In LdN 464 sagt ihr, dass es zur Bekämpfung der ungleichen Vermögensverteilung sinnvoll wäre, mehr (auch ärmeren) Menschen Zugang zu Immobilienbesitz zu geben. Das halte ich für absolut nicht zielführend.
Selbst genutzte Immobilien sind überwiegend eine grottenschlechte Investition:
- Wer aktuell einen Hypothekenkredit mit 4% p.a. finanziert, der zahlt auf 300.000 Euro Kredit über 30 Jahre satte 215.608,52 Euro Zinsen an die Bank. Das alleine frisst den (nur bei steigender Nachfrage gegebenen) Wertzuwachs einer Immobilie mehr oder weniger auf.
- Selbst genutzte Immobilien haben in praktisch allen Fällen einen erheblichen emotionalen Wert für ihre Eigentümer. Dadurch sind sie oft zu groß und zu ungünstig gelegen, was Mehrkosten verursacht.
- Immobilien brauchen fortlaufende Investitionen. Etwa alle 50 bis 80 Jahre baut man rechnerisch ein neues Haus, abhängig vom eigenen Standard. Kombiniert mit dem “oft zu groß”, wird daraus schnell aus Vermögenssicht ein Verlustgeschäft.
- Die eigene Immobilie hindert daran, seine Einkommenssituation (etwa durch den Umzug in eine andere Stadt für einen besser bezahlten Job) zu verbessern.
Wenn der Staat den Vermögensaufbau der unteren Mittelschicht und ärmeren Menschen fördern will, dann ist er erheblich besser beraten, Anreize und Zuschüsse für eine kapitalgedeckte Altersvorsorge zu bieten oder für einen deutlich besseren Bildungserfolg bei Kindern und Jugendlichen zu sorgen. Das bringt erheblich mehr, als mehr Menschen in die Vermögensfalle Eigenheim zu locken.