider sehr unpopulär?

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Ich würde sagen das tut er ziemlich sicher nicht. Eigentlich wollte ich damit nur sagen, dass dieser Wert nicht aussagekräftig ist wie er vielleicht scheint. Zumindest wenn es um die Lösung von Problemen geht. Und wahrscheinlich löst Merz keine unpopulären Probleme aber solange wir das nicht auch für die anderen untersuchten Regierungen prüfen ist der internationale Vergleich nicht hilfreich finde ich. Da würde ich den Fokus mehr auf Merz’ Vorgänger:innen legen (aber auch da nicht zu weit zurück gehen, Gesellschaft verändert sich).

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Schön fand ich die Aussage, dass Merz schon immer ein eher unbeliebter Politiker gewesen ist. Und trotzdem haben einige gegen ihn verloren. Offenbar sind die Ansprüche der Wählenden im letzten Jahrzehnt gesunken…

Ich sag mal so:
Welcher Regierungschef oder -chefin war denn zuletzt tatsächlich beliebt?
Höchstens zeitweise Merkel .. aber selbst sie hatte ihre verschriebenen Gegnerinnen und Gegner.

Bin jetzt auch kein riesen Fan von ihm, aber finde es wird wieder mal zu viel kaputt geredet. Letztendlich stehen andere Probleme im Fokus (was ja auch vollkommen normal ist). Vieles wird emotional aufgeladen und bewusst falsch verstanden. Das war unter der Ampelregierung nicht anders.

Hab da auch keine Lösung aber wir müssen irgendwie davon weg kommen Leute zu verteufeln. Davon profitieren am Ende leider nur die ganz falschen …

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Vielleicht sollte Merz einfach damit aufhören, regelmäßig Teile der Bevölkerung zu verunglimpfen, wenn sie kein weißer gehobener Mittelstand sind?

Anschließend Politik für, so weit es geht, alle Bevölkerungsgruppen machen und nicht nur von denen am unteren Ende der sozialen Schichten noch mehr Einschnitte verlangen?

Wenn endlich Politik gemacht, wird, in der alle Schultern der Gesellschaft nach ihrer Leistungsfähigkeit belastet werden in diesen schwierigen Zeiten, dann kann man vielleicht damit aufhören Merz als das zu bezeichnen was er ist, ein miserabler Kanzler.

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Absolut. Gilt ja leider für fast alle und das stört mich massiv. Die Parteien machen zunehmend Klientelpolitik und die Stimmung verschärft sich.

Wir haben mehrere Probleme die parallel existieren und anstatt die gegeneinander auszuspielen oder zu Ranken sollte man halt alle irgendwo adressieren.

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Die faktenentleerten Anschuldigungen kommen nur von der Union (und AfD).
Edit: Herr Dobrindt hat sogar in einer Pressekonferenz eine falsche Grafik hochgehalten, als er behauptet hat, Linksextremismus sei ein riesiges Problem.
Die Zaharztaussage von Merz stimmte nicht.
Etc. Etc.
Dass die anderen Parteien dasselbe tun, bitte beweisen.

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Es geht hier explizit um Merz Aussagen. Insbesondere seine rassistischen Entgleisungen oder andere Aussagen die einfach an der Lebensrealität der Menschen vorbei gehen.

Merz hat keine politischen Ideen. Keine Vision. Keine politische Erfahrung. Nichts.

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Vielleicht ein Aspekt, der hier noch nicht genannt wurde:

Merz hat ja selbst die Latte sehr hoch gelegt mit seinem Gerede von einer Wirtschaftswende und mit der Art und Weise, in der er und andere in der Union über die Ampel hergezogen sind. Dann hat er noch davon gesprochen, dass es mit ihm keine Aufweichung der Schuldenbremse gäbe und dass er die AfD halbieren wolle.

Ich bin auch kein Freund davon, nur zu mäkeln, unter der Ampel war das ganz schlimm, aber wenn man Merz an den eigenen Sonntagsreden misst, aiaiai. Demgegenüber Technokrat Scholz (abgesehen von der “Bazooka”, die er aber fiskalisch ja auch ausgepackt hat) oder der fast immer gemäßigte Habeck - kein Wunder, dass Merz’ Versprechungen auf ihn zurückfallen. Den Trump machen kann halt nur das Original.

