Linnemann wird Gesundheitsminister

Dass das wohl ernst gemeint ist, zeigt, dass Merkel im Hinblick Merz recht hatte.

Was man m.E. noch diskutieren könnte, ist, ob das böse Absicht ist oder bloß völlige Unfähigkeit bei der Personalauswahl.

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Würdest du deine Bewertung auch mit Inhalt füllen oder ist das einfach nur ein random rant ohne Kontext?

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Vielleicht geht es auch um diese Aussagen oder Ideen von Linnemann, die ihn als Gesundheitsminister eher disqualifizieren.

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Linnemann ist ein Neoliberaler Wirtschaftsideologe ohne jede ersichtliche fachliche Qualifikation. Mit seiner Ernennung zeigt Merz klar, wohin er das deutsche Gesundheitssystem führen will: in die Abwicklung zugunsten der privatwirtschaftlichen Gewinnmaximierung. Das kann man natürlich toll finden, muss man aber nicht.

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Man kann natürlich auch mit den inhaltsleeren Rants weitermachen und sich dabei gegenseitig beklatschen. Worüber soll hier gesprochen werden und auf welcher Basis?

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Inwiefern ist das inhaltsleer?

Die Kritik gab es damals auch an Warken. Man fragt sich schon, warum die Union keinen fachlich versierten Politiker in’s Gesundheitsministerium setzt, statt Juristen oder Ökonomen. Insofern ist die Kritik hier die gleiche, die geübt wird, wenn ein völlig Ungedienter zum Verteidigungsminister wird oder ein Nicht-Wirtschaftswissenschaftler wie Habeck zum Wirtschaftsminister (ja, das wurde sehr stark von Schwarz-Gelb kritisiert! Stichwort: Kinderbuchautor).

Diese Kritik wird daher stets von allen Seiten am jeweiligen politischen Gegner geübt, und oft ist sie auch berechtigt. Gerade bei Linnemann erkenne ich keinerlei Interessen in der Vergangenheit an der Gesundheitspolitik - von allen Bereichen, in denen er bisher aktiv war, ist der Bereich Gesundheit keiner. Wäre er wenigsten als Ökonom zuvor mit dem Themenbereich in Kontakt gekommen, okay. Aber so ist er wirklich völlig fachfremd, also komplett.

Selbst andere reine Ökonomen, die Gesundheitsminister wurden, wie Daniel Bahr damals, waren zuvor zumindest sowas wie „Sprecher für demographische Entwicklung, Behindertenpolitik und Pflege“ und später Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, danach sogar parlamentarischer Staatssekretär im Gesundheitsministerium, worin zumindest erin Bisschen Interesse und Fachkompetenz in diesen Bereichen erworben wurde, bevor er Gesundheitsminister wurde. Also selbst Politiker mit rein ökonomischer Ausbildung hatten zumindest vorher Bezüge zum Thema Gesundheitspolitik, es geht daher mit Nichten nur darum, dass er Ökonom ist. Ganz ohne jeden Bezug zum Thema Gesundheit ist er m.M.n. einfach eine Fehlbesetzung.

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Gucken wir doch mal, wie das bei den letzten 10 Gesundheitsministern so aussah:

  1. Nina Warken (CDU, seit 2025)
    Rechtswissenschaften, erstes und zweites Staatsexamen; Rechtsanwältin

  2. Karl Lauterbach (SPD, 2021–2025)
    Humanmedizin; Promotion; Public Health, Epidemiologie, Gesundheitsökonomie und Health Policy

  3. Jens Spahn (CDU, 2018–2021)
    Bankkaufmann; Studium der Politikwissenschaft

  4. Hermann Gröhe (CDU, 2013–2018)
    Rechtswissenschaften; Jurist

  5. Daniel Bahr (FDP, 2011–2013)
    Bankkaufmann; Studium der Volkswirtschaftslehre

  6. Philipp Rösler (FDP, 2009–2011)
    Humanmedizin; Promotion; Arzt bei der Bundeswehr und Facharztausbildung in Augenheilkunde

  7. Ulla Schmidt (SPD, 2001–2009)
    Lehramtsstudium; Sonderpädagogik und Rehabilitation

  8. Andrea Fischer (Grüne, 1998–2001)
    Offsetdruckerin; Studium der Volkswirtschaftslehre

  9. Horst Seehofer (CSU, 1992–1998)
    Ausbildung für den Verwaltungsdienst; Verwaltungs-Betriebswirt

  10. Gerda Hasselfeldt (CSU, 1989–1992)
    Studium der Volkswirtschaftslehre


Also wirklich aus der Reihe tanzt diese Ernennung eigentlich nicht. Von den letzten zehn Gesundheitsministern hatten mit Karl Lauterbach und Philipp Rösler gerade einmal zwei eine unmittelbar medizinische Ausbildung.

