Hätte Merz den verlässlichen Rückhalt seiner politischen Verbündeten in seiner Partei(enfamilie) und seiner Koalition, könnte man sagen, die Beliebtheit tue nichts zur Sache. Es wird ja aus guten Gründen nicht jeden Tag neu gewählt. Aber auch den hat er ausweislich einer Reihe verpatzter Abstimmungen nicht.
Dass das so ist, hat fast ausschließlich mit Merz zu tun, denn seine Probleme mit der Bevölkerung und mit seinen politischen Partnern haben die gleichen Ursachen in seiner fehlenden politischen Urteilsfähigkeit, seiner fehlenden Integrität, Verlässlichkeit, fehlenden Fähigkeit, andere Perspektiven zu verstehen und zu integrieren, sein Kabinett zu führen, seine politischen Projekte so zu kommunizieren, dass nicht sofort und eindeutig klar ist, dass er nicht “liefern” wird, was er da ankündigt.
Im Ergebnis muss man sagen, dass Merz selbst dann nicht erfolgreich regieren könnte, wenn er eine irgendwie angemessene Politik in den zentralen Zukunftsfragen verfolgen wollte, weil er schlicht nicht das politische Kaptial hat, diese umzusetzen. Wäre er politisch gut aufgestellt, könnte er vorübergehende Unzufriedenheiten in der Bevölkerung leicht ignorieren. Wäre er bzw seine politischen Ideen sehr beliebt, hätte er damit Potential, politische Gegner zu überzeugen oder zu überreden. Ihm fehlt beides und eine dritte Quelle für politisches Kapital hat er nicht.
Insofern ist zumindest ein Teil der Unbeliebtheit ein sichtbares Symptom der Schwäche des ungeeignetsten Kanzlers seit der Wiedervereinigung.
Das Problem, die immer drängenderen Herausforderungen des Landes mit so jemandem auf keinen Fall meistern zu können, wird in der LdN allerdings implizit quasi wöchentlich angesprochen.
Ob eine explizite, übergreifende Gesamtschau wegen einiger Umfrageergebnisse wirklich dringend in eine Lagefolge gehören sollte, ob das einen Mehrwert für die Hörer bringt, da bin ich eher nicht überzeugt.