ME/CFS - chronisch krank, chronisch ignoriert

Interessant! Gibt es diesen KI-Tool schon?

Es gibt z.B. Ada Health.
Mehr dazu hier: Neu berufen: Prof. Dr. Martin Hirsch - 2020 - Aktuelles - Philipps-Universität Marburg
Der Artikel ist nun 5 Jahre alt; die KI hat sich weiterentwickelt. Ein Problem ist aber, dass viele Mediziner den Vorteil der KI-gestützten Diagnostik nicht sehen und bremsen.

Andererseits wissen wir ja auch nicht erst seit gestern, dass das Verhältnis zwischen Patient*in und Arzt/Ärztin wesentlich ist. Hieße also: KI-gestützte Diagnostik, aber trotzdem ausführliche Gespräche.

Belege?

Danke für die freundliche Nachfrage.
Dass es sich so verhält, hat mir der zitierte Experte erzählt. Seine Kontaktdaten findest du über den verlinkten Artikel.

Naja du stellst einen recht generellen Vorwurf in den Raum, ohne irgendwelche Hintergrundinfos. Und die kommen ja dann auch nicht - die Infos.
Vielleicht liegt es auch daran, dass die IT im deutschen Medizinwesen etwas veraltet ist.
Und willst du dass ein Arzt/Hausarzt deine Symptome bei ChatGPT bestätigt der DeepSeek eingibt und sagt - ja sie haben die Grippe? Moment sagen sie mir noch ihr Gewicht und Größe, dann sagt mir die KI welche Dosis von Medikament x richtig ist?!?

Medizinisch keine haltbare Evidenz - die Erzählung eines Experten…. Da bräuchte es schon eine valide Umfrage…

Ich habe mal ein bißchen rechercheriert. Umfragen gibt es zu diesem Thema viele. Hier nur ein Artikel aus dem Ärzteblatt dazu:

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@Idefix2 Deinen Ton finde ich verwunderlich, kommentiere ihn aber nicht weiter.

Der „Vorwurf“ kommt nicht von mir. Der oben genannte Mitentwickler der verlinkten App, seit 2020 Professor für Künstliche Intelligenz in der Medizin an der Uni Marburg und am UKGM, hat die Erfahrung gemacht, dass viele v.a. seiner älteren Kollegen dieser Technologie ablehnend gegenüberstehen (was ich auch nicht wirklich überraschend finde). Das habe ich wiedergegeben. Ich habe keinen Grund, seinem Erfahrungsbericht zu misstrauen. Du kannst es glauben oder auch nicht, ich habe nicht die Ambition, jemanden zu überzeugen.

Hast du dir mal die von mir verlinkte App angeschaut? Wie kommst du auf ChatGPT? Warum sollte ich so einen Unsinn, wie du ihn skizzierst, wollen??

@kasch Danke für die Recherche!

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Der Spiegel berichtet aktuell wohl vorab über eine neue Studie, die die volkswirtschaftlichen Kosten von Long covid und me/cfs auf rund 60 Mrd. jährlich beziffert. Ich bin da kein Experte und kann mangels spiegel+ Abo auch den Artikel dazu nicht lesen, aber wenn das Ergebnis sich als belastbar erweist, wäre das sicher auch ein relevantes Thema für die LdN.

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Hier der direkte Link:

und ein Auszug mit den zusammengefaßten Zahlen:
Mit diesem neuen Bericht, der gemeinsam von der ME/CFS Research Foundation und Risklayer veröffentlicht wurde, wird erstmals ein ganzheitliches Modell zur Anzahl der Menschen, die mit ME/CFS oder Long COVID leben, sowie zu den Kosten, die diese belastenden Krankheiten in Deutschland verursachen, veröffentlicht. Die Ergebnisse des Berichts zeichnen ein düsteres Bild: Im Fünfjahreszeitraum zwischen 2020 und 2024 kosteten Long COVID und ME/CFS Deutschland mehr als 250 Milliarden Euro. Allein im Jahr 2024 kosteten Long COVID und ME/CFS 63,1 Milliarden Euro, was 1,5 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Landes im selben Jahr entspricht.
@JohanneSAC Danke!

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und viele andere mehr! Danke!

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Die Studie müsste die Politik eigentlich aufrütteln, denn obwohl Long COVID und ME/CFS im Vergleich zu Krebs oder Diabetes weniger Menschen betreffen, verursachen sie aufgrund hoher Erwerbsunfähigkeit, Versorgungslücken und fehlender Heilungsperspektiven einen überproportional hohen volkswirtschaftlichen Schaden. Die Zahl der Betroffenen wächst, eine strukturelle Reaktion ist dringend erforderlich.