Ich fände es auch besser, wenn eine fachliche Ausbildung der Standard wäre, aber man kann es auch nicht so darstellen, als wäre das ein unerhörter Vorgang unter der aktuellen Regierung. Ganz im Gegenteil sogar.


KI-Disclaimer (Liste):
ChatGPT - 5.6 Sol - Prompt: „Liste mir die letzten 10 Gesundheitsminister auf, mit ihrer fachlichen Ausbildung und Amtszeit“

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Wie ich oben schrieb geht es nicht nur um die offizielle Ausbildung, sondern auch um das bisherige Wirken.

Jens Spahn z.B. war schon in 2005 Vorsitzender der Arbeitsgruppe Gesundheit der Unionsfraktion, danach Obmann im Ausschuss für Gesundheit, dann gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, dann Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Bundesvorsitzender des Fachausschusses Gesundheit und Pflege der CDU. Alles bevor er Gesundheitsminister wurde. Man kann von Spahn halten, was man will, aber er hat mindestens 13 Jahre, bevor er Gesundheitsminister wurde, konsequent in diesem Bereich gewirkt.

Zu Daniel Bahr gilt das gleiche (siehe oben).

Ulla Schmidt hat zumindest mal Psychologie studiert und später im Lehramt auch Sonderpädagogik, daher arbeitet sie zumindest mit Menschen mit Behinderung. Das ist nicht viel Erfahrung im Gesundheitswesen, aber zumindest zeigt es etwas Interesse und Fachkunde in dem Bereich.

Alles davor kann man nicht werten, weil es zu diesem Zeitpunkt noch das Ministerium für Gesundheit, Familie und Jugend war. Daher war auch Ulla Schmidt als Pädagogin in diesem Ministerium nicht fachfremd.

Die einzigen wahrlich Fachfremden waren Hermann Gröhe, Nina Warken und jetzt Carsten Linnemann. Alle von der Union. Das zu kritisieren ist wichtig und richtig. Dass dort Fachfremde eingesetzt werden zeugt einfach davon, dass man das Ministerium nicht ernst nimmt, sondern primär zur Versorgung der eigenen Leute nutzt. Die Besetzung dient der Unions-Personalpolitik, aber nicht der Sache.

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Wenn man Merz Mantra, das die Deutschen zuviel leichtfertig krank feiern, weil es ihnen das Gesundheitssystem zu leicht macht, „blau“ zu machen, dann bekommt das schon fast wieder Sinn…. :wink:

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Das ist das eine, das andere ist Linnemann als Person:

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung charakterisierte 2023 Linnemanns Bücher als „Populistenbücher“, „deren Titel jene interessieren müssten, die gern gegen ‚die da oben‘ wettern und nach der AfD schielen“.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Lobbyorganisationen auf allen Seiten fachfremde Personen bevorzugen. Rösler z.B. war extrem unbeliebt.

Ist das aber bei der Besetzung von Ministerposten nicht so gut wie immer der Fall?

Man erinnere sich an Christine Lambrecht, die nur Verteidigungsministerin geworden ist, weil man im Kabinett Scholz Parität brauchte, nicht weil sie besonders geeignet war.

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Das Gleiche gilt jetzt für Wanken als Kanzleramtsminister! Ich halte diesen „Job“ als einen der anspruchsvollsten überhaupt! Zugegeben, sie gilt als loyale, verlässliche und machtpolitisch gut vernetzte Teamplayerin. Das wird ihr helfen. Aber ein Kanzleramtsminister muss auch durchsetzungsstark sein (etwas, was Merz bewusst oder unbewusst gar nicht als Untergebenen haben will).

In der Tagesschau wurde gesagt, sie hat die Aufgabe bekommen, weil sie mit der Gesundheitsreform bewiesen hat, was sie kann. Mit dieser Gesundheitsreform? Was hat sie denn schon gemacht?