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Ich habe bei Merz halt das Gefühl, dass er Politik für die 20% AfD WählerInnen macht, um diese zurückzugewinnen und die reichsten 1% macht, weil diese seiner Partei so viel Geld gespendet haben. Dass er die restlichen 80% dabei verprellt ist ihm egal, weil diese die CDSU ja aus „Tradition“ wählen und weil er die anderen restlichen Parteien niedermacht und diese dabei als schlechte Wahl erscheinen.
Es geht in die Richtung andere schlechter zu machen, um besser dazustehen, anstatt selbst besser zu werden, um besser dazustehen.
Und diese Gehässigkeit und dieses Fehlregieren scheinen die Leute nun zu registrieren.
Hinzukommen seine ganzen verbalen „Patzer“, die eigentlich schon auf ein tief sitzendes, leicht rassistisches Weltbild blicken lassen, was er versucht zu verheimlichen, aber manchmal durchblitzt. Auch sind seine „Erfolge“ für die deutsche Wirtschaft eigentlich immer nur Einschnitte und Sparmaßnahmen für die BürgerInnen, was natürlich auch niemand mag. Nur sagt er das nicht gerade heraus, sondern versucht es als tolle Erfolge zu verkaufen, was ihm aber keiner mehr glaubt. Und dann beleidigt er halt einfach alle ArbeiterInnen mit Lifestyle Teilzeit und „Ihr arbeitet zu wenig“ und noch so viel mehr.

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Und schaut man sich z.B. die Kritik von Friedrich März in der Opposition 2022 am Tankrabatt an, fragt man sich, was daran jetzt anders ist.
Seine Hauptkritik damals war das Gießkannenprinzip und der Zweifel, dass die Senkung überhaupt beim Verbraucher ankommt.
Nun wird sie schon wieder eingesetzt, mit ihm als Regierungschef.
Und das ist nur einer der Punkte, bei denen man ein solches Verhalten findet.
In der Opposition wurde alles und jeder kritisiert. Selbst an der Regierung wurde dann viel davon umgesetzt, was er vorher so kritisiert hat. Das führt zumindest in meinem Bekanntenkreis dazu, dass man ihm nicht mehr vertraut.
Man kann jetzt natürlich entgegnen, dass Politik so ist. Ich persönlich halte das für falsch und extrem gefährlich.

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Genau da beißt sich ja die Katze in den Schwanz. Es ist ein gefühlt endloses hin und her. Diejenigen die unter der Ampel per Gießkanne unsinnige Sachen verteilt haben kritisieren jetzt die, von denen die zuvor für vergleichbares kritisiert wurden.

Aber solange wir uns darauf versteifen andere Personen / Parteien schlecht zu reden statt auf Inhalte zu gucken werden wir da nicht ausbrechen können und profitieren tun die falschen ..

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Das stimmt so nicht. “Die Parteien” verunglimpfen keine weiten Teile der Bevölkerung oder machen Klientelpolitik.

Die CDU macht das. Die CSU macht das. Die FDP. Und natürlich die AfD. Bei diesen Parteien gehört es inzwischen praktisch zur Kernidentität.

Die SPD halte ich für politisch komplett abgemeldet und Idioten gibt es in der Partei (wie in jeder größeren Gruppe Menschen) sicher auch, aber den von Merz und Co. vorgetragenen strukturellen Rassismus kann ich da nicht erkennen.

Mit den Linken und den Grünen kann man politische Differenzen haben, aber dort stellt sich kein Parteichef hin und “verunglimpft Teile der Bevölkerung” (bei den Linken jedenfalls, seit die Wagenknechte ihren eigenen Verein aufgemacht haben).