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Wenn man die jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten für Long Covid und ME/CFS mit den Kosten für andere Erkrankungen vergleicht, wird die Dimension besonders deutlich.

Long Covid und ME/CFS: 63,1 Mrd. € (= 1,5 % Anteil am BIP)
Krebs: ca. 25 Mrd. € (ca. 0,8 %)
Diabetes: ca. 30-35 Mrd. € (ca. 0,7 %)
Multiple Sklerose: ca. 3-5 Mrd. € (< 0,1 %)

Die Studie zeigt: Long Covid und ME/CFS haben sich zu einem der größten volkswirtschaftlichen Krankheitsrisiken Deutschlands entwickelt - ohne dass dies bisher angemessen in der politischen Prioritätensetzung oder Mittelverteilung abgebildet ist.

Es ist also nicht nur ein medizinischer Skandal und eine menschliche Tragödie für Hunderttausende und deren Angehörigen, sondern ein politisches, strukturelles, systemisches Versagen. Diese Problem kann nur auf politischer Ebene und mit dem nötigen Willen in der Politik gelöst werden.

Es liegen genug Hinweise auf die Notwendigkeit und Dringlichkeit politischen Handelns vor. Es muss also die Frage erlaubt sein: Warum tut die Politik nicht genug? Warum werden wir mit Peanuts abgespeist? Wer hat Vorteile von diesem systematischen Blockieren?

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Es gibt eine ganz lustige Lemon-challenge von der ME/CFS-research-foundation.

zu den Videos (auf Youtube noch mehr)

Ich habe den Artikel im Spiegel gelesen und da setzen sich die jährlichen Kosten, die dort beziffert werden, aus

  • den Einkommensverlusten der Betroffenen plus ihren Aushaben für Medizin und Pflege
  • den Arbeitgeberverlusten durch Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Kosten, die durch den Arbeitsausfall anfallen und die Kosten für eine Stellenneubesetzung
  • den Kosten der Sozialversicherungen (Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Rentenversicherung für die Erwerbsminderungsrente)

Wenn diese Kosten bei den anderen aufgeführten Krankheiten auch einberechnet sind, dann passt der Vergleich. Wenn diese sehr umfangreich angesetzten Kosten z. B. nur mit den Kosten verglichen werden, die die Krankenkassen aufwenden, dann hinkt der Vergleich.

Laut ÄrzteZeitung aus 2023 gab Deutschland damals pro Kopf 524 Euro jährlich für Krebspatienten aus. Selbst wenn man nur mit 80 Mio Einwohnern rechnet, kommt man schon auf reine Gesundheitsausgaben von über 42 Milliarden Euro.

Es mindert die Notwendigkeit einer besseren Versorgung für die Betroffenen nicht, wenn der Vergleich zu anderen Krankheiten weniger drastisch ist.

Gerade ist das Symposium der ME/CFS- Research foundation beendet. Zum Thema Kosten aus diesem Symposium hier ein Vergleich mit den Kosten von Naturkatastrophen.

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Ich würde mir auch sehr einen Podcastbeitrag zu ME/CFS wünschen. Meine beste Freundin ist selbst betroffen und es war ein langer Kampf überhaupt von Ärzt*innen ernst genommen zu werden, geschweige denn eine Diagnose zu bekommen. Ich wünsche mir sehr für sie und alle Betroffenen, dass es mehr Forschung dazu gibt d.h. auch Forschungsgelder, Anerkennung dieser Krankheit und Versorgung. In den oberen Beiträgen kann sicher genug dazu gelesen werden. Ich wollte dennoch einmal unterstreichen, dass ich einen Beitrag dazu für sehr wichtig halte.

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Ich bin selbst seit 2013 betroffen, seit 2020 schwer und habe seit der Verschlechterung keine Lage der Nation mehr verpasst. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr dieses wichtige Thema aufgreift! Viele Ärzte und Gutachter kennen die Krankheit zu wenig und gerade am Anfang wäre es so wichtig, eine Diagnose zu erhalten, um eine Chronifizierung zu vermeiden.

Der Umgang der Politik, Gesellschaft und des Gesundheitssystems mit Erkrankten wird der Schwere der Erkrankung, dem wirtschaftlichen Schaden und persönlichem Leid nicht gerecht.

Bitte nehmt euch des Themas an!

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