LdN491 Antwort auf Anschläge

500km. Mit realistischem Abwurfsicherheitsabstand 300km. Will die Möglichkeiten auch nicht klein reden. Es ist eine starke Waffe. Aber wenn man 50 verschießt und dann keine mehr hat, dann bringt das auch wenig. Man muss dauerhaft viel davon liefern können. Seit 2023 werden SCALP und Strom Shadow geliefert. Die kennt die Ukraine bereits. Wieso konnte man seitdem die Produktion nicht steigern und 50 pro Monat liefern? Vlt wird jetzt ja auch Taurus geliefert. Man kommuniziert ja nicht mehr, was man liefert.

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Ich würde sagen, wir können ca 600 abgeben. Jeder Taurus, der russische Kommandostrukturen, Flughäfen, Ölraffenerien, Fabriken oder Logistikeinrichtungen zerstört ist sinnvoller als einer, der im Lager liegt.

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Zum Thema, wer eskaliert, zumindest kommunikativ. Nix neues so weit eigentlich.

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Die ganze Diskussion beruht ja gerade auf Unsicherheiten. Wenn es wirklich Klarheit gäbe, würde es auch weniger (hitzige) Debatten geben. „The fog of war“ ist Realität. Wir wären also besser bedient, wenn wir lernen würden, gegenseitig unsere Unsicherheiten klar zu benennen, auch wenn wir unsere Meinung dadurch nicht ändern.

Zum Thema muss ich sagen, dass der Witz zu „es könnten alle mal singen“, in dieser Folge bei mir einen sehr bitteren Nachgeschmack hinterlassen hat. In der LdN wird so häufig über die fehlende Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit anderen Meinungen in unserer Gesellschaft gesprochen. Aber durch solche Äußerungen wird dieses Problem nur verschärft.

Ich bin für deutlichere und klarere Abschreckung. Aber das bedeutet nicht, dass man andere Werkzeuge aufgeben muss. Und da ging es nicht einfach um „singen“. Ich wünsche mir einen respektvolleren Umgang mit der Meinung anderer.

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Zum Plan des Kremels die AFD an die Macht zu bringen, wozu eine solche Aktion auch beitragen kann, wird passenderweise auch in der ersten MAD Folge gesprochen.

[MAD KINGS: Machtprobe für Deutschland] Putins gefährlicher Draht in die AfD

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Genau, wirtschaftliche Sanktionen sind schmerzhaft. Die schlechte wirtschaftliche Lage in Russland wurde ja hier gut beschrieben. Die Besprechung der Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte fand ich da sehr oberflächlich. Das Öl wird doch offensichtlich irgendwo abgenommen und darübermüsste man nachdenken. Das darf ja eigentlich nicht sein wegen der Sanktionen. Gleiches gilt für LNG aus Russland.

Sehr oberflächlich und nicht witzig fand ich auch die Bemerkung über das Singen als deeskalierende Maßnahme, mit der der vorherige Gast lächerlich gemacht wurde. Es macht den Eindruck, dass die Macher der Lage der Nation lieber zurückschlagen und angreifen wollen, was hoffentlich ein falscher Eindruck ist.

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Im Podcast vergleicht ihr die russische Attacke mit Drohnen auf ein ukrainisches Frachtflugzeug auf deutschem Boden mit einem deutschen Drohnenangriff auf russische Flugzeuge auf russischen Boden.

Auch wenn ich verstehe, was ihr damit ausdrücken möchtet, hat das in meinen Augen einen unterschiedlichen Eskalationsgrad. In der Folge wird unterschwellig suggeriert Russland hätte Deutschland angegriffen und ob dies einen Nato-Bündnisfall auslösen müsste. Auch wenn ich den russischen Schritt für dramatisch halte, ist es eine andere Qualität ob ukranische Flugzeuge angegriffen werden, die sich zufällig auf deutschem Boden befinden, oder ob Deutschland direkt angegriffen wurde.

In meinen Augen ist das kein Angriff auf Deutschland. Es ist ein Angriff auf die Ukraine auf deutschem Boden. Ein Detail, das es wert ist zu unterscheiden.