Eine „FinanzKommission Gesundheit“ eingesetzt - allein der Begriff „Finanz“kommission zeigt schon, dass es ihr gar nicht um strukturelle Änderungen ging, die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystem auf gesunde Füße stellt. Diese Kommission hat 66 Empfehlungen ausgesprochen, mit denen man theoretisch 42 Mrd. € hätte einsparen können.

Aber sie hat es dann nicht wie mit den Reformen der Rentenkommission gemacht, bei der man alle Empfehlungen umsetzen will. Sie hat je nach Zählart etwa 2/3 bis 3/4 der Kommissionsvorschläge umgesetzt mit einer Entlastung der Kassen von rund 20 Milliarden Euro.

Die Maßnahmen konzentrieren sich stark auf Beitragseinnahmen, Zuzahlungen und Leistungskürzungen, nicht auf eine grundlegende Umgestaltung der Versorgungsstrukturen. Es ist ein „Sparprogramm“, keine Reform!

Wie soll so eine mutlose Zauderin einen guten Kanzleramtsminister machen!

Etwas differenzierter sehe ich das bei der Qualifikation eines Linnemanns als Gesundheitsminister. Als Betriebswirt hat er das Verständnis, dass Ausgaben immer Einnahmen mindestens gleicher Höhe gegenüber stehen müssen. Als Volkswirt hat er schon mal die richtige Brille auf, denn kaum etwas muss man so systematisch betrachten wie das Gesundheitssystem (hoffen wir nur, dass diese Brille nicht rein neoliberal ist und er „mehr Markt“ ins Gesundheitssystem bringen möchte. Gesundheit ist kein Bereich, den der Markt regeln kann - ein klassischer Marktversagensbereich). Die ökonomische Sicht auf Effizienz, Strukturen, Wettbewerb und Finanzierung des Gesundheitssystems ist sicherlich hilfreich. Die Gesundheitssystemkompetenz muss er sich aus dem Ministerium und anderswo holen. Der selbsternannten „Sozialpolitiker“ wird ihm nicht helfen - er versteht Sozialpolitik v.a. als „Abbau des Sozialstaats“. Das lässt nichts gutes ahnen.

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Gerade gelesen:

In Zeiten, in denen die Bundesregierung den Menschen im Land einen Tiefschlag nach dem anderen verpasst, wäre es kein gutes Zeichen, wenn jemand Minister wird, der bisher nur dadurch aufgefallen ist, nach unten zu treten - gerade in so einem wichtigen Bereich wie Gesundheit und Pflege.

Linken-Gesundheitspolitiker Ates Gürpinar

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Das habe ich in der Grundschule anhand meines Taschengelds gelernt. Wenn Politiker dafür ein Studium der Betriebswirtschaftslehre benötigen läuft irgendwas schief.

Wenn dieses Wissen das ist was Betriebswirtschaftler ausmacht, dann wundert mich der Zustand vieler Betriebe nicht mehr.

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Tja, sollten wir eigentlich alle gelernt haben. Es gibt aber sehr viele Menschen, denen solche Grundlagen irgendwie irgendwann wieder abhanden gekommen sind …

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Ich habe mal Perplexity gefragt, was genau die Aufgabe eines Kanzleramtsministers ist und welche Kompetenzen und Persönlichkeit er bzw. sie mitbringen sollte [Formulierungen in eckigen Klammern und Formatierungen sind von mir]:

„Ein Kanzleramtsminister ist de facto der „Betriebsleiter“ [COO, Chief Operating Officer] der Bundesregierung: Er steuert und koordiniert das Bundeskanzleramt, sorgt für die inhaltliche Vorbereitung und Umsetzung der Linie des Bundeskanzlers und fungiert als zentrale Schnittstelle zwischen Kanzler, Ressorts, Parlament, Ländern und oft auch den Nachrichtendiensten. Dafür braucht er weniger Fachminister-Expertise zu einem einzelnen Politikfeld als vielmehr ausgeprägte Koordinations‑, Management‑, Loyalitäts- und Kommunikationsfähigkeiten bei gleichzeitig hoher politischer Durchsetzungskraft und Stressresistenz … strategische Steuerungsfähigkeit … Vertrauen des Kanzlers“

Nachfrage: Wer waren starke und fähige Kanzleramtsminister?