Es stimmt, dass sich die gesellschaftliche Stimmung in den letzten Jahren aufgeheizt hat. Aber man sollte wirklich nicht in die Falle von CDSU, AfD, Springer und Co. fallen und so tun, als ob das ein allgemeines Problem ist. Das kommt strukturell aus der rechtsnationalistischen und libertären Richtung (wie gesagt, Einzelpersonen gibt es immer und überall) und das wird von diversen Denkfabriken und Organisationen aus diesem Spektrum ja auch ganz offen als Strategie kommuniziert.

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Ebenso wie jede Option der Krisenfinanzierung der damaligen Regierung vollständig verbaut wurde, nur um nach der Wahl, noch bevor der neue Bundestag zusammentrat, genau das für die nachfolgende Regierung Merz möglich zu machen, was die Opposition Merz der Ampel-Regierung konsequent verwehrt hat.

Ich habe es damals schon geschrieben und bleibe dabei: Das größte Übel der Demokratie ist es, wenn es den Parteien nur noch um den eigenen Erfolg geht und das auf Kosten der Bevölkerung geht. Daher: Wenn Oppositionspartei A gegen eine offensichtlich sinnvolle Politik der Regierungspartei B ist, obwohl sie exakt diese Politik in eigene Regierungsverantwortung selbst durchsetzen würde, einfach nur, weil man „dem Gegner“ „den Erfolg“ nicht gönnt. Das ist genau dieses AfD/Lüth-Zitat „Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD", nur eben als „Je schlechter es Deutschland unter Regierung B geht, desto besser ist es für Opposition A“. Diese Denkweise erwartet man bei populistischen Parteien wie der AfD, aber wenn sie bei den demokratischen Parteien praktiziert wird, wie es bei der CDU (und vor allem CSU) offensichtlich der Fall ist, ist das eine extreme Gefahr für die Demokratie.

Das ist - hoffentlich - zumindest einer der Gründe, warum Merz’ Beliebtheitswerte im freien Fall sind. Weitere Gründe sind natürlich sein Mr.Burns’sches Charisma und seine völlig vom Durchschnitts-Deutschen abweichenden Lebensrealitäten (wenn er sich selbst z.B. als „nicht reich“ bezeichnet oder wenn er, der nie in einem „echten Job“ gearbeitet hat, anderen erzählt, sie müssen mehr arbeiten…).

Trump schaffte es durch sein (fragwürdiges) Charisma, sich zum Arbeiterführer aufzuschwingen - das war auch lächerlich-durchschaubar, hat aber funktioniert. Merz fehlt das Charisma (und die schauspielerische Qualität…) dazu einfach völlig (zum Glück!)

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@Daniel_K Ich stimme Dir voll zu. Und ja man sieht es an den Umfragewerten, dass Friedrich Merz nicht beliebt ist. Aber warum wählen dann immer noch so viele CDSU?

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Weil Deutschland alt ist, seit jeher konservativ Neoliberal regiert und damit so viele falsche Narrative tief ins Bewusstsein der Gesellschaft eingetrichtert wurden, dass es viel zu viel Aufklärungsarbeit benötigt, um das aus den Köpfen, entgegen der Springer Presse, Union und AfD, der Menschen zu bekommen.

Man könnte ja auf einen ÖFFR hoffen, aber wenn man sich anguckt, wie schlecht die vorbereitet in Interviews gehen und wie viel an Populismus dort geduldet wird, hab ich wenig Hoffnung. Vllt können’s wirklich nur noch gesellschaftlicher Druck und Gerichte retten.

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“Warum wählen so viele CDSU?”

Ein Erklärungsveruch:

Der Status Quo ist für die meisten immernoch besser als eine potentielle Veränderung hin zum negativen.

Damit ist nicht gesagt, dass die wählbaren Alternativen alle schlechtere Wahlen wären. Aber für den Gewohnheitsdeutschen “hät et doch immer jot jejange” mit der CDU. Wer weiß, was für Verwirbelungen progressive Kräfte erzeugen könnten.

Ich schreibe das mit einer tiefen Überzeugung nie die CDU zu wählen. Das liegt aber eher an den Spitzenpolitikern Spahn, Linnemann, Kuban, Reiche und nicht am Image der CDU. Ich wäre bereit eine konservative Politik zu wählen, aber keine, die den Bürger so offensichtlich verachtet.

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