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Die Flugzeuge sind in Leipzig stationiert und transportieren teilweise auch im Auftrag der NATO und das schon seit Jahren vor dem Krieg. Weil die NATO außer USA nicht unbedingt vergleichbare Größenordnungen hat. Abgesehen davon ist es doch egal wem das Flugzeug gehört. Es ist ein terroristischer Akt auf deutschem Boden. Genauso wie die Morde im Tiergarten in Berlin.

N-tv

Im Fall des gescheiterten Drohnen-Anschlags auf den Leipziger Flughafen haben die Ermittler nach einem Medienbericht zwei Tatverdächtige identifiziert. Wie die „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR berichten, handelt es sich dabei um einen gebürtigen Russen mit lettischem Pass und einen aktenkundigen Mann aus Belarus mit russischem Pass. Laut „Bild“-Zeitung suchen die Ermittler nach mindestens vier Beteiligten, von denen die Behörden DNA-Spuren oder deren Mobiltelefone in Funkzellen nachweisen konnten.

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Was sind denn eigentlich die Beweise, die eine eindeutige Attribution zu Russland ermöglichen? Sprengstofftyp, Drohnenart oder auch „das Muster“ sind doch eher schwache Indizien. In der heutigen BPK gabs es von der Regierungssprecherbank keine befriedigenden Antworten.

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Gab wohl DNA Spuren….

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Danke. In der BPK vom Vormittag wurde nur von drei Dimensionen gesprochen, die eine Attribution ergeben: geheimdienstliche Erkenntnisse, polizeiliche Erkenntnisse und Tatmuster. Tilo Jung und Hans Jessen konnten auch mit mehrfacher Nachfrage keine Details entlocken. Dass nun DNA-Spuren bzw. konkrete Verdächtige angeführt werden, ist dann doch endlich einmal etwas „Greifbares“ – zumindest im Vergleich zu Sprengstoff oder Drohnentyp.

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Ulf hat doch sofort adäquat darauf reagiert, oder?

Das ist mir schon klar. Da aber Olaf L. Müller gesagt hatte, dass Pazifisten leider zu spät gefragt werden, war (und ist) es mir ein Anliegen, seine Meinung hierzu zu erfahren. Er ist ja dankenswerterweise auch diesem Forum beigetreten, sodass wir in die direkte Kommunikation treten können.

Ansonsten stimme ich dir zu, was die Werkzeuge betrifft. Wie an anderer Stelle geschrieben, sehe ich es nicht als Alleinstellungsmerkmal des relativen Pazifismus an, sich darüber Gedanken zu machen, wie man Eskalationen vermeiden kann.

Den Vorschlag in der Folge mit Israel bei Cyberangriffen zusammenzuarbeiten obwohl sie ja nicht unproblematisch seien, finde ich persönlich schon deutlich problematisch. Die militärische Zusammenarbeit mit denen gerade auszubauen und sie dadurch noch weiter zu legitimieren in ihrem Handeln, finde ich sehr weit weg davon wie wir sie behandeln sollten. Ich weiß der Vorwurf des Völkermord wird immer noch diskutiert aber unabhängig davon passieren in der Westbank und Gaza Dinge, die man nicht so ignorieren sollte.

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Zum Funktionsprinzip der Wegwerfagenten gerne die Doku ansehen.

Na ja, ich hätte mir schon mehr gewünscht…

Das ist so ungefähr die beste Zusammenfassung die ich mir vorstellen kann :wink:

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Fun Fact am Rande: Seitdem die NATO mit Kriegsschiffen in der Ostsee patroulliert, haben plötzlich die ganzen „Unfälle“ aufgehört, bei denen sich Russische oder Chinesische Kapitäne versehentlich mit ihren Ankern in Unterseekabeln verheddern. Zufälle gibts :man_shrugging:

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Als Ulf angefangen hat zu sagen „Warum haben wir keine aktive Cyberarmee, die andere Länder angreift. Das wäre ja total sinnvoll.“ Und das wirklich vertreten hat, dachte ich, ich höre nicht richtig!
Gerade Ulf, der regelmäßig auf Chaosveranstaltungen unterwegs ist, müsste es wirklich besser wissen. Das, worüber da gerade geredet wird (Geheimdienstreform, Cybertruppe der BW etc.) ist nichts anderes als die alte „Hack Back“-Diskussion. Und die ist in vielerlei Hinsicht absolut dumm und führt nur noch weiter dazu, dass die technischen Geräte von allen noch unsicherer werden. Heute kommen sogar noch die außerordentlichen Cyberfähigkeiten von Cutting Edge LLMs hinzu, für die es ein leichtes ist in Systeme einzudringen, ohne, dass man es ihnen direkt sagt. Je mehr Zero-Days „verborgen“ bleiben, desto einfacher wird es für solche Technologien sie aufzuspüren

Ich erwarte ehrlich gesagt, dass der Quatsch bzgl. Cyber-Truppe und Hack-Back (eigentlich war es schlichtweg schlechte journalistische Arbeit) in der nächsten Folge korrekt eingeordnet wird.

Hier schonmal als kleine Hilfestellung eine Zusammenfassung von Linus Neumanns (Sprecher des Chaos Computer Clubs) Position zu diesem Thema:

„CCC-Sprecher Linus Neumann kritisiert die Hack-Back-Debatte als sicherheitspolitische Illusion: Wirksame digitale Gegenangriffe ließen sich nicht kurzfristig ausführen, sondern verlangten vorbereitete Infiltrationen und das Geheimhalten von Sicherheitslücken. Beides schwäche die allgemeine IT-Sicherheit. Zudem sei nicht überzeugend belegt, dass Gegenangriffe Schaden zuverlässig verhindern oder mindern können. Stattdessen müsse der Staat in Prävention, Patchen, Backups, Abwehrfähigkeit und Resilienz investieren.“ ( Hack und Back vom BND? | Linus Neumann )

Man sieht an Linus’ Posting, dass diese Debatte schon 7 Jahre alt ist. Ich fühle mich etwas erinnert an die immer wieder hochkommende Vorratsdatenspeicherung…

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Der Taurus ist primär eine Angriffswaffe, mit beschränkter Reichweite. 500km sind nicht viel. Zum Vergleich, die von der Ukraine selbst hergestellten Flamingos kommen auf über 2000km, und haben inzwischen auch große Sprengkraft.

Für die Abwehr von russischen Raketen ist die Stückzahl zu klein, und viel zu teuer.

Was die Ukraine, und EU / NATO, bräuchte, wäre ein pro Schuss möglichst kostengünstige Flugabwehr.

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Im Podcast wird salopp vorgeschlagen „Das Licht in Moskau auszuknipsen“ via offensiver Cyberattacken.

Wie kann man sowas ernsthaft im Podcast vorschlagen? Mit Leid der Zivilbevölkerung würde niemand irgendwas gewinnen, außer der Krieg an Dynamik.

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Wir haben bereits erlebt, was passiert, wenn staatliche Stellen Sicherheitslücken für offensive Zwecke zurückhalten.

Das bekannteste Beispiel ist EternalBlue, die NSA kannte und nutzte eine schwere Windows Schwachstelle. Das Angriffswerkzeug gelangte nach außen und wurde anschließend unter anderem für WannaCry und NotPetya eingesetzt, mit hunderttausenden betroffenen Systemen und Schäden in Milliardenhöhe.

Auch Vault 7 hat gezeigt, dass die CIA umfangreiche Exploits und Angriffswerkzeuge für Windows, Smartphones und andere Systeme vorgehalten hat.

Das ist genau das Dilemma, eine Sicherheitslücke, die NSA, CIA oder zukünftig die Bundeswehr als Waffe geheim hält, bleibt auch auf unseren eigenen Systemen offen. Und niemand garantiert, dass Russland, China oder Kriminelle dieselbe Lücke nicht ebenfalls finden.

Wir erkaufen wir uns also eine offensive Fähigkeit damit, dass wir unsere eigene Infrastruktur bewusst unsicherer lassen.

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