LdN487: Wartenzeiten auf einen Psychotherapieplatz- Die Realität ist viel schlimmer

Zum Thema Kassensitze gibt es m. E. noch ein weiteres, vielfach unbeachtetes Problem. Im Podcast wurde zwar erwähnt, dass es Psychotherapeuten mit einem halben Kassensitz gibt, die aktuell mehr Stunden abrechnen. Umgekehrt gibt es aber auch solche mit einem ganzen Kassensitz, die ihr „Stundenkontingent“ nicht ausnutzen; sei es, weil sie nebenbei auch Privatpatienten behandeln oder weil sie - vorübergehend oder dauerhaft - nicht in der Lage sind, so viele Stunden zu arbeiten. Für eine realistische Bedarfsplanung müsste man dazu auf jeden Fall eine Erhebung durchführen. Leider entsteht der Eindruck, dass die Krankenkassen gar kein Interesse daran haben, dass der Versorgungsauftrag eines Kassensitzes in vollem Umfang ausgeschöpft wird. Ansonsten ist nicht zu erklären, warum die Anstellung eines zweiten Psychotherapeuten mit enormen bürokratischen Hürden versehen ist.

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