Als „stark und fähig“ gelten in der Rückschau vor allem jene Kanzleramtsminister, die zentrale Reformprojekte gesteuert, Krisen bewältigt oder die Rolle des Kanzleramts als machtpolitische Schaltstelle besonders sichtbar geprägt haben, etwa Hans Globke, Horst Ehmke, Wolfgang Schäuble, Frank-Walter Steinmeier, Thomas de Maizière, Peter Altmaier und Helge Braun. Die Bewertung ist immer auch politisch gefärbt, aber diese Namen tauchen in historischen Überblicken und Analysen über „Kanzleramtschefs als Schaltstelle der Macht“ besonders häufig aus.

Ich meine, auch Wolfgang Schmidt, Kanzleramtsminister von Scholz, war sehr gut. Ohne hin hätte Scholz das nie 3 Jahre durchgehalten …

Das ist doch hanebüchen. Aus welchem Grund genau wäre z.B. ein Zanharzt ein besserer Gesundheitsminister als z.B. ein Ökonom oder Sozialwissenschaftler? Weil er mal in Münder geschaut und eine Abrechnung gemacht hat? Wäre der Vorstandsvorsitzende der Charité besser geeignet als der Landarzt, weil er das große System besser kennt, aber die Nöte der Kleinen vermutlich nicht?

Ein Gesundheitsminister ist doch kein Arzt im Dienst, sondern ein politischer Manager des Systems. Durchsetzungsstärke, also Führung, Strategie und Verhandlung, nicht klinische Expertise braucht er oder sie. Die fachliche Tiefe kommt aus Ministerium, Beiräten und Experten. Jetzt wäre es natürlich gut, wenn der entsprechende Minister dann auch davon Nutzen macht und sich tatsächlich wirksam beraten lässt. Ob Linnemann diesen Teil erfüllt, kann ich aktuell nicht beantworten. Ich habe meine Zweifel, aber das ist ohne nähere Erläuterung keine Begründung für inhaltsleere Rants.

„Fachfremd“ sagt jedenfalls wenig über die Eignung aus, wichtiger ist, ob jemand Komplexität steuern und gute Entscheidungen durchsetzen kann. Meint ihr, diese guten Entscheidungen kann nur der Fachexperte treffen?

Lauterbach und Rösler sind beide jedenfalls nicht als besonders erfolgreiche Gesundheitsminister in Erinnerung geblieben. Lauterbach kam mit viel Agenda, manche würden sagen mit dickem Bias, und hat letztlich praktisch nichts erfolgreich und nachhaltig umgesetzt. Rösler hatte eigentlich ganz gut Ansätze, aber war ja gefühlt nur drei Tage im Amt.

Ein nicht beendetes Psychologiestudium wie bei Ulla Schmidt (ich habe nachgelesen, es ist überall möglichst unpräzise beschrieben, aber sie scheint nur Lehramt beendet zu haben) ist doch wohl keine besondere Qualifikation für ein Amt als Gesundheitsminister.

Kritik ist immer erlaubt, aber sie sollte schon substanziell sein und über mehr als „buhuhu, Merz ist unfähig in der Personalauswahl“ hinausgehen. Keine Ahnung, seit wann das hier der Standard der Diskussion sein soll.

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Ich sag mal so:

Jeder muss die Chance haben, grandios zu glänzen oder spektakulär zu scheitern!

(Zweiter pädagogischer Satz aus meinem Studium :wink:)

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So und so. Unser Altenheim wurde erst von einem Steuerberater geleitet, jetzt von einer, die sich von unten hochgearbeitet, dann in BWL weitergebildet hat. Sie hat einfach den besseren Blick, wenn es hakt, da sie weiß, wie es unterhalb der Führungsebene aussieht, was die Angestellten belastet und was die theoretisch gefällten Entscheidungen in der Praxis bedeuten.
Als erstes hat sie die geteilten Dienste abgeschafft. Einem BWLer fällt halt nicht unbedingt auf, dass drei Stunden Pause gerade für Pendler nicht so arg cool sind. Er sieht nur, dass er in der Zeit nach Mittag weniger Leute braucht dafür am späten Nachmittag und Abend wieder mehr.

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